Ich bin bei dir

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Ciconia

Mitglied
Du fühlst dich verloren im Mahlstrom des Lebens,
siehst nur noch die Schatten im Tal deiner Welt.
Du kämpfst mit den Wogen des inneren Bebens,
glaubst nicht, dass ein liebender Mensch dich noch hält.

Ich fühl mich so hilflos inmitten der Qualen,
seh deine Seele ertrinken in Farben der Nacht.
Ich kämpfe um dich, möchte Zukunft uns malen,
glaub immer daran, dass das Schicksal auch lacht.
 

Ciconia

Mitglied
Wenn ich (als Anfängerin im Bereich Lyrik) jetzt 100 Klicks und keinen Kommentar hätte, wüsste ich, woran ich bin. Wenn das Gedicht aber überhaupt nicht angeklickt wird, bin ich einfach nur ratlos. :confused:

Ich würde mich über jeden Kommentar freuen, auch wenn er vernichtend sein sollte. Nur so weiß ich, ob es Sinn hat, weiterzumachen.

Gruß Ciconia
 

Walther

Mitglied
moin,

die frage ist, inwiefern hier überhaupt noch ein autor etwas anderes will als seine einträge diskutiert und bewertet zu erhalten.

lg w.
 

Ciconia

Mitglied
Moin Walther,

ich verstehe nicht, warum Du auf eine höfliche Bitte meinerseits so einen Missklang hineinbringen musstest. Wenn Dir mein Gedicht nicht gefällt, dann sag es klipp und klar; wenn es Dir unter Deiner Würde erscheint, einen Kommentar dazu abzugeben, dann halt Dich raus. Polemische Bemerkungen bringen niemanden weiter.

Ciconia
 

Curd Belesos

Mitglied
hi, die erste Strophe wäre für mich der Auftakt für ein gutes ( eventuell grösseres) Werk. Die Zweite fühlt sich nur wie dazugestellt an, in ihrer formulierten poetischen Aussage, wobei ich mir der differenzierten Ansprache bewusst bin. Mir fehlt hier der starke Charakter des Anfangs, trotz der gemalten Formulierung. LG Curd
 

Ciconia

Mitglied
Moin Curd,

herzlichen Dank dafür, dass Du Dich mit meinem Gedicht beschäftigt hast.

Ich wollte es zunächst „Du und Ich“ nennen, doch mit diesem Titel gab es hier schon mehrere andere. Meine Absicht war, das Gegensätzliche in der Denkweise der beiden Protas gegenüberzustellen: das Verlorensein eines Depressiven/Süchtigen/Dementen oder sonst wie psychisch Kranken in seiner für andere nicht mehr nachvollziehbaren Gedankenwelt, dagegen die mehr oder weniger hilflosen Versuche einer nahestehender Person, ihm zu helfen. Daraus mag sich für Dich das „dazugestellt“ ergeben haben. Der jetzige Titel „Ich bin bei dir“ ist das ausdrückliche Versprechen des „Gesunden“, den "Kranken" nicht fallen zu lassen.

Vielleicht kann ich an der zweiten Strophe noch basteln, vor allem die letzte Zeile gefällt mir selbst nicht so gut. Aber es ist ja auch eines meiner ersten Gedichte überhaupt.

Gern nehme ich weitere Hilfe an.

Danke und
Gruß Ciconia
 

Curd Belesos

Mitglied
moin, moin, das was du ausdrücken willst kommt auch rüber. Ich finde den Anfang ausgesprochen gut. Er könnte für ein Werk, das diesen Gedanken ausbaut, verwendet werden. In einem größeren Umfang. Aber es sind meine Gefühle. Auf jeden Fall ein sehr positiver Anfang für " die ersten Gedichte". Es freut mich. Curd
 

Dr Time

Mitglied
Hallo Ciconia,
dieses Thema ist immer sehr bewegend und mir hat das kleine Gedicht gefallen. Einige Dinge sind mir aber aufgefallen:

Mit dem ersten Satz gibt der Autor vor, genau zu wissen was der Betroffene fühlt. Kann ja sein, dass er da richtig liegt, aber ich würde fragend schreiben:

„Glaubst du dich verloren im Tal deines Lebens
und siehst nur die Schatten im Tal deiner Welt?
Kämpfst du mit den Wogen des inneren Bebens?
glaubst nicht, dass ein liebender Mensch dich noch hält?“


Damit stellst du dem Kranken eine Frage, zwingst ihn zur Antwort und holst ihn somit ins Leben zurück. Ich möchte Dir aber auch sagen, dass ich die Metapher >Tal deines Lebens< richtig klasse finde.

Zur zweiten Strophe: Plötzlich geht es um die Qualen des Autors. Kann ja sein, dass es auch für ihn schwer ist. Aber in diesem Gedicht geht es doch um den anderen. Um trotzdem zum Ausdruck zu bringen, was du meinst würde ich schreiben:

Ich fühl mich so hilflos im Meer deiner Qualen,
seh deine Seele ertrinken in Farben der Nacht.


Übrigens verlässt du hier den Rhythmus, den du im ersten Vers vorgegeben hast. Ich hätte eine Idee, finde aber dass du da selbst dran tüfteln solltest. Bitte wirf aber bloß nicht die >Farben der Nacht< weg, denn auch diese Metapher ist wunderbar gewählt.

Die letzten zwei Zeilen sind dann wieder sehr schön. Insgesamt ist das Thema aber viel ergiebiger und es könnten ruhig zwei Verse mehr werden, ehe du zu der Zuversicht der letzten zwei Zeilen kommst.

Liebe Grüße - Stephan
 

Walther

Mitglied
hi ciconia,

der einzige, der hier polemisch geworden ist, bist du. ich habe keinen eintrag von dir bei einem gedicht eines anderen autoren vorgefunden. darauf habe ich hingewiesen.

dein gedicht habe ich bisher nicht behandelt. dazu zwei sätze:

(1) ich würde mir einmal das metrum vornehmen.
(2) ich würde mit etwas mehr originalität wünschen.

den lieben rest haben die beiden freundlichen kollegen bereits bemerkt.

lg w.
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Stephan,

danke für Deinen sehr hilfreichen Kommentar.

Was mir besonders gefällt, ist Dein Vorschlag „im Meer Deiner Qualen“, den werde ich auf jeden Fall übernehmen. Passt dann auch gut zum „ertrinken“ der nächsten Zeile.

Mit dem Vorschlag, die erste Strophe in Frageform zu bringen, kann ich mich nicht so ganz erwärmen. Ich denke, ein nahestehender Mensch / Angehöriger kann sehr genau erkennen, was der Betroffene fühlt, und muss dies nicht in Frage stellen.
Aber in diesem Gedicht geht es doch um den anderen
Das sehe ich anders. Es geht um beide. Ein Angehöriger leidet vielleicht nicht dieselben tiefen Qualen, aber sehr leidvoll ist es für ihn auch, mit ansehen zu müssen, wie ein geliebter Mensch im wahrsten Sinne des Wortes verloren geht. Deshalb 1. Strophe „Du“, 2. Strophe „Ich“.

Da ich nun schon zwei Meinungen dazu habe, dass das Gedicht noch länger werden könnte, werde ich mal sehen, ob mir die Puste noch für eine 3. Strophe reicht. Sollte die dann vielleicht mit „Wir“ beginnen?

An der Metrik werde ich auf jeden Fall noch arbeiten müssen.

Nochmals herzlichen Dank!
Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Walther,

danke, dass Du doch noch zu einem Kommentar gefunden hast.
Es tut mir leid, dass mein Versuch eines Gedichtes für Dich nicht originell genug ist. Aber wie ich deutlich gemacht habe, ist dies eines meiner ersten Gedichte überhaupt. Ich habe gewagt, dies hier einzustellen, obwohl ich die Gedichte anderer Autoren noch nicht oft (aber immerhin doch einige Male, wenn Du die Historie meiner Beiträge genau verfolgst) kommentiert habe.

Ich war und bin der altmodischen Ansicht, dass ich selbst erst einmal mein Können beweisen sollte, bevor ich andere Beiträge kommentiere / kritisiere. Ich würde es als Anmaßung betrachten, mit meinem Kenntnisstand andere Gedichte zu beurteilen. Oder würde Dir ein Kommentar à la „Hat mir gut gefallen“, „Hat mich angesprochen“ ausreichen? Aber ich lerne, und irgendwann werde ich auch hier mehr kommentieren, wie ich es im Prosa-Forum ausreichend praktiziere.

Ich finde Deine gestrige Bemerkung deshalb nach wie vor ärgerlich. Jeder hat mal klein angefangen!

Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Du fühlst dich verloren im Mahlstrom des Lebens,
siehst nur noch die Schatten im Tal deiner Welt.
Du kämpfst mit den Wogen des inneren Bebens,
glaubst nicht, dass ein liebender Mensch dich noch hält.

Du scheinst zu zerbrechen in vieltausend Scherben,
bewegst dich zum Abgrund, stehst taumelnd am Rand.
Du denkst, die Erlösung liegt nur noch im Sterben,
kannst nicht mehr erkennen, was einst uns verband.

Du darfst nicht ertrinken im Meer deiner Qualen,
sollst dich nicht verlieren in Farben der Nacht!
Ich kämpfe um dich, möchte Zukunft uns malen,
halt an deiner Seite verlässlich die Wacht.
 

Ciconia

Mitglied
Ich habe Eure Anregungen einfließen lassen und noch eine Strophe hinzugefügt. Jetzt sollte auch die Metrik stimmen.

Ciconia
 

Curd Belesos

Mitglied
größeres Werk.......

....für mich sehr gut ausgearbeitet. Das ist es was ich meinte. Mit deiner starken Ausdruckskraft, wirst du auch größere Werke schaffen. Du wirst Erfolg haben. Ich hätte dich gerne höher bewertet als beim ersten Mal, geht technisch leider nicht. Gruß Curd
 

Ciconia

Mitglied
Danke, Curd,
danke, Stephan!

Euer Lob macht mich sehr stolz und bedeutet für mich einen Ansporn zum Weitermachen. :)

Gruß Ciconia
 

anbas

Mitglied
Hallo Ciconia,

gut, dass ich bisher noch keine Wertung abgegeben habe, denn die Bearbeitung ist aus meiner Sicht ein kleiner Quantensprung geworden :)!

Das Einzige, was ich jetzt noch als störend empfinde, sind die vielen "Du" am Zeilenanfang. Es ist sicherlich nicht ganz einfach, das zu ändern (falls Du es überhaupt willst) aber sicherlich machbar ;).

Liebe Grüße

Andreas
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Andreas,

auch Dir ein herzliches Dankeschön für Deinen positiven Eindruck!

Mit den frühen Bewertungen ist das immer so eine Sache: Man weiß ja am Anfang nicht, ob der Autor überhaupt bereit ist, Verbesserungen vorzunehmen, und gibt vielleicht ein vorschnelles Urteil ab. Ist sicher allen von uns schon passiert. Aber zum Bewerten ist es ja andererseits nie zu spät! :)

Ob die vielen „Du“ wirklich stören – da muss ich noch einmal drüber nachdenken. Im ersten Moment dachte ich: Nee, das ist so gewollt. Aber ich sage niemals nie, vielleicht ändere ich meine Meinung ja noch.

Gruß Ciconia
 

Curd Belesos

Mitglied
....ändern

.......die vielen "Du" sind für mich ein besonderer Ausdruck, um die eigene schwere Last des Erkennens zu unterstreichen. Ohne sie würde sich für mich am dramatischen Aufbau Entscheidendes ändern.
Aus meinem Bauch heraus empfunden. LG Curd
 

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