für mich (Sonett)

Thylda

Mitglied
Ich laufe durch die Straßen einer kleinen Stadt.
Die Menschen ziehn vorüber, sie drängen sich vorbei,
ein Jeder für sich selber, dem Andren einerlei.
So irre ich umher, alleine , leer und matt.

Erinnerung an Wälder, für immer Baum zu Baum,
den Vogelruf, das Blätterspiel genieße ich.
Bin nicht allein und einsam, sondern nur für mich,
und selbst geliebte Menschen vermisse ich hier kaum.

Wie kommt es bloß, wie kann das denn nur möglich sein,
daß ich im Wald und in den Mooren glücklich bin?
Doch unter Leuten fühl' ich mich so hohl und klein?

Sogar zu Hause spiele ich und wahr' den Schein.
Entrückt bin ich, vielleicht ergibt 'verrückt' 'nen Sinn:
Wenn ich für mich bin, fühl' ich mich nicht so allein.
 
G

Gelöschtes Mitglied 21215

Gast
Ich denke, so fühlen sich nicht wenige hier.

Ich selbst habe vor vielen Jahren ein kleines Lied geschrieben, da ging es um ein ähnliches Lebensgefühl:

Bin wieder allein und bin gerne allein,
und ich gehe im Regen spazier'n.
Ich küsse die Wolken,
umarme die Bäume
und lass mich vom Sturmwind verführen.

Gruß von Janus.
 

Thylda

Mitglied
Lieber Janus :)

Dein kleines Lied hat wirklich eine aehnliche Grundstimmung. Im Gegensatz zu meinem oeffnet es sich der Welt und geniesst die Natur, in meinem ist die Natur mehr ein Rueckzugsort, ein Schutz vor der Welt.

Vielen Dank, dass Du hereingeschaut und kommentiert hast :)

Liebe Gruesse
Thylda
 



 
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