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    Viele Grüße
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Großstadtnächte

Ruedipferd

Mitglied
Vater musste um acht Uhr noch eine weitere geschäftliche Veranstaltung besuchen, zu der er mich aber nicht mitnehmen konnte. Er würde erst spät in der Nacht wiederkommen, sagte er. Mir war es recht. Ich wollte ausgiebig mit Andy telefonieren. Das Hotel verfügte über ein Hallenschwimmbad und einen Fitnessraum. Internet und Kabelfernsehen boten genug Abwechslung, dachte ich.

Um neun Uhr abends war mein gesamter Colavorrat leer und alle Süßigkeiten hatten ebenfalls ihren Weg in meinen Magen gefunden. Ich zappte durch die Kanäle. Langweiliges Programm. Die Fernsteuerung flog aufs zweite Bett. Ich zog mir ein frisches dunkles T-Shirt an und stellte fest, dass mir meine Jeans zu eng geworden war. Irgendwie bekam ich den Reißverschluss nur noch halb zu. Muss eben ein Stück offen bleiben. Ich hatte mir vor einiger Zeit ein künstliches Glied gekauft, welches ich in der Unterhose trug. Die Beule vorne sah geil aus. Ich griff mir meine Jacke, steckte etwas Geld in die Tasche und die mahnenden Worte meines Vaters, abends nicht ohne ihn aus dem Hotel zu gehen, waren Schall und Rauch von gestern. Ich war Hamburg gewohnt und dachte mir nichts dabei, als ich vor dem Hotel stand und ein paar Schritte in die Richtung spazierte, aus der ich laute Musik hören konnte. Grelles Neonlicht empfing mich, hüllte mich ein und betörte meine Sinne. Gerüche von Bier, Zigarettenrauch und Schweiß drangen auf die Straße. Countrymusik, Jazz, Techno und Lieder aus dem Musikantenstadl vermischten sich. Autos hupten, eine Menschenmenge kam auf mich zu, ich wurde mitgerissen, noch ehe ich verstand, was geschah und blickte mich um. Überall ein Meer von Lichtern, noch mehr Menschen und ein Mädchen, grell geschminkt, in Moonboots und mit riesiger Oberweite, nahm mich in den Arm.

„Hey, Kleiner, wollen wir zu mir gehen, du bist aber süß“, sagte sie. Ich ahnte, dass ich mich von ihr losmachen musste, bekam Panik und antwortete nur: „Danke, du auch. Aber ich bin noch keine Achtzehn.“
„Na, dann komm wieder, wenn du soweit bist“, lachte sie mir schallend hinterher. Es klang wie eine Ohrfeige. Puh, das war knapp gewesen und ich gerade noch einmal gerettet. Wo war ich hier gelandet? Ich taumelte ein Stück weiter in die Dunkelheit. Eine Kirche, ich las die Inschrift. Was? Auf der Reeperbahn gab es eine katholische Kirche? Wie konnte so etwas sein? Hier auf der sündigsten Meile der Welt? Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Neugierig und in der Hoffnung, dass mir dort oben nichts passieren würde, stieg ich die Stufen hoch. Die Tür war natürlich verschlossen. Klar, am Abend, das muss sicher so sein, dachte ich.

Eine Gruppe japanischer Touristen zog unten auf der Straße an mir vorbei. Von hier oben hatte man einen guten Ausblick. Langsam wurde ich ruhiger und sicherer. Rechts verlief die Hauptstraße, ich musste also noch einmal durch die Menschenmenge zurück und zwischen die Bordelle entlang gehen. Dass ich fast geradezu in einen Puff hineingelaufen war, hatte ich inzwischen herausgefunden. Die Aufschrift auf der Tür war nicht zu übersehen.

Ich dachte an meinen Vater. Es schien doch etwas an den Warnungen dran zu sein, hier abends nicht allein herumzustromern. Wo lag nun das Hotel? Das war die Preisfrage und von der richtigen Antwort hing einiges für mich ab. Ich atmete durch. Langsam setzte ich mich in Bewegung und versuchte mich bewusst durch die Menschenansammlung zu manövrieren. Es klappte. Ich stand wieder an der lichtdurchfluteten, funkelnd lauten Straße und sah nach oben. Das Straßenschild gab mir den Rest. Große Freiheit, las ich und schluckte.
Da hatte ich wieder einmal meinem Vater eine Erfahrung voraus, wobei der sicher schon mal hier gewesen war. Aber halt nicht mit mir. Ich beschloss, mein Geheimnis für mich zu behalten. Langsam schlenderte ich an den Kneipen und Sexlokalen vorbei.

In einer dunklen Nische stand ein Junge, ungefähr so alt wie ich und starrte vor sich hin. Ich ging weiter. Das Bild hielt mich auf geheimnisvolle Weise fest. Abrupt machte ich wieder kehrt, ging auf den Jungen zu. Hey, den könnte ich nach dem Weg fragen, dachte ich und gab damit meinem merkwürdigen Verhalten einen vernünftigen Grund.



Hamburger Nächte

„Du, entschuldige, wo liegt das Mercator Hotel?“ Er sah müde aus. „Hier nicht, bist du Tourist?“ Er grinste.

„Ich bin mit meinem alten Herrn da, aber der trifft Geschäftsleute und ich hab mich wohl verlaufen. Ich heiß Max.“

„Conny. Bist du aus Bayern, du klingst so anders?“

Ich musste lächeln.

„Das ist mir aber ziemlich unangenehm, eigentlich versuche ich ordentliches Hochdeutsch zu sprechen. Ich war heute Nachmittag im Eisstadion und morgen wollen wir den HSV sehen. Wenn nicht gerade Bayern spielt, steh ich auf Hamburg.“

Er lächelte nun auch.

„War lange nicht mehr dort. Ist sehr teuer und ich muss Geld verdienen.“

„Hier?“, fragte ich ihn irritiert.

„Ja, du nimmst mir gerade die Kundschaft weg. Ich warte auf Typen, die für einen Jungen bezahlen.“

Geschockt und verblüfft über seine direkte Antwort starrte ich ihn an. Gehört hatte ich davon. So wie es Frauen gab, die auf den Strich gingen, gab es auch Jungen, die das taten. In München war das keine Seltenheit, aber ich hatte noch nie Kontakt zu solchen Jungen gehabt.

„Verdienst du viel und wie läuft so etwas ab? Ich hab davon gehört, aber es noch nie gesehen, geschweige denn, selbst erlebt?“, fragte ich. Meine Neugierde siegte. Die Vorsicht flog gerade mit dem nächsten Luftzug um die Ecke. Was konnte mir schon passieren, Conny war nicht viel älter als ich.

„Ich bin Siebzehn und du?“, setzte ich nach.

„Ich auch, und ich mach das ziemlich lange. Meine Mutter hatte einen Typen nach Hause gebracht, der vermöbelte mich und da bin ich abgehauen. Aber von irgendwas musst du leben. Ein Freund hat mir den Tipp gegeben. Ich bin schwul, weißt du. Sonst kann man das nicht.“

Wow. Das war ehrlich. Ein unsichtbares Band hatte sich spontan um uns beide geschlungen.

„Wahnsinn. Das bin ich auch, obwohl ich zusätzlich eine Freundin hab. Aber ich kann mit ihr noch nichts anfangen. Ich muss erst operiert werden.“

Wir sahen einander in die Augen, er verstand nicht. Ich erzählte ihm meine Geschichte und spürte deutlich Überraschung und Anteilnahme.

„Wollen wir etwas trinken gehen?“, fragte ich und hoffte, er würde mir mehr über sein Leben erzählen. Er nickte, übernahm die Führung und schob mich zielstrebig zu einem der zahlreichen Kioske. Ich bestellte zwei Bier. Unzählige Menschen aller Nationalitäten und Hautfarben spazierten an uns vorbei. Von der Umgebung ging eine unbeschreibliche Atmosphäre aus, die jeden in ihren Bann zog. Das Sprachgemisch konnte nicht verwirrender sein.

Conny kannte sich aus und er wird mir später den Weg zum Hotel zeigen, dessen war ich mir sicher. So ließ ich Leuchtreklame und Ambiente auf mich wirken, blickte mich interessiert um. Mein anfängliches Unbehagen verschwand. Neben Kiosken und einschlägigen Sexlokalen gab es Geschäfte, in denen man alles kaufen konnte, was mit Liebe zu tun hatte.

Immer wieder traten grell geschminkte Frauen in engen Leggings auf vorüberziehende Männer zu. Das eine oder andere Mal hakten sie sich nach kurzem Gespräch unter und führten ihre Partner zu den Hauseingängen, wo beide verschwanden. Ich begann die Zeit mit meinem Handy zu stoppen. Nach einer halben Stunde kamen die meisten Herren wieder heraus. Kurz darauf erschienen auch die Frauen erneut. Conny grinste vielsagend, als ich ihn auf meine Beobachtungen aufmerksam machte.

Er berichtete, wie es ablief, wenn er sich mit Männern traf. Eine fremde Welt wurde zum Greifen nah. Ich spürte merkwürdige Erregungen in mir. Mangel an Phantasie kannte ich nicht. Conny stand mit beiden Beinen auf der Erde und konnte mit seiner Erzählweise eine Situation herbeiführen, die einerseits in mir den begierigen Wunsch nach eigenem Erleben auslöste, mich kurz darauf jedoch mit Ekel und Ablehnung reagieren ließ.

Da bildete sich eine ambivalente Spannung in mir. Ich stellte mir ein Drahtseil vor. Ich hatte die Wahl: Von oben auf die verruchte Welt hinabzusehen und in gebührendem Abstand auf dem Seil in meiner eigenen Welt weiter zu wandern oder den Sprung nach unten zu wagen, um mit der neuen Welt zu verschmelzen. Meine Gedanken schweiften ab. Ich machte mir Sorgen um den Rückweg, wenn ich erst unten angekommen war.

„Hörst du mir eigentlich zu?“ „Hallo, Max! Bist du noch da?“ Erschrocken zuckte ich zusammen.

Conny sah mich vorwurfsvoll an. „Ich versuche dir grad vom Elend eines Strichers zu erzählen und du scheinst zu träumen“, meinte er. „Entschuldige, ich bin hin und her gerissen. Das ist dem Augenblick geschuldet. Es hört sich so geil an. Irgendwie fällt mir der Vorhof zur Hölle ein. Verführerisch und mahnend. Auf der einen Seiten die Huren, auf der anderen der Pfarrer. Hast du schon mal dran gedacht, etwas anderes zu machen? Du kannst als Mann auf dem Kiez in Bars und Läden arbeiten. Die brauchen kräftige Kerle. Türsteher ist immer noch besser, als fremden Typen den Hintern hinzuhalten. Oh, sorry, ich rede schon wie mein Alter.“

Hups! Wann wollte der wieder im Hotel sein? Wenn er kam und mich nicht vorfand, musste ich mir eine plausible Erklärung einfallen lassen. „Das ist schon okay. Ich kenne die meisten Ladenbesitzer und wenn ich den Absprung mache, findet sich schon etwas. Aber ich muss auf Kohle verzichten. So viel wie jetzt, werde ich niemals in einer normalen Arbeitsstelle verdienen. Nicht mal als Hausmeister im Puff.“ Starkes Argument. Geld war nicht unwichtig. „Vielleicht gibt es etwas dazwischen.“ Ich überlegte. Das Internet ließ etliche Innovationen zu. „Man könnte für Männer etwas Ähnliches aufziehen, wie es die Frauen bereits machen. Also, einerseits den normalen Puff betreiben, mit allem, was dazugehört und die Mädels wie Angestellte anmelden und versichern. Daneben arbeiten diejenigen, die keinen Körperkontakt wollen, vor der Kamera. Das hat den Vorteil, dass du allein oder maximal mit einem Freund zusammen bist. Krankheiten werden damit verhindert. Du schlägst zwei Fliegen mit einer Klappe.“

Voller Stolz strafte ich meinen Oberkörper. Hatte ich etwa grad ein neues Geschäftsmodell entworfen? Überraschend zeigte sich Conny interessiert. Er nahm unsere leeren Flaschen und stand auf. Ich wehrte ab. „Stopp, für mich nur noch eine Cola. Sonst enterbt mich mein alter Herr. Wir besitzen eine Brauerei und er sagt immer, ich soll aufpassen, nicht mein bester Kunde zu werden!“ Conny brach in glucksendes Gelächter aus.

Ein knapp bekleidetes Mädchen kam an unseren Tisch und hielt mir ihre Brüste vor, die in einem roten Top steckten. „Gibst du mir ein Bier aus?, schnurrte sie, griff mit ihren Fingern in mein Haar und schlang mir ihre Arme um den Hals. Vor ein paar Stunden war ich noch in Panik vor dieser Anmache weggelaufen. „Conny! Bring ein Bier für die Dame mit!“ Er drehte sich nach mir um. „Sina ist keine Dame, sonst würde sie Sekt bestellen. Aber okay, ich denke, wir machen heute eine Ausnahme.“ Einen Moment später standen Bier und Cola bereit. Sina sah mich prüfend an.

„Wie alt bist du, mein Süßer?“ Ihre Hände streichelten über mein Kinn und fuhren dann zielstrebig über den Brustkorb abwärts. Als sie begann meinen Hosenlatz öffnen zu wollen, schritt meine Hand ein und führte die ihre wieder aus der Gefahrenzone.

„Er ist siebzehn und Transmann, Sina. Wenn er achtzehn ist, kannst du ihn in die Liebe einführen. Sina macht das gut. Bei mir schlugen bisher alle Versuche fehl. Mein kleiner Freund reagiert nur auf Männer“, erzählte Conny und half mir damit aus der Verlegenheit. „Willst du dich operieren lassen?“, fragte Sina, während sie wieder ihre Hände in Richtung meines Gliedersatzes schob. Ich nickte. „Ich habe heute die erste Testosteronspritze bekommen. Im nächsten Jahr geht es gleich nach dem Abi ins Krankenhaus. Dann nehm ich dein Angebot dankend an. Ich habe eine Freundin, die über mich Bescheid weiß und du kannst mir helfen, die Grundlagen der Liebe zu lernen.“ Ich legte den Arm um sie und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

Conny lachte. „Auch Schmusen kostet bei Sina. Du hast noch viel zu lernen. Das Leben auf dem Kiez ist kein Ponyhof!“ Oh je, er hatte recht. Im Laufe des Abends tauschten wir unsere Handynummern. Sina bestand darauf, dass ich ihre ganz oben kennzeichnete. Sie wird mir zu gegebener Zeit einen Termin und einen besonderen Preis mitteilen. Schöne Aussichten. Ich küsste sie noch einmal. Es war fast zwei Uhr geworden. Mein Gewissen meldete sich. Noch länger sollte ich den Ausflug ins Hamburger Nachtleben nicht hinaus zögern. Mein Vater war in der letzten Zeit wahnsinnig cool gewesen, das wollte ich mir nicht verscherzen. Ich sagte den beiden, dass ich gehen muss. Conny bot sich sofort an, mich zum Hotel zu bringen.

Eine kleine Krise war im Anmarsch. Ich überlegte fieberhaft. Wenn ich Sina jetzt Geld gab, war ich dann schon ein Freier, der sie ausbeutete? Meine weibliche Sozialisation meldete sich zu Wort. Ich verwarf den Gedanken. Sina sah einen Mann in mir und Männer bezahlten die Frauen auf dem Kiez. Es war erniedrigend für die Frauen, aber auch selbstverständlich. Sie lieferten eine Dienstleistung ab und Sina tat dies freiwillig und ohne Zwang, wie mir schien. Als Frau würde ich auch bezahlen müssen, wenn ich eine andere Frau um diese Leistung bitte. Mein Rollenwechsel war mit der ersten Hormonspritze heute Morgen endgültig besiegelt worden. Die Realität hatte mich eingeholt. Ich lächelte tief in mich hinein, zog einen fünfzig Euro Schein aus meinem Portemonnaie und steckte ihn dem so verführerisch duftenden Mädchen, das es sich auf meinem Schoß bequem gemacht hatte, in den Ausschnitt.

„Hier, ein kleines Geschenk für das netteste Mädchen der Welt.“ Ich dachte kurz an Jenny und stellte fest, dass Männer hervorragend lügen konnten. Sina nahm den Schein, ließ ihn rasch in ihrer knallgelben Lackledertasche, die sie um den Bauch trug, verschwinden. „Du hast meine Nummer“. Sie hauchte mir die Botschaft zum Abschied ins Ohr.

Conny legte seinen Arm um meine Schulter als wir uns in Richtung Hotel aufmachten.

„Das war der erste Schritt zum Mann. Ich möchte irgendwann testen, ob mein Transmannfreund auch etwas für Männer empfindet“, flüsterte er leise.

Darauf hatte ich gewartet. Wie in Trance drehte ich meinen Kopf, blickte ihm geradewegs in die Augen. Wir standen auf dem Bürgersteig, nur wenige Meter vom Eingang in die Große Freiheit entfernt. Um uns blinkte und blitzte bunte Neonreklame, ein Martinshorn heulte in der Ferne. Die Menschen gingen im Bogen um uns herum, niemand beschwerte sich über das unerwartete Hindernis. Mein Kopf fiel leicht zur Seite. Ich bot Conny unbewusst meinen Hals an. Es war eine typisch weibliche Unterlegenheitsgeste. Aber ich fühlte mich nicht als Frau, als seine Lippen das Angebot annahmen. Ein wohliger Schauer ließ mich erzittern, rann durch meinen Körper.

Eben war ich noch ein Mann gewesen, der zum ersten Mal in seinem Leben eine Frau für Zärtlichkeiten bezahlt hatte. Jetzt wurde ich wieder zum Jungen, der sich mit ganzer Seele seinem Freund hingeben wollte. Wie von selbst legten sich meine Arme um Connys Hals, meine Hände streichelten seinen Haaransatz.

Wir küssten uns, versanken in einem Meer von Glückseligkeit.

Mein Vater war noch nicht ins Hotel zurückgekehrt. Nach dem Duschen kroch ich aufgewühlt ins Bett. Irgendwann muss ich eingeschlafen sein. In der Ferne klopfte es an meiner Zimmertür.

„Max, es ist neun Uhr durch, du Schlafmütze. Ich will mit dir auf die Eisbahn.“ Renes Fäuste pochten energischer. Verschlafen und noch immer von den Eindrücken des gestrigen Abends überwältigt, wühlte ich mich aus den Kissen. Rene schlüpfte herein. Er trug einen Sportanzug und warf seine Schlittschuhtasche auf den Boden. Als er mich ansah, stutzte er. „Was ist passiert? Du siehst so anders aus! Als ob du von einem anderen Stern kommst!“

Ich setzte mich auf. „Ich komme nicht von einem anderen Stern, ich habe einen gesehen“, erklärte ich und schraubte damit die Verwirrung meines Kumpels ins Unermessliche.

„Erzähl! Aber wehe du verschweigst etwas.“
 
G

Gelöschtes Mitglied 16867

Gast
Du verschweigst hier etwas Wesentliches, lieber Rudi, nämlich die Erotik.

Bisher ist mir dieser Weg in der Prosa auch verwehrt geblieben.
 


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