Frau C. und ihr Triumph über die Hypotenuse (gelöscht)

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I

Inky

Gast
Hallo Ciconia, manchmal muß frau der Gerechtigkeit ein wenig Vorschub leisten:
Es gibt kein schöneres Geräusch als das Zähneknirschen Deines Feindes.
 

Ciconia

Mitglied
Schade, dass die Gruppe der Niedrigbewerter/Innen nicht den Mut gefunden hat, die Gründe für das erneute Abwatschen zu nennen. Ihr seid doch sonst nicht so wortkarg!
 

knychen

Mitglied
es ist schwer zu sagen, warum die ansonsten recht nette geschichte nicht so richtig funktioniert.
vielleicht, weil sie nicht authentisch wirkt?
diese so korrekt fahrende frau c. sieht ne ganze menge in dem gewiss kleinen rückspiegel ihres kleinen roten autos. erstaunlich, dass sie nicht noch die dünne stelle am kleinen zeh der socke des wahrscheinlich leberwurschtstulle essenden beifahrers erkannt hat. dicht dran, viele details, soll das so funktionieren?
frau c. hätte eigentlich verkrampfen müssen in dieser situation - mit gehetztem blick zwischen tacho (bloß nicht zu schnell!!) der strasse vor sich (gegenverkehr, ooohoohooschoon wieder ne kurve) und rückspiegel, bei dem sie nichts weiter registrieren würde wie "immernoch so dicht drauf, die deppen!"
aber die dame macht stattdessen die abgeklärte mit slide wie im fernsehen und einschätzung der verkehrssituation aus dem (kurzer kontrollblick in den spiegel) dezent geschminkten augenwinkel.
bei einem dicht draufhängenden pick-up erkennt man auch definitiv kein loses handwerkszeug auf der ladefläche, jedenfalls nicht aus 'nem kleinen roten auto.
die kurze rekapitulation des pythagoras wäre der punkt gewesen, wo die geschichte für mich hätte funktionieren können.
nämlich indem man schreibt, wie man denkt.
ohne mathematische zeichen zum beispiel.
also ich sehe kein = vor dem ceequadrat. und wenn ich mir aquadrat plus beequadrat durch den schädel gehen lasse, seh ich auch kein a²+b².
da hätte man ne herrliche verbale slapsticknummer draus machen können.
so, wie das jetzt da steht, ist es irgendwie nur protokollarisch.
vielleicht hilft dir das bei einem kurzen perspektivwechsel.
ich hab ja schließlich nicht die bilder im kopf, die du beim ersinnen und schreiben der geschichte hattest.
die musst du bei mir wecken oder eben beschreiben.
musst du natürlich nicht, aber so hätt ich es gern als leser.
gruss aus berlin.
knychen
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Knychen,

danke, dass Du Dir die Zeit für einen Kommentar genommen hast!

Zunächst einmal zur Logik dieser Geschichte: Sie ist mir haargenau so vor einiger Zeit passiert, deshalb weiß ich sehr gut, was ich sehen konnte und was nicht.

Wenn ein Fahrzeug eine Viertelstunde hinter mir fährt, habe ich trotz anstrengender Verkehrssituation immer mal wieder Gelegenheit (und die Pflicht sowieso!), in den Rückspiegel zu schauen. Da kann man schon eine ganze Menge beobachten. Ich schrieb ja, dass ich außerdem die Strecke sehr gut kenne. Deshalb musste ich nicht vor jeder Kurve „verkrampfen“, was ich übrigens grundsätzlich beim Autofahren nicht tue. Die „dezent geschminkten Augenwinkel“ in Deinem Kommentar übersehe ich mal, sie tun wohl nichts zur Sache.

Warum soll man die Ladung eines Kleintransporters nicht im Rückspiegel erkennen können? Das Auto war doch nicht immer direkt in gerader Linie hinter mir, sondern bot vielleicht in einer Kurve auch eine andere Perspektive. Das lose Handwerkszeug konnte ich endgültig sehr gut erkennen in dem Moment, als das Fahrzeug abbremsen musste und im spitzen Winkel zu mir stand – und damit sind wir bei Pythagoras. Dass man in einem Text „aquadrat“ und „ceequadrat“ schreiben sollte, fände ich zu anstrengend für den Leser. Man kann nicht alles so schreiben "wie man denkt". Das würde in letzter Konsequenz bedeuten, dass man sich auch über Gross- und Kleinschreibung hinwegsetzt.

Eine „verbale Slapsticknummer“ war in dieser Geschichte auch nicht mein Anliegen. Dann lieber „protokollarisch“ ein Erlebnis erzählen, über das ich lange lachen konnte und mir ein wenig Schadenfreude bereitet hat.

Soweit zur Logik. Wenn Dir ansonsten der Stil nicht gefallen hat, ist das schade. Aber ich freue mich trotzdem, dass Dir die Geschichte einen Kommentar wert war.

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Danke, dunkelkristall! Das war meine Absicht: Eine Geschichte voller Selbstironie zu schreiben. Ich freue mich, dass sie Dir gefällt.

Gruß Ciconia
 

Grauschimmel

Mitglied
Echte Verkehrserziehung

Liebe Dame C., das mit dem autogenen Verschweißen von subjektiver Wahrheit und lesbarer Nachvollziehbarkeit ist ja nun geklärt, wir haben es hier mit einem „Selbsterlebnis- Protokoll“ zu tun. Deshalb kann ich an Dich direkt, ohne Umweg über die Prota, die Frage richten: „Bist Du auch so eine kurzsichtige Vollbremse, die trotz arschfidichtem Nachfolger, hinter jedem Schatten einen artengeschützten Hirschkäfer vermutet, der mit seinem Geweih den Unterboden des Wagens aufschlitzen könnte?“ Wenn ja, dann hast Du die 4.2. verdient! Deine Geschichte hat mir aber gefallen und ist absolut unterbelichtet oder sagt man beleuchtet? Ich will mal meinen Scheffel offen vor den Schatten stellen, mache ich immer, auch wenn ich manchmal im Dunklen liege!
Lieben Gruß vom Grauschimmel! Und überlege Dir das mit dem Bremsen nochmal!
 

Ciconia

Mitglied
Er nu wieder ...

Hallo Grauschimmel,

da hast Du wohl nicht aufmerksam gelesen! ;) Hab ich irgendwas von Bremsen gesagt? Ich habe nur betont, dass ich mich von halbstarken Angebern nicht jagen lasse - warum auch! Ansonsten bin ich mit meinem kleinen roten Auto immer ganz flott unterwegs! :p

Gruß Ciconia
 
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