Haarige Zeiten

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blackout

Mitglied
Noch einmal.
Noch einmal beginnen, von vorn,
den Dreck der Jahrtausende
als traurige Legenden verbannen
in die Geschichtsbücher.

Unbelehrbar, wie wir sind.
Auf allen Vieren kriechend,
palavern wir von unserem Ideal,
dem aufrechten Gang, der den
Vorvätern so gut stand.

Eisige Regen,
die Zeiten sind nicht so, sagen wir,
derweil die Welt über unserer
Leere zusammenstürzt,
in den Schlamm.

Die Realität. Das.
Archäologen werden unseren Staub
aus der Wüste kratzen, und der Kahlkopf
Hamlets zitiert postum: Sein
oder nicht – wer weiß.
 

Tula

Mitglied
Hallo blackout

Guter Text. "Zum richtigen Zeitpunkt" wie du selbst gern sagst.
Allein bei S1 habe ich einen "logischen Zweifel", weil der Dreck der Jahrtausende ja bereits aus jeder Seite des Geschichtsbuches quillt. Ginge nicht "aus den Geschichtsbüchern verbannen"? - ganz im Sinne des "noch einmal von vorn", die Geschichte neu schreiben.

LG
Tula
 

blackout

Mitglied
Danke, Tula, für den Hinweis. Mich würde daran höchstens stören, was man "die Sieger der Geschichte" nennt. Und jeder Sieger schrieb und schreibt die Geschichte neu, ein Bildersturm. Mein Gedanke dabei war: Reinen Tisch machen, ab mit den verstaubten Kladden in die Verliese, wir haben sie nicht mehr nötig! Konsequenter ist dein Vorschlag. Das Problem dabei, wie ich es sehe, ist, dass man das Gute der Menschheit aus der Geschichte bewahren muss, das ginge dann natürlich mit den traurigen Legenden unter. Das muss ich irgendwie noch ausdrücken. Muss erst mal darüber nachdenken, bis ich da eine Formulierung finde.

Gruß, blackout
 
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