Freunde, die man hat und hatte

blackout

Mitglied
Man hat so Freunde, die man nie vergisst.
Die andern aber will man oft vergessen,
die kriegen eine kleine Gnadenfrist,
dann greift man doch zu anderen Adressen.

Die Freunde hütet man, solang es geht.
Verehrt, errichtet ihnen man fast Tempel,
bis Wind der Zeit sie irgendhin verweht.
Jahrzehntelang trägt man noch ihren Stempel.

Man liebt die Freunde wie den neuen Hut.
Doch meist begnügt man sich mit Petitessen
(denn auch der alte Hut tut’s halbwegs gut),
leckt kleine Wunden, lächelt angemessen.
 

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