Joseph Roth

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revilo

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Hallo blackout.....der Text ist klasse....leider sagt mir der Name Joseph Roth nichts...kannst du mir bitte eine Info über Lebenslauf, Werk, Schaffen und dergleichen geben? Vielen Dank!
 

blackout

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Ja, die Befürchtung hatte ich, dass hier Joseph Roth nicht bekannt ist. Gib mal in Google den Namen ein oder in Wikipedia.

Nur soviel: Joseph Roth war ein jüdischer Schriftsteller und Journalist, in den zwanziger Jahren sehr bekannt. Er hat zum Beispiel den "Radetzky-Marsch" geschrieben, das Österreich zur letzten Habsburger-Zeit. Übrigens gibt es eine großartige Verfilmung. Im Gedicht spiele ich auf seine Erzählung "Hiob" an. Weil er Jude war und als progressiver Journalist und Schriftsteller bekannt war, musste er ins Exil nach Frankreich gehen, ohne finanzielle Mittel oder sonstige Unterstützung und vor allem von der Sprache entfernt, die ja sein Handwerksmittel war. Er hatte in einem städtischen Asyl in Paris Unterkunft gefunden, und ein Freund sagte, er würde Selbstmord mit dem Alkohol begehen. Und da setzt mein Gedicht an.

Dank dir fürs Reinsehen.

blackout
 
Für Revilo und alle an Roth Interessierten

Zur Abfolge der politischen Einstellungen Roths folgende Zitate aus dem Wikipedia-Artikel über ihn:

Während sich Roth in frühen journalistischen Arbeiten sehr monarchiekritisch zeigte, wandelte sich diese Position später zu einer Idealisierung der Habsburger Monarchie.

Allgemein wird bei Roth um die Jahre 1925/26 eine Wandlung von früheren sozialistischen Positionen zu monarchistischen gesehen.

Freunde und Kollegen kritisierten ihn heftig, als er 1929 gegen gute Bezahlung für die nationalistischen Münchner Neuesten Nachrichten schrieb.


Sein Biograph Helmuth Nürnberger formuliert in der rororo-Monographie zu Roths Reise durch die Sowjet-Union 1926 Folgendes:

In einem Interview, das er einem russischen Journalisten gab, hat er sich begeistert über die in der Sowjet-Union geleistete Aufbauarbeit geäußert. Die Artikelfolge, die in der "Frankfurter Zeitung" erschien, betont hingegen stark die Kritik, die er bereits vor Antritt der Reise geäußert hat.
 

lapismont

Foren-Redakteur
Teammitglied
Mir ist der ganze Duktus etwas zu brachial, zu sehr Wolfgang Borchert imitierend.
Es tanzt irgendwie zwischen Totenglocke und Auf-den-heiligen-Zug springen.
Zu sehr indoktrinierend.
Ich habe beim Lesen das Gefühl, eine nicht diskutierbare Sicht auf den Autoren um die Ohren geklatscht zu bekommen, die mich instinktiv gegen den Titelheld einnimmt.
Wenn das Deine Intention war, ist es Dir gelungen.

cu
lap
 

Cellist

Mitglied
@lap,

Mir ist der ganze Duktus etwas zu brachial, zu sehr Wolfgang Borchert imitierend.
Es tanzt irgendwie zwischen Totenglocke und Auf-den-heiligen-Zug springen.
Zu sehr indoktrinierend.
Ich habe beim Lesen das Gefühl, eine nicht diskutierbare Sicht auf den Autoren um die Ohren geklatscht zu bekommen, die mich instinktiv gegen den Titelheld einnimmt.
Wenn das Deine Intention war, ist es Dir gelungen.

cu
lap
kann ich nicht mal im Ansatz nachvollziehen. Für mich völlig am Text vorbei, dein Kommentar.
 

blackout

Mitglied
Huch, hätte ich gar nicht gedacht, dass es so viele Meinungsäußerungen zu diesem kleinen Gedicht über Roth gibt.

Arno Abendschön, danke für die Ergänzungen, ich weiß nicht, ob sie bei Wikipedia erwähnt werden. Aber du siehst, der Antikommunismus in Deutschland (und nicht nur dort) war empfindlich. Sobald auch nur das geringste halbwegs Positive zur Sowjetunion geäußert wurde, fühlte man sich im deutschen Feuilleton bemüßigt, am Autor Roth den "dunklen Fleck" aufzubauschen, sicher schon damals mit einer gewissen Dosis Antisemitismus, wie ich annehme. Leider liegt mir dieser Artikel nicht vor. Roths Hang zur Monarchie wirkte tatsächlich etwas antiquiert bei seinen Zeitgenossen, man kann ihn aber verstehen, wenn man bedenkt, dass er den größten Teil seines Lebens ja in diesem großen Österreich gelebt hatte und mit den politischen Wirrnissen und Grenzsetzungen, die danach kamen, nicht fertig wurde und deshalb in der Wiedereinsetzung der Monarchie den einzigen Ausweg sah.

Lapismont, man muss etwas über Joseph Roth wissen und seine Dichtungen lieben können, dann begreift man auch die Tragik seines Pariser Exils, um die es geht in meinem Gedicht. Ich glaube nicht, dass ich damit Joseph Roth denunziert haben könnte. Deinen Kommentar verstehe ich leider nicht.

Besten Dank an alle.

blackout
 
blackout, ich werde nicht auf deine Darlegungen eingehen. Wir sind hier nicht an einer Parteihochschule anno 1965. Über jenen sehr verengten Blickwinkel scheinst du nie hinausgekommen zu sein.

Meine Zitate gestern waren für diejenigen Mitleser bestimmt, die neugierig auf Joseph Roths tatsächliche Biographie und Entwicklung sind.

Gruß
Arno Abendschön
 
blackout, nicht nötig, du weißt ganz gut, was ich meine. Und du weißt auch, was du selbst hier tust, z.B. wenn du heute früh um 5.52 Uhr formulierst: Arno Abendschön, danke für die Ergänzungen, ich weiß nicht, ob sie bei Wikipedia erwähnt werden. Selbstverständlich sind das drei Originalzitate von Wikipedia! Davon hättest du dich im Nu selbst überzeugen können - statt hier publikumswirksam, wie du glaubst, erst mal anzuzweifeln. Dieselbe unredliche Methode hast du ja schon im Thread zu "Heinrich Mann" benutzt, ohne Erfolg.

Diskutieren will ich mit dir nicht. Sei aber versichert, wenn ich wieder mal bemerke, wie du die Biographien toter Schriftsteller halbwahr darstellst, dann stelle ich öffentlich richtig.

Gruß
Arno Abendschön
 

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