Männer!

ziner

Mitglied
Männer sind seltsam. Sie wollen immer das essen, was gerade nicht im Haus ist. Sie wollen immer dahin, wo man sie nicht will. Sie wollen immer das haben, was sie nicht bekommen sollen. Dann trinken sie zuviel, wollen mit dem Kopf durch die Wand und wundern sich auch noch darüber, daß sie Kopfschmerzen bekommen. Sie tun Dinge, die ihnen nicht guttun. Vielleicht liegt es daran, daß solche Situationen, mit gradlinigem Denken nicht zu bewältigen sind. Haben sie es mit einer unstrukturierten Lage zu tun, können sie damit nicht umgehen. Männer können gut mit Computern und Technik umgehen. Weil sie folgerichtig ist. Es gibt Ja und Nein, Null und Eins, Ein und Aus. Und diesem wohnt Folgerichtigkeit inne. Am Ende steht immer ein Ergebnis. Sie können mit Vielleicht, Möglicherweise und Gegebenenfalls nichts anfangen. Frauen hingegen sind an unzuverlässige, unstrukturierte Zustände gewöhnt. Sie haben in mehr als 20.000 Jahren Evolutionsgeschichte gelernt damit umzugehen, sie zu meistern. Haben gelernt die Vielleichts zu beherrschen. Sie paßten auf die Feuer auf, wenn die Jungs zur Jagd waren, zogen den Nachwuchs groß. Wenn die Jungs von der Arbeit kamen - wenn sie denn alle wiederkamen, denn hin und wieder wurde eines der Mannsbilder von Mammut oder Frühpferd erlegt - bereiteten sie das Mahl, kümmerten sich um die Fleischeslust der Göttergatten, versorgten Wunden und richteten die Helden für den nächsten Arbeitsgang wieder her. Je nach Lage der Dinge. Ein entschiedenes "Vielleicht". Zwischendrin schliefen sie mit einem wachen Auge, immer bereit Gefahren abzuwehren. Vertrieben Bär, Säbelzahntiger und anderes Raubgetier. Das schult. Das sind Anforderungen, die flexibles, schnelles und improvisiertes Denken erfordern. Folgerichtigkeit läßt sich nur gebrauchen bei Geschehen mit vorherbestimmbarem Ausgang. Das war selten für die Mädchen. Die Jungs kannten immer nur ein Ziel: Mach das Mammut tot, daß die Familie was zum Beißen hat. Mithin zielgerichtetes Denken, an dessen Ende ein Ergebnis steht. Haut das nicht hin, machen sich die Recken aus dem Staub und versuchen woanders ihr Glück. Während in der heimischen Höhle die Mädels warteten und den Rest erledigten. Irgendwann - sagen wir: frühe Spät-Bronzezeit - dämmerte dem maskulinen Teil der Krone der Schöpfung, daß sie eine ziemlich dubiose Rolle in dieser Geschichte spielen. Tausende von Jahren hatten sie ihren Weibchen die wirklich wichtigen Bereiche ihres Lebens überlassen. Sie hatten sich darauf beschränkt zu jagen. Sie konnten nicht kochen, brachen den Kindern den Hals - aus Versehen, wenn sie mit ihnen spielten - wußten nicht wie der Herd angeht. Sie beschlossen, daß ihr Beitrag der Bessere, Edlere war. Was wußten Frauen schon von der Jagd. Sie begannen die Not zur Tugend zu machen und verkündeten, daß Frauen schwach und hilfebedürftig seien. Daß sie nur durch den Mut und die Geschicklichkeit ihrer Männer am Leben blieben. Das wurde dann noch unterfüttert durch spirituelle und gesellschaftliche Ausgrenzungen. So ging das dann einige tausend Jahre weiter und gipfelte schließlich in: "Er für Gott und Vaterland; sie für Gott in ihm" und "Frauen und Kinder zuerst." Deswegen hätten wir eigentlich keine Frauen-, sondern eine Männerbefreiung gebraucht.

(Übernommen aus der 'Alten Leselupe'.
Kommentare und Aufrufzähler beginnen wieder mit NULL.)
 
D

Dominik Klama

Gast
Frauen hingegen sind an unzuverlässige, unstrukturierte Zustände gewöhnt.
Eine Frau und ein Mann, die sich nicht sehr gut kennen, sind für einen Termin verabredet gewesen, den man im weitesten Sinne als "beruflich" bezeichnen könnte. Die Frau hat dem Mann einen Zettel in den Briefkasten geworfen, auf dem stand, dass der Termin ausfallen muss, weil sie verhindert war. Leider hat der Mann den Zettel zu spät gefunden und ist vergeblich zum Treffpunkt gefahren. Der Mann schickt der Frau eine Message, sie solle zukünftig in so einem Fall besser anrufen. Die Frau antwortet darauf mit zwei Messages. Die eine sagt: "Ich konnte leider nicht, weil ich eine neue Arbeitsstelle angetreten habe. Mit dieser werde ich künftig dann wahrscheinlich an folgenden drei Nachmittagen um etwa 17 Uhr können. Such dir aus, wann es dir passt, und gib mir Bescheid." Die zweite lautet: "Es tut mir leid, dass du umsonst gefahren bist. Leider konnte ich am Montagnachmittag nicht. Ich schaue jetzt, wann ich mit der neuen Stelle kann, und dann gebe ich dir Bescheid für den nächsten Termin. Entweder maile ich oder ich rufe dich an."
Eine Woche vergeht. Keine Nachricht von der Frau.

Wahrscheinlich sollte der Mann jetzt bei ihr anrufen, sagen, ich will dann und dann - und passt dir das? Aber die letzte Nachricht von der Frau lautete: "Ich maile dir oder ich rufe dich an." Wäre es von einem Mann, man könnte sich auf diesen Wortlaut berufen.




Und, habe ich aber schon mal erzählt, ganz besonders eindrucksvoll finde ich immer wieder die Anzeichen für die berühmte weibliche Sozialkompetenz im städtischen Passantengewühl. Beim Vorbeigehenlassen.

Mehrere Frauen bewegen sich gemeinsam als Gruppe zu Fuß auf einem öffentlichen Weg in eine bestimmte Richtung. Die kleine Gruppe kann man sich dabei als zwei Mann-Frau-Paare vorstellen, die eingehängt gehen. Oder als eine Mutter mit mehreren Kindern und dazu noch einem Kinderwagen. Oder eine Gruppe sich sehr vergnügt unterhaltender junger oder auch älterer Frauen, weil sie möglicherweise gerade einen Kneipenbummel machen, aus dem Theater kommen, auf Shoppingtour in einer fremden Stadt sind.

Jetzt bewegt sich auf diese Frauen ein einziger, ein einzelner, ein Single-Mann zu. Einfach deshalb, weil er genau in die entgegengesetzte Richtung muss. Die beiden sich annähernden "Lager" haben noch 100 Meter Weg, sich auf die Situation der Begegnung einzustellen, sie sehen sich kommen. Bloß ist es leider so: Genau an der Stelle, wo die Begegnung eintritt, kann man nur über die normale Wegbreite verfügen. Man kann nicht einen Bogen außerhalb des Weges machen. Weil vielleicht auf der einen Seite ein Brückengeländer ist und auf der anderen eine stark befahrene Autostraße. Oder links sind einfach Ladengeschäfte und rechts ist der Weg durch einen Baustellenzaun und einen Container eingeengt.

Was geschieht jetzt? In mindestens 70 Prozent der Fälle laufen die Frauen - und zwar alle, alle die zu dieser Gruppe gehören, ihren Weg einfach weiter geradeaus, wobei sie dem Mann durchaus sogar in die Augen blicken können. Sie scheinen irgendwie zu erwarten, dass er seine Flügel ausbreitet und über sie wegfliegt. Oder dass er sich ganz schnell, ganz platt seitlich gegen die Hauswand drückt, bis die Frauengruppe vorbei ist. Dies ist ein eindeutiger Beweis für die Sozialkompetenz der Frauen. Diese können es nämlich nicht übers Herz bringen, für eine Strecke von zwei Metern Weges von der Seite der Person zu weichen, mit der sie gerade sozial (vertrautes Gespräch) zu tun haben. Da es für sie keine Möglichkeit gibt, das Problem zu lösen, wird auf die Problemlösungskompetenz des Mannes vertraut, Männer lieben es ja, problemlösungskompetent zu sein. Hinzu kommt, dass dieser Mann ein einzeln gehender ist, also keinerlei sozialer Aufgaben nachgeht.
 

 
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