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ENachtigall

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Forentext „Tagebuch“

Willkommen, liebe Freunde des literarischen Tagebuchs.

Interessenten finden hier Informationen zur Geschichte des Tagebuchs: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/mein_18_November/geschichte/

Der erste Impuls, diese zunächst geheim gehaltenen Aufzeichnungen zu beginnen, ist nicht selten gleichzeitig der erste zarte Schritt Richtung selbst motivierten Schreibens jenseits von Briefen und Schulaufsätzen. Oft handelt es sich thematisch um Begebenheiten, die uns neu sind, für die wir noch keinen Ansprechpartner haben. Das versieht sie mit einer gewissen Brisanz und verleiht ihnen Geständnischarakter – zumindest in der eigenen Wahrnehmung.

Prädestinierter Leser des Tagebuchs ist also zunächst die eigene Person. Diese zugrunde liegende Spaltung unserer selbst in Schreiber und Leser ist vielleicht das wichtigste Merkmal dieser Form der Aufzeichnung, die ich vorsichtig als eine gesunde Form von Egozentrik bezeichnen möchte. Darüber hinaus wage ich, zu behaupten, dass bereits in jedem ersten dieser vermeintlich zum Selbstzweck aufgezeichneten Worte der Wunsch steckt, das Licht der großen weiten Welt zu erblicken. Sonst könnte das Ganze auch als Selbstgespräch abgehandelt werden. Und genau hier sehe ich die „Literarische Schnittstelle“. Den Abzweig vom persönlichen Tagebuch zum literarischen markiert die Frage: „Wen, außer mich selbst (und eventuell im Text erwähnte Personen), könnte dieses Stille-Kämmerchen-Geschreibsel sonst noch interessieren?“ - und natürlich der Wunsch nach unbändig motivierenden Antwortrufen: „Mich!“ „Mich!“ „Mich auch!“


Legen wir uns also ausgezeichnet schreibend ins Zeug!

 Entwickeln wir einen unverwechselbar guten Stil.
 Verpacken wir ein Thema so geschickt, dass es den persönlichen Rahmen sprengt.
 Schreiben wir ein beliebiges fiktives Tagebuch derer, die wir schon immer mal sein wollten.
 Bringen wir eine Alltäglichkeit aus völlig ungewohntem Blickwinkel.
 Starten wir die Olympiade der skurrilsten gewagten Gedankensprünge.
 Machen wir unsere Schubladenhüter zu Lesefieber-Kurvenpushern!


Bei der Kritik und Beurteilung der in diesem Forum vorgestellten Beiträge wünsche ich mir das Feingefühl seitens der Leser, ausschließlich die literarischen Qualitäten und Schwächen eines Textes unter die Lupe zu nehmen. Naturgemäß stimmen im Tagebuch lyrisches Ich und Verfasser häufig überein (mit Ausnahme fiktiver Tagebuchtexte). Verhaltensweisen und Charaktermerkmale, geschweige denn die Gesamtheit der Persönlichkeit Einzelner, stehen daher (und nicht nur hier) nicht zur Debatte.

Es ist ein entscheidender erlaubter Unterschied, festzustellen, ein Text sei langweilig. Einen Tagebuchschreiber als langweilig zu titulieren, verstößt gegen die Netiquette.http://www.leselupe.de/lw/service.php?action=netiquette

Lyrische Tagebuchtexte sind genauso willkommen wie prosaische. Außerdem möchte ich noch folgende Vertreter der Gattung erwähnen:


 Traumtagebuch
 Krisentagebuch
 Reisetagebuch



Zum guten Schluss noch einige mehr oder weniger berühmte Vorbilder:

zeitgeschichtlich
Tagebuch der Anne Frank
http://de.wikipedia.org/wiki/Tagebuch_der_Anne_Frank

philosophisch
Paul Valéry, Cahiers
http://www.aphorismus.net/beitrag10.html#fn26u

trivial
Die Tagebücher der Anaïs Nin
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/anais-nin/

zeitgenössisch
Tagebuch eines Nichtrauchers
http://www.arte.tv/de/wissen-entdeckung/Ich_20rauche_20nicht_20mehr_21/1217208,CmC=1217238.html

lyrisch
Aus dem Tagebuch eines Bettlers, Joachim Ringelnatz
http://de.wikisource.org/wiki/Aus_dem_Tagebuch_eines_Bettlers


Allen Schreibenden und Lesenden viel Vergnügen im Forum „Literarisches Tagebuch“ und

liebe Grüße von

Elke (ENachtigall)
 

ENachtigall

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Prädestinierter Leser des Tagebuchs ist also zunächst die eigene Person. Diese zugrunde liegende Spaltung unserer selbst in Schreiber und Leser ist vielleicht das wichtigste Merkmal dieser Form der Aufzeichnung, die ich vorsichtig als eine gesunde Form von Egozentrik bezeichnen möchte. Darüber hinaus wage ich, zu behaupten, dass bereits in jedem ersten dieser vermeintlich zum Selbstzweck aufgezeichneten Worte der Wunsch steckt, das Licht der großen weiten Welt zu erblicken. Sonst könnte das Ganze auch als Selbstgespräch abgehandelt werden. Und genau hier sehe ich die „Literarische Schnittstelle“. Den Abzweig vom persönlichen Tagebuch zum literarischen markiert die Frage: „Wen, außer mich selbst (und eventuell im Text erwähnte Personen), könnte dieses Stille-Kämmerchen-Geschreibsel sonst noch interessieren?“ - und natürlich der Wunsch nach unbändig motivierenden Antwortrufen: „Mich!“ „Mich!“ „Mich auch!“


Legen wir uns also ausgezeichnet schreibend ins Zeug!

 Entwickeln wir einen unverwechselbar guten Stil.
 Verpacken wir ein Thema so geschickt, dass es den persönlichen Rahmen sprengt.
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Die Tagebücher der Anaïs Nin
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Tagebuch eines Nichtrauchers
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Die Tagebücher der Anaïs Nin
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brandaktuell
Guantanamo-Tagebuch: Die Aufzeichnungen des Gefangenen Slahi
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/guantanamo-tagebuch-die-aufzeichnungen-des-gefangenen-slahi-a-1014535.html

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Prädestinierter Leser des Tagebuchs ist also zunächst die eigene Person. Diese zugrunde liegende Spaltung unserer selbst in Schreiber und Leser ist vielleicht das wichtigste Merkmal dieser Form der Aufzeichnung, die ich vorsichtig als eine gesunde Form von Egozentrik bezeichnen möchte. Darüber hinaus wage ich, zu behaupten, dass bereits in jedem ersten dieser vermeintlich zum Selbstzweck aufgezeichneten Worte der Wunsch steckt, das Licht der großen weiten Welt zu erblicken. Sonst könnte das Ganze auch als Selbstgespräch abgehandelt werden. Und genau hier sehe ich die „Literarische Schnittstelle“. Den Abzweig vom persönlichen Tagebuch zum literarischen markiert die Frage: „Wen, außer mich selbst (und eventuell im Text erwähnte Personen), könnte dieses Stille-Kämmerchen-Geschreibsel sonst noch interessieren?“ - und natürlich der Wunsch nach unbändig motivierenden Antwortrufen: „Mich!“ „Mich!“ „Mich auch!“


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Guantanamo-Tagebuch: Die Aufzeichnungen des Gefangenen Slahi
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Allen Schreibenden und Lesenden wünsche ich eine intensive, erlebnis- und erkenntnisreiche, sowie leichtfüßige Lesereise durch das „Literarische Tagebuch“ und

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Prädestinierter Leser des Tagebuchs ist also zunächst die eigene Person. Diese zugrunde liegende Spaltung unserer selbst in Schreiber und Leser ist vielleicht das wichtigste Merkmal dieser Form der Aufzeichnung, die ich vorsichtig als eine gesunde Form von Egozentrik bezeichnen möchte. Darüber hinaus wage ich, zu behaupten, dass bereits in jedem ersten dieser vermeintlich zum Selbstzweck aufgezeichneten Worte der Wunsch steckt, das Licht der großen weiten Welt zu erblicken. Sonst könnte das Ganze auch als Selbstgespräch abgehandelt werden. Und genau hier sehe ich die „Literarische Schnittstelle“. Den Abzweig vom persönlichen Tagebuch zum literarischen markiert die Frage: „Wen, außer mich selbst (und eventuell im Text erwähnte Personen), könnte dieses Stille-Kämmerchen-Geschreibsel sonst noch interessieren?“ - und natürlich der Wunsch nach unbändig motivierenden Antwortrufen: „Mich!“ „Mich!“ „Mich auch!“


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philosophisch
Paul Valéry, Cahiers
http://www.aphorismus.net/beitrag10.html#fn26u

trivial
Die Tagebücher der Anaïs Nin
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/anais-nin/

zeitgenössisch
Tagebuch eines Nichtrauchers
http://www.arte.tv/de/wissen-entdeckung/Ich_20rauche_20nicht_20mehr_21/1217208,CmC=1217238.html

lyrisch
Aus dem Tagebuch eines Bettlers, Joachim Ringelnatz
http://de.wikisource.org/wiki/Aus_dem_Tagebuch_eines_Bettlers

kurios
Schotts Sammelsurium
http://www.amazon.de/Schotts-neues-Sammelsurium-alle-Lebenslagen/dp/3827011132/ref=pd_sim_b_1

brandaktuell
Guantanamo-Tagebuch: Die Aufzeichnungen des Gefangenen Slahi
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/guantanamo-tagebuch-die-aufzeichnungen-des-gefangenen-slahi-a-1014535.html

Das Hohe Haus, tagbuchartige Parlamentsreportage von Roger Willemsen https://www.youtube.com/watch?v=bW8rbQRYjXY


Allen Schreibenden und Lesenden wünsche ich eine intensive, erlebnis- und erkenntnisreiche, sowie leichtfüßige Lesereise durch das „Literarische Tagebuch“.

Liebe Grüße von

Elke (ENachtigall)
 

ENachtigall

Mitglied
Forentext „Tagebuch“

Willkommen, liebe Freunde des literarischen Tagebuchs.

Interessenten finden hier Informationen zur Geschichte des Tagebuchs: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/mein_18_November/geschichte/

Der erste Impuls, diese zunächst geheim gehaltenen Aufzeichnungen zu beginnen, ist nicht selten gleichzeitig der erste zarte Schritt Richtung selbst motivierten Schreibens jenseits von Briefen und Schulaufsätzen. Oft handelt es sich thematisch um Begebenheiten, die uns neu sind, für die wir noch keinen Ansprechpartner haben. Das versieht sie mit einer gewissen Brisanz und verleiht ihnen Geständnischarakter – zumindest in der eigenen Wahrnehmung.

Prädestinierter Leser des Tagebuchs ist also zunächst die eigene Person. Diese zugrunde liegende Spaltung unserer selbst in Schreiber und Leser ist vielleicht das wichtigste Merkmal dieser Form der Aufzeichnung, die ich vorsichtig als eine gesunde Form von Egozentrik bezeichnen möchte. Darüber hinaus wage ich, zu behaupten, dass bereits in jedem ersten dieser vermeintlich zum Selbstzweck aufgezeichneten Worte der Wunsch steckt, das Licht der großen weiten Welt zu erblicken. Sonst könnte das Ganze auch als Selbstgespräch abgehandelt werden. Und genau hier sehe ich die „Literarische Schnittstelle“. Den Abzweig vom persönlichen Tagebuch zum literarischen markiert die Frage: „Wen, außer mich selbst (und eventuell im Text erwähnte Personen), könnte dieses Stille-Kämmerchen-Geschreibsel sonst noch interessieren?“ - und natürlich der Wunsch nach unbändig motivierenden Antwortrufen: „Mich!“ „Mich!“ „Mich auch!“


Legen wir uns also ausgezeichnet schreibend ins Zeug!

 Entwickeln wir einen unverwechselbar guten Stil.
 Verpacken wir ein Thema so geschickt, dass es den persönlichen Rahmen sprengt.
 Schreiben wir ein beliebiges fiktives Tagebuch derer, die wir schon immer mal sein wollten.
 Bringen wir eine Alltäglichkeit aus völlig ungewohntem Blickwinkel.
 Starten wir die Olympiade der skurrilsten gewagten Gedankensprünge.
 Machen wir unsere Schubladenhüter zu Lesefieber-Kurvenpushern!


Bei der Kritik und Beurteilung der in diesem Forum vorgestellten Beiträge wünsche ich mir das Feingefühl seitens der Leser, ausschließlich die literarischen Qualitäten und Schwächen eines Textes unter die Lupe zu nehmen. Naturgemäß stimmen im Tagebuch lyrisches Ich und Verfasser häufig überein (mit Ausnahme fiktiver Tagebuchtexte). Verhaltensweisen und Charaktermerkmale, geschweige denn die Gesamtheit der Persönlichkeit Einzelner, stehen daher (und nicht nur hier) nicht zur Debatte.

Es ist ein entscheidender erlaubter Unterschied, festzustellen, ein Text sei langweilig. Einen Tagebuchschreiber als langweilig zu titulieren, verstößt gegen die Netiquette.http://www.leselupe.de/lw/service.php?action=netiquette

Lyrische Tagebuchtexte sind genauso willkommen wie prosaische. Außerdem möchte ich noch folgende Vertreter der Gattung erwähnen:


 Traumtagebuch
 Krisentagebuch
 Reisetagebuch
 Sammelsurium

Zum guten Schluss noch einige mehr oder weniger berühmte Vorbilder:

zeitgeschichtlich
Tagebuch der Anne Frank
http://de.wikipedia.org/wiki/Tagebuch_der_Anne_Frank

philosophisch
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http://www.aphorismus.net/beitrag10.html#fn26u

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Die Tagebücher der Anaïs Nin
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/anais-nin/

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Tagebuch eines Nichtrauchers
http://www.arte.tv/de/wissen-entdeckung/Ich_20rauche_20nicht_20mehr_21/1217208,CmC=1217238.html

lyrisch
Aus dem Tagebuch eines Bettlers, Joachim Ringelnatz
http://de.wikisource.org/wiki/Aus_dem_Tagebuch_eines_Bettlers

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Schotts Sammelsurium
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Guantanamo-Tagebuch: Die Aufzeichnungen des Gefangenen Slahi
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Das Hohe Haus, tagebuchartige Parlamentsreportage von Roger Willemsen https://www.youtube.com/watch?v=bW8rbQRYjXY


Allen Schreibenden und Lesenden wünsche ich eine intensive, erlebnis- und erkenntnisreiche, sowie leichtfüßige Lesereise durch das „Literarische Tagebuch“.

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Elke (ENachtigall)
 

ENachtigall

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Willkommen, liebe Freunde des literarischen Tagebuchs.

Interessenten finden hier Informationen zur Geschichte des Tagebuchs: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/mein_18_November/geschichte/

Der erste Impuls, diese zunächst geheim gehaltenen Aufzeichnungen zu beginnen, ist nicht selten gleichzeitig der erste zarte Schritt Richtung selbst motivierten Schreibens jenseits von Briefen und Schulaufsätzen. Oft handelt es sich thematisch um Begebenheiten, die uns neu sind, für die wir noch keinen Ansprechpartner haben. Das versieht sie mit einer gewissen Brisanz und verleiht ihnen Geständnischarakter – zumindest in der eigenen Wahrnehmung.

Prädestinierter Leser des Tagebuchs ist also zunächst die eigene Person. Diese zugrunde liegende Spaltung unserer selbst in Schreiber und Leser ist vielleicht das wichtigste Merkmal dieser Form der Aufzeichnung, die ich vorsichtig als eine gesunde Form von Egozentrik bezeichnen möchte. Darüber hinaus wage ich, zu behaupten, dass bereits in jedem ersten dieser vermeintlich zum Selbstzweck aufgezeichneten Worte der Wunsch steckt, das Licht der großen weiten Welt zu erblicken. Sonst könnte das Ganze auch als Selbstgespräch abgehandelt werden. Und genau hier sehe ich die „Literarische Schnittstelle“. Den Abzweig vom persönlichen Tagebuch zum literarischen markiert die Frage: „Wen, außer mich selbst (und eventuell im Text erwähnte Personen), könnte dieses Stille-Kämmerchen-Geschreibsel sonst noch interessieren?“ - und natürlich der Wunsch nach unbändig motivierenden Antwortrufen: „Mich!“ „Mich!“ „Mich auch!“


Legen wir uns also ausgezeichnet schreibend ins Zeug!

 Entwickeln wir einen unverwechselbar guten Stil.
 Verpacken wir ein Thema so geschickt, dass es den persönlichen Rahmen sprengt.
 Schreiben wir ein beliebiges fiktives Tagebuch derer, die wir schon immer mal sein wollten.
 Bringen wir eine Alltäglichkeit aus völlig ungewohntem Blickwinkel.
 Starten wir die Olympiade der skurrilsten gewagten Gedankensprünge.
 Machen wir unsere Schubladenhüter zu Lesefieber-Kurvenpushern!


Bei der Kritik und Beurteilung der in diesem Forum vorgestellten Beiträge wünsche ich mir das Feingefühl seitens der Leser, ausschließlich die literarischen Qualitäten und Schwächen eines Textes unter die Lupe zu nehmen. Naturgemäß stimmen im Tagebuch lyrisches Ich und Verfasser häufig überein (mit Ausnahme fiktiver Tagebuchtexte). Verhaltensweisen und Charaktermerkmale, geschweige denn die Gesamtheit der Persönlichkeit Einzelner, stehen daher (und nicht nur hier) nicht zur Debatte.

Es ist ein entscheidender erlaubter Unterschied, festzustellen, ein Text sei langweilig. Einen Tagebuchschreiber als langweilig zu titulieren, verstößt gegen die Netiquette.http://www.leselupe.de/lw/service.php?action=netiquette

Lyrische Tagebuchtexte sind genauso willkommen wie prosaische. Außerdem möchte ich noch folgende Vertreter der Gattung erwähnen:


 Traumtagebuch
 Krisentagebuch
 Reisetagebuch
 Sammelsurium

Zum guten Schluss noch einige mehr oder weniger berühmte Vorbilder:

zeitgeschichtlich
Tagebuch der Anne Frank
http://de.wikipedia.org/wiki/Tagebuch_der_Anne_Frank

philosophisch
Paul Valéry, Cahiers
http://www.aphorismus.net/beitrag10.html#fn26u

trivial
Die Tagebücher der Anaïs Nin
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/anais-nin/

zeitgenössisch
Tagebuch eines Nichtrauchers
http://www.arte.tv/de/wissen-entdeckung/Ich_20rauche_20nicht_20mehr_21/1217208,CmC=1217238.html

lyrisch
Aus dem Tagebuch eines Bettlers, Joachim Ringelnatz
http://de.wikisource.org/wiki/Aus_dem_Tagebuch_eines_Bettlers

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Schotts Sammelsurium
http://www.amazon.de/Schotts-neues-Sammelsurium-alle-Lebenslagen/dp/3827011132/ref=pd_sim_b_1

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Guantanamo-Tagebuch: Die Aufzeichnungen des Gefangenen Slahi
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/guantanamo-tagebuch-die-aufzeichnungen-des-gefangenen-slahi-a-1014535.html

Das Hohe Haus, tagebuchartige Parlamentsreportage von Roger Willemsen https://www.youtube.com/watch?v=bW8rbQRYjXY


Allen Schreibenden und Lesenden wünsche ich eine intensive, erlebnis- und erkenntnisreiche, sowie leichtfüßige Lesereise durch das „Literarische Tagebuch“.

Liebe Grüße von

Elke (ENachtigall)
 

ENachtigall

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Willkommen, liebe Freunde des literarischen Tagebuchs.

Interessenten finden hier Informationen zur Geschichte des Tagebuchs: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/mein_18_November/geschichte/

Der erste Impuls, diese zunächst geheim gehaltenen Aufzeichnungen zu beginnen, ist nicht selten gleichzeitig der erste zarte Schritt Richtung selbst motivierten Schreibens jenseits von Briefen und Schulaufsätzen. Oft handelt es sich thematisch um Begebenheiten, die uns neu sind, für die wir noch keinen Ansprechpartner haben. Das versieht sie mit einer gewissen Brisanz und verleiht ihnen Geständnischarakter – zumindest in der eigenen Wahrnehmung.

Prädestinierter Leser des Tagebuchs ist also zunächst die eigene Person. Diese zugrunde liegende Spaltung unserer selbst in Schreiber und Leser ist vielleicht das wichtigste Merkmal dieser Form der Aufzeichnung, die ich vorsichtig als eine gesunde Form von Egozentrik bezeichnen möchte. Darüber hinaus wage ich, zu behaupten, dass bereits in jedem ersten dieser vermeintlich zum Selbstzweck aufgezeichneten Worte der Wunsch steckt, das Licht der großen weiten Welt zu erblicken. Sonst könnte das Ganze auch als Selbstgespräch abgehandelt werden. Und genau hier sehe ich die „Literarische Schnittstelle“. Den Abzweig vom persönlichen Tagebuch zum literarischen markiert die Frage: „Wen, außer mich selbst (und eventuell im Text erwähnte Personen), könnte dieses Stille-Kämmerchen-Geschreibsel sonst noch interessieren?“ - und natürlich der Wunsch nach unbändig motivierenden Antwortrufen: „Mich!“ „Mich!“ „Mich auch!“


Legen wir uns also ausgezeichnet schreibend ins Zeug!

 Entwickeln wir einen unverwechselbar guten Stil.
 Verpacken wir ein Thema so geschickt, dass es den persönlichen Rahmen sprengt.
 Schreiben wir ein beliebiges fiktives Tagebuch derer, die wir schon immer mal sein wollten.
 Bringen wir eine Alltäglichkeit aus völlig ungewohntem Blickwinkel.
 Starten wir die Olympiade der skurrilsten gewagten Gedankensprünge.
 Machen wir unsere Schubladenhüter zu Lesefieber-Kurvenpushern!


Bei der Kritik und Beurteilung der in diesem Forum vorgestellten Beiträge wünsche ich mir das Feingefühl seitens der Leser, ausschließlich die literarischen Qualitäten und Schwächen eines Textes unter die Lupe zu nehmen. Naturgemäß stimmen im Tagebuch lyrisches Ich und Verfasser häufig überein (mit Ausnahme fiktiver Tagebuchtexte). Verhaltensweisen und Charaktermerkmale, geschweige denn die Gesamtheit der Persönlichkeit Einzelner, stehen daher (und nicht nur hier) nicht zur Debatte.

Es ist ein entscheidender erlaubter Unterschied, festzustellen, ein Text sei langweilig. Einen Tagebuchschreiber als langweilig zu titulieren, verstößt gegen die Netiquette.http://www.leselupe.de/lw/service.php?action=netiquette

Lyrische Tagebuchtexte sind genauso willkommen wie prosaische. Außerdem möchte ich noch folgende Vertreter der Gattung erwähnen:


 Traumtagebuch
 Krisentagebuch
 Reisetagebuch
 Sammelsurium

Zum guten Schluss noch einige mehr oder weniger berühmte Vorbilder:

zeitgeschichtlich
Tagebuch der Anne Frank
http://de.wikipedia.org/wiki/Tagebuch_der_Anne_Frank

philosophisch
Paul Valéry, Cahiers
http://www.aphorismus.net/beitrag10.html#fn26u

trivial
Die Tagebücher der Anaïs Nin
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/anais-nin/

zeitgenössisch
Tagebuch eines Nichtrauchers
http://www.arte.tv/de/wissen-entdeckung/Ich_20rauche_20nicht_20mehr_21/1217208,CmC=1217238.html

lyrisch
Aus dem Tagebuch eines Bettlers, Joachim Ringelnatz
http://de.wikisource.org/wiki/Aus_dem_Tagebuch_eines_Bettlers

kurios
Schotts Sammelsurium
http://www.amazon.de/Schotts-neues-Sammelsurium-alle-Lebenslagen/dp/3827011132/ref=pd_sim_b_1

brandaktuell
Guantanamo-Tagebuch: Die Aufzeichnungen des Gefangenen Slahi
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/guantanamo-tagebuch-die-aufzeichnungen-des-gefangenen-slahi-a-1014535.html

Das Hohe Haus, tagebuchartige Parlamentsreportage von Roger Willemsen https://www.youtube.com/watch?v=bW8rbQRYjXY

zivilcouragiert
Friedrich Kellner (Tagebücher von 1939-1945) / Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne
http://www.holocaustliteratur.de/deutsch/Kellner_Tagebuecher/


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Liebe Grüße von

Elke (ENachtigall)
 

ENachtigall

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Willkommen, liebe Freunde des literarischen Tagebuchs.

Interessenten finden hier Informationen zur Geschichte des Tagebuchs: http://tagebucharchiv.de/

Der erste Impuls, diese zunächst geheim gehaltenen Aufzeichnungen zu beginnen, ist nicht selten gleichzeitig der erste zarte Schritt Richtung selbst motivierten Schreibens jenseits von Briefen und Schulaufsätzen. Oft handelt es sich thematisch um Begebenheiten, die uns neu sind, für die wir noch keinen Ansprechpartner haben. Das versieht sie mit einer gewissen Brisanz und verleiht ihnen Geständnischarakter – zumindest in der eigenen Wahrnehmung.

Prädestinierter Leser des Tagebuchs ist also zunächst die eigene Person. Diese zugrunde liegende Spaltung unserer selbst in Schreiber und Leser ist vielleicht das wichtigste Merkmal dieser Form der Aufzeichnung, die ich vorsichtig als eine gesunde Form von Egozentrik bezeichnen möchte. Darüber hinaus wage ich, zu behaupten, dass bereits in jedem ersten dieser vermeintlich zum Selbstzweck aufgezeichneten Worte der Wunsch steckt, das Licht der großen weiten Welt zu erblicken. Sonst könnte das Ganze auch als Selbstgespräch abgehandelt werden. Und genau hier sehe ich die „Literarische Schnittstelle“. Den Abzweig vom persönlichen Tagebuch zum literarischen markiert die Frage: „Wen, außer mich selbst (und eventuell im Text erwähnte Personen), könnte dieses Stille-Kämmerchen-Geschreibsel sonst noch interessieren?“ - und natürlich der Wunsch nach unbändig motivierenden Antwortrufen: „Mich!“ „Mich!“ „Mich auch!“


Legen wir uns also ausgezeichnet schreibend ins Zeug!

 Entwickeln wir einen unverwechselbar guten Stil.
 Verpacken wir ein Thema so geschickt, dass es den persönlichen Rahmen sprengt.
 Schreiben wir ein beliebiges fiktives Tagebuch derer, die wir schon immer mal sein wollten.
 Bringen wir eine Alltäglichkeit aus völlig ungewohntem Blickwinkel.
 Starten wir die Olympiade der skurrilsten gewagten Gedankensprünge.
 Machen wir unsere Schubladenhüter zu Lesefieber-Kurvenpushern!


Bei der Kritik und Beurteilung der in diesem Forum vorgestellten Beiträge wünsche ich mir das Feingefühl seitens der Leser, ausschließlich die literarischen Qualitäten und Schwächen eines Textes unter die Lupe zu nehmen. Naturgemäß stimmen im Tagebuch lyrisches Ich und Verfasser häufig überein (mit Ausnahme fiktiver Tagebuchtexte). Verhaltensweisen und Charaktermerkmale, geschweige denn die Gesamtheit der Persönlichkeit Einzelner, stehen daher (und nicht nur hier) nicht zur Debatte.

Es ist ein entscheidender erlaubter Unterschied, festzustellen, ein Text sei langweilig. Einen Tagebuchschreiber als langweilig zu titulieren, verstößt gegen die Netiquette.http://www.leselupe.de/lw/service.php?action=netiquette

Lyrische Tagebuchtexte sind genauso willkommen wie prosaische. Außerdem möchte ich noch folgende Vertreter der Gattung erwähnen:


 Traumtagebuch
 Krisentagebuch
 Reisetagebuch
 Sammelsurium

Zum guten Schluss noch einige mehr oder weniger berühmte Vorbilder:

zeitgeschichtlich
Tagebuch der Anne Frank
http://de.wikipedia.org/wiki/Tagebuch_der_Anne_Frank

philosophisch
Paul Valéry, Cahiers
http://www.aphorismus.net/beitrag10.html#fn26u

trivial
Die Tagebücher der Anaïs Nin
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/anais-nin/

zeitgenössisch
Tagebuch eines Nichtrauchers
http://www.arte.tv/de/wissen-entdeckung/Ich_20rauche_20nicht_20mehr_21/1217208,CmC=1217238.html

lyrisch
Aus dem Tagebuch eines Bettlers, Joachim Ringelnatz
http://de.wikisource.org/wiki/Aus_dem_Tagebuch_eines_Bettlers

kurios
Schotts Sammelsurium
http://www.amazon.de/Schotts-neues-Sammelsurium-alle-Lebenslagen/dp/3827011132/ref=pd_sim_b_1

brandaktuell
Guantanamo-Tagebuch: Die Aufzeichnungen des Gefangenen Slahi
http://www.spiegel.de/kultur/literatur/guantanamo-tagebuch-die-aufzeichnungen-des-gefangenen-slahi-a-1014535.html

Das Hohe Haus, tagebuchartige Parlamentsreportage von Roger Willemsen https://www.youtube.com/watch?v=bW8rbQRYjXY

zivilcouragiert
Friedrich Kellner (Tagebücher von 1939-1945) / Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne
http://www.holocaustliteratur.de/deutsch/Kellner_Tagebuecher/


Allen Schreibenden und Lesenden wünsche ich eine intensive, erlebnis- und erkenntnisreiche, sowie leichtfüßige Lesereise durch das „Literarische Tagebuch“.

Liebe Grüße von

Elke (ENachtigall)
 

AliasI

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Ja gut, habe verstanden. Nur fehlt mir jetzt ein Administrator, der meinen Account löschen kann. Würdest Du, liebe Elke, dazu in der Lage sein. Ich würde mich sehr darüber freuen.
 

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