Liebestaxi

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Liebestaxi


Die purpurfarbene DS 21, Jahrgang neunundsechzig, hielt vor dem Kongresshotel. Ein gutgekleideter Mann Mitte Dreißig stieg aus, lehnte sich noch einmal durch das Seitenfenster der Beifahrerseite und sagte zu der Fahrerin: „Es war ein Vergnügen, mit Ihnen zu fahren, schöne Frau. Ich hoffe sehr, bald erneut in diesen Genuss kommen zu dürfen. Ich muss übermorgen um zwölf wieder zum Flughafen fahren. Darf ich mit Ihnen rechnen?“
„Oh, aber gerne. Ich trage es sofort in meinen Terminkalender ein. Vielen Dank“, säuselte die junge Frau.
Da kam ein anderer Mann aus dem Hotel heraus, schaute sich um, beachtete den auffälligen Wagen jedoch nicht ernsthaft.
„Suchen Sie ein Taxi? Dann nehmen Sie dieses. Es lohnt sich“, sprach ihn der letzte Fahrgast an.
„Das ist ein Taxi?“, war der andere irritiert.
„Oh, ja“, schmachtete der Mittdreißiger. „Steigen Sie ruhig ein.“
Der Mann, er war Anfang Fünfzig, schaute zum Seitenfenster in den Wagen. „Ist das wirklich ein Taxi? Es ist auf jeden Fall ein wunderschönes Auto“, lobte er und schaute die junge Frau am Steuer an. Oh, ja, dachte er sogleich, das lohnt sich allerdings.
„Steigen Sie bitte hinten ein, mein Herr. Wo soll es denn hingehen?“
„Oh, ich habe leider in einer halben Stunde einen Termin im Rathaus. Ansonsten hätte ich gesagt, lassen Sie sich ruhig Zeit. Das ist ein ganz besonderes Taxi, ja?“
„Wir würden in zehn Minuten am Ziel sein, aber ich fahre gerne noch einen kleinen Umweg, damit Sie sich mit der Anlage vertraut machen können und dann auch noch ein wenig Zeit haben, es zu genießen“, bot die Fahrerin an.
„Was ist das für eine Anlage?“
„Learning by doing, guter Mann“, schmunzelte sie und setzte den Wagen in Bewegung. „Folgen Sie ihrer Intuition.“

Nach zwanzig Minuten erreichte die wunderschöne automobile Göttin das Rathaus. Die junge Frau am Steuer schaltete den Motor aus. Damit wurde auch die Anlage abgeschaltet.
„Nein, oh, bitte, noch eine Minute“, bettelte der Mann auf dem Rücksitz.
„Tut mir leid. Alles vorbei. Aber man soll doch aufhören, wenn es am schönsten ist, nicht wahr?“
„Oh, Sie sind wirklich zauberhaft. Was bin ich Ihnen schuldig?“
„Für die Fahrt bekomme ich zwanzig, für das Erlebnis entscheiden Sie selbst.“
„Oh, ich...“, stammelte er verlegen. Ich würde Dir alles geben, was ich habe, dachte er, wenn das doch real gewesen wäre. Er holte seine Brieftasche heraus und reichte der schönen Frau einen Hunderter.
„Oh, herzlichen Dank. Müssen Sie auch später zurück ins Hotel?“
„Sie sind ein Engel“, jubelte er. „Natürlich. Aber ich weiß noch nicht genau, wann das sein wird.“
„Nehmen Sie sich eine Karte. Hier in der Mittelkonsole“, zeigte sie hinter sich. „Rufen Sie an. Wenn ich frei habe, komme ich gerne.“
Mit einem strahlenden Lächeln stieg der Mann aus, ging dann noch einmal ans Seitenfenster. „Dieser Name passt so wunderbar. Die schöne Helena...“, schmachtete er. „Auf Wiedersehen.“

Es war jetzt kurz nach vier Uhr am Nachmittag. Anton Teufel hatte gerade Feierabend. Er arbeitete dem Rathaus gegenüber im Sozialamt. Der junge Mann sah sofort dieses auffällige Auto und ging über die Straße. Genau in diesem Augenblick wollte Helena wenden. Beinahe hätte sie Anton angefahren. Also bremste sie.
„Entschuldigung“, rief sie aus dem Fenster. „Alles okay mit Ihnen?“
Anton verschlug es die Sprache, als er in diese leuchtend grünen Augen schaute. „Oh, oh, ja, ich... Ich denke, ich bin okay. Das... Das ist ein wundervolles Auto, ein wahrer Traum.“
„Kommen Sie, auf den Schreck setzen Sie sich hinten rein. Ich fahre Sie nach Hause, wenn es Ihnen recht ist.“
„Das kann ich doch nicht annehmen, junge Frau. Das ist...“, rang er um Luft. Das ist der Hammer, dachte er, ich glaube, ich bin ganz spontan verliebt.
„Setzen Sie sich schon rein“, forderte sie. „Das beruhigt mein Gewissen, dann weiß ich, dass es Ihnen gut geht. Wo geht es denn hin?“
Wenn ich das so genau wüsste, war er völlig von der Rolle. Eigentlich hätte er nur etwa zehn Minuten zu Fuß, aber er wusste nicht, welcher Teufel ihn gerade ritt, dass er beschloss, diese Frau in seinem Lieblingsrestaurant jetzt zum Essen einzuladen. „Raus aus der Stadt, naja, fast...“
„Welche Richtung?“
Ist doch egal, pochte sein Herz bis zum Hals, Hauptsache in Deiner Nähe, schmachtete er sie an. „Die Richtung stimmt schon... Helena“, fügte er noch an, als er die Visitenkarten erblickt hatte.
„Mit Ihnen ist wirklich alles okay, ja?“, wollte sie sich noch einmal vergewissern.
„Mir geht es gut“, klang Freude in seiner Stimme mit. Wunderbar sogar, dachte er beschwingt.
Anton dirigierte Helena zu seinem Ziel. Während dessen schaute er sie unentwegt an, versuchte einige Male ihren Blick über den Innenspiegel einzufangen, wo sie dann freundlich zurücklächelte.
Ist ja ein ganz hübscher Junge, dachte sie bei sich, aber hier wohnt er wohl kaum.
„Hier komme ich häufiger her“, offenbarte er. „Und ich hege die Hoffnung, dass Du auch hungrig bist, liebe Helena. Bitte erlaube mir diese Freude, Dich zum Essen einzuladen. Bitte.“
„Das ist ja wirklich reizend. Darauf war ich jetzt nicht gefasst, aber...“
„Bitte“, bekniete er sie.
„Zwei Stunden meiner kostbaren Zeit schenke ich Dir“, schlug sie vor. „Falls kein Anruf kommt“, relativierte sie sofort, als sie an den Fahrgast dachte, den sie am Rathaus abgesetzt hatte.
„Ich danke Dir“, schmachtete er, stieg aus und öffnete ihr die Tür, bevor sie es tun konnte.
Helena trug ein hübsches, knielanges Sommerkleid, nicht zu aufreizend, aber doch so, dass es ihre wunderbare Figur gut zur Geltung brachte. Als Anton die Tür weit aufschlug, schaute er sie an. Und sie lächelte, versuchte seinen Blick einzufangen. Ihre langen Beine schwangen aus dem Wagen, Antons Augen zuckten nervös, als er ihr die Hand reichte.
„Oh, wie galant, junger Mann“, lobte sie ihn.
„Anton. Anton heiße ich. Oh, Helena, ich weiß nicht, was mit mir los ist, aber ich muss das jetzt einfach sagen. Du bist wunderschön. Ich bin gar nicht so der Typ für solche mutigen Sprüche. Ich sag ja, ich weiß nicht, was mit mir los ist.“
„Ich weiß das sehr wohl, lieber Anton. Du bist ein netter Mensch, das darf ich doch erhoffen, ja?“
„Ja, aber... Oh, nein, ja, nein, keine Sorge, ich wollte nicht...“, stotterte er verlegen und wurde sichtlich rot im Gesicht. „Ich habe...“
„Du bist verliebt, Anton“, schmunzelte sie liebevoll und folgte nun seiner Aufforderung zum Aussteigen, ergriff seine Hand und erhob sich.
Anton wusste nicht, wo er seine Blicke lassen sollte, bewunderte die grazile Gestalt dieser wunderschönen Frau und schaute ihr schließlich sehr bewusst in die Augen, diese zwei funkelnden Sterne, die ihn so süß anlächelten.

Die Unterhaltung im Restaurant plätscherte so dahin, sie erzählten sich ein paar kleine Anekdoten aus ihrem Leben, lernten sich damit tatsächlich ein wenig näher kennen.
Erst nach dem Essen fiel Anton dann wieder etwas ein, was er Helena noch fragen wollte. „Was sind das eigentlich für Sachen, die da unter Deinen Visitenkarten in der Mittelkonsole liegen?“
„Du warst nicht neugierig?“, kicherte sie.
„Ja, nein, ich wusste nicht, wie... Ich habe mich nicht getraut“, gab er dann zu.
„Das solltest Du auf dem Heimweg dann aber unbedingt tun“, empfahl sie.
„Warum? Was ist das? Da sind Kabel dran, habe ich gesehen.“
„Learning by doing, Anton. Das sage ich jedem, der danach fragt. Du solltest es unbedingt versuchen“, bat sie eindringlich mit einem etwas frivolen Augenaufschlag.
„Ich... Ich werde es mal probieren. Versprochen.“
„Das hoffe ich. Du wirst ganz sicher große Freude damit haben. Auch versprochen“, lächelte sie sanftmütig.
„Ich könnte noch stundenlang hier mit Dir sitzen, Dir in die Augen schauen, Deiner weichen Stimme lauschen...“
„...mir schmachtend nachschauen, wenn ich jetzt wieder auf die Toilette gehe“, unterstellte sie ihm mit einem neckischen Schmunzeln, das verriet, dass sie es schon beim letzten Mal bemerkt hatte.
„Oh...“
Helena erhob sich, strich im Vorbeigehen mit der Hand über seinen Arm bis hinauf zur Schulter und ging zur Toilette. Und so, wie sie sich fortbewegte, drehte sich Antons Oberkörper, um ihr nachzuschauen. Er musterte sie auch diesmal hingebungsvoll. Oh, diese herrlichen, langen rotblonden Locken, dachte er, diese schlanke Taille, diese bei jedem Schritt so herrlich wogenden Hüften, diese wundervollen Beine...
Und dann drehte sie sich plötzlich um. Antons Blick erstarrte. Doch dieses Lächeln, das ihn traf, war zum Dahinschmelzen. Demütig senkte er den Blick.

Nach einigen Minuten kam sie zurück an den Tisch. „Wir sollten wieder los“, bat sie.
„Was machst Du eigentlich hauptberuflich? Taxifahren ist doch sicher nicht alles, oder?“
„Ach, doch, fast alles. Ich bin Programmiererin. Das mache ich so nebenbei, weißt Du?“
„Und was programmierst Du?“
Sie erreichten den Wagen. „Setzt Dich und siehe selbst.“
Anton schaute sie fragend an und setzte sich auf den Rücksitz. Neugierig nahm er das seltsame Gerät in die Hand. Und dann erkannte er: Das ist eine VR-Brille!
Helena beobachtete ihn im Rückspiegel. Ah, jetzt hat er es, dachte sie vergnügt.
Anton startete das Programm und erschrak sogleich. Oh, mein Gott, dachte er, Helena! Und sie trug das gleiche hübsche Kleid.
„Du musst auch die Sensorbänder an die Hände anlegen“, wies sie ihn an.
Anton nahm die Schlaufen und zurrte sie an den Händen fest. Er bewegte die Hände und erkannte, dass er damit die virtuelle Helena berühren konnte. Grundgütiger, erschauderte er vor Freude, das fühlt sich ja täuschend echt an!
Behutsam strich er ihr durch die herrliche Lockenpracht, ließ eine Hand dann auf ihre Schulter gleiten, fuhr den nackten Arm hinunter und ergriff die Hand, nahm die andere dazu und umschloss ihre Hände mit den seinen. Dann fuhr er mit den Händen die Arme wieder hinauf bis an die Schultern, schob die Hände weiter auf den Rücken und umarmte die virtuelle Helena. Er spürte regelrecht die körperliche Wärme, die sie auszustrahlen schien.
Unsicher, ob er mehr wagen sollte, nahm er die VR-Brille ab und suchte Helenas Blick im Spiegel.
„Schon genug?“, neckte sie ihn. „Das glaube ich Dir nicht. Du brauchst keine Angst haben. Ich sehe nicht, was Du tust.“
„Bist Du das, die ich dort sehe?“
„Sicher. Setz die Brille wieder auf und lass Dich treiben. Ich sehe nicht, was Du tust.“
„Aber Du weißt, was ich gerne tun würde, ja?“
„Dann tu es“, bat sie schmunzelnd. „Ich bin Dir nicht böse dafür. Versprochen.“
Anton schaute sie an und lächelte. „Du bist so wunderschön. Du möchtest mich verführen, ja?“
„Tauche in die virtuelle Realität ein und lass Dich treiben. Wenn es Dich verführt, dann lass Dich eben verführen. Habe keine Skrupel. Ich sehe nicht, was Du tust“, versicherte sie.
Etwas zögerlich setzte Anton die VR-Brille wieder auf, startete das Programm erneut und ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Er konnte nicht ahnen, dass Helena ein neues Programm entworfen hatte, das sie nun an ihm testen wollte. Sie legte ein Halsband an, das kabellos mit der Anlage, die Anton nun bediente, verbunden war. Oh, Anton, Du bist so süß, dachte sie, das muss ich jetzt einfach tun.

Nachdem Helena noch das Ziel abgefragt hatte, damit sie Anton würde nach Hause fahren können, schaltete sie ihr neues 'Spielzeug' ein.
Anton war nun von einer inneren Unruhe getrieben, doch er agierte eher schüchtern. Seine Hände strichen zärtlich über ihr Haar, streichelten ihre Wangen, Schultern, Arme, ja sogar den tief ausgeschnittenen Rücken. Er ließ sein virtuelles Ich die virtuelle Helena auch küssen. Es waren sanfte, liebevolle Küsse.
Oh, bist Du süß, dachte Helena, denn nun mit ihrem neuen Programm hatte sie die Möglichkeit, all diese Aktionen selbst zu spüren. Ein ums andere Mal jauchzte sie leise, denn sie genoss seine Zärtlichkeiten.
Anton war erstaunt, dass die virtuelle Helena so real wirkte, auch ihre Aktionen animierten ihn zu ein wenig mehr Mut. Behutsam schob er die Schulterschlaufen des Kleides zur Seite, küsste sie nun auch dort. Immer weiter schob er den Stoff, bis Helena, die virtuelle, seine Hände ergriff und innehielt.
„Was willst Du mir sagen, meine Liebe“, flüsterte Anton, jedoch so deutlich, dass es die Frau am Steuer ebenfalls vernahm und schmunzelte.
Dass sie durch ihre Gedanken die virtuelle Persönlichkeit allerdings lenken konnte, ahnte Helena gar nicht. Da sie aber genau wusste, wo die virtuelle Szene stand, ließ sie sich zu dem Gedanken hinreißen, das Bestreben des virtuellen Anton zu dulden, ja sogar zu wünschen.
So übernahm die virtuelle Helena die Führung, schob Antons Hände weiter an sich hinab. Anton entfuhr ein Seufzer, denn das virtuelle Bild zeigte sehr bald eine barbusige Helena, und er hatte seine Hände an diese wundervolle Pracht gelegt.
Oh, ja, das fühlt sich gut an, Anton, dachte sie, mach nur weiter, wir sind noch nicht am Ziel. Im nächsten Moment ließ sie durch ihre Gedanken das Kleid der virtuellen Helena zu Boden fallen.
Anton entrann ein sanftes Stöhnen. Oh, mein Gott, dachte er, Helena, geliebte Helena, Du bist so unfassbar schön, ich glaube meinen Augen kaum zu trauen, weil Du sagtest, dass das Du bist, die ich hier sehe. Mit einer schüchternen Hingabe ließ er sein virtuelles Ich die Traumgestalt umarmen, fest an sich drücken. Eine wohlige Wärme durchströmte dabei nicht nur ihn, sondern auch die echte Helena. Oh, ist das wundervoll, dachte sie verträumt. Und Helena spürte, dass Anton nicht den Mut hatte, den nächsten Schritt zu tun. In Gedanken ergriff sie seine Hand und wollte sie die virtuelle Helena vom Rücken hinunter auf den Po führen lassen, doch sie spürte Antons Zurückhaltung und vertrieb den Gedanken.

Eine Minute später waren sie am Zielpunkt.
„Hier wohnst Du also“, sagte sie mehr zu sich selbst, doch dann schaltete sie selbstvergessen den Motor aus.
„Oh, nein“, kam traurig von hinten, und Anton nahm die VR-Brille ab.
„Ach, entschuldige, Anton. Ich hätte Dich vorwarnen sollen. Tut mir leid. War es schön?“
„Unbeschreiblich schön, liebe Helena. Ich...“
„Du, Anton. Ich mag Dich. Du bist richtig süß, Du bist liebenswert, schüchtern, sanftmütig, einfühlsam, einfach wundervoll“, hoffte sie, sich nicht verraten zu haben. „Und Du bist gewiss auch wahnsinnig zärtlich“, fügte sie noch schmunzelnd hinzu.
„Oh, Helena“, senkte er den Blick und wurde wieder deutlich rot im Gesicht. „Wenn Du wüßtest...“
„Und wenn?“, lockte sie ihn aus der Reserve.
Anton schwieg. Aber sie erkannte seinen genießerischen Gesichtsausdruck.
„Ich mache für heute Schluss. Darf ich mit reinkommen?“, überraschte sie ihn.
„Oh, das willst Du wagen?“, versuchte er selbstbewusst zu sein.
„Auf jeden Fall. Du hast mich vorhin gefragt, ob ich Dich verführen wolle, was dieses Programm angeht. Dabei sehe ich die Dinge jetzt ganz anders. Ich möchte, dass Du mich verführst, mein lieber Freund. Ich möchte heute Nacht bei Dir bleiben, ja?“
Fassungslos starrte er Helena an. Das muss ich träumen, dachte er und begann zu zittern.
Helena stieg aus – und stieg hinten wieder ein, um sich zu ihm zu setzen. Ihre Blicke trafen sich. Oh, was sind das für herrliche Augen, schmachtete er sie stumm an. Und er fürchtete den Verstand zu verlieren.
Da klingelte das Telefon. Der Herr vom Rathaus, ging es Helena durch den Kopf. Nein, beschloss sie, das darf ich jetzt nicht tun. „Tut mir leid. Ich habe gerade einen anderen Gast“, speiste sie ihn charmant ab.
Anton rührte sich noch immer nicht. Er schaute Helena unentwegt in die Augen, um nicht in andere Verlegenheiten zu geraten. Doch Helena nahm seine Hände in die ihren, rückte noch näher an ihn heran und gab ihm einen süßen Kuss auf den Mund. Dann erneuerte sie ihre Worte: „Ich habe den ganz innigen Wunsch, heute Nacht von Dir verführt zu werden, Anton.“

Und so geschah es...
 

tobys

Mitglied
ein sehr schönes und phantasievolles Konstrukt... Sehen wir mal, was mit VR noch alles möglich wird ;-)
einziger spontaner Kritikpunkt: der Titel. verrät für mich ein bisschen zu viel. -> Taxi Helena?
 
Danke tobys,
ja, der Titel war nicht so glücklich gewählt. Ist mir im Nachhinein auch bewusst geworden. Aber die Alternative schien mir dann doch zu "abgehoben".
Ich bin noch neu in der LL, daher freue ich mich über eine Reaktion.
Schöne Grüße
 
Hmmm ja, ich weiß noch nicht so recht. Also kreativ ist es, flüssig geschrieben auch, aber auch rätselhaft. Wer ist Helena, warum macht sie so Sachen in einem Taxi, wie soll das überhaupt funktionieren. Außerdem bleiben die Charaktere ein bischen flach, was man sicher nicht unbedingt als Vorwurf in "Lust und Liebe" formulieren kann. Ich bin noch nicht ganz sicher, was ich davon halten soll, aber die Idee gefällt mir schon und ich habe es an einem Stück gelesen, das gelingt nicht immer.

L.G
Patrick
 
Hallo Patrick,
danke für Dein Statement. An einem Stück gelesen klingt schon mal gut, was mein Bemühen, den Bogen zu spannen, bevor klar wird, was eigentlich gespielt wird, als halbwegs gelungen deuten sollte. Wer weiß schon, was mit VR wirklich möglich ist? War halt eine wilde Fantasie - und passt damit in diese Rubrik ;-)
Die Charaktere wären ausbaufähig, sicher, aber ich dachte, in diesem Fall liegt in der - relativen - Kürze die Würze.
Schöne Grüße
 
Hallo Rainer Zufall,

ich habe die Geschichte jetzt einige Male gelesen und finde sie, obwohl gut erzählt, stellenweise immer noch etwas verwirrend. Es kann natürlich auch an mir liegen, mit manchen Begriffen kann ich nichts anfangen.
Was ist eine DS 21? Gut, ein Auto, aber mehr sagt mir das jetzt nicht. Zu wenig für die Handlung jedenfalls.

Dann stört mich ein wenig, dass weiter unten die Erzählperspektiven durcheinander geraten.

. Anton Teufel hatte gerade Feierabend. Er arbeitete dem Rathaus gegenüber im Sozialamt. Der junge Mann sah sofort dieses auffällige Auto und ging über die Straße.
Ab hier hatte ich erwartet, dass aus Anton Teufels Sicht weiter erzählt wird. Wird ja auch gemacht, aber mittendrin:

Ist ja ein ganz hübscher Junge, dachte sie bei sich, aber hier wohnt er wohl kaum.
Das passt in diesen Abschnitt nicht rein, das ist Helenas Sicht und verwirrt den Leser.

Insgesamt glaube ich begriffen zu haben, dass es um virtuellen Sex in einem eigens dafür kreierten Taxi geht. Keine schlechte Idee. Vielleicht wolltest du ja auch, dass die Leser rätseln....
Für die Dialoge ein großes Kompliment, die flutschen.

LG SilberneDelfine
 
Hallo SilberneDelfine,
oh, endlich funktioniert das hier wieder.
Also, die DS 21 ist ein Auto aus einer Zeit, wo jedes Auto noch einen eigenen Charakter hatte, ein Citroen, um genau zu sein, der den Beinamen 'Die Göttin' hatte, daher der weibliche Artikel. Ist für die Handlung aber nicht zwingend erforderlich, das so genau zu spezifizieren.
Ich muss gestehen, dass da die Erzählperspektiven durcheinander geraten sind, ist mir gar nicht bewusst. Vielleicht bin ich aber auch noch nicht geübt genug, um das zu erkennen.
Es sollte in der Tat erst im Laufe der Geschichte herauskommen, worum es bei der Anlage in diesem Auto geht.
Und dann auch noch ein herzliches Dankeschön für das Lob bezüglich der Dialoge.
Die Geschichte ist übrigens noch nicht zuende. Teil 2 und 3 sind ja schon online. Es folgen dann noch drei weitere...:)
Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 
Also, die DS 21 ist ein Auto aus einer Zeit, wo jedes Auto noch einen eigenen Charakter hatte, ein Citroen, um genau zu sein, der den Beinamen 'Die Göttin' hatte, daher der weibliche Artikel. Ist für die Handlung aber nicht zwingend erforderlich, das so genau zu spezifizieren.
Hallo Rainer Zufall,

für Leser wie mich, die Nullkommanull Ahnung von Autos haben, schon :) deswegen danke für die Erklärung.


Ich muss gestehen, dass da die Erzählperspektiven durcheinander geraten sind, ist mir gar nicht bewusst. Vielleicht bin ich aber auch noch nicht geübt genug, um das zu erkennen.
Über die Erzählperspektiven kann man sich streiten, deshalb will ich jetzt nicht unbedingt darauf herumreiten - am besten schaust du einfach mal selbst im Internet oder hier in der LL unter "Theorie" nach, was damit gemeint ist. Es gibt die auktoriale, die personale, die neutrale Erzählperspektive, aber noch einige mehr. Vor kurzem stieß ich auf die "Multipersonale", von der ich noch nie etwas gehört hatte. Deswegen will ich mich jetzt auch nicht allzuweit aus dem Fenster lehnen. Aber es lohnt sich, sich damit zu beschäftigen!

LG SilberneDelfine
 

Lykill

Mitglied
Vielen Dank, lieber Rainer! Das war eine anregende Taxifahrt, bin gerne mitgefahren.
Liebe Grüße
Lykill
 
Hallo Lykill,
vielen Dank für das Lob. Dann empfehle ich Dir auch die fünf Fortsetzungen dieser Geschichte. Am Datum kannst Du die Reihenfolge erkennen. Sind recht kurz nacheinander eingestellt worden.
Schöne Grüße,
Rainer Zufall
 

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