Gespräch auf dem Deich

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Hyazinthe

Mitglied
Gespräch auf dem Deich

Der Mann kam jeden Tag an den Deich. Bei jedem Wetter. Wenn es kalt war und der Nordwestwind übers Watt pfiff, zog er die Kapuze seiner Windjacke tief ins Gesicht. Wenn eine zögerliche Sonne unverhofft wärmende Strahlen durch die Wolken schickte und das sandige, mit schwärzlichen Algen durchsetzte Nordseewasser die Besucher mit einem leuchtenden Blau überraschte, zog er die Jacke aus, faltete sie sorgfältig zusammen und legte sie neben sich auf die Bank.

Stundenlang saß er da, der Mann, und starrte aufs Meer hinaus. Seine Augen spiegelten die Weite und Leere der Nordsee wider. Spaziergänger, die auf dem Deich an ihm vorbeigingen, schien er gar nicht wahrzunehmen.

Seit zwei Wochen kam der Mann nun täglich an den Strand, setzte sich auf die selbe Bank und schaute aufs Meer. Es lag etwas Schwermütiges in der Art, wie er den Kopf hielt und die Schultern nach vorne bog. Als drücke ihn eine Last nach unten.
Nie setzte sich jemand zu ihm. Wahrscheinlich spürte jeder, der ihm eventuell gern Gesellschaft geleistet hätte, dass der Mann allein sein wollte.

Das Kind schien diese wortlose Bitte nicht zu verstehen. Ungeniert setzte es sich zu dem Mann. Vier oder fünf Jahre war es wohl alt, das Kind. Lebhafte Augen hatte es, und es sah dem Mann neugierig ins Gesicht.
„Hallo!“ Munter und fröhlich war die Stimme des Kindes. Überhaupt nicht schüchtern oder ängstlich.
„Was machst du hier?“, fragte das Kind.
„Ich sitze hier“, antwortete der Mann abweisend.
„Ja, aber was machst du, wenn du hier sitzt?“
„Ich schaue aufs Meer hinaus“, sagte der Mann.
„Okay“, sagte das Kind, „dann schaue ich jetzt auch aufs Meer hinaus.“
Eine Weile blieb es still. Der Mann und das Kind saßen nebeneinander und blickten aufs Wattenmeer.
„Das Wasser kommt wieder“, sagte das Kind. „Siehst du es? Da hinten!“ Es wies mit seiner auffallend zarten Hand in Richtung Meer.
„Mama sagt, das sind die Gezeiten. Ebbe und Flut. Mal kommt das Wasser, mal geht es. Lustig!“
„Ja, so ist es“, bestätigte der Mann.
„Mama sagt, die Luft hier ist gut für mich. Ich bin nämlich krank. Ich muss immer so viel husten.“
„Aha“, sagte der Mann.
„Ja. Der Doktor sagt, meine Lunge muss kräftiger werden. Damit ich richtig atmen kann, weißt du? Deshalb sind wir hier, Mama und ich.“
„Aha“, sagte der Mann.
„Und warum bist du hier? Hast du auch eine kranke Lunge?“ Das Kind war aufgesprungen und hatte sich vor dem Mann hingestellt. Der Blick seiner Augen traf sich mit dem des Mannes.
„Nein, ich habe keine kranke Lunge.“
„Was ist es dann?“ Der Mann blickte in das blasse, zarte Gesicht des Kindes.
„Ich bin traurig“, sagte er.
„Warum bist du traurig?“, fragte das Kind.
„Jemand ist gestorben“, sagte der Mann. Er sah wieder aufs Meer hinaus.
„Ach. Ja, das ist traurig“, antwortete das Kind. „Als meine Oma gestorben ist, war ich auch traurig. Ich habe sogar geweint. Hast du auch geweint?“
„Nein, nicht richtig.“
„Meine Mama hat gesagt, man darf ruhig weinen, wenn man traurig ist. Da ist nichts dabei.“
„Ja, da hat deine Mama sicher Recht.“

Plötzlich ergriff ein heftiger Hustenanfall den schmalen Körper des Kindes. In schrecklichen Stößen versuchten sich Lunge und Bronchien von dem zähen Schleim zu befreien. Die bleichen Wangen röteten sich von der Anstrengung, während das Kind beide Hände vor den Mund presste. Hilflos musste der Mann das Leid des Kindes mit ansehen. Er wusste nicht, was er tun sollte.
Eine junge Frau, die bisher auf der Nachbarbank in einem Buch gelesen hatte, kam herbeigelaufen.
„Toni, schnell! Hier ist dein Spray.“ Sie schob dem Kind den gebogenen Hals einer Spraydose in den Mund und drückte zweimal kräftig auf den Auslöser. Sofort legte sich der Hustenreiz und das Kind atmete wieder ruhig ein und aus.
„Es geht schon wieder, Mama“, beruhigte das Kind seine Mutter.
„Ich hoffe, meine Tochter hat Sie nicht belästigt?“
„Nein, gar nicht. Im Gegenteil. Ich habe mich gern mit ihr unterhalten.“
„Verabschiede dich, Toni, wir müssen zurück ins Sanatorium.“
Das Kind streckte dem Mann seine Hand hin. „Bis morgen, trauriger Mann.“ Der Mann nahm die winzige Hand und drückte sie.
„Bis morgen“, sagte er.
Das Kind lächelte ihn an. Dann nahm es die Hand seiner Mutter und ging davon.

Der Mann blickte wieder hinaus aufs Meer. Die Flut kam. Das graue Wasser bedeckte schon fast das gesamte Watt. Die Wolken lichteten sich. Durch eine Lücke stahl sich ein Sonnenstrahl und brachte den Mann zum Blinzeln.
 

Ji Rina

Mitglied
Liebe Hyazinthe!

Ein nostalgisches Bild, das mir gut gefallen hat! Als Ende, stellte ich mir den Mann mit Tränen in den Augen vor. Nur zwei Dinge: Die Frau, die bisher auf der Nachtbarbank in einem Buch las, könnte man vielleicht eher erwähnen? Sie taucht so plötzlich auf. Was meinst du?

Und: “er sagte” “die Frau sagte” “das Kind sagte”…bin gespannt ob das jemanden stört. Ich bins aus amerikanischen short stories gewöhnt und mag das.
Lieben Gruss!
Ji
 
S

steky

Gast
Hallo, Hyazinthe,

ich habe deinen Text schon gestern gelesen und habe an diesem nichts zu meckern.

Die Geschichte an sich könnte man allerdings verbessern:

Das Geschehen: Ein Mann steht an einem Deich und starrt auf das Meer; er hat einen Todesfall zu verkraften. Dann kommt ein Mädchen und unterhält sich mit ihm; sie hat Probleme mit der Lunge. Die Mutter kommt und zerrt das Mädchen weg. Der Mann schaut in den Himmel; die Sonne bricht durch die Wolken.

Nun frage ich mich als Leser, was der Autor mitteilen möchte. Auf mich erweckt es den Anschein, als würde hier Leid über Leid gestellt: Das kranke Kind macht dem Mann bewusst, dass es immer jemanden gibt, der schlimmer dran ist. Das ist aus meiner Sicht zu wenig, um das Kopfkino des Lesers in Gang zu setzen. Was fehlt, ist ein Konflikt.

Mein Tipp an dich: Mache dir Gedanken über das Verhalten des Mannes. Was geschieht mit ihm, als das Kind auftaucht? Was geht in ihm vor?

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.


LG
Steky
 
A

aligaga

Gast
Was die AutorIn uns mit diesem Werk sagen möchte (das am Anfang ein bisschen arg pathetisch daherkommt), ist so klar wie Schlozenbrühe, wie die Bayern sagen (und das trübe Wasser meinen, das beim Kochen von Knödeln zurückbleibt), @steky: Dass man auf dieser Welt nicht immer ganz allen ist, mit seinem Leiden, und dass es die Kinder sind, die die richtigen Fragen stellen.

Wenn du mit dem nichts anfangen kannst: Guhgel mal unter "Parzival" oder, besser noch, unter "Die Mitleidsfrage". Sie lautet: "Oheim, was wirret dir?"

Hoffentlich hört Hyazinthe nicht auf dich und lässt dieses wirklich hübsch geratene Stückerl (bis auf den etwas schwülstigen Introitus und den gräßlichen Namen "Toni") so, wie es ist, und plättet es nicht mit dem Dampfbügeleisen.

Amüsierte Grüße

aligaga
 
S

steky

Gast
Das mag schon sein, aligaga, das habe ich wohl überlesen. Dennoch finde ich, dass dies nicht der Wirklichkeit entspricht. Es ist eben eine Geschichte über Leid (da darf ein Kind natürlich nicht fehlen), die auf Mitleid abzielt. Nur: Wirkliches Leid kennt keine Aufmunterung - selbst nicht durch ein süßes kleines Kind -, da es in der Regel Hand in Hand mit der Wut geht.


LG
Steky
 

Hyazinthe

Mitglied
Gespräch auf dem Deich

Der Mann kam jeden Tag an den Deich. Bei jedem Wetter. Wenn es kalt war und der Nordwestwind übers Watt pfiff, zog er die Kapuze seiner Windjacke tief ins Gesicht. Wenn eine zögerliche Sonne unverhofft wärmende Strahlen durch die Wolken schickte und das sandige, mit schwärzlichen Algen durchsetzte Nordseewasser die Besucher mit einem leuchtenden Blau überraschte, zog er die Jacke aus, faltete sie sorgfältig zusammen und legte sie neben sich auf die Bank.

Stundenlang saß er da, der Mann, und starrte aufs Meer hinaus. Seine Augen spiegelten die Weite und Leere der Nordsee wider. Spaziergänger, die auf dem Deich an ihm vorbeigingen, schien er gar nicht wahrzunehmen.

Seit zwei Wochen kam der Mann nun täglich an den Strand, setzte sich auf die selbe Bank und schaute aufs Meer. Es lag etwas Schwermütiges in der Art, wie er den Kopf hielt und die Schultern nach vorne bog. Als drücke ihn eine Last nach unten.
Nie setzte sich jemand zu ihm. Wahrscheinlich spürte jeder, der ihm eventuell gern Gesellschaft geleistet hätte, dass der Mann allein sein wollte.

Das Kind schien diese wortlose Bitte nicht zu verstehen. Ungeniert setzte es sich zu dem Mann. Vier oder fünf Jahre war es wohl alt, das Kind. Lebhafte Augen hatte es, und es sah dem Mann neugierig ins Gesicht.
„Hallo!“ Munter und fröhlich war die Stimme des Kindes. Überhaupt nicht schüchtern oder ängstlich.
„Was machst du hier?“, fragte das Kind.
„Ich sitze hier“, antwortete der Mann abweisend.
„Ja, aber was machst du, wenn du hier sitzt?“
„Ich schaue aufs Meer hinaus“, sagte der Mann.
„Okay“, sagte das Kind, „dann schaue ich jetzt auch aufs Meer hinaus.“
Eine Weile blieb es still. Der Mann und das Kind saßen nebeneinander und blickten aufs Wattenmeer.
„Das Wasser kommt wieder“, sagte das Kind. „Siehst du es? Da hinten!“ Es wies mit seiner auffallend zarten Hand in Richtung Meer.
„Mama sagt, das sind die Gezeiten. Ebbe und Flut. Mal kommt das Wasser, mal geht es. Lustig!“
„Ja, so ist es“, bestätigte der Mann.
„Mama sagt, die Luft hier ist gut für mich. Ich bin nämlich krank. Ich muss immer so viel husten.“
„Aha“, sagte der Mann.
„Ja. Der Doktor sagt, meine Lunge muss kräftiger werden. Damit ich richtig atmen kann, weißt du? Deshalb sind wir hier, Mama und ich.“
„Aha“, sagte der Mann.
„Und warum bist du hier? Hast du auch eine kranke Lunge?“ Das Kind war aufgesprungen und hatte sich vor den Mann hingestellt. Der Blick seiner Augen traf sich mit dem des Mannes.
„Nein, ich habe keine kranke Lunge.“
„Was ist es dann?“ Der Mann blickte in das blasse, zarte Gesicht des Kindes.
„Ich bin traurig“, sagte er.
„Warum bist du traurig?“, fragte das Kind.
„Jemand ist gestorben“, sagte der Mann. Er sah wieder aufs Meer hinaus.
„Ach. Ja, das ist traurig“, antwortete das Kind. „Als meine Oma gestorben ist, war ich auch traurig. Ich habe sogar geweint. Hast du auch geweint?“
„Nein, nicht richtig.“
„Meine Mama hat gesagt, man darf ruhig weinen, wenn man traurig ist. Da ist nichts dabei.“
„Ja, da hat deine Mama sicher Recht.“

Plötzlich ergriff ein heftiger Hustenanfall den schmalen Körper des Kindes. In schrecklichen Stößen versuchten sich Lunge und Bronchien von dem zähen Schleim zu befreien. Die bleichen Wangen röteten sich von der Anstrengung, während das Kind beide Hände vor den Mund presste. Hilflos musste der Mann das Leid des Kindes mit ansehen. Er wusste nicht, was er tun sollte.

Eine junge Frau, wohl die Mutter des Kindes, die bisher auf der Nachbarbank in einem Buch gelesen hatte, kam herbeigelaufen.
„Lisa, schnell! Hier ist dein Spray.“ Sie schob dem Kind den gebogenen Hals einer Spraydose in den Mund und drückte zweimal kräftig auf den Auslöser. Sofort legte sich der Hustenreiz und das Kind atmete wieder ruhig ein und aus.
„Es geht schon wieder, Mama“, beruhigte das Kind seine Mutter.
„Ich hoffe, meine Tochter hat Sie nicht belästigt?“
„Nein, gar nicht. Im Gegenteil. Ich habe mich gern mit ihr unterhalten.“
„Verabschiede dich, Lisa, wir müssen zurück ins Sanatorium.“
Das Kind streckte dem Mann seine Hand hin. „Bis morgen, trauriger Mann.“ Der Mann nahm die winzige Hand und drückte sie.
„Bis morgen“, sagte er.
Das Kind lächelte ihn an. Dann nahm es die Hand seiner Mutter und ging davon.

Der Mann blickte wieder hinaus aufs Meer. Die Flut kam. Das graue Wasser bedeckte schon fast das gesamte Watt. Die Wolken lichteten sich. Durch eine Lücke stahl sich ein Sonnenstrahl und brachte den Mann zum Blinzeln.
 
A

aligaga

Gast
Nur: Wirkliches Leid kennt keine Aufmunterung - selbst nicht durch ein süßes kleines Kind -, da es in der Regel Hand in Hand mit der Wut geht.
O je, @steky. Falls das wirklich deine Meinung sein sollte, kann @ali nur bekümmert den Kopf schütteln.

Was ist denn in dem G'schichterl hier das so genannte "wirkliche" Leid? Das des Mannes, der seine Frau verloren hat? Oder das des Kindes, das unheilbar von Asthma gequält wird? Hier treffen zwei aufeinander, die's beide nicht leicht haben, und erkennen dabei "etwas". Dieses "Etwas" hast du noch nicht herausgefunden. Vielleicht guhgelst du noch nach dem Begriff "Empathie"?

Wer keine empfinden kann, wird nie des hei'lgen Grals teilhaftig werden und muss am Ende zu Hölle fahren. Das wussten sie schon im Hochmittelalter und sangen davon. Höchste Zeit also, dass du dich auch mal damit beschäftigst, Junge: [blue]Heile heile Segen[/blue]!

Das heilt die Wunde zwar nicht wirklich, aber der Schmerz lässt sich leichter ertragen. Wer weiß - vielleich ist ja das die Quintessenz in dem Stückerl?

Amüsiert

aligaga
 
S

steky

Gast
Nicht alle Menschen sind gleich, aligaga. Das ist auch der Grund, warum es zu jeder Geschichte mehrere Interpretationen geben kann. Du willst mich von deiner Ansicht überzeugen, weil diese Geschichte bei dir wohl was ausgelöst hat. Schön; bei mir nicht. So ist das Leben: wir sind verschieden.
 

Ilona B

Mitglied
Hallo Hyazinthe,
eine wunderschöne, empfindsame Geschichte. Ich musste echt ein wenig schlucken. :)

Ein ganz, kleines bisschen hat mich die Bezeichnung "das Kind" gestört. "Mädchen" ginge doch eventuell auch, das ist nicht ganz so neutral.

Im ersten Absatz könnte man die Sätze etwas umstellen, damit das "Wenn" am Anfang verschwindet. Ist jedoch nur meine Meinung und nicht zwingend nötig.
Wenn es kalt war und der Nordwestwind übers Watt pfiff, zog er die Kapuze seiner Windjacke tief ins Gesicht. Wenn eine zögerliche Sonne unverhofft wärmende Strahlen durch die Wolken schickte und das sandige, mit schwärzlichen Algen durchsetzte Nordseewasser die Besucher mit einem leuchtenden Blau überraschte
vielleicht

War es kalt und der Nordwind pfiff übers Watt, zog er die Kapuze seiner Windjacke tief ins Gesicht. Schickte eine zögerliche Sonne, unverhofft wärmende Strahlen durch die Wolken und das sandige, mit schwärzlichen Algen durchsetzte Nordseewasser, überraschte die Besucher mit einem leuchtenden Blau
Herzliche Grüße Ilona
 

Ji Rina

Mitglied
@Steky
Was mir an dieser Geschichte gefallen hat, ist die “einfache” Szene: Mann leidet/ist einsam/hat sich abgewandt/ Jeder der Einsamkeit bis auf die Knochen gespürt hat, kann sich in den Mann reindenken. Jeder, der einen geliebten Menschen verloren hat, weiss dass es einen zur Verzweiflung bringen kann. Ein Mädchen taucht plötzlich auf/leidet selber/ ist jedoch fröhlich und aufmerksam/ zeigt sich dem Fremden in ihrer ganzen Unschuld/ und sagt, so wie es nur ein Kind sagen kann: Man dürfe ruhig weinen, wenn man traurig ist.

Würde ein fremder Erwachsener dies sagen? Eher nicht. Erwachsenen ist ein Todesfall fast immer peinlich; sie schauen einem nicht in in die Augen und suchen irgendeinen oberflächlichen Satz, um sich dann schnellstens aus dem Staub zu machen.

So also hat der Mann hier ein Gegenpol. Ein Kind, das selbst leidet – jedoch fröhlich ist und ihm einen Spiegel entgegen hält: Siehe den Dingen ins Gesicht/Weine. Ist das kein Konflikt? Das schöne an dieser Geschichte ist die Leichtigkeit, der Dialog, der absolut “echt” klingt; die Stimme des Kindes, authentisch. Es ist eine Szene, wie sie sich tatsächlich überall auf der Welt jeden Auegnblick abspielen könnte.

@ Steky:
Nicht alle Menschen sind gleich, aligaga. Das ist auch der Grund, warum es zu jeder Geschichte mehrere Interpretationen geben kann. Du willst mich von deiner Ansicht überzeugen, weil diese Geschichte bei dir wohl was ausgelöst hat. Schön; bei mir nicht. So ist das Leben: wir sind verschieden.

@ Steky: Die Geschichte an sich könnte man allerdings verbessern…..

Möchtest Du nicht die Autorin von deiner Ansicht überzeugen, weil die Geschichte bei Dir nichts ausgelöst hat?

@Steky: “””Es ist eben eine Geschichte über Leid”””

Ist nicht Leid ein grosses Thema in unsrem Leben? Und wenn nicht, dann im Leben vieler anderer? Beschäftigt sich Literatur nicht hauptsächlich mit dem Thema Leid?

@Steky: “”” (da darf ein Kind natürlich nicht fehlen)””

Das Leid des Kindes, das so fröhlich daherkommt, ist in dieser Geschichte wohl garnicht der Punkt, sondern vielmehr das Leid des Mannes.

Steky: “””Wirkliches Leid kennt keine Aufmunterung - selbst nicht durch ein süßes kleines Kind -, da es in der Regel Hand in Hand mit der Wut geht.”””

Erfahrungen zeigen hier andere Ergebnisse…Viele Menschen würden dies oder das tun, Sogar Selbstmord begehen (wenn sie keine Kinder hätten).Viele Menschen ertragen Leid nur, weil sie Kinder haben, die sie jeden Tag wieder hochziehen und ihnen einen Sinn im Leben geben.

Ich entschuldige mich bei Dir, Steky.Dies ist meine ganz persönliche Ansicht. Ich hoffe, Du siehst es als eine fröhliche Diskussionsrunde zum Thema. Auf jedenfall respektiere ich Deine Ansicht. Wenn eine Geschichte nicht gefällt – dann kann sie nicht gefallen, selbst wenn man sich den Mund fuselig redet. Und so soll es dann auch sein.

Mit lieben Gruss,
Ji

P.S: Entschuldige Ilona, dass ich hier ins Bild gesprungen bin.
 
A

aligaga

Gast
Nicht alle Menschen sind gleich, aligaga. Das ist auch der Grund, warum es zu jeder Geschichte mehrere Interpretationen geben kann. Du willst mich von deiner Ansicht überzeugen, weil diese Geschichte bei dir wohl was ausgelöst hat. Schön; bei mir nicht. So ist das Leben: wir sind verschieden.
Wenn du Texte nicht begreifst, weil du sie nicht sorgfältig genug liest, oder ihre (einfachen!) Inhalte weder interpretieren noch reflektieren kannst, solltest du sie nicht kritisieren und "verbessern" wollen, sondern das Defizit bei dir selbst suchen, @steky: Die "Mitleidsfrage" gehört zum Kanon jeder sozial geprägten Gesellschaft und ist religionsunabhängig.

Daher nochmal der TTip, den ich dir schon öfters geben musste: Viel lesen - das erweitert den Horizont und hilft dir beim Verstehen von Zusammenhängen wie jenen, die wir in diesem G'schichterl gezeigt bekommen.

Mit der Literatur ist es oft wie mit dem Mopedfahren - Verkehrszeichen, Regeln und die Beherrschung des Kraftfahrzeuges sind keine Ansichtssachen, sondern verbindlich. Wenn du aktiv am Verkehr teilnehmen möchtest, solltest du sie draufhaben. Sonst gibt's immer wieder Bruch!

Und nun noch zu @Ji! Sie schreibt uns:
Würde ein fremder Erwachsener dies sagen? Eher nicht. Erwachsenen ist ein Todesfall fast immer peinlich; sie schauen einem nicht in in die Augen und suchen irgendeinen oberflächlichen Satz, um sich dann schnellstens aus dem Staub zu machen.
Mag sein, @Ji, dass dein Umfeld so gestrickt ist - da möchte @ali dann aber nicht mal tot über dem Zaun hängen. Selbstverständlich gibt es in jeder Gesellschaft auch erwachsene Menschen, die empathiefähig sind und das auch zeigen können. Es könnte in dieser Geschichte jederzeit auch die Mutter Anteil am Schicksal des Typen nehmen und sich zu ihm setzen, derweil sich ihr Kind im nahe gelegenen Sanatorium die Seele aus dem Leib hustet. Was wäre daran so Besonderes??

Wohlmeinender Gruß

aligaga
 

Hyazinthe

Mitglied
Hallo steky!

Du vermisst den Konflikt in der Geschichte? Dabei erzählt sie doch so viel über menschliches Leid, über den Umgang damit und wie die Menschen sich im Leid begegnen.

Hallo aligaga!

Du hast mich heute wirklich überrascht. Du, den ich als ausgesprochen harten, oft polemischen Kritiker der LL-Geschichten kenne, (einschließlich meiner eigenen), interpretiert dieses "Stückerl" auf eine sensible Art und Weise, die ganz und gar dem entspricht, was ich ausdrücken wollte! Sollte ich da eine Seite in dir berührt haben, die du sonst eher nicht zeigst? :)

Allerdings: In die Eingangssequenz bin ich so verliebt, dass ich mich nur sehr schwer überreden lasse, sie zu ändern.
Was den Namen des Kindes betrifft: Eigentlich wollte ich das Geschlecht des Kindes offen lassen, und "Toni" passt ja für ein Mädchen und einen Jungen. Aber da mir das sowieso nicht gelungen ist, habe ich das Kind jetzt "Lisa" genant. Ich hoffe, der Name gefällt dir besser; Toni hat mir auch nicht gefallen: zu bayrisch! :)

Hallo Ilona!

Ich freue mich, dass die Geschichte dich berührt hat.
Was die Einleitung betrifft: s. o.

Gruß, Hyazinthe
 

Hyazinthe

Mitglied
Hallo Ji!

Entschuldige, dein zweiter Beitrag ist wohl gerade hereingekommen, als ich meine Antwort schrieb.
Ich danke dir für deine Interpretation, die meiner Intention voll entspricht. Ich glaube allerdings nicht, das steky dir darin folgen wird: Er hat den Text anders gelesen und verstanden, und das ist sein gutes Recht.

Hallo nochmal, aligaga! In einem muss ich dir widersprechen: Es wäre eben nicht dasselbe, wenn die Mutter des Kindes sich zu dem Mann gesetzt hätte! Wie du selbst gesagt hast: Nur Kinder können manchmal die richtigen Fragen stellen, Fragen wie "Warum bist du traurig?"

Gruß, Hyazinthe
 
A

aligaga

Gast
Hallo nochmal, aligaga! In einem muss ich dir widersprechen: Es wäre eben nicht dasselbe, wenn die Mutter des Kindes sich zu dem Mann gesetzt hätte! Wie du selbst gesagt hast: Nur Kinder können manchmal die richtigen Fragen stellen, Fragen wie "Warum bist du traurig?"
Von "dasselbe" war nicht die Rede, @Hyazinthe. Ich schrieb @Ji, dass Erwachsene ebenso empathiefähig seien wie Kinder. Auch wenn es euch beiden persönlich unvorstellbar ist - es gibt Erwachsene, die es wagen, andere, ihnen fremde Menschen anzusprechen. Das muss freilich nicht immer aus Empathie heraus geschehen, das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. In den Kurzgeschichten Thomas Manns sprechen ununterbrochen fremde Männer und Frauen einander an. Oder bei Göthe. Das einen Frau einen Mann fragt, warum er so traurig aufs Meer guckt, ist ein Klassiker!

Aber es gibt auch moderne Beispiele: Der dir sicher geläufige Fußballgott Cristiano Ronaldo wandte sich unlängst in einem Lokal an eine ihm völlig fremde Serviertochter, dem Vernehmen nach nur mit einem Wort: "Ficken?"

Amüsierte Grüße

aligaga
 
S

steky

Gast
Nun erntet der gefühlskalte Eisklotz also einen Shitstorm und erfährt dabei auch noch, was Mitgefühl ist. Interessant!

Zu den "Vorwürfen":

@ Ji Rina

Was mir an dieser Geschichte gefallen hat, ist die “einfache” Szene: Mann leidet/ist einsam/hat sich abgewandt/ Jeder der Einsamkeit bis auf die Knochen gespürt hat, kann sich in den Mann reindenken. Jeder, der einen geliebten Menschen verloren hat, weiss dass es einen zur Verzweiflung bringen kann. Ein Mädchen taucht plötzlich auf/leidet selber/ ist jedoch fröhlich und aufmerksam/ zeigt sich dem Fremden in ihrer ganzen Unschuld/ und sagt, so wie es nur ein Kind sagen kann: Man dürfe ruhig weinen, wenn man traurig ist.
Das ist doch pathetisch, warum sieht das denn keiner? Eine surreale Szene, wie sie in deutschen Filmen (die meist an der Nordsee gedreht werden) vorkommen! Da kann ich mich nicht glaubhaft reindenken, sorry ...

Würde ein fremder Erwachsener dies sagen? Eher nicht. Erwachsenen ist ein Todesfall fast immer peinlich; sie schauen einem nicht in in die Augen und suchen irgendeinen oberflächlichen Satz, um sich dann schnellstens aus dem Staub zu machen
Warum tut er es dann nicht?

So also hat der Mann hier ein Gegenpol. Ein Kind, das selbst leidet – jedoch fröhlich ist und ihm einen Spiegel entgegen hält: Siehe den Dingen ins Gesicht/Weine. Ist das kein Konflikt?
Natürlich ist das ein Konflikt, das schrieb ich aber auch schon aligaga. Leider ist es ein abgelutscher Konflikt, wie ich ihn in einem anderen Schreibforum schon mindest sechzehn Mal gelesen habe (vielleicht ist das der Grund, warum mich diese Geschichte nicht berührt).

Das schöne an dieser Geschichte ist die Leichtigkeit, der Dialog, der absolut “echt” klingt; die Stimme des Kindes, authentisch. Es ist eine Szene, wie sie sich tatsächlich überall auf der Welt jeden Auegnblick abspielen könnte.
Was ist denn daran echt:

„Mama sagt, das sind die Gezeiten. Ebbe und Flut. Mal kommt das Wasser, mal geht es. Lustig!“
„Ja, so ist es“, bestätigte der Mann.
„Mama sagt, die Luft hier ist gut für mich. Ich bin nämlich krank. Ich muss immer so viel husten.“
Das Kind redet eben noch über das Meer, und dann, ganz zufällig, über ihren Husten. - Völlig absurder Themenwechsel!

@ Steky: Die Geschichte an sich könnte man allerdings verbessern…..

Möchtest Du nicht die Autorin von deiner Ansicht überzeugen, weil die Geschichte bei Dir nichts ausgelöst hat?
Wie schon erwähnt: Ich habe da etwas überlesen. Das ändert sich auch nicht, wenn du und die Autorin mich jetzt festnageln. Aber wenn du es genau wissen willst: Ja, ich finde, diese Geschichte könnte man verbessern.

Ist nicht Leid ein grosses Thema in unsrem Leben? Und wenn nicht, dann im Leben vieler anderer? Beschäftigt sich Literatur nicht hauptsächlich mit dem Thema Leid?
Natürlich ist Leid ein Thema, das es Wert ist, behandelt zu werden. Meiner Meinung nach hätte man sich diesem Thema aber intensiver annehmen können, hätte man das Kind weggelassen und sich auf den Mann konzentriert. Warum kriecht man nicht in den Kopf des Mannes und erstellt aus dem, was wirklich in ihm vorgeht, einen Konflikt? Konflikte trägt man ganz tief in der Seele - es bedarf also keiner Fremdeinwirkung, will man diese darstellen. Und Trost ist etwas Vorübergehendes - das war´s dann aber auch schon. Man muss also nicht so tun, als wäre dieser Mann jetzt "geheilt" oder so; er trauert, defacto ist er wütend - und daran ändert auch das Kind nichts.

Das Leid des Kindes, das so fröhlich daherkommt, ist in dieser Geschichte wohl garnicht der Punkt, sondern vielmehr das Leid des Mannes.
Das Kind hat nur die Rolle, Trost zu spenden. In dieser Geschichte tröstet ein leidendes Kind einen leidenden Mann und ist ihm somit in ihrer Reinheit überlegen, da es bei dem Mann etwas auslöst. Das Kind blockiert aber auch den Zugang zu der Gedankenwelt des Mannes.

Steky: “””Wirkliches Leid kennt keine Aufmunterung - selbst nicht durch ein süßes kleines Kind -, da es in der Regel Hand in Hand mit der Wut geht.”””
Erfahrungen zeigen hier andere Ergebnisse…Viele Menschen würden dies oder das tun, Sogar Selbstmord begehen (wenn sie keine Kinder hätten).Viele Menschen ertragen Leid nur, weil sie Kinder haben, die sie jeden Tag wieder hochziehen und ihnen einen Sinn im Leben geben.
Hier geht es aber explizit um Trauer. Die Trauer ist ein Prozess, der damit anfängt, dass der Mensch unheimlich wütend ist - auf Gott, auf die Welt, auf das Wetter. Man fragt sich: Warum nimmt Gott mir diesen Menschen? Was ist der Sinn des Lebens? All diese Wut und all diese Fragen schlummern nun im Inneren des Mannes. Frage: Warum gräbt man das nicht aus? Das Kind ist doch völlig Fehl am Platz! Es blockiert die essentiellen Fragen, die der Mann mit sich herum trägt. Natürlich wird man diese in einer Kurzgeschichte nicht lösen können - aber man hätte darauf eingehen können. Das wäre was mal etwas Neues und würde mich ehrlich interessieren!

Ich entschuldige mich bei Dir, Steky.Dies ist meine ganz persönliche Ansicht. Ich hoffe, Du siehst es als eine fröhliche Diskussionsrunde zum Thema. Auf jedenfall respektiere ich Deine Ansicht. Wenn eine Geschichte nicht gefällt – dann kann sie nicht gefallen, selbst wenn man sich den Mund fuselig redet. Und so soll es dann auch sein.
Ich habe doch nie gesagt, dass diese Geschichte schlecht ist. Ich finde nur, dass hier mehr drinnen gewesen wäre, und dass es nicht immer ein kleines Kind braucht, wenn es um Leid geht. Leid will erforscht werden. Und dass es soetwas wie "Trost" gibt, das ist selbst mir bekannt - ob du es glaubst oder nicht.

@Hyazinthe

Du vermisst den Konflikt in der Geschichte? Dabei erzählt sie doch so viel über menschliches Leid, über den Umgang damit und wie die Menschen sich im Leid begegnen
Leider tut sie genau das nicht. Die Geschichte stellt Trost dar - und das war´s dann auch schon.

Die Sache mit dem Konflikt ist nun hoffentlich bei allen angekommen - mir geht nämlich langsam das Verbandsmaterial aus.


LG
Steky
 
S

steky

Gast
Wenn du Texte nicht begreifst, weil du sie nicht sorgfältig genug liest, oder ihre (einfachen!) Inhalte weder interpretieren noch reflektieren kannst, solltest du sie nicht kritisieren und "verbessern" wollen, sondern das Defizit bei dir selbst suchen, @steky: Die "Mitleidsfrage" gehört zum Kanon jeder sozial geprägten Gesellschaft und ist religionsunabhängig.
Ach, aligaga, jetzt machst du aber aus einer Mücke einen Elefanten ... Glaubst du wirklich, ich verstehe diese Geschichte nicht? Muss ich alles, was ich verstehe, goutieren? ... Was Mitleid betrifft, bist du glaub ich der Letzte, von dem ich mir Tipps gefallen lassen muss.

Unfassbar, wie hier geheuchelt wird ... Unfassbar!!!
 

molly

Mitglied
Hallo zusammen,

"Die Geschichte stellt Trost dar" schreibt stecky und ich stimme ihm zu. Ein Mann, der vor kurzem seine Frau verloren hat, muss sich zunächst damit auseinandersetzen, dass ein wichtiger Teil seines Lebens "weggebrochen" ist. Das Kind wird ihn für kurze Zeit trösten oder auch nur von seinem Leid ablenken.
Als Lisa eine Hustenattacke erleidet, ist der Mann hilflos, er hat aber bestimmt Mitleid mit dem Kind.
Doch eine Verbindung zu seinem Schmerz kann er nicht herstellen, das wäre für jeden Trauernden nicht möglich.

Aber sollten wir uns nicht immer wieder gegenseitig trösten?
Das finde ich, ist auch eine gute Botschaft.

Viele Grüße

molly
 
A

aligaga

Gast
Was für Geschwurbel, @steky! Statt einzusehen, dass du dich mit deiner Kritik an dem Stückerl vollkommen vergaloppiert hast, jetzt Exegesen über banalste Sachverhalte!

Dabei geht es, klar erkenntlich und schön von der AutorIn zum Ausdruck gebracht, um nichts als Zuwendung. Du hast in deiner Kritik behauptet, Schmerz sei nicht zu lindern; die durch ihn erzeugte Wut blockiere alles. Dass dir jeder diese blödsinnige Ansicht um die Ohren haut, darf dich jetzt nicht wundern, zumal du sogar die Autorin in diesem Unsinne beleeren wolltest.

Wenn Hyazinthe hier einem Kind den Büchsenöffner in die Hand gibt, hat das mit Pathos nichts zu tun, sondern schlicht damit, dass Kinder unbefangener sind und deshalb manches rascher "auf den Punkt" bringen als Erwachsene. Sie sind nicht empathischer wie diese, können bei Bedarf auch megagrausam sein. Jeder, der schon mal mit Kindern zu tun hatte, weiß das.

Ttip, @steky: Nicht weiter rechthubern wollen, sondern lesen. Lesen!!

Gruß

aligaga
 

Hyazinthe

Mitglied
Guten Morgen, steky!

Gerade habe ich deine späte Replik auf Ji Rinas und aligagas Kommentare gelesen.
Mir ist aufgefallen, dass du dich sehr über die positiven Bewertungen aufregst und meinem Text Pathos, "Ausgelutschtheit", Unechtheit, absurden Themenwechsel u. v. a. vorwirfst, besonders aber, dass das Kind "den Zugang zur Gedankenwelt des Mannes blockiert", der doch vor allem "wütend" sein muss...

(Das hat bei mir fast den Eindruck geweckt, als ob du dich gerade selbst in einer Phase der Trauer befindest und dich mit den dadurch ausgelösten Emotionen herumschlägst. Aber ich will dir auf keinen Fall zu nahe treten, Entschuldigung!)

Was den Text angeht: Mir war es wichtig, diesen kleinen Moment menschlicher Nähe zu zeigen, der manchmal ganz unverhofft entsteht und der tatsächlich (obwohl es pathetisch oder unwahrscheinlich klingen mag) Trost spenden kann.
Kinder in Lisas Alter sind häufig viel direkter und gehen unverkrampfter als Erwachsene mit den Gefühlen anderer um, deshalb habe ich ein Kind als Gegenüber des Mannes gewählt (und nicht als "süßes Kind, das auf die Tränendrüse drücken soll", wie du unterstellst.)

Über die Gedankenwelt des Mannes und wie er seine Trauer bewältigt (zu der nicht immer nur Wut gehört, sondern auch das Sortieren und Wertschätzen der Erinnerungen an den geliebten Menschen, das Akzeptieren des Unvermeidlichen, das Wachsen und Reifen durch den Verlustschmerz ...) könnte man eine neue Geschichte schreiben. Vielleicht hast du Lust dazu?

Gruß, Hyazinthe

PS Ich glaube nicht, dass hier irgendjemand heuchelt. Oder ein "gefühloser Eisklotz" ist.
 

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