Herbert Tamban Kopflos auf dem Deister - Recherche in den Tod - Teil 1

ahorn

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Zum 1. Band

Herbert Tamban

Kopflos auf dem Deister
Recherche in den Tod

Entblößt

Pressemitteilung mit Pep

„Wohin willst du?“
„Weg.“
„Warum?“
Sie beugte sich vorn über, streckte ihm ihren nackten Hintern entgegen und schnappte sich ihren Büstenhalter. „Eine ganze Nacht kostet extra.“
„Sehr witzig.“
Sie erhob sich, schlang den Büstenhalter um ihren Oberkörper, schloss diesen und während sie die Träger über ihre Schultern legte, zischte sie: „Männer“.
„Wie?“
Sich zu ihm umwendend, grummelte sie:„Männer sind schwanzgesteuerte Vollidioten, anstatt zuerst die Lage zu checken …“
„Monika, konnte ich ahnen, dass ..? “
„Nicht jede Frau, die in einem Bordell an der Bar sitzt und sich mit dem Barkeeper unterhält, eine Prostituierte ist?“, vervollständigte sie seine Frage. „Wirf mir meinen Slip herüber!“
Er wühlte durch die Bettwäsche. „Aber?“
„Pass auf! Was hättest du gesagt, wenn dir ein Typ von hinten an den Arsch fasst, mit seinen schmuddeligen Grapschern an deine Titten greift und dir ins Ohr haucht, wie wäre es mit uns beiden?“
Er runzelte seine Stirn und kniff ein Auge zu. „Hau ab, du Wichser.“
„Dann hättest du mich gefragt, was ich dort treibe? Stimmst?“
„Ja.“
„Du hättest nichts gerafft und meine Tarnung wäre aufgeflogen.“
„Aber gleich zweihundert in bar und ein Abendessen.“
„Mein Slip“, donnerte sie ihm entgegen.
Er warf ihr den Slip zu und wetterte: „Ich bekomme noch die zwei Scheine zurück.“
„Vergiss es! Hättest du sowieso ausgegeben.“ Sie schmunzelte. „Buch den Zaster als Schmerzensgeld ab.“
„Für wen?“, hakte er nach, während sie in ihren Slip stieg.
„Für mich. Glaubst du, es war für mich geil? Erst Ewigkeiten herum rubbeln und dann ..?“
„Das habe ich anders in Erinnerung.“
Monika faste sich mit der eine Hand an ihren Schritt, mit der anderen an ihre Brust. Röchelte. „Oh ja, komm, oh mach weiter so, gleich, gleich, oh mein Gott, gib es mir, ich spür es schon, jetzt, jetzt“, stöhnte sie ihm vor. Dann verschränkte sie ihre Arme. „Ich habe dir einen Gefallen getan. Du bringst es eben nicht, das habe ich dir bereits zweimal verklickert.“
Er verzog sein Gesicht. „Aber dieser Dünnbier und Herbert?“
Sie bückte sich erneut, ergriff ihre schwarzen Nylonstrümpfe, stellte ihren rechten Fuß auf die Matratze und zog sich den ersten Strumpf über. „Mike ist eine Klasse für sich. Aber Herbert?“
„Sag bloß, die Gerüchte sind unwahr?“
„Wenn er dir nichts erzählt, sage ich nichts. Immerhin seid ihr Kumpel.“ Der zweite Strumpf glitt über ihr linkes Bein. „Ihr redet nie miteinander. Männer!“
„Hast du deswegen die Sache mit dem Riemer der Presse gesteckt.“
Sie tippte an ihre Brust und zischelte: „Ich? Nie!“, dabei blinzelte sie ihn an.
„Monika!“
„Dirk, hör mir zu. Ihr beide gleicht euch. Ihr seid nicht allein im Bett weit unter dem Durchschnitt, sondern ...“
Er zog seine Augenbrauen zusammen. „Was willst du damit sagen?“
„Ich kenne kaum grottigere Ermittler als euch beiden.“ Sie spitzte ihre Lippen. „Eigentlich seid ihr alle hier in Hannover gleich, wartet nur auf eure Pension.“ Sie legte ihre Hand an ihr Dekolleté. „Ein Polizist muss sich engagieren, aufgehen in seinem Beruf, um das Verbrechen zu bekämpfen.“ Ihre Finger glitten über ihre Brust, dann warf sie sich auf Dirks Bett und durchstöberte die Bettwäsche.
„Suchst du was?“
„Meine Kette.“
„Wie sieht sie aus?“
„Kette eben. Wo guckst du eigentlich beim Sex hin?“ Sie schüttelte ihren Kopf. „Vergiss es. Glotze mir nicht auf meine Titten, sondern helfe mir beim Suchen.“
Er richtete sich auf und fasste an ihren Hintern.
„In meinem Arsch ist sie bestimmt nicht“, harschte sie ihn an.

Dirk nahm seine Hand von ihrem Hintern, steckte diese zwischen die Matratzen und fingerte im Spalt herum. „Ich habe etwas“, gab er bekannt, wobei er lächelte. Dann zog er seine Finger heraus und übergab ihr die silberne Kette. Den Anhänger mit seiner anderen Hand haltend, wendete er sich ihr zu. „Was ist das?“
„Ein Labry.“
„Ein was?“
„Eine minoische Kampfaxt“, zischte Monika, schnappte sich ihre Kette, begutachtete diese und stellte lapidar fest, dass diese hin sei. Dann stopfte sie jene unter die Spitze eines Strumpfes und stand auf. „Kein Wort zu Herbert.“
„Hat er dir die Kette geschenkt?“
„Denk nach?“ Sie schlug an ihre Stirn. „Ich vergaß, geht nicht, du bist ein Mann.“
Er fasste sich an seinen Schritt. „Dass wir miteinander geschlafen haben?“
Monika ging zum Fußende des Bettes, kniete sich erneut nieder und brachte ein rotes Kleid zum Vorschein.
„Und?“ Er zog seine Augenbrauen zusammen. „Gib es endlich zu, dass ihr ein Paar seid.“ Er lehnte seinen Kopf zur Seite. „Wenn ich mir vorstelle, meine Freundin springt mit einem Anderen in die Kiste und vögelt mit dem ohne …“
Sie schlüpfte in ihr Kleid, kam auf ihn zu, setzte sich auf die Bettkante, wandte ihm den Rücken zu und hob ihre Haare an. „Machst du mal zu?“
„Na ja“, druckste er und schloss ihr Kleid, bis es eng an ihrem Körper anlag.
„Wie soll es sonst gehen?“, murmelte sie, erhob sich und strich den Rock ihres Kleides glatt, bis dessen Saum gerade die Spitze ihrer Strümpfe verbarg. „Wo wir uns getroffen haben.“
Er nickte. „Jetzt verstehe ich, wegen der Tarnung. Du ermitteltest auf eigene Regie.“

„Eigene Regie?“, flüsterte sie, während sie auf ihre weißen Stiefel zuschritt, einen ergriff, über dessen hohen, spitzen Absatz strich und, die Lippen gepresst, ihren Kopf zu Seite lehnte. Sie schmunzelte, grinste, verzog gar ihr Gesicht zu einer hämischen Fratze, derweil sie in jenen hineinschlüpfte. Nachdem sie in den zweiten Stiefel gestiegen war, ihre Handtasche über ihre Schulter gehängt hatte, stolzierte sie zur Schlafzimmertür. Beim Verlassen des Zimmers wandte sie sich letztmalig um, lächelte und sprach: „Eigene Rechnung.“
Ein Auge zugekniffen, starrte er sie an. „Rechnung?“


Yellowpresse auf Abwegen

„Sandra, wo bist du?“
„Hier“, hörte Andrea sie schluchzend aus dem Wohnzimmer.
Er ging zu ihr. Sie kauerte auf dem Sofa.
„Meine Eltern haben mich abgefangen. Sie fragen, ob wir heute zum Spieleabend herunterkommen.“
„Lass mich!“
Er trat an sie heran, kniete sich nieder und strich über ihr schulterlanges rotblondes Haar. „Was ist?“
„Die wollen mich fertig machen, aber nicht mit mir. Vorher kündige ich.“
Sein Gesicht an ihren Hals gedrückt, umarmte er sie. „Wer will dich fertig machen?“
Sie wandte ihm ihr Gesicht zu, worauf er ihre verlaufende Wimperntusche abwischte.
„Die Chefredakteurin.“
„Warum? Du hast erst bei der Bärbel angefangen.“
„Das ist es ja.“
Sie waren seit knapp einem halben Jahr ein Paar, obwohl, wie man sagte, sie sich bereits aus dem Sandkasten kannten. Bei einer Party hatte es zwischen ihnen gefunkt. Andrea hatte kurz zuvor seinen Dienst angetreten, und sie ihren Vertrag bei der Bärbel, einer Frauenzeitschrift in Köln unterschrieben. Es war für beide zwar umständlich, dennoch lag die Dachgeschosswohnung in seinem Elternhaus günstig. Sein Schichtdienst sowie ihre Möglichkeit, teilweise von zu Hause zu arbeiten, machten die Wege zur Arbeit einigermaßen erträglich. Wenn es bei ihm eng wurde, pennte er bei einem Kumpel auf dessen Sofa.

Ein gemeinsames langes Wochenende stand vor ihnen und er verstand nur Bahnhof. Er vermochte nicht, die Gedanken von Frauen zu erfassen. Sie waren für ihn die berühmten Bücher mit den sieben Siegeln.
Woher auch? Sandra war seine erste Freundin, jedenfalls mit der er zusammenlebte. Welch ein Mann interessiert sich für das Innere eines One-Night-Stands.
Andrea schmunzelte bei dem Gedanken, obwohl ihm nicht zu Lachen zumute war.
„Was hat die böse Chefin dir angetan?“
Sandra zwängte sich aus seiner Umklammerung und setzte sich im Schneidersitz hin.
„Eine Titelstory hat sie mir gegeben.“
Nach diesem Satz verstand er gar nichts mehr. Es war ihr Verlangen, als Journalistin groß herauszukommen.
„Ist doch super.“
„Schrecklich!“ Sie weinte.
Andrea tröstete sie. „Um was geht es den?“
„Seitensprungportale.“
Er schluckte zuerst, dann verstand er sie. Sandra gehörte nicht zu der Art Frauen, die auf der Arbeit über Privates sprachen. Als sie sich beworben hatte, war sie Single.
„Ich dachte immer, die Bärbel ist eine seriöse Illustrierte, die sich aus dieser Schmuddelecke heraushält, eher für die Rechte der Frau eintritt“, gab er ihr seine Einschätzung zu verstehen.
„Darum geht es doch.“
„Wie?“
„Bist du so beschränkt, oder tust du nur so“, zischte sie.
„Ich verstehe nichts.“
„Weil du ein Mann bist.“
Das hatte er bereits bei ihr herausgefunden. Wenn er diesen Spruch von ihr hörte, dann gab es für ihn kein Argument mehr. Er war ausgebremst, daher schwieg er und sah sie nur an.
„Machogehabe! Irgendwelche geilen Typen suchen sich im Internet willfährige Frauen, nur weil sie nicht Manns genug sind, mit ihrer Partnerin über ihre Gefühle zu sprechen.“
„Oder sie gehen in den Puff.“
Der Satz war ihm einfach herausgerutscht, verfehlte jedoch nicht seine Wirkung.
„Ekelerregend! Sollte man unter Strafe stellen.“
„Vielleicht gibt es auch Frauen, die darauf stehen, ohne geht es ja schlecht“, meinte er, während er sich ein Lachen verkniff.
„Zeige mir eine Frau, die sich freiwillig prostituiert.“
„Das meine ich nicht.“
„Was dann?“
„Frauen, die sich in derartigen Portalen herumtreiben.“
„Zeig mir eine?“, kläffte sie ihn an.
„Bitte!“
„Entweder es sind Professionelle, meint zumindest Simone, oder sie werden von ihren Männern dazu gezwungen.“
Simone war eine Kollegin von ihr. Er hatte sie zwar nie gesehen, kannte sie dennoch genau. Es verstrich kein Tag, an dem Sandra nicht von ihr sprach.
Andrea kratze sich am Genick. „Ihre Ehemänner schicken sie …“
„Bist du naiv. Natürlich nicht direkt. Sie werden derart von ihnen unterdrückt, dass sie sich einfach nach Liebe sehnen.“
Er umarmte sie und drückte sie an seinen Oberkörper.



Seitensprung mit Ansage

Er zupfte an der Hose des für ihn lächerlichen altrosafarbenen Samthausanzuges, den, wie seine Karola behauptete, er bereits anhatte, als sie nach Hause kam, obwohl er sich nicht daran erinnerte. Sie hatte ihn, davon ging er aus, dazu genötigt, denn welch Mann trug derlei Kleider, abgesehen von diesen Typen, die eher weiblich tickten. Er war ein Mann, ein ganzer Kerl, der, dies gestand er sich zu, alles für seine Frau tat, sich notfalls sogar zum Hampelmann machte.
Bloß eins wurmte ihn mehr, als dieses lächerliche Kostüm. Sie hatte ihn Boobsy genannt. Ein Kosename, den er ihr nicht zugestand, zu verwenden. Josy, seine Ex-Geliebte, hatte ihm diesen gegeben. Weshalb er ihr den genannt, oder woher seine Karola diesen hatte, wusste er nicht mehr. Jedoch eins wusste er, er hieß Fred, sein Verstand sagte ihm dieses, auch wenn er in letzter Zeit des Öfteren an diesem zweifelte.

Mit einem Staubtuch bewaffnet stand er vor dem Wohnzimmerschrank. „Was machen wir als Erstes.“
„Du räumst alles aus dem Schrank.“
„Und du?“
Sie schwang ihr Smartphone. „Ich rufe Steven an.“
„Wieso?“
„Zeitverschiebung. Er müsste jetzt beim Frühstück sitzen.“
Er deutete zur Wohnzimmertür. „Soll ich so lange hinausgehen?“
Sie blinzelte ihm zu. „Haben wir Geheimnisse?“
Sich umwendend, dabei mit den Achseln zuckend, jedoch weiterhin seinen Blick auf sie gewandt, öffnete er die Schranktüren. Er sah, wie seine Schönheit sich aufs Sofa setzte, ihre Beine auf die Sitzfläche zog und das Smartphone an ihr Ohr legte.

„Liebster, wie geht es dir.“ – „Ja, ich vermisse dich auch.“ – „Ohne dich ist das Leben trostlos“, säuselte sie, während er die Gläser aus dem Schrank räumte.
Sie nahm das Smartphone vom Ohr. „Beatrix, nicht so laut, ich telefoniere.“ Ihm zuzwinkernd, presste sie ihr Smartphone wieder an ihre Ohrmuschel. „Entschuldige. Meine Putzfrau.“ – „Wie, nein, das kannst du mir nicht antun.“ – „Du hast mir versprochen, dass du am Mittwoch zurück bist.“ Ihre Hand glitt über ihren Oberschenkel unter den Saum ihres Kleides. „Ich sehne mich nach dir, nach deinen Berührungen, nach deinen innigen Küssen.“ - „Erst am Freitag.“ – „Hamburg.“ – „Was gehen mich deine Geschäftspartner an.“ – „Ich will dich spüren.“ – „Geschäft ist Geschäft.“ – „Mit dem Zug.“ - „Ich liebe dich.“ – „Bis heut Abend.“ – „Ja, bei dir ist es Nachmittag.“ – „Bist du dann in deinem Zimmer.“ – „Natürlich bin ich dann allein.“
Nach unzähligen Küssen legt sie auf.

Wie ihr Verlobter ihr guttat, dachte er sich. Sie hatte sich verändert, dies nicht zum Schlechten. Eine neue, wie er fand, kecke Frisur sich zugelegt. Sie war nicht mehr verkrampft, locker eben.
Immerhin waren sie beide frei, geschieden. Er erinnerte sich zwar daran, dass er ihr die Zustimmung gegeben, jedoch nicht mehr daran, wann sie es vollzogen hatten. Dieser Tag gehörte zu den Tagen, welche die meisten Menschen nie vergaßen, er allerdings, weil er sie liebte, sicherlich verdrängt hatte.
Dabei konnte er sich genau an den Tag entsinnen, als sie es ihm gestanden hatte. Gebeichtet, dass sie sich verlobt hatte. Keinen Zorn verband er damit, eher Freude. Keine Freude darüber, dass sie es getan, sondern darüber, dass sie begehrt war. Was gab es Erbaulicheres. Sogar ein Brautkleid hatten sie gemeinsam für sie erworben. Nein, Zwei. Warum? Er wusste es nicht mehr. Bloß, dass das eine verschwunden und das andere weiterhin in einem ihrer Kleiderschränke hing, er sich des Öfteren ertappte, schlaftrunken erwachend, dieses zu liebkosen.

Jedenfalls, dies entspannte seine Seele, hatte sie ihren Wahn mit diesem Hochzeit-Portal ad acta gelegt.

Er liebte sie, gönnte ihr das Glück, um ihr zur rechten Zeit zur Seite zu stehen, sie wieder vollends an sich zu binden. Dass die Zeit gegen ihn spielte, wusste er. Dennoch genoss er jede Stunde, jeden Tag. Sie kochte ihm Essen für mehrere Tage, das er nur aufwärmen brauchte. Die ausgiebigen Gespräche, die sie nachts führten, bezauberten ihn.
Sie saß im Schneidersitz auf ihrem Bett, einzig bekleidet mit einem seidigen Nachthemd, sodass er sich an ihrer Weiblichkeit laben konnte, obwohl diese ihn nicht erregte. Bis ... bis sie ihm zuzwinkerte, ihre Hand an ihren Schritt legte. Er es ihr gleichtat, seine Augen schloss und ihr Röcheln, Stöhnen inhalierte, bis die Sinne ihm schwanden, er abtrat, im höchsten Glück seiner Ekstase das Bewusstsein verlor. Einzig, dass er am Morgen ihr aufgewühltes Bett machen und ihre im Schlafzimmer verstreuten Sachen aufsammeln musste, wurmte ihn.
Sie hatte sogar ihren alten Humor zurück. Ihre Neckereien, die er an ihr liebte. Es kam vor, dass er nach einer von diesen Nächten vor dem Badezimmerspiegel stand und feststellte, dass sie ihm sein Gesicht bemalt hatte. Die Krönung ihrer Spielchen war jedoch, wenn sie an der Haustür stand und ihm zurief, dass sie nach Hause führe. Er liebte sie.

Ein Rotweinglas polierend, schritt er auf sie zu. „Gibt es Probleme?“
„Männer sind alle gleich.“
„Weshalb?“
„Versprechen die große Liebe und denken einzig an ihre Geschäfte.“
Ob sie ihren Steven oder ihn mehr ansprach, verbargen ihm ihre Augen. Dabei hatte seine Karola ein Leben ohne Sorgen, konnte ihren Hobbys nachgehen, war nicht gezwungen, jeden Tag ins Büro zu marschieren und Zahlenkolonnen zu kontrollieren. Gut! Es befriedigte ihn, dennoch hatte sie ein entspanntes Leben.
In einem Punkt gab er ihr recht, irgendwann hatte er die Schwelle erreicht, an dem er nicht mehr des Geldes, sondern nur seines Egos wegen jedem Morgen aufstand, sich seine Tasche schnappte und verschwand. Er nahm sich vor, mit dem Personalchef zu sprechen und eine Stundenreduzierung durchzusetzen. Sollten die Jungen ran. Er kratzte sich am Genick – oder war es eine Personalchefin?
„Steven muss länger in New York bleiben, dabei habe ich mich so sehr auf ihn gefreut. Eine Woche habe ich ihn nicht mehr gesehen. Weißt du, was das heißt?“
Er schluckte. Hatte er sich geirrt? In ihrer Stimme klang Wehmut, Trauer. Lag er falsch mit seiner Vermutung und sie hatte sich wahrhaftig in diesen Steven verliebt? Ihr Sträuben, ihm dieses zuzugeben, gezollt dem Grund, ihn nicht zu kränken, ihn nicht zu verletzten.
„Ja, du liebst ihn.“

„Spinnst du? Den Fehler mache ich kein zweites Mal.“
Er schluckte erneut, fing sich jedoch wieder.
„Gönnt euch eine Auszeit.“
„Bitte?“
„Nicht, was du denkst. Ein Wochenende nur ihr zwei allein, oder einen Kurzurlaub.“
Sie zeigte ihm einen Vogel.
Er kniete sich vor ihr nieder und legte seine Hände auf ihre Beine.
„Nimmst du die Sache nicht ernst?“
„Du bist gut. Bitterernst. Immerhin ist es meine letzte Chance.“
Das Wort ‚Chance‘ löste in ihm einen Plan aus.
Er sah sie an. „Betrüge ihn.“
„Bitte?“
„Lasse ihn wissen …“ Ein Lächeln, welches über ihre Lippen flog, stoppte seinen Satz.
„Gar keine schlechte Idee“. Sie biss auf ihre Unterlippe. „Ich glaube, ich hätte da einen Kandidaten.“
„Ja?“
„Ich weiß nur nicht, wie ich ihn dazu bringe.“
Sie strich über seine Wange, dann beugte sie sich vor und presste ihre Lippen auf die seinen.
Wieder losgelöst von ihren Lippen, murmelte er: „Frage ihn, ob er mit dir schläft.“
Sie winkte ab. „Das brauche ich nun wirklich nicht. Ich benötige Beweise meiner Untreue. Meiner Untreue, die nur darin wurzelt, dass Steven mich so oft allein lässt. Fotos, oder besser ein Video.“
„Wie meinst du das?“
„Denke doch mal wie ein Mann.“
Er runzelte seine Stirn, worauf sie über sein Haar strich und flüsterte: „Wie ein echter Mann.“
Ihm war es nicht bewusst, was sie meinte. Was war an ihm nicht echt?
Bevor er antworten konnte, übernahm sie es. „Stelle dir vor, du wärst ein Mann und würdest deine Zukünftige mit einem anderen im Bett vorfinden. Das gäbe ein Blutbad. Nein, wir müssen subtiler vorgehen. Irgendwer müsste meinen Seitensprung aufzeichnen, ihm zuspielen, damit ich ihn um Vergebung bitten kann. Ich weiß nur nicht, wer?“
Er sah seine Chance, malte sich alles aus. Wenn er ihrem Steven die Beweise unterbreitet, dazu noch unterschwellig, dass es nicht das erste Mal war, dann würde er sich bestimmt von ihr trennen. Er könnte sie trösten und alles wäre wie früher.
„Ich.“
„Du? Das würdest du für mich machen? Schaffst du das?“
„Wieso nicht. Ich habe dir schon einmal gesagt, du kannst schlafen, mit wem du willst.“
„Dass es dir egal ist, ist mir klar, allerdings weißt du nicht, mit wem.“
„Wer ist es?“
„Paul, wer sonst.“



- Fortsetzung folgt -
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ahorn,

ahh, endlich geht es weiter.

Hau ab Komma du Wichser.
... zweihundert in bar ...
Sag bloß, die Gerüchte sind unwahr? Gerüche vielleicht auch, aber ...o_O
... kaum grottigere Ermittler ...
Ein Polizist muss sich angergieren, ... Ist das was Unanständiges? ;) Schreib besser engagieren, okay?
In meinem Arsch ist sie bestimmt nicht
Er lehnte seinen Kopf zur Seite.
Du ermittelst auf eigener Regie.
Eigener Regie?
... spitzen Absatz strich und Komma die Lippen gepresst, ihren Kopf ...

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 
Hallo Ahorn,

wie gut, dass ich gut zu Abend gegessen habe. Der Fehlernachtisch ist äußerst schmale Kost.;)

... der Bärbel, einer Frauenzeitschrift in Köln Komma unterschrieben. Streng genommen müsste der Name der Zeitschrift in Anführungszeichen gesetzt werden.
Um was geht es denn?
"Bist du so beschränkt, oder tust du nur so Fragezeichen "

Das Kapitel ist aber auch sehr kurz ... ;)

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 
Hallo Ahorn,

Seitensprung mit Ansage

Er zupfte an der Hose kein Komma des für ihn lächerlichen ...
Sie hatte ihn, davon ging er aus, dazu ...
... denn welcher Mann trug derlei Kleidung, abgesehen ...
Bloß eins wurmte ihn mehr Komma als dieses ...
Josy, seine Ex-Geliebte, hatte ihm diesen ihm gegeben.
Sie blinzelte ihm zu Punkt "Haben ...
Beatrix Komma nicht so laut Komma ich telefoniere.
Ihm zwinkernd Komma presste sie ihr Smartphone wieder an ...
Bis heut Abend Punkt
Dieser Tag gehörte zu den Tagen, jene welche die meisten Menschen nie vergaßen ...
Keinen Zorn verbanntd er damit, eher Freude.
... weiterhin in einem ihrer Kleiderschränke hing, er ...
... mit diesem Hochzeits-Portal ad acta gelegt.
... um ihr zur rechten Zeit kein Komma ihr zur Seite zu stehen ...
Bis kein Komma bis sie ihm zuzwinkerte ...
... dass er am Morgen kein Komma ihr aufgewühltes Bett ...
... war nicht gezwungen Komma jeden Tag ins Büro ...
... Personalchef, er kratzte sich am Genick - oder war es eine Personalchefin Fragezeichen - Komma zu sprechen und eine Stundenreduzierung durchzusetzen. Sollten die Jungen ran. Also ich würde diesen Einschub ans Ende setzen: Er kratzte sich am Genick - oder war es eine Personalchefin? Dann müsste natürlich das Komma hinter Personalchef noch weg.
... wahrhaftig in diesen Steven verliebt Fragezeichen, kein Punkt
... ihn nicht zu verletzen Fragezeichen, kein Punkt
Spinnst du Fragezeichen, kein Punkt
... damit ich ihn um Vergebung bitten kann.
Ich weiß nur nicht Komma wer?
... allerdings weißt du nicht Komma mit wem.

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 


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