Leben halb

blackout

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Nein, kein Wort gibt Schutz
vor den Ungeheuerlichkeiten der
Zeiten, in die wir
bedenkenlos hineingeboren, und kein
tröstender Satz.

Die Haut nimmt die
Kälte nicht auf, die Schreie
erreichen die Ohren nicht mehr,
taub leben wir die Tage, verlassen hat uns
die Trauer.

Vorüber an uns zieht
vergossenes Leben, wir verfluchen
unsere Gedächtnisse, beschwören die
alten Narben, dass sie nach
innen bluten.

Unempfindlich vegetieren wir
mit schwelenden Wunden, nur dann und wann
empören wir uns, wenn unversehens
Spiegel aufblitzen und wir uns
erkennen.
 

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