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Irische Impression (Haiku)

Betzebub

Mitglied
Hallo,

du hast das Versmaß nicht eingehalten.

1. Zeile: 5 Silben
2. Zeile: 7 Silben
3. Zeile: 5 Silben


Bei dir ist es so:

Trop-fen.de Fuch-si-en (sechs Silben)
un-ter dem Re-gen-bo-gen (sieben Silben)
Zwei Esel schril-len (vier Silben)


Außerdem sind die drei Zeilen nicht zusammen hängend.

Irland verbinde ich mit Kühen und Schafen, aber nicht mit Eseln.

Außerdem scheinen die ersten beiden Zeilen aufeinander aufzubauen, die dritte ist da ganz einsam und alleine, als würdest du das Gedicht herbeizwingen.
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Betzebub,

ich schlage vor, Du informierst Dich das nächste Mal vorher besser über die Dinge, die Du kommentieren möchtest. An Deinen Aussagen stimmt nämlich so gut wie gar nichts. Du hast nicht einmal die Silben richtig gezählt.

Gruß Ciconia
 
A

aligaga

Gast
Wenn du daraus
Die Fuch-sien tro-pfen
un-ter dem Re-gen-bo-gen
schril-len zwei E-sel
machtest, o @Coconia, wär's keine flache Aufzählung, sondern ein Haiku, dreidimensional.

Dem @Betzebuberl sollte das Osterhasi einen Abakus schenken. Und einen Sprachkurs. Vielleicht sagt ihm noch jemand, dass es Esel überall gibt, nicht nur in Irland?

Quietschvergnügt

aligaga
 

Betzebub

Mitglied
Habt ihr beide schon mal in nem Duden nachgesehen:


Das Wort Fuchsien besteht aus DREI Silben FUCH-SI-EN
Das wort Esel lässt sich gar nicht trennen, obwohl viele E-SEL trennen. Laut Duden unzulässig.


Bevor ihr euch an das Kommentieren von Fakten gebt, lernt erstmal die Silbentrennung!
 

Betzebub

Mitglied
Außerdem steht da NICHT, dass es auf Irland keine Esel gibt.

Da steht: Ich VERBINDE diese Tiere nicht mit Irland. Eher Kühe und Schafe.
 
A

aligaga

Gast
Deine Tante Duhgel in allen Ehren, o @Betzebuberl - manchmal geht's nicht darum, wie man's schreibt, sondern wie man's spricht. Kein Doitscher sagt Fuchsi-e oder Dahli-e, sondern spricht Fuchs-ie und Dahl-ie.

Und der Esel erst. Der E-sel! Der i-at zweisilbig und reimt sich auf den Bürgermeister von We-sel. Das weiß nicht nur jedes doitschsprachige Echo, sondern das lernen schon die ganz Kleinen in der Kita. TTip: Mal mit Kindern reimen!

Mit was du Esel verbindest, o @Betzebuberl, ist dir natürlich unbenommen. @Ali nähme dazu eher Kompressen, Mullbinden und Leuko-Plast. Das hilft wirklich, glaub ihm!

Heiter immer weiter

aligaga
 

Cellist

Mitglied
5-7-5 nimmt man ja heute wirklich nicht mehr so wichtig. Die Diskussion darüber ist hier müßig.

Aber der Hinweis von Betzebub auf den Esel, der für Irland nicht typisch ist, ist berechtigt.

Nur mal so: ein Haiku hat keinen Titel, also fällt "Irische Impressionen" schon mal weg. Was bleibt, ist:

Tropfende Fuchsien
unter dem Regenbogen
schrillen zwei Esel​

Schön, und was sagt uns der Text? Nicht viel. Und vor allem: niemand würde hier ernsthaft auf Irland kommen.

Soll das wirklich Haiku sein, dass zwei Esel unter einem Regenbogen schrillen? Klar, die tropfenden Fuchsien nicht zu vergessen!

Alis Vorschlag, den Text umzustellen, um ihn "dreidimensional" zu machen, ist gar nicht verkehrt. Damit wird zumindest eine Technik des Haikuschreibens angewandt, was dem Text gut tut.

Ich kann mir vorstellen, was jetzt wieder kommt. Daher klinke ich mich hier auch wieder aus.

Außer, @Ciconia,
du gehst mal unvoreingenommen auf Kritiken ein und lässt dich nicht durch deinen Anwalt aligaga vertreten. Oder willst du nur Texte einstellen, aber keine Kritik lesen?
 

Ciconia

Mitglied
ein Haiku hat keinen Titel
Hallo Cellist,

vor längerer Zeit schrieb ich mal ein Haiku „Griechische Impression“ – es wurde von Dir mit 9 bewertet und eine Bemerkung über den Titel fand nicht statt.
Vor einigen Tagen erschien in der LL ein Haiku, das den Titel „Pünktlich nach Fahrplan“ trägt und in der letzten Zeile mehr eine physikalische als eine lyrische Beschreibung liefert. Es wurde sehr hoch bewertet (auch von Dir).
Warum also zweierlei Maß?

Dein Kommentar zeigt, dass Du Irland nicht kennst. Sonst wüsstest Du, dass Fuchsien(hecken) allgegenwärtig und durchaus ein Merkmal dieser Insel sind. Und wenn sie nach einem kurzen, aber heftigen Regen kräftig aus allen Blüten tropfen, ergibt dies ein einprägsames Bild.
Aber der Hinweis von Betzebub auf den Esel, der für Irland nicht typisch ist, ist berechtigt.
Lass mich aus Heinrich Bölls „Irischem Tagebuch“ von 1957 zitieren:
Jedenfalls gehören diese schönen Straßen nicht dem Motor: Sie gehören dem, der sie gerade beansprucht und der dem, der sie frei haben möchte, Gelegenheit gibt, seine Geschicklichkeit zu beweisen. Manche Straßen gehören dem Esel: Esel, die die Schule schwänzen, deren gibt es eine Menge in Irland: Sie fressen an Hecken herum, betrachten melancholisch – dem vorbeifahrenden Auto die Hinterseite zukehrend – die Landschaft; jedenfalls gehört die Straße nicht dem Motor.
Ein wunderbares Buch und eine Pflichtlektüre für jeden Irland-Reisenden. Ich kann es Dir sehr empfehlen.
Ich kann mir vorstellen, weas jetzt wieder kommt
Hattest Du schon so eine Ahnung, dass Dein Kommentar ein wenig daneben liegt?
Außer, @Ciconia,
du gehst mal unvoreingenommen auf Kritiken ein und lässt dich nicht durch deinen Anwalt aligaga vertreten. Oder willst du nur Texte einstellen, aber keine Kritik lesen?
Diesen Nachtrag von Dir fand ich eben erst. Glaubst Du eigentlich selbst, was Du da schreibst?

Gruß Ciconia
 

Cellist

Mitglied
Hallo Ciconia,

ich freue mich erst einmal, dass ich dir direkt antworten kann, bevor der LL- Clown wieder zuschlägt.

Ich kenne Irland in der Tat nicht (leider, möchte ich anfügen, denn Irland möchte ich gern kennenlernen). Und doch wage ich zu behaupten, dass dein Text ohne den Titel auch Irlandkennern nicht zu Irland führt. Da kann ich mich aber auch täuschen wie so oft in meinem Leben. ;-)

vor längerer Zeit schrieb ich mal ein Haiku „Griechische Impression“ – es wurde von Dir mit 9 bewertet und eine Bemerkung über den Titel fand nicht statt.
Vor einigen Tagen erschien in der LL ein Haiku, das den Titel „Pünktlich nach Fahrplan“ trägt und in der letzten Zeile mehr eine physikalische als eine lyrische Beschreibung liefert. Es wurde sehr hoch bewertet (auch von Dir).
Warum also zweierlei Maß?
Wo ist hier zweierlei Maß? An deinen Text erinnere ich mich nicht mehr, aber er war sicherlich gut, wenn ich ihn mit 9 bewertet habe. ;-) Und der Text von PoetH hat mich überzeugt. Haiku und lyrische Beschreibung, das geht oft auseinander. Genau das ist ja das Problem bei Haiku, was hier oft nicht erkannt wird: Lyrik und 5-7-5 zählen ist beim Haiku nicht alles!

Ciconia, ich meine es wirklich nicht böse mit dir, wenn ich Kritik übe an deinen Texten. Aber: Heinrich Bölls Tagebuch haben nicht alle gelesen (ich auch nicht, obwohl ich es längst vorhabe, weil mich Irland interessiert und nicht zuletzt wegen James Joyce). Nein, deine drei Zeilen führen den Leser nicht zu Irland. Das bleibt meine Ansicht. Aber ich kann jetzt deine Idee hinter dem Text viel besser verstehen.

Hattest Du schon so eine Ahnung, dass Dein Kommentar ein wenig daneben liegt?
Nein, ich weiß aber, dass Ali wieder seine Weisheiten zum Besten geben wird.

Mal ehrlich, sowohl dein "Frühlingsfest" als auch dein jetziger Text hätte vernünftig diskutiert werden können, hätte nicht dieser LL-Kasper seinen Senf dazugegeben. In beiden Fällen bist du ihm aber sofort auf den Leim gegangen, weil er dich gegen Kritik verteidigt hat. Auf seine Weise ...
 

Cellist

Mitglied
Hallo Ciconia,

weil es mir keine Ruhe ließ, habe ich deinen älteren griechischen Text gesucht:

Auf dem Weg zum Meer
im rosa Oleander
ein Zikadenchor
Ich glaube, hier kommt es nicht darauf an, ob es in Griechenland, Italien oder den Kanaren spielt. Hier ist eine Stimmung, die den Leser in eine bestimmte (mediterrane?) Gegend führt.
Ja, mir gefällt der Text immer noch gut. Und Haiku ist es in meinen Augen auch immer noch (nur Zikadenchor: gibt es nicht, heißt: Phantasiebegriff wie Krokusteppich).

Der aktuelle Text hat nach meinem Befinden nicht diese Beziehung zu Irland (oder was auch immer) wie der gerade zitierte, der sofort eine mediterrane Stimmung aufbaut, die dann nachhallt (!!). Der Leser hört Zikaden noch nach dem Lesen, da bin ich sicher. Ein Esel kann überall schreien oder was auch immer und Fuchsien (wie auch immer getrennt und durchgesilbt) gibt es sogar bei uns auf dem Balkon.

LG
Cellist
 
A

aligaga

Gast
Wenn du nicht möchtest, o @Cellist, dass sich @ali öffentlich über deine Zuschriften amüsiert, dann solltest du ihn darin nicht so plump anpöbeln. Er wundert sich, dass jemand, der so gescheit tut wie du, nicht weiß, dass man einen sehr langen Löffel braucht, wenn man sich mit dem Teufel an den Tisch setzen und aus einer gemeinsamen Schüssel mit ihm essen möchte.

Dass du auf deinem Balkon Fuchs-ien und in deinem Hinterkopf nur einen andalusischen Esel i-a-en hörst, tut @Ciconias hübschem Frühlings-Haiku nicht den geringsten Abbruch. Denn während du deine Balkonfuchsien im Winter mit ins Bettchen nehmen musst, damit sie nicht erfrieren, sind die irischen Fuchsienhecken winterhart. Sie sind jedem bekannt, der schon mal in Irland war und sich darüber geärgert hat, dass diese übermannshohen Hecken fast jede kleine Landstraße säumen und einem den Blick auf die Landschaft nehmen, während man zünftig mit einem cart asal unterwegs ist. Der irische Esel heißt nicht donkey wie bei den Brex(r)ittern, sondern asal, und schon der olle Swift hielt ihn für wesentlich klüger als einen Menschen. Zudem, so meinte er, könne ein irischer Esel bereits im fünften Lebensjahr zu arbeiten beginnen; der Mensch bräuchte dazu mindestens deren zwölf (aus "Gulliver's Travels" Part IV: "A Voyage to the Land of the Houyhnhnms").

Wer @Ciconias humide Lebensräume nicht mit Irland in Verbindung bringen kann, war weder je dort, noch kennt er sich im Mediterraneum aus - da blühn nicht die Fuchsien, sondern der Oleander und die Bougainvillea am Wegesrand (oder auf dem Mittelstreifen der Autobahnen). Die Zikaden schrillen nur im Hochsommer, aber nie, wenn's unter dem Regenbogen aus den Bäumen tropft. Da halten sie fein still und hören zu, wie die paar Esel schreien, die's noch gibt.

Si tacuisses ...

Quietschend vor Vergnügen

aligaga
 
Wenn du nicht möchtest, o @Cellist, dass sich @ali öffentlich über deine Zuschriften amüsiert, dann solltest du ihn darin nicht so plump anpöbeln. Er wundert sich, dass jemand, der so gescheit tut wie du, nicht weiß, dass man einen sehr langen Löffel braucht, wenn man sich mit dem Teufel an den Tisch setzen und aus einer gemeinsamen Schüssel mit ihm essen möchte.
Hat der Quietschende hier gesagt, dass er der Teufel sei oder habe ich es falsch verstanden?
 

Ciconia

Mitglied
Dass Euch dieser kleine Dreizeiler auch noch spätnachts berührt, finde ich bemerkenswert, und ich danke Euch, dass Ihr Euch so ausführlich damit befasst habt. Und so sind jetzt hoffentlich alle Unklarheiten beseitigt.

Ich schreibe grundsätzlich nur über Dinge, die ich gut kenne. Allerdings muss ich gestehen, dass „mein“ Irland das der Siebziger- und frühen Achtzigerjahre war, als das Land noch ursprünglich, die Straßen nicht mit EU-Geldern ausgebaut und die Menschen sehr herzlich, neugierig auf alle Touristen und vielleicht auch ein wenig weltfremd waren. Insellagen haben schon immer die knorrigsten und kauzigsten Menschen hervorgebracht, und genau das machte die Insel damals so liebenswert. Dieses Irland haben damals Jill und Leon Uris in ihrem Bildband „Ireland – A terrible beauty“ auf allerfeinste Weise dargestellt. Und ich habe eine Reiseepisode in meiner Erzählung „Nächte mit Lucy Bailey“ geschildert.

James Joyce hat den größten Teil seines Lebens außerhalb Irlands verbracht. Mit Ulysses konnte ich mich nie so recht anfreunden, ich habe das Buch bis heute nicht zu Ende gelesen. Verschlungen habe ich aber viele andere irische Schriftsteller wie z. B. Frank O’Connor, Sean O’Casey, Frank McCourt, die in ihren Lebensgeschichten ein treffliches Bild des alten Irland aufzeigen. „Angela’s Ashes“ („Die Asche meiner Mutter“) von McCourt wurde übrigens sehr erfolgreich verfilmt.

All das wirst Du, Cellist, heute nicht mehr vorfinden. Irland ist sehr modern geworden – und hat dabei mit Sicherheit mehr verloren als gewonnen, jedenfalls in touristischer Hinsicht. Aber vielleicht sehen die Iren selbst das anders. Ich wünsche Dir, dass Du noch einiges von der früheren Ursprünglichkeit finden mögest.

Gruß Ciconia
 

Cellist

Mitglied
Vielen Dank, Ciconia. Vor allem für deine Erklärungen zu Irland.

Ullysses habe ich auch nicht durch. Aber Dubliner von Joyce fand ich interessant.

LG
Celist
 

Label

Mitglied
Lieber Cellist

Und doch wage ich zu behaupten, dass dein Text ohne den Titel auch Irlandkennern nicht zu Irland führt.
Da irrst Du dich, für mich ist die Verbindung Fuchsien Regen und Esel absolut irlandtypisch.
Das geht sogar hinauf bis nach Donegal, während in Armagh eher Palmen und Araukarien (und Regen und Esel) auffallen.

liebe Grüße
Label
 

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