Hör zu, mein Kind (Moritat)

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Ciconia

Mitglied
Ich heize jetzt schon mal die Kammer, mein Kind,
in Zeiten wie diesen soll niemand erfrieren.
Vergiss, dass die Eltern nur Taglöhner sind,
es gibt keine Gründe, um sich zu genieren.

Ich lass dir ein Bad ein, mein Kind,
die Wanne aus Zink muss dir reichen.
Dann zieh ich dich schön an geschwind,
so wirst du sein Herz schnell erweichen.

Kommt abends der Vater nach Hause, mein Kind,
will er doch wie immer für alle das Beste.
Versteck dich zur Bettzeit nicht wieder im Spind,
er liebt dich und drückt dich des Nachts auch gern feste.

Du sagst, du wärst lieber ein Krösuskind?
Soll ich denn den Suffkopf alleine ertragen?
Sei dankbar, ein schmuddliges Findelkind
bemüht sich und stellt keine weiteren Fragen.
 

Kaetzchen

Mitglied
Hallo Ciconia
Gefällt mir gut, dein Gedicht.
Der Rhythmus läßt einen beim Lesen nicht stolpern, obwohl die zweite Strophe etwas ausbricht. Interessant ist, dass bei jeder Strophe die 3. Zeile auf den gleichen Reim enden und das K i n d damit mehr heraushebt.

LG Kaetzchen
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Kätzchen,

ja, ich bin in diesem Gedicht mal etwas vom allzu perfekten Aufbau abgewichen. Ich dachte, zu einer Moritat und der Rede der Mutter passt das eventuell ganz gut, damit es nicht zu monoton wird.

Danke fürs Reinschauen!

Gruß, Ciconia
 

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