Frau Krause muss sparen

Ciconia

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Frau Krause muss sparen, die Rente ist klein,
sie lebt schon seit Jahren als Witwe allein.
Heut konnte sie lesen: Die Tafel gibt gern!
Noch sträubt sich ihr Wesen, ihr liegt Nehmen fern.

Frau Krause sieht bange: Die Kasse ist leer.
Sie zögert recht lange, der Weg fällt ihr schwer.
Fast dreihundert Leute, gleich welcher Couleur,
erleben dort heute ein neues Malheur.

Die Tafel muss schließen, denn Ware war knapp,
wenn Tränen auch fließen, Frau Krause zieht ab.
Ihr Plan ist misslungen, das Geld schmilzt dahin,
sie sieht notgedrungen bald nirgends mehr Sinn.

Frau Krause wird kränklich, sie braucht Medizin.
Ihr Zustand: Bedenklich. Doch hält man sie hin.
Termin in zehn Tagen, die Praxen sind voll.
Sie wagt nichts zu sagen, in ihr steigt der Groll.

Frau Krauses Herz rast nun des Öfteren sehr.
Im Krankenhaus spaßt sie: Warum komm ich her?
Die Ärzte und Schwestern versteht sie oft schlecht,
und Pflege gab‘s gestern, man kommt nicht zurecht.

Frau Krause: Am Ende verliert sie die Kraft.
Es gibt eine Wende, an der’s niemand schafft.
Sie konnt‘ sich nicht wehren, selbst wenn sie‘s gewollt,
Frau Krause – in Ehren – wurd‘ still überrollt.
 

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