Gutenachtgeschichte (Limerick)

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Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
In Sachsen wäre es "Boofen" und hätte eine ähnliche Bedeutung. Schlafen gehen, aber in einer Boofe.

Schönes Gedicht.

Vers 4 - warum nicht: ... ging sie ... ?
 

Ciconia

Mitglied
Moin Bernd,

danke für Dein Lob!
Vers 4 - warum nicht: ... ging sie ... ?
Hätte man sicher machen können. Aber meine Überlegung war folgende: Das Subjekt im ersten Satz ist „ein Dichter“, also wäre für mich der Bezug von „sie“ nicht klar gegeben. Außerdem finde ich das „Weib“ von der Betonung her treffender. Mein persönliches Sprachgefühl … vielleicht sehen Andere das anders.

Gruß Ciconia
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
"Sie" ist weiblich und bezieht sich nach den Prinzipien von Kongruenz und kurzer Bindung nur auf "die Liebste".

Aber: "Weib" ist tatsächlich stärker.
Nur störte mich "ging's", was das ganze wieder abschwächt.

Wie wäre es mit:

Ein Dichter bat einst in Markt Schwaben
die Liebste, am Werk teilzuhaben.
Nach dreihundert Strophen
ging das Weib lieber poofen.
Jetzt zweifelt er an seinen Gaben.

Dann ist "das Weib" hervorgehoben. Weil "ging das" beide unbetont sind, funktioniert es im Limerick.

V. 3 und 4 müssen nicht die gleiche Silbenzahl haben.
Wenn doch, kannst Du eine bei "nach" davorschieben.

Schon nach/doch nach/dann nach usw.
 

Ciconia

Mitglied
[ 4][ 4]Ein Dichter bat einst in Markt Schwaben
[ 4][ 4]die Liebste, am Werk teilzuhaben.
[ 4][ 4]Doch nach dreihundert Strophen
[ 4][ 4]ging das Weib lieber poofen.
[ 4][ 4]Jetzt zweifelt er an seinen Gaben.
 

Ciconia

Mitglied
Ja, Bernd, das wäre eine Möglichkeit. Ich hab's entsprechend geändert, obwohl mir Zeile 3 und 4 mit je sieben Silben nicht ganz so gut behagen. Aber wenn Du das sagst ...

Nochmals danke!
Gruß Ciconia
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Limericks sind (im Gegensatz zu vielen französischen Gedichten) nicht silbenzählend, sondern taktzählend. Wichtig ist der Wechsel von zwei unbetonten und einer betonten Silbe im Inneren. (Es gibt Ausnahmen, wenn zum Beispiel der Name der Stadt die Form nicht zulässt, aber die brauchen wir hier nicht zu betrachten.)

Der Auftakt kann unterschiedlich lang sein, das Ende kann männlich oder weiblich sein und sogar zwei unbetonte Silben haben.

Ich denke, es ist besser geworden. Was sagen die anderen?
 

wüstenrose

Mitglied
Hi Ciconia,
würde auch den nun veränderten Zeilen 3+4 den Vorzug geben.

Was hälst du von folgender Änderung am Anfang:

Es versuchte ein Dichter aus Schwaben
mit Ergüssen die Liebste zu laben.
Doch nach dreihundert Strophen
ging das Weib lieber poofen.
Jetzt zweifelt er an seinen Gaben.

?

"Einst" würde ich ganz weglassen, da ja in Zeile 5 der Bogen zu "jetzt" geschlagen wird; da erscheint mir "einst" als zu weit weg.

lg wüstenrose
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Wüstenrose,

mit dem einst magst Du Recht haben, das könnte man in jüngst oder heut abändern.

Ansonsten:
Mein Dichter kommt aus Markt Schwaben, und das soll unbedingt so bleiben.
Die Ergüsse :eek: für die Liebste – nun ja, ganz ehrlich … gefallen mir nicht.

Danke, dass Du mal wieder ein wenig mitgebastelt hast! ;)

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Danke, Wüstenrose!
Aber Hinterwald ca. 30 km vor München - das lass mal nicht die Markt Schwabener hören ... ;)

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
[ 4][ 4]Ein Dichter bat jüngst in Markt Schwaben
[ 4][ 4]die Liebste, am Werk teilzuhaben.
[ 4][ 4]Doch nach dreihundert Strophen
[ 4][ 4]ging das Weib lieber poofen.
[ 4][ 4]Jetzt zweifelt er an seinen Gaben.
 

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