Gaudi, eingezäunt

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Ciconia

Mitglied
Zäune die Besucher schützen,
Polizei in Hundertschaft,
Helfer die Betrunkne stützen,
zwischendrin ein Kind das gafft.

Wird dort drüben scharf geschossen?
Gab’s nicht mal ein Attentat?
Menschen drehn sich unverdrossen
taumelnd auf dem Teufelsrad.

Hinterm Zelt liegt sturzbesoffen
voll im Dreck der Wimmer Franz.
Scheints ihn hat ein Krug getroffen,
doch die Menge hält Distanz.

Auf die Zelte prasselt Regen.
Eine höhere Instanz
spendet diesmal keinen Segen.
Selbst Bavaria senkt müd den Kranz.

Rosa Zuckerwattereste
wirbeln hoch in einer Bö.
Wiedersehn beim nächsten Feste!
Gute Nacht, Theresienhöh!
 
Zuletzt bearbeitet:

Ciconia

Mitglied
[ 4]Zäune die Besucher schützen,
[ 4]Polizei in Hundertschaft,
[ 4]Helfer die Betrunkne stützen,
[ 4]mittendrin ein Kind das gafft.

[ 4]Wird dort drüben scharf geschossen?
[ 4]Gab’s nicht mal ein Attentat?
[ 4]Menschen drehn sich unverdrossen
[ 4]taumelnd auf dem Teufelsrad.

[ 4]Hinterm Zelt liegt sturzbesoffen
[ 4]voll im Dreck der Wimmer Franz.
[ 4]Scheints hat ihn ein Krug getroffen,
[ 4]doch die Menge hält Distanz.

[ 4]Auf die Zelte prasselt Regen.
[ 4]Eine höhere Instanz
[ 4]spendet diesmal keinen Segen.
[ 4]Selbst Bavaria senkt müd den Kranz.

[ 4]Rosa Zuckerwattereste
[ 4]wirbeln hoch in einer Bö.
[ 4]Wiedersehn beim nächsten Feste!
[ 4]Gute Nacht, Theresienhöh!
 
A

aligaga

Gast
Du arbeitest durchgehend mit 7- bzw. 8-sibigen Trochäen:
+ - + - + - +
+ - + - + - + -
+ - + - + - +
+ - + - + - + -
Der Letze Vers in der vierten Strophe müsste, um im Maß zu beiben, folglich ein Trochäus mit 7 Silben sein.
Selbst Bavaria senkt müd den Kranz.
hat aber 9 Silben und stolpert deshalb, ganz egal, wie falsch du sie betonst, komplett aus der Reihe.

TTip: Laut lesen. Das hülfe gewiss.

Heiter

aligaga
 

Ciconia

Mitglied
Danke für die gute Wertung, lieber A.!


Ein Trochäus bleibt übrigens ein Trochäus, @aligaga, ob er nun vierhebig oder fünfhebig ist.
Selbst Bavaria senkt müd den Kranz
Für mich spricht nichts dagegen, dass diese Zeile zwei Silben länger ist als in den anderen Strophen, ganz im Gegenteil: Dadurch wird die Aussage dieses Satzes zusätzlich verstärkt. Wo man da stolpert, erschließt sich mir nicht.

Bei der von Ihnen vorgeschlagenen Version
Bavaria senkt müd den Kranz
kämen wir dagegen auf einen Jambus – und das machte nun wirklich keinen Sinn, nicht wahr?

Gruß Ciconia
 
Hallo Ciconia,
wieder mal ein Gedicht, das mir sehr gefällt.
Das „Fest aller Feste“ ist wirklich gut dargestellt.
Mich stört die Zeile, in der zwei Silben zu viel sind, überhaupt nicht.

Viele Grüße,
dein Fan Marie-Luise
 
A

aligaga

Gast
Mich stört die Zeile, in der zwei Silben zu viel sind, überhaupt nicht.
Das ist schön für die Dchterin, o @Luise, bringt aber weder sie noch den im Graben festsitzenden Pegasus weiter.

Ein Reimgedicht sei wie ein Lied - im vorliegenden Falle ist es im 2/4-Takt komponiert. Man kann es nur singen, wenn es im Rhythmus bleibt. Werden's statt 8 Viertel plötzlich deren neun, stolpert der Sänger und plumpst zu dem Pferdchen in den Orchestergraben.

Mit dem von @Ali vorgeschlagenen Jambus wäre die Sache reparierbar, jedenfalls aber flüssig vorzutragen - wenn man am Ende der dritten Strophe ein Viertelpäuschen zusätzlich einlegte. Dann bliebe der Takt erhalten.

So aber bleibt's nach wie vor Murks.

Fröhlich und im Rhythmus die "Schützenliesel" pfeifend

aligaga
 

Ciconia

Mitglied
Fan-Post am frühen Morgen, was will ein/e Autor/in mehr? ;)

Herzlichen Dank für Kommentar und Wertung, liebe Marie-Luise. Ich freu mich sehr.

Danke auch an den anonymen Werter.

Gruß Ciconia
 
A

aligaga

Gast
Wenn du @alis Kritik sorgfältig gelesen hättest, o @Luise, dann hättest du feststellen können, dass er den Lang Franzl, Gott hab' ihn selig, schon im Programm hatte.

Dein Hinweis war so überflüssig wie der Kropf des Verblichenen.

Quietschend vor Vergnügen

aligaga
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Zeder,

vielen Dank für Deinen Hinweis – freut mich, dass Dir dieses Gedicht gefällt.

Deinen Vorschlag werde ich jetzt übernehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass Bavaria dreisilbig (Bavarja) gesprochen wird, dann bleiben wir im Metrum. Vielleicht lag da mein Denkfehler.

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
[ 4]Zäune die Besucher schützen,
[ 4]Polizei in Hundertschaft,
[ 4]Helfer die Betrunkne stützen,
[ 4]mittendrin ein Kind das gafft.

[ 4]Wird dort drüben scharf geschossen?
[ 4]Gab’s nicht mal ein Attentat?
[ 4]Menschen drehn sich unverdrossen
[ 4]taumelnd auf dem Teufelsrad.

[ 4]Hinterm Zelt liegt sturzbesoffen
[ 4]voll im Dreck der Wimmer Franz.
[ 4]Scheints hat ihn ein Krug getroffen,
[ 4]doch die Menge hält Distanz.

[ 4]Auf die Zelte prasselt Regen.
[ 4]Eine höhere Instanz
[ 4]spendet diesmal keinen Segen.
[ 4]Selbst Bavaria senkt den Kranz.

[ 4]Rosa Zuckerwattereste
[ 4]wirbeln hoch in einer Bö.
[ 4]Wiedersehn beim nächsten Feste!
[ 4]Gute Nacht, Theresienhöh!
 
A

aligaga

Gast
Die "Bavaria" kommt aus Lateinischen und ist viersilbig. Ebensowenig gibt's eine hochdeutsche "Germanja".

Wie schon gesagt - zu retten wäre der missglückte Vers wohl doch nur mit einem Jambus und dem Päuschen davor. Das Verballhornen von Eigennamen zum Zwecke der Rettung eines rumpelnden Versmaßes gehört zum Schrecklichsten, was man einem Gedicht antun kann.

Vergnügt

aligaga
 
Hallo Ciconia,
ich hätte „müd“ stehen gelassen. Nicht, weil der Quietschvergnügte mal wieder Dampf abgelassen hat, sondern weil anbas deine Version mit einer 8 benotet hat. Er achtet immer sehr auf die Metrik. Hier scheint er aber zufrieden gewesen zu sein.

Viele Grüße,
Marie-Luise
 

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