Ende

CB90

Mitglied
Es war ein warmer Sommernachmittag. Er hatte sein gesamtes mitgebrachtes Wasser ausgetrunken, seine Kehle war trocken, er fühlte sich unwohl. Ich muss nur die Straßenseite wechseln, dort ist eine Trinkhalle, dachte er. Sein erster Eindruck war, dass die Trinkhalle nicht auf hatte, dass sie schon lange geschlossen ist. Da täuschte er sich, neben der Trinkhalle lungerten zwei Gestalten. Der eine war klein, trug eine schwarze Weste, schwarze Jeans und Stiefel, die Spitzen der Stiefel waren lang und ähnelten Schuhen aus vergangenen Zeiten. Sein spärlicher Haaransatz war hinten zu einem Zopf zusammengebunden.
Der andere hatte eine platte und krumme Nase, das Gesicht sah aus, dass es einige Zentimeter nach links gerutscht sei. Beide tranken aus schwarzen Flaschen.

Ihre Gespräche konnte man schon von weitem hören. Sie erblickten ihn, aber schenkten ihm keine Aufmerksamkeit. Umso näher er an die Trinkhalle kam, umso undeutlicher wurden die Gespräche der beiden Trinkenden. Er blickte in die Trinkhalle, er sah nur die Hälfte eines korpulenten Körpers in einem fleckigen Shirt. Er beschloss sich kein Getränk in der Trinkhalle zu kaufen.

Er ging weiter, stieg eine Treppe herunter und befand sich an einem Fluss. Am Fluss befand sich ein Weg, auf dem Weg war er einem Ansturm von Radfahrern ausgesetzt. Trat er zu sehr in den Weg der Radfahrer, dann begannen die Radfahrer alle gemeinsam zu schellen. Es war ein unaufhörliches Ausweichen für ihn. Als er das Ende des Weges erreicht hatte, überquerte er zwei Ampeln, die nacheinander von Grün auf Rot wechselten. Es schien ihm, dass die Phasen von Rot länger wären als die Phasen von Grün. Dann stieg er in eine Straßenbahn. Er nahm Platz. Zwei Frauen diskutierten über Literatur „Das Wort sei der Schlüssel, das verlange Aufmerksamkeit“. „Lesen bedeutet für mich, Entspannung und den Kopf abzuschalten, nichts ist schlimmer als ein unangenehmes Buch, nichts stresst mehr, als das Lesen der alten Klassiker“ sagte eine der beiden Frauen. Für ihn muss die Literatur der Sprengstoff für die nicht freien Gedanken in jedem selbst sein. Als er zu Hause ankam, setzte er sich auf seinen kleinen Balkon, schlug die Seiten auf und fing an zu lesen. Der Tag endete und er hatte die Hälfte der Seiten gelesen.
 

Oben Unten