Frauenperspektive

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blackout

Mitglied
Ja, ich bin Frau, ich weiß es zu genau.
Aus mir ist leider Gotts kein Mann geworden,
man sieht’s an meinem ganzen Körperbau.
Ich will bestimmt dafür auch keinen Orden.

Ganz fein und still, das soll ich ständig sein,
und manch Verehrer hat mich schon bedichtet.
Wofür, das weiß der liebe Gott allein,
der diese Männerwelt gewiss mal richtet.

Von mir kommt nie ein böses Widerwort,
ich schweige still, steh täglich bloß im Schatten.
Versteh ich ja, es wäre doch ein Tort,
hielt ich mich klug nicht raus aus den Debatten.

Ich weiß, was für die Dame sich gehört.
Doch wünsch ich mir den Mann als Kameraden,
den es auf keinen Fall zutiefst verstört,
dass ich nicht leben will von seinen Gnaden.

Ach ja. Viel wurde schon für mich getan.
Doch ist das alles? Darf man doch mal fragen.
Ich zieh den Männern ihren Weisheitszahn
mit Freuden, Weibsgeschick und mit Behagen.

Auf dass der Männerwelt ein Licht aufgeht,
dass ohne Frau sie niemals existierte
(schon möglich, dass es eines Tags zu spät):
Die Eva war’s, die Adam einst verführte.
 

blackout

Mitglied
Danke fürs Reinsehen, Ciconia. Gott sei Dank wird so geschrieben, trotz neuer Rechtschreibung. Sozusagen Gottes Wink mit dem Zaunpfahl. Nicht zu verwechseln mit Gottseibeiuns. Die Strophe mit den Schwanzträgern habe ich unter großem Bedauern gelöscht. Aber dir nur ins Ohr.

blackout
 

Zirkon

Mitglied
Dieses Frau gegen Männer-Szenario finde ich für ein Gedicht reichlich banal. Sorry.
Wir alle existieren nur in gemeinsamem Respekt und nur so werden wir als Menschheit auch weiter existieren.
Liebe Grüße von Zirkon
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Zirkon,

könntest Du diese wahre Aussage vielleicht auch an einige andere Forumskollegen weitergeben? Gedichte mit Frauen-Bashing erreichen hier doch manchmal Bestnoten, wenn ich mich nicht täusche.

Gruß Ciconia
 

blackout

Mitglied
Hallo Zirkon, das Gedicht wäre tatsächlich banal, wenn es das Problem nicht mehr gäbe. Dann hätte es aber auch keine Notwendigkeit gegeben, es zu schreiben. Wie du sicher weißt, bin ich eine aus dem Osten, und dort waren wir Frauen zwar noch nicht hundertprozentig, aber sagen wir mal, zu 98,6 Prozent gleichberechtigt. Der alte Adam hatte eben auch in der DDR zugeschlagen, und das mit den besten Vorsätzen der Männer. Aber leider orientiert sich in der BRD das Problem heftig wie Ende des 19. Jahrhunderts an der Wirklichkeit, und solange es existiert, so lange wirst du mit Gedichten über Frauenpower leben müssen, du Ärmster. Demnächst ganz bestimmt wieder eins in diesem Zirkus.

blackout
 

Zirkon

Mitglied
ist es denn klug, auf Frauenbashing mit Männerbashing zu antworten?
Das sind doch Ausnahmen. Trolls vielleicht.
Ich habe weder im Job noch privat jemals Benachteiligung erfahren, weil ich eine Frau war. Vielleicht ist es auch eine Frage, wie man auftritt? Und ob man dem Gegenüber signalisiert, wieviel man sich bieten lassen würde?
Ich denke, in der DDR war niemand gleichberechtigt. Es gab die Machtzentrale, die alle gleich schlecht behandelteund alle anderen belog und ausnutzte.
LG von Zirkon
 

Ciconia

Mitglied
Das sind doch Ausnahmen. Trolls vielleicht.
Ausnahmen vielleicht, Zirkon, aber als Trolle würde ich diese honorigen Herren sicher nicht bezeichnen.
Ich habe weder im Job noch privat jemals Benachteiligung erfahren, weil ich eine Frau war.
Dann würde ich mal behaupten, dass Du der Troll bist, oder Du hast nie in Berufen mit Männerüberschuss gearbeitet.

Gruß Ciconia
 

Zirkon

Mitglied
ich denke, dass eine Frau, die so dermaßen persönlich attackiert, im Berufsleben nicht nur Problem hat, weil sie eine Frau ist.
 

blackout

Mitglied
Zirkon, wenn wir Frauen auf gleichen Rechten mit den Männern bestehen, dann ist das kein Bashing, sondern unser Recht als benachteiligte Frauen, sowohl in der Berufswahl als auch in der Entlohnung. Sprich mal mit Frauen, die zum Beispiel Architektinnen werden wollen oder es sind, wie sie in dieser Männerdomäne behandelt werden.

Und dann möchte ich dir noch etwas sagen. Du kanntest die DDR offensichtlich nur vom Grenzschlagbaum her, nicht aber aus ihrem inneren Leben. Und wenn du dich noch nicht informiert haben solltest: Wir Frauen sind durch den Anschluss der DDR an die BRD um 100 Jahre, was Gleichberechtigung angeht, zurückgeworfen worden. Klüger wäre es auch von dir, das, was du dir ansonsten zusammenfantasierst über das Leben in der DDR, einfach nicht auszusprechen, du disqualifizierst dich selbst.

blackout
 

Zirkon

Mitglied
ups, da habe ich wohl ins Schwarze getroffen. GGG
Wer so viele böse Sätze braucht um sein Männerbashinggedicht zu verteidigen...Naja. Gruß Zirkon
 

Tula

Mitglied
Moin

Ich fliege gerade mal vorüber und weil es ein sensibles Thema ist, war ich neugierig. Als Ossi und Mann dachte ich sofort an die vergreisten Männer-Klubs der Politik und nicht nur jene. Habe gerade mal nachgegoogelt, dieser Artikel ist etwas älter und vielleicht gerade deshalb nicht weniger authentisch:

https://www.zeit.de/1986/32/frauen-von-drueben

Ich denke, die staatlich abgesicherte Gleichberechtichtigung ging in der Substanz nicht weiter als heute, eher das Gegenteil. Jeder durfte=musste arbeiten, wer es nicht tat, war asozial.

Was einige Gesetze anbelangt, z.B. in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt, war die DDR gewiss frauen-freundlicher. Doch von Chancen-Gleichheit im Beruf kann keine Rede sein. Auch im Kombinat/Betrieb meiner Eltern waren Direktoren alles Männer.

Gleichberechtigung der Geschlechter gibt es auch nicht nur im Beruf, sondern in der Familie und im Leben schlechthin. Ob wir Ossis da wirklich weiter waren, ist schwer zu beurteilen. "Männer-Schweine" und Gewalt in der Ehe gab es gewiss auf beiden Seiten und auch heute noch. Der Einzug der Frau in die große Politik in Europa halte ich für einen gesellschaftlichen Erfolg, der in der Tat bedeutend ist.

Den Begriff "Frauen-bashing" halte ich für überzogen. Wenn jemand einen Text findet, der Frauen-verachtend ist, meldet ihn bitte an die Redakteure, um ihn zu lóschen. So einfach ist das.

Zum Gedicht selbst: es hat die diskutierte Berechtigung, erscheint mir aber sprachlich gesehen (Lyrik) nicht gerade herausragend. Auch Männer lachen gern über sich selbst, in dieser Hinsicht fehlt es dem Gedicht an (gutem) Humor.

LG
Tula
 

blackout

Mitglied
Tula, du tust ja so, als ob du in der DDR an deinem Frausein gelitten hättest. Dann lebst du ja jetzt im Frauenparadies.
Glückwunsch! Bei wem musst du dich denn einschmieren?

Natürlich, die DDR musste den ganzen Dreck aus Tausenden von Jahren der Unterdrückung der Frau übernehmen, der räumte sich nicht von selbst weg, da musste kräftig was getan werden. Und die DDR tat es. Ich habe nie davon gehört, dass in der DDR Frauen schlechter bezahlt wurden als Männer, wenn sie die gleiche Ausbildung hatten und in derselben Position gearbeitet haben. Das aber ist heute der Fall, sofern Frauen überhaupt die Position erlangen. Wir leben heute in einer Gesellschaft, wo sich alles um Goldene Kalb dreht, und die Entlohnung ist ein Indikator dafür, welche Stellung die Frau in der Gesellschaft hat. Sieh mal, es wurde ein Gesetz gemacht, wonach Frauen der Oberklasse in DAX-Vorständen endlich gleichberechtigt sind. Was aber ist mit den Frauen, die nicht in DAX-Vorständen sitzen? Es dürfte dir nicht neu sein, dass das Gros der am miestesten Bezahlten sich aus Frauen zusammensetzt.

Es ist richtig, es war noch lange nicht der Zustand der vollen Zufriedenheit in der DDR erreicht. Und das habe ich ja auch geschrieben, ich bin selbst eine Frau und kann das am besten einschätzen. Eines weiß ich aber: Meine Stimme zählte in der DDR, und das nicht nur beim "Zettelfalten". Welche Stimme haben Frauen heute?

Dieses Gedicht ist leider immer noch mehr als nötig. Es ist nur ein Gedicht, Hoffnung, dass es sofort etwas verändern könnte, habe ich nicht. Aber der stete Tropfen ...

Es kann sein, dass dieser Kommentar wieder gelöscht wird.
Woran du erkennen kannst, dass es auch mit der Meinungsfreiheit nicht weither ist in der BRD. Meinung ja, aber es muss dieselbe sein, wie sie der Mainstream vorgibt, sonst wird gelöscht.

blackout
 

Tula

Mitglied
Blackout

Welche Stimme haben Frauen heute? 
Vielleicht fragst du dich mal selbst, welche Stimme Frauen heute NICHT haben.

Was nicht bedeutet, dass Gleichberechtigung und auch gleicher Lohn bei gleicher Arbeit kein Thema wären.

Ansonsten ist deine historische Sichtweise zu diesem Thema beeindruckend. Aber irgendwie hast du ja Recht, Männer und Frauen waren alle gleich wenn es in der patriarchalisch durchorganisierten Vetternwirtschaft um Freiheiten und Rechte schlechthin ging. Schön für dich, dass du damals bereits an der Schwelle vollständiger Zufriedenheit gelebt hast.

LG
Tula
 
Schade, dass (nicht nur hier) viel zu oft der Inhalt...und nicht die Machart eines Textes im Vordergrund steht. Für mich sit das einach "nur" ein gut gemachter...ein schnörkelloser Text...intelligent aufgebaut...mit sauberen Reimen und in originellen Bildern erzählt. Aus der inhaltlichen Debatte halte ich mich heraus...die kann...egal wie geführt...dem Text nicht gerecht werden.

Fazit: klasse Text

Gruß, A.D.
 

JoteS

Foren-Redakteur
Teammitglied
Heikle Themen fordern solides Handwerk. Was ich hier vorfinde, ist weit davon entfernt und daher erübrigen sich dann auch alle inhaltlichen Debatten. Die ist das Gedicht nicht wert.

Sorry

Jürgen
 

Ciconia

Mitglied
Das klingt, als seien Gedichte von 1919 per se schlecht.

Und nicht zum ersten Mal beschleicht mich das Gefühl, dass bitterer Sarkasmus in der LeLu selten erkannt wird.
Nur meine unmaßgebliche Meinung.

Ciconia
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
Nein, per se sind Gedichte von 1919 nicht schlecht. Ich wollte nur sagen, dass dieses Gedicht thematisch und stilistisch so klingt.

Und der Sarkasmus macht das Gedicht je nicht moderner. Letztlich kann blackout ja schreiben, wie sie will. Dieser Text hier zählt in meinen Augen nicht zu ihren stärksten.
 

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