Informative Reise in einen vergangenen Staat

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jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Die ständige Ausstellung des „DDR Museum“ in Berlin gilt nach eigenen Aussagen als die interaktivste Ausstellung Europas. Für mich kein Pluspunkt. Die Behauptung, man betrachte die DDR als Ganzes, reduziere das Spektrum nicht auf Stasi & Co, machte mich schon eher neugierig. Als Vorgeschmackgeber stöberte ich aber erstmal im „DDR-Führer“, dem Buch zu Dauerausstellung des Museums. Das sollte, so das Versprechen, auch losgelöst von der Ausstellung eine interessante, breitgefächert informative Lektüre sein.

Herausgeber Robert Rückel, seines Zeichens Museumsdirektor, es in der Tat gelungen ist, ein breitgefächertes Spektrum des DDR-Lebens abzubilden. Stasi „findet“ darin auch statt, aber eben nicht als das ständig präsente Monster, als das man sie in den vergangenen Jahre so oft verkauft hat. Ganz sicher haben Menschen – und zwar mehr, zum Teil sehr viel mehr, als dem DDR-Normal-Bürger bewusst gewesen war – Probleme unmittelbar mit der Staatssicherheit gehabt, aber die allermeisten Menschen hatten mit anderen Dingen zu kämpfen. Und so beginnt das Buch zwar auch mit Stasi & Co, gleitet dann aber zu ganz alltäglichen Dingen wie Jugend in der DDR, Schreibergärten, Plattenbau, Urlaubsreisen, Ehe und so weiter.

Das passiert in sehr kurzen, sehr zusammengefassten und damit (mir mitunter etwas zu) verallgemeinerten bzw. einseitigen, immer reich illustrierten und zum Teil mit Statistiken untermalten Artikeln. Abgesehen vom Anfang, wo von „Schubladen in der Mauer“ und anderen museumsspezifischen Dingen gesprochen wird, kann man das Buch tatsächlich auch ohne Besuch der Ausstellung gut durchschmökern. Dass es ein Museumsführer ist, bleibt dennoch spürbar, denn wie in solchen thematisch umfassenden Ausstellungen kommt man in so kurzen Beiträgen eben nicht ohne Verallgemeinerungen und festgelegten Blickrichtungen aus. Und obwohl ich, die ich in der DDR aufgewachsen bin, zwar manchmal das Gefühl hatte, dass „meine Seite“ fehlt, empfand ich es im Großen und Ganzen als realistische Darstellung, die ohne die üblichen massiven Übertreibungen auskommt.

Der grundlegende Unterschied zwischen meiner Erinnerung und dem Buch: In dem Buch bekommt man gelegentlich den Eindruck, als hätten die DDR-Bürger quasi alle bewusst und gezielt die Nischen gesucht und geschaffen, die ihnen das System nicht bot. Als wären sie alle irgendwie im Opposition gewesen, nicht direkt offen politisch, aber irgendwie eben doch. Dabei lief vieles eher instinktiv ab, man ging halt die Wege, die gangbar waren. Man kann das Buch auch in dieser Weise lesen – der Stil gibt das durchaus her – und die Bezüge zu „Ursachen“ als psychologische Hintergrundanalyse für dieses „halt Wege gehen“ sehen. Man sollte es sogar so lesen, nicht nur, weil es eben genauso gedacht ist.

Alles in allem empfand ich das Buch als informativ, auch wenn es für mich natürlich eher ein Auffrischen von Wissen war. Der Stil, der ohne Pathos, Geifer und die üblichen „DDR-Anekdoten“ auskommt, ist erfrischend sachlich. In seiner Verallgemeinerung wirkt er mitunter museal-lebensarm, was umgekehrt aber eben auch zur Objetivität des Gesagten beiträgt. Nein, ein Thriller ist das Buch nicht, aber ein sehr empfehlenswerter Einstieg für alle, die wissen (oder sich erinnern) wollen, wie es wirklich war …

Robert Rückel (Hrgs.): „DDR-Führer – Reise in einen vergangenen Staat“, Das Buch zur Dauerausstellung des „DDR Museum“; DDR Museum Verlag; 2., komplett überarbeitete und erweiterte Auflage Mai 2012; ISBN 978-3-939801-16-0
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Die ständige Ausstellung des „DDR Museum“ in Berlin
- ich habe lange überlegt, ob das Genitiv-"s" stehen soll oder nicht, oder "Die ständige Ausstellung „DDR Museum“ in Berlin" - aber beides ändert den Inhalt, also lassen.

dem Buch zur Dauerausstellung

Schrebergärten

In dem Buch bekommt man gelegentlich den Eindruck, als hätten die DDR-Bürger quasi alle bewusst und gezielt nach vorhandenen Nischen gesucht und auch Nischen geschaffen, die ihnen das System nicht bot.

Dein Originaltext enthält eine Art unfreiwilliges Zeugma, es passt nicht richtig. Mein Text hat nicht die notwendige Poesie, ich will nur die Stelle verdeutlichen.

Dein Text ist aber verständlich.

in Opposition
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Die ständige Ausstellung [red]des [/red]„DDR Museum“ in Berlin gilt nach eigenen Aussagen als die interaktivste Ausstellung Europas.

Ich habe mir den Buchtitel angesehen.
Ich denke "des" sollte entfallen.
Du meinst die Ausstellung "DDR-Museum", nicht den Fakt, dass das DDR-Museum ausgestellt wird.
Ich hatte es zunächst mit dem Buchtitel verwechselt.
Es ist aber eine reale, keine fiktive Ausstellung.
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Die ständige Ausstellung im „DDR Museum“ in Berlin gilt nach eigenen Aussagen als die interaktivste Ausstellung Europas. Für mich kein Pluspunkt. Die Behauptung, man betrachte die DDR als Ganzes, reduziere das Spektrum nicht auf Stasi & Co, machte mich schon eher neugierig. Als Vorgeschmackgeber stöberte ich aber erstmal im „DDR-Führer“, dem Buch zur Dauerausstellung des Museums. Das sollte, so das Versprechen, auch losgelöst von der Ausstellung eine interessante, breitgefächert informative Lektüre sein.

Herausgeber Robert Rückel, seines Zeichens Museumsdirektor, es in der Tat gelungen ist, ein breitgefächertes Spektrum des DDR-Lebens abzubilden. Stasi „findet“ darin auch statt, aber eben nicht als das ständig präsente Monster, als das man sie in den vergangenen Jahren so oft verkauft hat. Ganz sicher haben Menschen – und zwar mehr, zum Teil sehr viel mehr, als dem DDR-Normal-Bürger bewusst gewesen war – Probleme unmittelbar mit der Staatssicherheit gehabt, aber die allermeisten Menschen hatten mit anderen Dingen zu kämpfen. Und so beginnt das Buch zwar auch mit Stasi & Co, gleitet dann aber zu ganz alltäglichen Dingen wie Jugend in der DDR, Schrebergärten, Plattenbau, Urlaubsreisen, Ehe und so weiter.

Das passiert in sehr kurzen, sehr zusammengefassten und damit (mir mitunter etwas zu) verallgemeinerten bzw. einseitigen, immer reich illustrierten und zum Teil mit Statistiken untermalten Artikeln. Abgesehen vom Anfang, wo von „Schubladen in der Mauer“ und anderen museumsspezifischen Dingen gesprochen wird, kann man das Buch tatsächlich auch ohne Besuch der Ausstellung gut durchschmökern. Dass es ein Museumsführer ist, bleibt dennoch spürbar, denn wie in solchen thematisch umfassenden Ausstellungen kommt man in so kurzen Beiträgen eben nicht ohne Verallgemeinerungen und festgelegten Blickrichtungen aus. Und obwohl ich, die ich in der DDR aufgewachsen bin, zwar manchmal das Gefühl hatte, dass „meine Seite“ fehlt, empfand ich es im Großen und Ganzen als realistische Darstellung, die ohne die üblichen massiven Übertreibungen auskommt.

Der grundlegende Unterschied zwischen meiner Erinnerung und dem Buch: In dem Buch bekommt man gelegentlich den Eindruck, als hätten die DDR-Bürger quasi alle bewusst und gezielt nach vorhandenen Nischen gesucht und sich welche geschaffen, die ihnen das System nicht bot. Als wären sie alle irgendwie in Opposition gewesen, nicht direkt offen politisch, aber irgendwie eben doch. Dabei lief vieles eher instinktiv ab, man ging halt die Wege, die gangbar waren. Man kann das Buch auch in dieser Weise lesen – der Stil gibt das durchaus her – und die Bezüge zu „Ursachen“ als psychologische Hintergrundanalyse für dieses „halt diese Wege gehen“ sehen. Man sollte es sogar so lesen, nicht nur, weil es eben genauso gedacht ist.

Alles in allem empfand ich das Buch als informativ, auch wenn es für mich natürlich eher ein Auffrischen von Wissen war. Der Stil, der ohne Pathos, Geifer und die üblichen „DDR-Anekdoten“ auskommt, ist erfrischend sachlich. In seiner Verallgemeinerung wirkt er mitunter museal-lebensarm, was umgekehrt aber eben auch zur Objektivität des Gesagten beiträgt. Nein, ein Thriller ist das Büchlein nicht, aber ein sehr empfehlenswerter Einstieg für alle, die wissen (oder sich erinnern) wollen, wie es wirklich war …

Robert Rückel (Hrgs.): „DDR-Führer – Reise in einen vergangenen Staat“, Das Buch zur Dauerausstellung des „DDR Museum“; DDR Museum Verlag; 2., komplett überarbeitete und erweiterte Auflage Mai 2012; 154 Seiten; ISBN 978-3-939801-16-0
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Danke

Ich habe mal "im" draus gemacht. Das ist sicher nicht falsch und lässt offen, ob es auch noch Sonderausstellungen dort gibt (das müsste ich mal recherchieren).
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Die ständige Ausstellung im „DDR Museum“ in Berlin gilt nach eigenen Aussagen als die interaktivste Ausstellung Europas. Für mich kein Pluspunkt. Die Behauptung, man betrachte die DDR als Ganzes, reduziere das Spektrum nicht auf Stasi & Co, machte mich schon eher neugierig. Als Vorgeschmackgeber stöberte ich aber erstmal im „DDR-Führer“, dem Buch zur Dauerausstellung des Museums. Das sollte, so das Versprechen, auch losgelöst von der Ausstellung eine interessante, breitgefächert informative Lektüre sein.

Herausgeber Robert Rückel, seines Zeichens Museumsdirektor, ist es in der Tat gelungen, ein breitgefächertes Spektrum des DDR-Lebens abzubilden. Stasi „findet“ darin auch statt, aber eben nicht als das ständig präsente Monster, als das man sie in den vergangenen Jahren so oft verkauft hat. Ganz sicher haben Menschen – und zwar mehr, zum Teil sehr viel mehr, als dem DDR-Normal-Bürger bewusst gewesen war – Probleme unmittelbar mit der Staatssicherheit gehabt, aber die allermeisten Menschen hatten mit anderen Dingen zu kämpfen. Und so beginnt das Buch zwar auch mit Stasi & Co, gleitet dann aber zu ganz alltäglichen Dingen wie Jugend in der DDR, Schrebergärten, Plattenbau, Urlaubsreisen, Ehe und so weiter.

Das passiert in sehr kurzen, sehr zusammengefassten und damit (mir mitunter etwas zu) verallgemeinerten bzw. einseitigen, immer reich illustrierten und zum Teil mit Statistiken untermalten Artikeln. Abgesehen vom Anfang, wo von „Schubladen in der Mauer“ und anderen museumsspezifischen Dingen gesprochen wird, kann man das Buch tatsächlich auch ohne Besuch der Ausstellung gut durchschmökern. Dass es ein Museumsführer ist, bleibt dennoch spürbar, denn wie in solchen thematisch umfassenden Ausstellungen kommt man in so kurzen Beiträgen eben nicht ohne Verallgemeinerungen und festgelegten Blickrichtungen aus. Und obwohl ich, die ich in der DDR aufgewachsen bin, zwar manchmal das Gefühl hatte, dass „meine Seite“ fehlt, empfand ich es im Großen und Ganzen als realistische Darstellung, die ohne die üblichen massiven Übertreibungen auskommt.

Der grundlegende Unterschied zwischen meiner Erinnerung und dem Buch: In dem Buch bekommt man gelegentlich den Eindruck, als hätten die DDR-Bürger quasi alle bewusst und gezielt nach vorhandenen Nischen gesucht und sich welche geschaffen, die ihnen das System nicht bot. Als wären sie alle irgendwie in Opposition gewesen, nicht direkt offen politisch, aber irgendwie eben doch. Dabei lief vieles eher instinktiv ab, man ging halt die Wege, die gangbar waren. Man kann das Buch auch in dieser Weise lesen – der Stil gibt das durchaus her – und die Bezüge zu „Ursachen“ als psychologische Hintergrundanalyse für dieses „halt diese Wege gehen“ sehen. Man sollte es sogar so lesen, nicht nur, weil es eben genauso gedacht ist.

Alles in allem empfand ich das Buch als informativ, auch wenn es für mich natürlich eher ein Auffrischen von Wissen war. Der Stil, der ohne Pathos, Geifer und die üblichen „DDR-Anekdoten“ auskommt, ist erfrischend sachlich. In seiner Verallgemeinerung wirkt er mitunter museal-lebensarm, was umgekehrt aber eben auch zur Objektivität des Gesagten beiträgt. Nein, ein Thriller ist das Büchlein nicht, aber ein sehr empfehlenswerter Einstieg für alle, die wissen (oder sich erinnern) wollen, wie es wirklich war …

Robert Rückel (Hrgs.): „DDR-Führer – Reise in einen vergangenen Staat“, Das Buch zur Dauerausstellung des „DDR Museum“; DDR Museum Verlag; 2., komplett überarbeitete und erweiterte Auflage Mai 2012; 154 Seiten; ISBN 978-3-939801-16-0
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Die ständige Ausstellung im „DDR Museum“ in Berlin gilt nach eigenen Aussagen als die interaktivste Ausstellung Europas. Für mich kein Pluspunkt. Die Behauptung, man betrachte die DDR als Ganzes, reduziere das Spektrum nicht auf Stasi & Co, machte mich schon eher neugierig. Als Vorgeschmackgeber stöberte ich aber erstmal im „DDR-Führer“, dem Buch zur Dauerausstellung des Museums. Das sollte, so das Versprechen, auch losgelöst von der Ausstellung eine interessante, breitgefächert informative Lektüre sein.

Herausgeber Robert Rückel, seines Zeichens Museumsdirektor, ist es in der Tat gelungen, ein breitgefächertes Spektrum des DDR-Lebens abzubilden. Stasi „findet“ darin auch statt, aber eben nicht als das ständig präsente Monster, als das man sie in den vergangenen Jahren so oft verkauft hat. Ganz sicher haben Menschen – und zwar mehr, zum Teil sehr viel mehr, als dem DDR-Normal-Bürger bewusst gewesen war – Probleme unmittelbar mit der Staatssicherheit gehabt, aber die allermeisten Menschen hatten mit anderen Dingen zu kämpfen. Und so beginnt das Buch zwar auch mit Stasi & Co, gleitet dann aber zu ganz alltäglichen Dingen wie Jugend in der DDR, Schrebergärten, Plattenbau, Urlaubsreisen, Ehe und so weiter.

Das passiert in sehr kurzen, sehr zusammengefassten und damit (mir mitunter etwas zu) verallgemeinerten bzw. einseitigen, immer reich illustrierten und zum Teil mit Statistiken untermalten Artikeln. Abgesehen vom Anfang, wo von „Schubladen in der Mauer“ und anderen museumsspezifischen Dingen gesprochen wird, kann man das Buch tatsächlich auch ohne Besuch der Ausstellung gut durchschmökern. Dass es ein Museumsführer ist, bleibt dennoch spürbar, denn wie bei solchen thematisch umfassenden Ausstellungen zu erwarten kommt man in so kurzen Beiträgen eben nicht ohne Verallgemeinerungen und festgelegte Blickrichtungen aus. Und obwohl ich, die ich in der DDR aufgewachsen bin, zwar manchmal das Gefühl hatte, dass „meine Seite“ fehlt, empfand ich es im Großen und Ganzen als realistische Darstellung, die ohne die üblichen massiven Übertreibungen auskommt.

Der grundlegende Unterschied zwischen meiner Erinnerung und dem Buch: In dem Buch bekommt man gelegentlich den Eindruck, als hätten die DDR-Bürger quasi alle bewusst und gezielt nach vorhandenen Nischen gesucht und sich welche geschaffen, die ihnen das System nicht von selbst bot. Als wären sie alle irgendwie in Opposition gewesen, nicht direkt offen politisch, aber irgendwie eben doch. Dabei lief vieles eher instinktiv ab, man ging halt die Wege, die gangbar waren. Man kann das Buch auch in dieser Weise lesen – der Stil gibt das durchaus her – und die Bezüge zu „Ursachen“ als psychologische Hintergrundanalyse für dieses „halt diese Wege gehen“ sehen. Man sollte es sogar so lesen, nicht nur, weil es eben genauso gedacht ist.

Alles in allem empfand ich das Buch als informativ, auch wenn es für mich natürlich eher ein Auffrischen von Wissen war. Der Stil, der ohne Pathos, Geifer und die üblichen „DDR-Anekdoten“ auskommt, ist erfrischend sachlich. In seiner Verallgemeinerung wirkt er mitunter museal-lebensarm, was umgekehrt aber eben auch zur Objektivität des Gesagten beiträgt. Nein, ein Thriller ist das Büchlein nicht, aber ein sehr empfehlenswerter Einstieg für alle, die wissen (oder sich erinnern) wollen, wie es wirklich war …

Robert Rückel (Hrgs.): „DDR-Führer – Reise in einen vergangenen Staat“, Das Buch zur Dauerausstellung des „DDR Museum“; DDR Museum Verlag; 2., komplett überarbeitete und erweiterte Auflage Mai 2012; 154 Seiten; ISBN 978-3-939801-16-0
 
Ergänzung

Vor zwei Tagen (Montagnachmittag) die Museumsausstellung angesehen, kann sie kaum empfehlen. Sie ist räumlich viel zu klein für den angestrebten Einblick in die DDR-Gesellschaft, außerdem stark überlaufen. Der Besucher irrt zwischen viel zu vielen Stellwänden umher, immer auf der Suche nach freien Plätzchen. Ein sinnvoller Rundgang ist so nicht möglich.

Im Detail ermüdet die Ausstellung mit einer Überfülle oft nichtssagender Gegenstände (Florena-Cremedosen usw.). Ein Großteil der Exponate ist in Schubladen oder hinter Schranktüren versteckt, häufig ohne Beschriftung (Prinzip Wundertüte). Enttäuschend auch die angeblichen Höhepunkte: Die Gefängniszelle sieht aus, wie mitteleuropäische Zellen in alten Gefängnissen um 1960 ausgesehen haben - na und? Die Wandlitz-Ecke will (Platz verschwendend) mit einem Volvo aus Politbürobesitz über das Fehlen fast aller weiterer Informationen zur Waldsiedlung hinwegtrösten. Und die Stasi-Ecke ist vor allem dunkel und eng. Der an der Wand reproduzierte Spitzelbericht kann kaum zusammenhängend gelesen werden. (Positives Gegenbeispiel dazu: Tränenpalast mit zwei mühelos lesbaren Texten dieser Art.)

Formulierungen und Thesen zu Einzelfragen sind fast durchgehend von Verallgemeinerungen geprägt. Belege, kritische Auseinandersetzung usw. - meistens Fehlanzeige.

Fazit: Historie als Fastfood. Oder untermittelmäßiges Infotainment, auch noch ungeschickt inszeniert. Und der "interaktive" Anspruch verwirklicht sich z.B. dadurch, dass sich die Kids in besagtem Volvo auf den Sitzen räkeln dürfen. Welchen Erkenntniswert hat das wohl?

Arno Abendschön
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Arno, damit bestätigst du meine Befürchtungen.
„Interaktivität auf Teufel komm raus“ und "Bloß nicht so viel lesen müssen!" sind zwei Trends, mit denen ich – gelinde gesagt - nicht viel anfangen kann. Häppchen-Kultur mit Entertainment-Charakter.
 
D

Dominik Klama

Gast
Im Internet lese ich, dass es das einzige, nur dem Thema DDR gewidmete Museum der Welt ist. Aber manchmal stellt sich ja heraus, dass ein kleineres Spezialmuseum einem weniger sagt als die spezielle Abteilung innerhalb eines großen Hauses. So kenne ich hier in Baden-Württemberg das Römermuseum Güglingen, was gar nicht schlecht (aber viel zu schlecht besucht) ist für so eine Neugründung seitens einer engagierten Gemeinde, einer Kleinstadt in einem weitgehend museumsfreien Raum. Aber wenn ich mir die Römerabteilungen beispielsweise im Badischen Landesmuseum Karlsruhe oder im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg anschaue, frage ich mich sogleich, ob ich dort nicht sowohl mehr über die Römer gelernt wie auch die spektakuläreren Ausstellungsstücke gesehen habe. Oder, anderes Beispiel, ich kann in Gaggenau in das private Unimog-Museum gehen. Gehe ich dagegen in Mannheim ins Technoseum (ehemals Landesmuseum für Technik und Arbeit), gibt es dort zwar nicht so viele Unimogs, aber halt noch so allerlei anderes, sodass ich am Ende mit einem gültigeren Bild über die Industrielle Revolution, die Motorisierung der Welt und den Zusammenhang zwischen Infrastruktur und Wirtschaftskraft herausgehe.

Auch lese ich, dass es eine private Ausstellung ist, welche sich nur aus Einnahmen und Spenden finanziert. Gerade unter privaten Museen findet man oft die merkwürdigsten Exemplare, die sich dann auch gern mit Weltrang schmücken: „das einzige der Welt“. Aber man muss es wirklich mal sagen: Was die Kommunen, Länder und der Bund in Deutschland in Jahrzehnten an Museumskultur errichtet haben, dass macht ihnen kein privater Träger nach! In Berlin gibt es ja auch noch das Deutsche Historische Museum, die Herzensangelegenheit von Helmut Kohl. Ich war niemals dort, stelle mir aber vor, dass dieses Haus eigentlich über eine einigermaßen instruktive DDR-Abteilung verfügen müsste.

Die Beschreibung des Museumskonzepts hat mich an das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart erinnert. Das war ursprünglich mal eines von den leicht größenwahnsinnigen Projekten vom Cleverle Lothar Späth, noch aus einer Zeit kurz vor der Wende, als nicht zuletzt auf der Kulturschiene aus Baden-Württemberg das avancierteste deutsche Bundesland und aus Stuttgart das andere München werden sollte. Eine Musical-Akademie unter Leitung von Caterina Valente sollte es auch geben, die ist dann nie gekommen. Und es gingen nach Späths Abgang viele Jahre ins Land, bis die zweite Stufe des Postmoderne-Baus nach Plänen von James Stirling errichtet, zum Staatsgalerie-Neubau erst die Musikhochschule, dann dieses historische Landesmuseum endlich doch noch hinzukam. Was unser Landesgeschichtsmuseum vom DDR-Museum zu unterscheiden scheint, ist, dass es sich in einem „Palast“ befindet. Es ist nicht gerade klein. Dennoch aber an manchen Stellen ebenfalls beengt, weil es eine teils sehr seltsam zugeschnittene Raumaufteilung hat und andererseits mit Exponaten in Hülle und Fülle wuchern will. Meist ist es ziemlich leer, wenn nicht gerade Schulklassen durchgeschleust werden. Eintritt wird verlangt. (An einzelnen Tagen mittlerweile nicht mehr.)

Bei diesem Museum, das es jetzt gut zehn Jahre gibt, sind die heute grassierenden museumsdidaktischen Konzepte deutlich spürbar. Nämlich: Die Leute wollen Gegenstände des Alltagslebens einerseits, technische Wunder andererseits. Alles soll irgendwie locker, unterhaltsam, amüsant daherkommen. Am liebsten hätten die Leute, wenn sie viel in die Hand nehmen und daran rumspielen könnten. Da dies für alle Konservatoren aber ein Graus ist, bringt man den Spieltrieb der Leute anderweitig auf Trab: Allenthalben müssen Tafeln und Türchen aufgemacht werden, Schubladen gezogen, Licht- und Film-ab-Schalter betätigt werden. Die Leute wollen nichts lesen. Nichts, nichts, auf keinen Fall etwas lesen im Museum!

Ich kann das durchaus verstehen, wenn ich mir bei gewissen klassischen Museen vorstelle, dass ich bei zwei Stunden Rundgang wahrscheinlich 20 Minuten nur gegangen, eineinviertel Stunden Täfelchen gelesen und allerhöchstens 25 Minuten Exponate angesehen habe. Die Leute sind in dieser Beziehung allerdings auch verschieden. Mir begegnete einst in einer Großen Landesausstellung in Oberschwaben ein Bekannter, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Wir teilten uns mit, dass wir die Schau sehr gut fanden. Er meinte, wir würden uns sicher noch über den Weg laufen, er wäre mindestens drei Stunden noch drin, so viel Zeit müsse man mindestens veranschlagen, um alle Beschriftungstäfelchen zu lesen. Ich war schon ein halbe Stunde drinnen gewesen und wusste, dass ich in anderthalb wieder im Zug sitzen würde, mein Fahrplan für den Tag stand längst fest.

Oft ist es ja so, dass aus technischen Zwängen sich ergibt, dass die Täfelchen so tief angebracht sind, dass sie kein normal gewachsener Erwachsener entziffern kann, ohne in die Knie zu gehen. Und auch nur mit Mühe, denn konservatorische Gründe haben ein ganz spärliches Dämmerlicht verordnet. Das können insbesondere ältere Besucher (und um solche handelt es sich ja oft) körperlich nicht durchhalten. Aber auch sonst sehe ich immer wieder, dass der normale Museumsbesucher nicht lesen will. Das betrifft sehr wohl auch gebildete, akademisch vorbelastete Leute. Man will ja immer alles mal gesehen haben und ahnt, dass dies unmöglich wird, wenn man jeden Text liest. Etliche Museen haben den tragbaren Audioguide eingeführt, welcher am einen Ort extra kostet, an anderen nicht (sehr vorbildlich hier das Modemuseum im Schloss Ludwigsburg, eine Abteilung des Württembergischen Landesmuseums). Viele Menschen hassen diese Geräte allerdings grundsätzlich und verweigern sie. Was die Leute allenthalben sehr mögen und nutzen, sind geführte Rundgänge. Wo jemand ist, der einen Teil dessen, was auf den Schildchen zu lesen wäre, vorerzählt. Sagt, was besondere Aufmerksamkeit verdient hat, an vielen anderen Stücken stracks vorbeigeht. Bin ich in so einer Ausstellung und kommt eine geführte Gruppe, merke ich, dass die Leute in der Gruppe viel weniger erfahren als ich, der ich mich alleine, allerdings einigermaßen fleißig studierend voran arbeite.

Im Haus der Geschichte Baden-Württemberg gibt es verschiedene inhaltliche Schwerpunkte. Da geht es irgendwo um die Verstädterung des Landes, dann um die deutsch-französische Freundschaft, um Tüftler, Erfinder, Ingenieure, um christliche Glaubenswelten, um die Nachkriegszeit, um den Schwarzwald als Sehnsuchtslandschaft, ums Dritte Reich, um Verwaltungsreform und Anti-Atomkraft-Bewegung usw. So betritt man einen Bereich, da hängen auf Bretterdicke zersägte Fichtenstämme von der Decke und dazwischen lauter Ölmalereischinken aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert mit prachtvollen Schwarzwaldansichten. Was das eigentlich soll und mit der Landesgeschichte zu tun hat, dürfte dem arglosen Besucher nicht aufgehen. Oder die Zeit des Nationalsozialismus. Da ist alles sehr düster, die Wände in dunkelgrauer Metalloptik. Darin eine riesige Batterie von Leuchtkästchen, wo (hinter Glas) allerlei „Zeugs“ liegt, vom Fußboden bis zur Decke hoch, einige also zu tief, andere zu weit oben. Da geht man halt durch und es wirkt wie ein tragisch aufgemotzter Kinderzimmer-Setzkasten. Das sind alles Objekte, die nach dem Gutdünken der Wissenschaftler Geschichte anschaulich machen sollen. Aber so beim laienhaften Herumbummeln funktioniert das nicht. Es funktioniert nicht ohne die Geschichte, die irgendwer zu jedem Exponat erzählen sollte, damit man es verstehen kann.

So erinnere ich mich an ein braunes, zerknittertes Zettelchen, auf das jemand kaum leserlich mit Bleistift gekritzelt hatte: „Mörder“. Die meisten Museumsbesucher werden nicht einmal dieses Wort entziffern. Die Geschichte dazu ist, dass ein geistig Behinderter bei seinen Eltern gelebt hatte, bis er im Rahmen des Euthanasieprogramms abgeholt und nach Grafeneck auf die Schwäbische Alb verbracht wurde, angeblich, um ihn medizinisch optimal pflegen zu können. Dieser Mann besaß aber genug Verstand, um mitzubekommen, was dort vor sich ging, und es gelang ihm sogar, diesen Zettel herausschmuggeln und an die Eltern überbringen zu lassen, welche ihn dann aufbewahrten. Der Zettel kam zurück, der Sohn nicht.

Als ich das Museum gesehen hatte, kaufte ich das Katalogbuch. Das war ein opulent bebilderter, schwergewichtiger, Hunderte von Seiten dicker Band (staatlich subventionierte Kulturinstitutionen können mehr als Private, das sollten wir wissen und das sollte uns als Steuerzahlern auch etwas wert sein). Diesen Band habe ich später, obwohl das viel Zeit kostete, tatsächlich von vorn bis hinten durchgelesen. Schön war vor allem, dass mehr oder weniger jedes einzelne Ausstellungsstück abgebildet war und zu jeden etwas erzählt wurde. Als ich mit diesen Buch fertig war, hatte ich begriffen, dass man dieses Museum eigentlich nicht verstehen kann, wenn man es nur besucht. Ohne das dicke Buch und seine Erklärungen versteht man in vielen Fällen nicht, warum sie dieses Ding für ausstellungswürdig befunden haben. Mit dem Buch versteht man, dass das Haus seriös und sachkundig durchgearbeitet ist. Darauf müssten die Leute aber erst einmal kommen, dass sie zuerst das Buch lesen und anschließend die Ausstellung besuchen sollten.
 
DDR Rezension und Rechtschreibung

Hmpf. Ich finde es irritierend belustigend, dass hier jemand ein brandheißes Thema aufgreift (die meisten Wessis denken jetzt, hä?) und die ersten drei Reaktionen beziehen sich auf ein Genetiv-S oder sonst irgendwas in der Rezension. Im Westen haben wir uns ja auch 40 Jahre damit aufgehalten, dieses Gebilde überhaupt zu benennen. Die SBZ, die Zone, die "DDR", die DDR, die ehemalige DDR u.s.w. So viel nett gemeinte Polemik zu Beginn muss möglich sein.

Ich finde es wichtig, wie sich Jon diesem Thema nähert, finde ich doch die These bestätigt, dass alles Sonntagsgeschwätz über die vollendete Einheit eben das ist, Sonntagsgeschwätz. Aufmerksame DDR-Geborene sind nämlich zu Recht sehr empfindlich, wenn die Deutungshoheit im Westen liegt und schauen ganz genau hin, wenn die DDR mal wieder in eine Schublade geschoben wird.

Seit 15 Jahren lebe ich im Osten und lebe deshalb so gerne hier, weil die Bruchlinien spürbar und wertvoll sind. Weil sich hier Ost und West ihre Geschichten erzählen können, weil aus unterschiedlicher Sozialisation Spannung / Reibung / Entwicklung entstehen kann. Kann, nicht muss.

Es liegt wahrscheinlich in der Natur des Menschen, dass er vereinfacht. Mallorca, Syrien, DDR. "Ham wa alle eine Meinung zu." Nur das eigene Leben, dass soll bitte möglichst ausdifferenziert betrachtet werden.

In Bezug auf die DDR gilt für mich immer der alte Satz der Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley: "40 Jahre DDR heißt zunächst einmal, hier wurde 40 Jahre gelebt."

Die Einheit ist nicht vollzogen und ich kenne viele in der DDR Aufgewachsene, die sich zu Recht als Bürger zweiter Klasse fühlen. Damit geht jeder anders um, besonders polemisch und entsprechend unterhaltsam, Holger Witzel mit seiner "Schnauze-Wessi" Kolumne auf Stern-Online.

Jetzt bringe ich noch schnell ein paar steile Thesen, wann wir erst wirklich von echter Einheit reden können:

Die Einheit ist dann vollzogen,

- wenn man sich nicht die Augen reibt, wenn ein Dresdner Sparkassendirektor in Bielefeld wird
- wenn in der selbsternannten "Armee der Einheit" von über 200 Generälen die Zahl der Ostdeutschen bei über fünf liegt
- wenn ein Wirtschaftsminister im Saarland in Zwickau geboren wurde (nach 1960)
- wenn anerkannt wird, dass das Prinzip der Ganztagsbetreuung, des gemeinsamen Lernens, der medizinischen Versorgungszentren bereits in der DDR funktioniert hat (und nicht gleich hysterisch der Ideologievorwurf kommt)
- wenn zur Kenntnis genommen wird, dass die DDR beim Recht auf gewaltfreie Erziehung früher geschaltet hat als die BRD
- wenn auch dem Kind in Garmisch-Partenkirchen und Hannover in der Schule vermittelt wird, dass der mitteldeutsche Kulturraum historisch etwas ganz besonderes ist
- wenn registriert wird, dass die Mitglieder der meisten aktuell erfolgreichen Deutschen Bands in der DDR geboren wurden
- wenn sich ein ostdeutscher Politiker über ´68 im Westen äußert und KEIN! Geschrei einsetzt, "der / die hat doch keine Ahnung, kann das nicht wissen"
- wenn Touristen aus Westdeutschland zu Besuch in Leipzig, Dresden oder Weimar sind und NICHT! in Survivalausrüstung rumlaufen, als wenn sie auf dem Weg in unerforschten Dschungel sind
- wenn beim Tod eines Schriftstellers oder anderen Künstlers, der auch in der DDR gewirkt hat (1990 abgewickelt), beim Nachruf die Abwertung DDR- weggelassen wird

So, habe fertig. Was hat das denn mit der Rezension über einen DDR-Museumsführer zu tun? Nix oder vielleicht doch. Wer weiß.
 
D

Dominik Klama

Gast
Also, was mich angeht, konnte ich natürlich weder über das "normale" Leben in der DDR schreiben (weil ich es keinen einzigen Tag meines Lebens mitbekommen habe) noch über das Berliner DDR-Museum (weil ich seit 20 Jahren nicht mehr in Berlin gewesen bin und also auch nie in diesem Museum). Ich ging halt mal davon aus, nachdem, was ich bei Jon und Arno darüber las, dass es sich um ein zeitgeschichtliches Museum über "das Alltagsleben" in einer deutschen Region - über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten hinweg betrachtet - handelt. Von daher glaubte ich, es mit dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg oder dem Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim vergleichen zu können, da diese Häuser für ihre Regionen Ähnliches versuchen.

Dass Jon in der DDR aufwuchs und gelebt hat, hat sie selber ja schon geschrieben. Arno wuchs im Westen auf, wohnt mittlerweile in Berlin, kennt Menschen und Landschaften in der ehemaligen DDR aus einer Zeit NACH der Wende und ist ganz sicher kein Besser-Wessi, nach allem, was ich von ihm weiß. Bernd aber, der sich über Genitiv-s unterhält, ist in der DDR aufgewachsen und lebt immer noch in Dresden.

Die Frage bei so einer Ausstellung wird immer sein müssen, inwiefern sie auf unterhaltsame oder nostalgische Objekte setzt und inwiefern diese übers "Leben" tatsächlich was aussagen. Eigentlich ja gerade für den Wessi, der diese Welt nicht in der eigenen Erinnerung gespeichert hat. Ich kann natürlich immer irgendwo einen Trabbi hinstellen und verblichene Farbfotos von den Erholungsvillen der SED-Größen an die Wand hängen, irgendwo interessant ist das allemal, fragt sich aber, was es einem über "die Zeit, das Land" verrät.

Im - verglichen mit der Größe der Stadt - wirklich herausragenden Museum vom Schwäbisch Hall konnte ich vor etlichen Monaten eine Sonderausstellung sehen (diese selber war sooooo bedeutend nun nicht, aber doch ganz nett und mit Liebe gemacht) zum Thema Alltagsleben in der DDR. Da stehen dann allerlei Nahrungsmittelpackungen und sonstige Gebrauchsgegenstände, Spielzeug etc. und man sieht einen Film, in dem Honecker, die Freundschaft mit Cuba und Mocambique hoch leben lässt, denn es geht um die Versorgung der DDR mit Bohnenkaffee. So was sieht man als Wessi, der mit der DDR nie was zu tun hatte, interssiert und neugierig. Aber ob nun dies geeignet ist, "die DDR-Jahrzehnte" uns heute nahezubringen - oder ob etwas anderes es besser täte, ich weiß es nicht.

Wie gesagt, wenn ich in Berlin wäre, würde ich ins Deutsche Historische Museum gehen und schauen, was die von der DDR zeigen. Das dann mit diesem Museum vergleichen. Danach habe ich doch immerhin schon mal einen Meinung, wo es besser gemacht wurde.
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Lieber Schreibensdochauf und alle andere, die hier und in anderen Threads dieses Forum so fleißig über die Themen reden,

die Leselupe ist eine Textarbeitsplattform und das gilt auch für das Journalismus-Forum. Das heißt, in erster Linie geht es um sowas wie das Genitiv-S, Stilbrüche, verzwirbelte Rote Fäden und dergleichen. Die Texte in den Werkeforen der LL stehen nicht als Diskussionsangebot zu Themen aus Politik, Alltag oder Wissenschaft hier, sondern zum "besseren Text machen".

Da journalistische Texte der Natur nach zum Mitreden animieren, gibt es hier mehr als in allen anderen Foren Wortmeldungen der Rubrik "Freie Textassoziationen". Das ist ok und es entspinnt sich so manche spannende Diskussion. Aber es ändert nichts daran, dass das ein "Nebenprodukt" ist. Bitte ordnet eure Wortmeldungen entsprechend ein, damit ich nicht immer so viel nachträglich ausblenden muss!

Gruß von
jon
 

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