Hans und die Lady

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Hans und die Lady

Hans war am Fluss entlang in den Abend hinein gewandert. Aber die schnäbelnden Pärchen auf den Bänken hatten ihn genervt; und so stand er nun wieder, das zweite Bier in der Hand, im stickigen und dröhnenden Red Brick.

Diese Lady dort. Die bunten Leggins wie aufgemalt. Darüber drei fingerbreit Haut, dann eine bordeauxfarbene Bluse, und ein rotes Band im schwarzen Haar. Wie das alles schwang und flatterte und hin und her glitt! Die Brustwarzen konnte man nicht erkennen, wohl aber die kleine Furche im Schritt.

Und jetzt, kein Zweifel, tatsächlich – Blickkontakt! Im Nu war er auf der Tanzfläche, fand den Rhythmus, umfuhr, ohne sie zu berühren, mit Händen und Armen den Raum, in dem sie kreiste, als wolle er ihn formen. Sie schlängelte sich immer näher heran, verschränkte die Hände über dem Kopf, bei jeder Drehung sah er ihre Brüste durch die weiten Blusenärmel.

Die Musik wurde langsam, sie schlossen die Arme und fielen mit den Lippen ineinander, als wollten sie sich aussaugen. Mein Gott, dachte Hans, Monate ist das mit der Gerda jetzt her, ein halbes Jahr bestimmt, und war doch auf Dauer angelegt gewesen. Die schnell aufsteigende Geilheit war ihm zuerst peinlich wie früher auf den Schülerparties, dann aber dachte er: „ Son dickes Ding wird die schon öfter gespürt haben“ und presste sie, die Hand auf ihrem Arsch, noch fester an sich.

Ja, sie wäre durchaus bereit, woanders hinzugehen, wo es ruhiger sei, auch zu ihm nach Hause, warum denn nicht. Ein Fünfer sei OK, meinte der Minicarfahrer, und dann saßen sie auf der Rückbank. Die Fummelei wurde verhaltener, sie konnten es jetzt gemütlicher angehen.

Plötzlich sagte sie: “Ich will jetzt sofort aussteigen” und entwandt sich seinen Armen. Der Fahrer hielt, sie stieg aus und stakste davon.

“Grins nicht so blöd!”, fuhr Hans den Fahrer an. Der meinte nur: “Ach, Junge, stell dich nicht so an, was denkst du denn, ich fahr hier drei mal die Woche nachts.”

“Scheiße, Mann,” sagte Hans, fischte den vorletzten Zehner aus seinem Portemonnaie, sagte: “Ist Ok so” und ging in die andere Richtung davon.
 

CPMan

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Lieber Binsenbrecher,

dein Text wirkt wie sein Inhalt: ein abgebrochener, nicht vollführter Quickie. Sprachlich ohne Eleganz, hastig aufs Ziel hinarbeitend und
dann recht enttäuschend. Wozu das Ganze, fragt man sich bezüglich Form und Inhalt, wenn es nicht zum Höhepunkt kommt.

LG,

CPMan
 
Vielen Dank für Deinen Kommentar, CPMan!

Ich entnehme ihm, dass der Text so funktioniert, wie ich es mir gedacht hatte. Kurz und knackig. Ohne Gedöns. Aber ob er wirklich auch ohne sprachliche Eleganz daher kommt? Gewiss, manche mögen es lauter - na egal.

Grüße, Binsenbrecher
 

Susi M. Paul

Mitglied
Lieber Binsenbrecher, ich finde er funktioniert tatsächlich so, kurz und knackig. Nur ein Problem sehe ich, den recht unmotivierten Abbruch. Wie wäre es, wenn sie nicht zu ihm, sondern zu ihr fahren würden. Dann bliebe, auch wenn du es nicht auszuführen brauchst, die Möglichkeit, dass sie sich auf diese Weise eine billige Mfg besorgt. Aber auch so, wie die Geschichte dasteht, gern gelesen.
 
Vielen Dank, Susi M. Paul, für Deinen freundlichen Kommentar.

Was die Motivation der Lady betrifft, plötzlich auszusteigen, wir können da nur rätseln. Hat sie die Geilheit verlassen? Hat sie von Anfang an nur mit ihm "gespielt", und zwar ein Spiel, das für sie den GV nicht einschloss? Hat sie plötzlich kalte Füße bekommen, hat er was Abstoßendes gesagt oder getan? Das wissen wir alles nicht.
Denn viel wissen wir ja nicht über sie, ein paar Stichpunkte über ihr Aussehen und eine einzige sprachliche Äußerung, die, sagen wir mal, auch nicht von überschwänglicher Begeisterung zeugt, und diese auch nur in indirekter Rede.

Es ist aber auch nicht meine Aufgabe als Autor, die Motivationen meines Personals zu liefern, ja nicht mal, sie zu kennen.

Grüße, Binsenbrecher
 

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