kritikus lyrikus

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James Blond

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Dem Poet reicht's zum Verdruss,
dass der Mensch verdauen muss:
Wo schon scharfe Säfte fließen,
mag er keine Sätze gießen.

Leider schwillt des Dichters Galle,
selbstgereizt besonders pralle:
Mangelt's ihm zwar nicht an Worten,
seinen Unmut zu verorten,

fehlt ihm doch ein fremder Tiegel,
der dem Dauerblick zum Spiegel
ein Empörungssälblein spendet,

welches, stilvoll angewendet,
die Visage spürbar strafft,
was so leicht nichts andres schafft.

Dazu hilft ein Blick in Foren
auf den Dung der andren Toren,
den er, aufgeforkt sodann,
gleich zu Mist erklären kann.

Angesichts der Wortbagage
meistert er die Sprachblamage,
zeigt zugleich der Lesewelt,
wer hier noch was auf sich hält.
 

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