Heut traf ich den alten Herrn Franzen

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Ciconia

Mitglied
Im Großen und Ganzen, erzählt Opa Franzen,
lief alles paletti. Dann starb meine Betty.

Jetzt hab ich den Setter und seh ihn als Retter,
dazu die Frau Zaber mit ihrem Gelaber,
die putzt mir mein Häuschen. Das erbt später Kläuschen,
der älteste Neffe, den ich nachher treffe.
Er sagt, es sei wichtig, und findets wohl richtig,
dass er und die Kinder - und Silke nicht minder -,
nicht länger mehr warten auf Häuschen und Garten.
Klaus meint, mir sollts reichen, im "Pflegeheim Eichen“
gemütlich zu wohnen, da könnt ich mich schonen.

Er ähnelt ganz Jochen, dem ekligen Knochen,
kein richtiger Vater, gab ständig Theater,
der Mann meiner Schwester, bestimmt nicht ihr bester,
nur einer von dreien, ich fand ihn zum Speien.
Was war der verdorben, ist sehr früh gestorben …
Und nun kommt sein Junge mit schmeichelnder Zunge!
Hats Nehmen vom Alten, lässt Nachsicht nicht walten.
Ich möchte nicht fortgehn, das muss man doch einsehn.
Für mich und den Bobby gibts nirgends ne Lobby.

Im Kopf tausend Sachen … Was würden Sie machen?
Ich bin so zerrissen – und fühl mich beschissen!
 

JoteS

Foren-Redakteur - tippende Inquisition
Teammitglied
Hallo,

sehr schöner Text mit m.E. aber schwachem Schluß. Vielleicht fällt Dir ja da noch etwas ein?!

Gruß

Jürgen
 

Ciconia

Mitglied
Danke für die netten Bewertungen!

@JoteS: Ein schwacher Schluss? Vielleicht. Mir ging es darum, die Ratlosigkeit und Verzweiflung des Alten darzustellen. Da fällt mir im Moment nichts Besseres ein.

Gruß Ciconia
 

molly

Mitglied
Hallo Ciconia,

ja, da wäre so mancher alte Mensch ratlos.

Nur eine Idee:

Man will mich vertreiben, doch ich möchte bleiben
Noch bin ich zerrissen - und fühl mich beschissen.
 

Ciconia

Mitglied
Im Großen und Ganzen, erzählt Opa Franzen,
lief alles paletti. Dann starb meine Betty.

Jetzt hab ich den Setter und seh ihn als Retter,
dazu die Frau Zaber mit ihrem Gelaber,
die putzt mir mein Häuschen. Das erbt später Kläuschen,
der älteste Neffe, den ich nachher treffe.
Er sagt, es sei wichtig, und findets wohl richtig,
dass er und die Kinder - und Silke nicht minder -,
nicht länger mehr warten auf Häuschen und Garten.
Klaus meint, mir sollts reichen, im "Pflegeheim Eichen“
gemütlich zu wohnen, da könnt ich mich schonen.

Er ähnelt ganz Jochen, dem ekligen Knochen,
kein richtiger Vater, gab ständig Theater,
der Mann meiner Schwester, bestimmt nicht ihr bester,
nur einer von dreien, ich fand ihn zum Speien.
Was war der verdorben, ist sehr früh gestorben …
Und nun kommt sein Junge mit schmeichelnder Zunge!
Hats Nehmen vom Alten, lässt Nachsicht nicht walten.
Möcht uns hier vertreiben, das wird mich zerreiben.
Für mich und den Bobby gibts nirgends ne Lobby.

Im Kopf tausend Sachen … Was würden Sie machen?
Hat Klaus kein Gewissen? Ich fühl mich beschissen.
 

Tula

Mitglied
Hallo Ciconia

Mir geht's wie JoteS. Guter Text, dem stünde eine kleine Rache ziemich gut.

... was würden Sie machen?
Hab' ihm auf die Kissen im Auto geschissen.

LG
Tula
 

Ciconia

Mitglied
Rache? Nö, Tula, so weit ist der olle Franzen noch nicht. Der ist ganz einfach nur verzweifelt und ergießt seinen Wortschwall über den nächstbesten Menschen, der ihm zuhört.
Wäre aber sicher ein interessantes Motiv für einen Limerick … ;)

Danke fürs Reinschauen.

Gruß Ciconia
 

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