Erotische Geschichten

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Terminator

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Madame


Madame, seit Jahren schon bereise ich in Ihrem Dienst die Welt. Bis jetzt hatten Sie allen Grund, mit mir zufrieden zu sein. Sobald Sie nach mir riefen, ließ ich meine eigenen Geschäfte im Stich und eilte zu Ihnen, um mein Schicksal aus Ihrem Munde zu erfahren. Wenn Sie es verlangten, verließ ich noch am selben Tag die Stadt. Kein Ziel war mir zu weit, keine Strapaze zu groß, vor dem Unbekannten fürchtete ich mich nicht. Nach außen hin war ich ein treuer, ergebener Reisender, man hielt mich für tapfer, bewunderte mich. Nur Sie und ich wussten es besser.
Als Sie zum ersten Mal an einem dunklen Winterabend mein Restaurant betraten, brachten Sie den kalten Wind von der Straße herein. Die Tür hinter Ihnen war offengeblieben, ich ging ein paar Schritte, um sie zu schließen, dann sah ich Sie, Madame. Ein kleiner Mann redete mit schriller Stimme auf Sie ein, er sprach Englisch mit französischem Akzent, zupfte an Ihrem Ellbogen. Sie zogen Ihren Handschuh aus, und ich begann zu brennen. Ich begehrte Sie mit jeder Faser meines Körpers, Madame, von der ersten Sekunde an, und ich zeigte es Ihnen ohne Scham. Sie schienen meine Aufmerksamkeit zu genießen, schenkten mir ein Lächeln, wenn sich unsere Augen begegneten, ich war dumm genug, mir einzubilden, auch Sie würden an mir Gefallen finden. Sie taten alles, um diese Illusion zu nähren.
Fast täglich speisten Sie bei mir, immer in Gesellschaft. Sobald Sie in der Tür erschienen, kam ich auf Sie zu, nahm Ihnen den Mantel ab, führte Sie zu meinem besten Tisch. Wenn ich mich entfernte, um mich um andere Kunden zu kümmern, spürte ich Ihre Augen, die mich im Raum verfolgten, und kam zu Ihnen. „Ich will, dass Sie dableiben“, sagten Sie und lächelten mir über den Rand Ihres Weinglases zu. Ich gehorchte, bediente nur noch Sie. Manchmal legten Sie die Hand auf meinen Unterarm, wenn Sie sich mit mir über das Menü unterhielten. Ich wähnte mich dem Glück nah. Eines Abends kamen Sie allein, es war schon spät, ich hatte nicht mehr mit Ihnen gerechnet. Sie bestellten den teuersten Wein und einen Risotto mit Trüffel, baten mich, Platz zu nehmen und mit Ihnen zu essen. Sie trugen ein rotes Kleid, weit ausgeschnitten, Madame, Sie beugten sich zu mir, um mir Oliven in den Mund zu stecken, ich sah Ihre Brüste, Ihr Fuß berührte den meinen unter dem Tisch, Sie reichten mir Ihr Glas zum Kosten, ich legte meine Lippen auf die roten Spuren Ihres Lippenstiftes, trank und verlor jede Zurückhaltung. Trunken von Ihrem Parfüm erklärte ich Ihnen meine Liebe. Sie ließen mich sprechen.
„Ich liebe Sie nicht“, sagten Sie ruhig, „aber ich habe Mitleid mit Ihnen.“ Sie baten mich, Ihre Serviette vom Boden aufzuheben. Ich fiel auf die Knie, kroch unter den Tisch. Die Serviette lag zwischen Ihren Füßen. Sie zogen langsam Ihr Kleid hoch, öffneten die Beine, luden mich ein, Sie zu berühren. Sie trugen seidige Strümpfe, die Haut Ihrer Schenkel machte mich verrückt, ich drängte meinen Kopf zwischen Ihre Beine und verlor die Besinnung. Als ich wieder zu mir kam, waren Sie verschwunden.
Ich schickte Ihnen Blumen und Geschenke, die Sie zurückschicken ließen. Ich fing an, Ihnen zu schreiben. Meine ersten Briefe kamen ungeöffnet zurück, doch ich gab nicht auf, schrieb Ihnen beinahe täglich, und gelegentlich lasen Sie wohl meine Briefe, denn eines Tages bekam ich eine Antwort. „Wenn Sie tatsächlich bereit sind, alles zu tun, um mir zu gefallen, kommen Sie am nächsten Dienstag um elf Uhr“, schrieben Sie. Als ich die Treppe zu Ihrer Wohnung hochstieg, Madame, hoffte ich noch, Sie zu gewinnen. Sie empfingen mich in Ihrem Salon. Sie saßen auf einer roten Ottomane und ließen mich vor Ihnen stehen.
„Legen Sie diese Blumen auf den Tisch, Sabattini“, sagten Sie zu mir, „und nehmen Sie sie wieder mit, wenn Sie gehen, ich mag keine Blumen. Ersparen Sie mir in Zukunft diese billigen Aufmerksamkeiten. Sie behaupten, mich zu lieben. Werden Sie wirklich alles tun, was ich verlange?“
Von Ihrer Rede hatte ich nur das Wort Zukunft gehört, begeistert sagte ich zu. Sie warnten mich: Ich dürfte mir keine Hoffnung machen, nie würden Sie ein Bett mit mir teilen. Für sexuelle Begegnungen hätten Sie nichts übrig, den Kontakt fremder Schleimhäute fänden Sie abstoßend und unhygienisch, kurz, alles andere als lustvoll. Dennoch, wenn ich Ihre Wünsche zur vollen Zufriedenheit erfüllte, wären Sie bereit, mich an Ihren erotischen Spielen teilhaben zu lassen, vorausgesetzt, ich hielte mich streng an Ihre Bedingungen. Ich ließ mich auf alles ein. An diesem Tage zeigten Sie sich gnädig, Madame, meine kleine Belohnung, wie Sie es nannten, bekam ich ausnahmsweise im voraus. Ich musste auf einem kleinen Schemel zu Ihren Füßen niederknien und durfte Ihnen zusehen, während Sie sich selbst streichelten. Großzügig erlaubten Sie sogar, dass ich mich selbst berührte. Unsere Augen verließen einander keine Sekunde, wir atmeten im selben Rhythmus, zwei Meter voneinander entfernt erreichten wir gleichzeitig den Höhepunkt. Danach liebte ich Sie mehr denn je, Madame.
So begann ich für Sie zu reisen, und nach jeder Reise wurde ich für meine Berichte von Ihnen belohnt. Sie bestellten mich zu sich nach Hause, sperrten die Tür hinter mir ab. Wir waren allein. Oft ließen Sie mich ganze Nachmittage in Ihrer Nähe bleiben, und ich unterwarf mich vollständig Ihrem Willen. Ich war zufrieden, Madame, auch wenn Sie mich fesselten, so dass ich mich selbst nicht berühren konnte. An diesen Tagen zogen Sie sich nackt aus. Sie taten so, als wäre ich nicht da, doch Sie achteten darauf, dass ich Ihnen immer zusah. Sie sprachen kein Wort mit mir, Sie spazierten herum, telefonierten, aßen, rauchten, lasen und öffneten Ihren Körper meinen gierigen Blicken. Ich bemühte mich um Ruhe, aber es schmerzte mich, so sehr begehrte ich Sie, Madame, und wenn ich stöhnte, lachten Sie nur. Manchmal zwangen Sie mich, Ihnen meine erotischen Fantasien zu erzählen, doch ich war einfältig, ich träumte nur davon, Sie zu besitzen, und wenn ich es verriet, wurden Sie zornig. Sie schlugen mich und schickten mich weg. So lernte ich lügen. Für Sie, Madame, erfand ich Geschichten, die Ihnen gefallen sollten. Da küsste ich Ihren Schatten auf der Straße, da leckte ich die Spuren Ihrer nassen Füße, wenn Sie aus dem Bad stiegen, da brauchte ich nur Ihre Unterwäsche zu bügeln, um das vollkommene Glück zu erreichen. Ich weiß nicht, ob Sie meinen Lügen glaubten, aber Sie dankten es mir. Ich durfte Ihnen beim Baden zuschauen und Ihren Körper mit Ölen einreiben, einmal ließen Sie mich an Ihren Zehen lecken, während Sie sich hin und her auf Ihrer Ottomane wälzten, die Hand fest zwischen die Schenkel gepresst, ein anderes Mal rieben Sie sich sogar an meinem Bein, bis Sie vor Lust aufschrien. Und einmal, Madame, erinnern Sie sich daran? Sie hatten wohl Ihre Abscheu vor Schleimhäuten vergessen, denn Sie steckten mir Ihren Zeigefinger in den Mund, während es uns beiden gleichzeitig kam.
Haben Sie sich gewundert, Madame, dass ich mich nie wehrte? Dass ich Sie mit mir alles machen ließ, was Sie wollten? Dass ich nie versuchte, Sie einfach zu nehmen, wie ich es wollte? Ich glaube nicht, dass Sie sich je Gedanken darüber gemacht haben. Das war ein Fehler. Sie hätten Angst vor mir haben sollen.
Ich lebte nur für Sie, Madame. Nicht für diese kargen Augenblicke, die Sie mir als Belohnung gönnten. Glücklich war ich nur, wenn ich in Ihrem Auftrag unterwegs war. Meine Briefe hatten Ihnen gefallen. Sie wollten durch die Wüsten laufen, in allen Ozeanen dieser Welt schwimmen, Partisanen kennenlernen, die Geschosse von Scharfschützen in Ihren Ohren pfeifen hören, im Schneesturm irren, Zen Buddhistin werden und die Erleuchtung erlangen, alles durch mich, denn Sie waren zu bequem. Sie sind faul und feige, Madame. Für Sie ließ ich mich von Moskitos beißen, für Sie bekam ich Malaria, für Sie stand ich mit einer Bettelschale an einer Straßenecke in Kalkutta, für Sie wurde ich in der New Yorker U-Bahn ausgeraubt und halb totgeschlagen. Sie genossen meine Berichte, Madame, aber Sie wussten es nicht, Nacht für Nacht träumte ich von Ihnen.
Sie waren mir eine willige Geliebte, die mich auf jede Reise begleitete. Nie hatte ich Angst um mein Leben, nie spürte ich Kälte, Hunger oder Schmerzen, denn Sie waren bei mir. Sie warteten auf mich in der Schiffskabine, schliefen mit mir, während draußen ein Orkan tobte. Sie leisteten mir Gesellschaft im nigerianischen Gefängnis, zerdrückten meine Flöhe mit Ihren Fingernägeln und legten sich unter mir auf den schmutzigen Boden. Sie leckten meinen Schweiß, als ich krank war. Sie ließen mich aus Ihrem Mund trinken, wenn ich durstig war, und immer wieder zogen Sie mich aus, öffneten Ihre Beine, forderten mich auf, in Sie einzudringen. Sie waren unersättlich, Madame, wie es Ihrer wahren Natur entspricht, aber ich behielt dieses Geheimnis für mich. Sie ahnten nicht, dass ich Sie genauso gebrauchte wie Sie mich.
In all den Jahren habe ich keine andere Frau gekannt als Sie, Madame. Sie hatten mir jeden Geschlechtsverkehr verboten, ich gehorchte Ihnen. Das fiel mir nicht schwer, Sie waren mir mehr als genug. Ich vermisste nichts. Doch als ich nach meiner letzten Reise Sie wie üblich besuchte, um meine Belohnung abzuholen, spürte ich, dass Sie verändert waren. Sie hatten Ringe unter den Augen, waren ungeschminkt, und Ihre Haare wirkten schmutzig. Sie trugen nicht wie sonst Reizwäsche oder dekolletierte Kleider, sondern eine Jeans und ein T-Shirt. Sie rauchten pausenlos, die Aschenbecher waren nicht geleert, Ihre Wohnung unordentlich. Ich fragte Sie, ob ich aufräumen sollte, denn manchmal gefiel es Ihnen, mir dabei zuzuschauen. Sie zuckten mit den Schultern, ließen mich eine Weile machen, gingen nervös hin und her. Als ich den Staubsauger holte, befahlen Sie mir aufzuhören und Ihnen von der Reise zu erzählen.
Diesmal hatten Sie mich in die Berge geschickt. Sie wollten unerreichte Höhen erklimmen, die kalte Luft der Gletscher einatmen. Ich hatte wenig zu berichten, keine erfrorene Zehe, nur ein paar harmlose Schürfwunden aufzuweisen, weil ich von einem Felsen abgerutscht war. Ich beschrieb die Sonnenuntergänge und den Sternenhimmel. Sie gähnten. Ich sprach von den Nächten in den Hütten, wenn es nach Bohnensuppe riecht, und vom Schnarchen der Bergsteiger. Sie rieben sich die Augen, wendeten sich ab. Ich schwieg und wartete. Dass Sie es dort mit mir stundenlang im Schnee getrieben hatten, erzählte ich nicht. Nach einer Weile legten Sie sich angezogen auf die Ottomane, streichelten sich ein wenig, sprangen plötzlich auf. „Gehen Sie, Sabattini“, sagten Sie. „Das macht mir keinen Spaß. Wenn ich Sie brauche, werde ich nach Ihnen rufen, wie immer.“
Doch Sie ließen nicht nach mir rufen. Wochen lang hörte ich nichts von Ihnen. Ich vermisste Sie, Madame. Ich suchte selbst nicht den Kontakt, schickte weder Blumen noch Geschenke, schrieb keine Briefe, das hatten Sie mir verboten. Ich arbeitete Tag und Nacht in meinem Restaurant, um mich abzulenken, wartete auf einen Anruf, der nicht kam, verzweifelte allmählich. Eines Abends kamen einige Ihrer Bekannten zum Essen, Madame, darunter war der kleine Mann mit der schrillen Stimme. Ich nickte ihnen aus der Ferne zu, ließ sie von einem meiner Kellner bedienen und vermied es, in ihre Nähe zu kommen. Sie waren nicht da, Madame, und doch drehte sich alles nur um Sie. Der kleine Mann versuchte, meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, er winkte mich sogar herbei, doch ich ignorierte ihn und verzog mich in die Küche. Ich wollte nicht Ihren Namen aus seinem Munde hören, ich wollte Sie, Madame, Sie hören, Sie sehen, Sie riechen und vielleicht gar die flüchtige Berührung Ihrer Hand auf meinem Arm spüren.
Als ich spät aus der Küche kam, waren Ihre Freunde gegangen. Das Restaurant war leer, nur Sie saßen da, allein an einem Tisch. Eine Flasche Wein stand vor Ihnen. Sie hatten sich ein zweites Glas bringen lassen, der Platz vor Ihnen war frei. Sie sahen mich an. Sie trugen das rote, tiefausgeschnittene Kleid, das ich zu gut kannte. Ich drehte mich um, räumte die Pfeffermühlen auf. Die Kellner stellten die Stühle auf die Tische, schlossen die Fensterläden. Sie blieben sitzen, leerten Ihr Glas, schenkten sich nach, füllten das zweite Glas. Ich rechnete ab, trank wie immer einen letzten Cognac mit meinen Leuten zusammen, und wir scherzten miteinander, als wären Sie nicht da. Die Kellner gingen, einer nach dem anderen, zuletzt verabschiedete sich der Koch. Er warf Ihnen einen Blick zu, klopfte mir auf die Schulter und seufzte. Ich sperrte hinter ihm zu. Schaltete die Saalbeleuchtung aus. Wir blieben allein im Dunkel, und ich wartete auf Ihren Befehl.
Nun, Madame, Sie taten, worauf ich so lange gewartet hatte. Sie zogen sich in meinem Restaurant aus, Sie tanzten für mich, Sie rekelten sich nackt auf der Theke, Sie flehten mich an, Sie hier und sofort zu nehmen, frei über Sie zu verfügen, und es tut mir leid, Madame, dass ich Sie diesmal nicht befriedigen konnte, aber ich hatte mit einem Schlag aufgehört, Sie zu begehren. Ich fand es traurig. Wir beide weinten, als ich Ihnen half, Ihre Kleider wieder anzuziehen. Ich rief Ihnen ein Taxi. Sie fuhren davon.
Doch, Madame, wenn es stimmt, was Sie behaupten, dass Sie zu allem bereit sind, dann sollten Sie mich am nächsten Dienstag gegen elf besuchen. Ich habe beschlossen, sesshaft zu werden, aber es gibt noch weite Flecken auf dieser Erde, die ich gern bereisen möchte. Wenn Sie, Madame, diese Aufgabe für mich übernehmen, werde ich schon einen Weg finden, mich für Ihre Mühe erkenntlich zu zeigen.
 

Rumpelsstilzchen

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Terminator, herzlich Willkommen in der Leselupe!

Schön, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

Um Dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir im 'Forum Lupanum' (unsere Plauderecke) einen Beitrag eingestellt, der sich in besonderem Maße an neue Mitglieder richtet. http://www.leselupe.de/lw/titel-Leitfaden-fuer-neue-Mitglieder-119339.htm

Ganz besonders wollen wir Dir auch die Seite mit den häufig gestellten Fragen ans Herz legen. http://www.leselupe.de/lw/service.php?action=faq


Viele Grüße von Rumpelsstilzchen

Redakteur in diesem Forum
 

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