Liebende

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blackout

Mitglied
Siehst mich nicht an. Und weißt doch, ich bin da.
Ich bin verwirrt, was ist der wahre Grund?
Ich häng am Kreuz, mein täglich Golgatha.
Sähst du mein Herz, du wüsstest, es ist wund.

Ich träum von dir. Kein Traum, der ohne dich.
Und wie enttäuschend, wenn ich dann erwacht:
Das Zimmer leer - du warst nur Traum für mich.
Der Tag geschieht. Und ich leb für die Nacht.

Doch gestern war‘s, du liefst mir übern Weg,
ich dachte nicht an dich, ich war spät dran.
Du sagtest leis „Pardon!“, ein bisschen schräg.
Und dann, ach du … Dann blicktest du mich an.
 

Dalia Gray

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Ist schön und vermittelt mir ein Gefühl des Liebeskummers. Mag allerdings nicht, dass Traum in einem block zwei Mal vorkommt, nicht einmal absichtlich, einfach achtlos.
Müsst es nicht auch heißen: Wenn ich erwach, statt wenn ich erwacht?

Insgesamt hat das Gedicht mich berührt.
 

blackout

Mitglied
Dalia Gray, was ich geschrieben habe, haut schon hin. Mit Hilfsverb hieße der Satz vollständig: "wenn ich dann erwacht bin ..." In der Lyrik ist es legitim, das Hilfsverb wegzulassen. Man spricht dann von einer Ellipse. Deine Sichtweise ginge natürlich auch, es ist nur eine andere Zeitform, aber dann würde mir das Reimwort "Nacht" fehlen.

Hab vielen Dank fürs Reinsehen.

blackout
 

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