Joris

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Mariaan

Mitglied
Hi, ich habe gestern diese kleine Geschichte geschrieben und nun ist mir aufgefallen, dass ich da nach dem 5. Absatz aus der 3. Person in einen Ich-Erzähler gewechselt habe. Geht das? Ich bin für Feedback und Verbesserungsvorschläge dankbar.

Joris

Joris stand auf weichem Stroh im Stall und blickte durchs Fenster in den Nachthimmel. Oben sah der den Mond und die funkelnden Sterne.

Er hatte einen besonders schönen Tag gehabt und war sehr zufrieden. Neben ihm standen Seppel und Henry, die beiden anderen Esel, die mit ihm auf dem Hof lebten. Joris mochte seine beiden Kumpel. Zusammen erlebten sie immer wieder neue Abenteuer. Seppel, Henry und er standen nicht nur auf der Weide oder im Stall. Nein, am Wochenende durften sie mit Besuchern spazieren gehen oder wandern. Manchmal zogen sie auch mehr oder weniger brav eine Kutsche durch die Gegend.

Heute hatte Melanie, ihre Besitzerin, sie schon morgens auf die Weide gebracht. Sie hatten sich am Vormittag in der warmen Sonne den Bauch mit Gras voll schlagen dürfen.

Für mittags waren Besucher erwartet worden und er war schon ganz neugierig gewesen, wer heute mit ihm, Seppel und Henry durch Wald und Wiese spazieren würde. Die Tour sollte nicht so lang werden und Melanie hatte, weil es inzwischen ziemlich heiß war, die schöne Strecke am Bächlein entlang ausgesucht, die mit den vielen Bäumen, die Schatten spenden.

Als sie von der Weide im Hof ankamen, sah er die heutigen Gäste sofort. Es waren eine alte Dame mit roten Haaren und Sonnenhut, ein Mann, eine Frau und ein Junge mit blonden Haaren. Der Junge gefiel ihm sofort. Er sah neugierig aus. Genauso neugierig, wie er sich auch fühlte. Vielleicht würde er mit ihm zusammen laufen dürfen?

Wie immer begrüßte Melanie die Gäste, stellte uns Esel vor und erklärte erst mal ein bisschen, wie mit Eseln wandern so geht. Dann wurden wir gebürstet. Das liebe ich ganz besonders, weil es sich wie eine Massage anfühlt und mein Fell hinterher glänzt und der ganze Staub raus ist. Ich hatte ja schon gehofft, dass der Junge zu mir zum Bürsten kommt, aber er hat dann Henry gebürstet.

Doch als es mit der Tour losging, juhu, hatte die alte Dame mit den roten Haaren und dem Sonnenhut Henrys Leine gefasst, die andere Frau nahm Seppel und der Junge kam zu mir.

Er war ganz vorsichtig mit mir. Wahrscheinlich war er bisher noch nie mit einem Esel spazieren gewesen. Julian hieß der Junge, wie ich hörte, als Melanie ihm ein bisschen erklärte, wie man mit mir am besten zurecht kommt. Joris und Julian, beginnt beides mit J. Hörte sich gut an. Wie schön.

Und dann begann ein wunderbarer Spaziergang. Julian war so aufmerksam und behutsam. Oft zerren Kinder so an mir rum, dass mir der Kopf weh tut, doch Julian machte es genau so, wie Melanie es ihm erklärt hatte. Einmal kurz ziehen und dann wusste ich, was Julian von mir wollte. Und meistens wollte ich das dann auch. Ansonsten hielt er meine Leine kurz aber nicht zu straff. Total angenehm.

Julian war nicht wüst, hektisch oder laut. Nein, er hat die ganze Zeit lieb mit mir gesprochen und seine Streicheleinheiten waren wunderbar. Besonders angenehm fand ich es wenn er seinen Arm über meinen Hals legte. Ich fühlte mich so schön umarmt.

Je länger wir unterwegs waren umso entspannter wurde es mit uns beiden. Schließlich hat Julian sogar Grasbüschel für mich ausgerupft um mich zu füttern. Wie lieb von ihm. Und er war gar nicht sauer, dass ich die nicht fressen wollte, sondern mein Gras lieber direkt vom Boden nehme. Er hat das Grasbüschel dann den ganzen Rest des Weges als Proviant für mich mitgenommen und ich habe immer mal so rüber geschaut und überlegt, ob ich es nicht doch nehme.

Leider war der Spaziergang dann viel zu schnell zu Ende. Wie schade. Manchmal bin ich ja richtig froh, wenn die Gäste wieder weg sind, aber mit Julian wäre ich viel lieber noch länger unterwegs gewesen. Ich hatte das Gefühl, dass auch er unseren Spaziergang ganz toll fand.

So musste ich mich leider von ihm verabschieden. Hoffentlich kommt er bald mal wieder. Mit ihm würde ich sooo gerne noch einmal spazieren gehen.

Ja, dieser Spaziergang und die Begegnung mit Julian hatten den heutigen Tag für ihn so besonders schön gemacht.

Dann fielen Joris die Augen zu und er schlief ein bisschen.
 

molly

Mitglied
Hallo Mariaan,

ich würde bei einer Erzählform bleiben

"Es waren eine alte Dame mit roten Haaren und Sonnenhut, ein Mann, eine Frau und ein Junge mit blonden Haaren. Der Junge gefiel ihm sofort."

4 Leute und drei Esel, was macht der Mann bei der Wanderung? Einige Füllwörter könntest Du streichen, z.B.:

erklärte erst mal ein bisschen, wie mit Eseln wandern so geht. Dann wurden wir gebürstet. Das liebe ich ganz besonders, weil es sich wie eine Massage anfühlt und mein Fell hinterher glänzt und der ganze Staub raus ist. Ich hatte ja schon gehofft, dass der Junge zu mir zum Bürsten kommt...

Viele Grüße
molly
 

VeraL

Mitglied
Hallo Mariaan,
eine sehr schöne kleine Geschichte hast du da geschrieben. Den Perspektiv-Wechsel würde ich vermeiden. Das ist verwirredn, besonders in einer Kurzen Geschichte für Kinder. Ich finde die Perspektive des Esels reizvoll und würde dabei bleiben.
Außerdem könntest du die Spannung noch steigern: Vielleicht hat der Esel Angst oder gar keine Lust, oder der Junge wirkt erst böse und wild und ist dann so liebevoll? Mir fehlt noch ein kleiner Twist.
Viele Grüße
Vera
 

Mariaan

Mitglied
Liebe Molly, liebe Vera,

vielen, lieben Dank für eure Rückmeldungen.

Ich werde den Text noch einmal überarbeiten und den Perspektivwechsel ändern.

Viele Grüße
Mariaan
 


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