im Nachtzug

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L'étranger

Mitglied
im dunklen Fenster
ist nur mein Spiegelbild zu sehen
ein blasses Gesicht
darin dein hoffnungsloser Blick
dein Schweigen
geschlossene Fäuste wie deine
am Ende meiner Arme

ich seh noch
du knüllst und knitterst dich klein
und wickelst dich ein
in dein Schweigen
du auf dem Sofa
ein Käfer
der auf dem Rücken liegt
und strampelt
oder doch ein unsichtbares Orchester dirigiert

ich schließe die Augen
will die Verachtung nicht spüren
und die Resignation

die Bewegung des Zugs
auf Schienen rasend

und da sitzt die Zeit
wie eine ältere Dame
im Sitzplatz gegenüber
lächelt mich mitleidig an
 
Zuletzt bearbeitet:

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Lé,

die Zeit als ältere Dame im Zug, das ist ein sehr eindrückliches Bild.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sie nicht nur mitleidig, sondern auch mahnend das lyr.ich betrachtet.

Liebe Grüße
Manfred
 


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