Gipfeltage

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Ciconia

Mitglied
[ 4]Die Hansestadt hält heut den Atem an,
[ 4]man möchte sich am liebsten absentieren.
[ 4]Zu ihrem Schutz gut fünfzehntausend Mann,
[ 4]und niemand darf die Contenance verlieren.
[ 4]
[ 4]Gerüstet wird seit vielen Wochen schon.
[ 4]Wer blickt noch durch bei all den Demonstranten
[ 4]zu Klimawandel, Handel, Korruption,
[ 4]dazu ein paar neutrale Ignoranten.
[ 4]
[ 4]Vielleicht zerreißt die Stadt an diesem Druck,
[ 4]sie könnt‘ verletzt aus dem Spektakel gehen.
[ 4]Wie schön wär’s, gäb’s beim Gipfel einen Ruck -
[ 4]dann würd‘ die Welt sich friedvoll weiterdrehen.
[ 4]
[ 4]Doch wird’s danach sein, wie es immer war:
[ 4]Containerriesen gleiten träg und leise
[ 4]im Elbstrom unterhalb der Hafenbar
[ 4]mit Fracht aus Übersee zum Schleuderpreise.
 
Hallo Ciconia,
im Grunde mag ich keine Gedichte über politische Ereignisse.
Man wird durch die Medien davon so berieselt, dass man nicht auch noch durch die Lyrik damit konfrontiert werden muss.
Dieses Gedicht finde ich aber einfach klasse.

Viele Grüße,
Marie-Luise
 

Ciconia

Mitglied
Vielen Dank für die Wertungen und vielen Dank für Dein Lob, liebe Marie-Luise.
Ich habe versucht, die Ereignisse so unpolitisch wie eben möglich darzustellen ...

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Vielen Dank, Helmut!

Und heute könnte man nur noch weinen.

[ 4]Die Stadt ist heute kollabiert,
[ 4]man hat ihr Innerstes zerrissen ...


Gruß Ciconia
 

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