Julinacht

blackout

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Revilo, es muss sich um einen Irrtum deinerseits handeln. Ein-Satz-Gedichte fallen nicht unter die Rubrik Lyrik. Das ist mir zwar auch neu gewesen, aber so ist es lt. "Einführung in die Gedichtanalyse" von Dieter Burdorf, Metzler-Verlag.
Das Buch lese ich gerade, um meine Fähig- und Fertigkeiten publikumsgerecht einsetzen und anwenden zu können. Es gibt eben mehr Dinge zwischen Himmel und auf Erden, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt.

blackout
 
Hallo Blackout,
eine modernere Form Des Liedes "Der Mond ist aufgegangen"
Mir gefällt es, auch wenn diese Form der "Spätromantik" nicht unbedingt meine ist.
Herzliche Grüße
Karl
 

blackout

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Danke, Karl. Es ist ein Ein-Satz-Gedicht, ursprünglich war es länger, dann habe ich aber gedacht, nimmst es mal raus, denn was folgte, schien mir überflüssig. Ob es ein romantisches Gedicht ist, weiß ich nicht, ich weiß nur, dass die Romantiker erstens gereimt haben und zweitens einen ganz anderen Stil einsetzten. Für mich ist es eine Natursentenz, knapp, knapper, am knappsten.

blackout
 

Mondnein

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Ein-Satz-Gedichte fallen nicht unter die Rubrik Lyrik. Das ist mir zwar auch neu gewesen, aber so ist es lt. "Einführung in die Gedichtanalyse" von Dieter Burdorf, Metzler-Verlag.
Und es gibt einen namhaften Verlag, der so was veröffentlicht?

Realsatire. Posse.

Wohin, wenn nicht in die Rubrik "Lyrik", sollen denn Gedichte gehören? Gleich, ob sie überhaupt syntaktisch in Sätze gegliedert sind, und wenn ja, in wie viele.

Ich denke, man sollte dem Verlag eine "Einführung in die Prosaanalyse" anbieten, die den Satz enthält: "Ein-Satz-Erzählungen fallen nicht unter die Rubrik Prosa".

Nein, ich gehe jetzt nicht nachprüfen, ob die Einführung in die Prosa bei Metzler so einen Paragraphen enthält.

Ist mir egal.
 

blackout

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Mondnein, wer redet denn von Paragraphen? Nein, das ist eine literaturwissenschaftliche Einordnung der Ein-Satz-Lyrik, die von den meisten Literaturwissenschaftlern vertreten wird. Natürlich gibt es da auch Gegenstimmen. Aber die Neinsager haben sich durchgesetzt, sie gestatten nur sehr wenige prominente Beispiele. Und das ist das Problem - entweder oder. Und wenn du Deutschlehrer warst (?), dann wirst du wissen, dass es bei solchen Festlegungen immer um den Grund des Daseins der Beteiligten geht. Die streiten bis aufs Blut um Formulierungen und eben auch in diesem Fall um Ein-Satz-Gedichte.

blackout
 

Mondnein

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Dieses Gedicht ist kein Satz, und auch nicht ein (einzelner) Satz.

Es ist ein Ausruf - "Welch ein Schweigen", an dem zwei temporale Nebensätze hängen.
 

blackout

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Selbstverständlich, Mondnein, ist es ein Satz, nämlich ein Satzgefüge, bestehend aus 1 Haupt- und 2 Nebensätzen gleicher Ordnung = 1 Satz. Meine Schulzeit ist zwar schon lange her, aber so viel weiß ich noch.

blackout
 

Mondnein

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Die klassische Definition des Aussagesatzes ist: "Ein Satz ist die Prädikation eines Subjekts". Alltagssprachlich: Aussage (Prädikat) über einen Satzgegenstand (Subjekt).

Ausrufe haben in der Regel kein Prädikat.

"Welch ein Schweigen!" ist kein Satz, denn dieser Ausruf enthält kein Prädikat.

Anstatt Dich über Deine Rettung zu freuen, weil Dein Ausruf nicht unter das Verdikt der "Einsatzgedichte, die angeblich keine sein sollen", fällt, greifst Du Deinen Retter an.
 

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