Maniola

Maniola


Maniola – ein Name, wie Musik ...
Die gefeierte Koryphäe an der Geige.
Maniola – eine Frau, wie ein Gemälde ...
Die Männer liegen ihr zu Füßen.
Doch sie bleibt ein unerreichbarer Traum.



Kapitel 1

25. Oktober 2081. Die Konzerthalle war bis zum letzten Platz besetzt. Ausverkauft!
Der Vorhang schwang auf, Nebelschwaden verhüllten die Bühne, bunte Lichter durchkreuzten sie, bündelten sich immer mehr auf einen Punkt in der Mitte. Da stand sie. Maniola! In der rechten Hand ihre Geige, in der linken den Bogen.
Ihr Kleid, das mit tausenden von Pailletten besetzt war, glitzerte in allen Farben, bis die vielen, bunten Lichtstrahlen schließlich erloschen. Nun konnten die Zuschauer erkennen, dass ihr Kleid rubinrot war. Ein wahrer Traum von einem Kleid, der den Atem rauben konnte.
Erneut hüllten Nebelschwaden die Dame ein, sodass sie unsichtbar wurde. Sekunden später erklangen die ersten Töne ihrer Geige. Maniola trat zwei Schritte nach vorn, heraus aus dem Nebel und spielte, nein, sie zelebrierte die Ouvertüre.
Sie gab der Musik Leben, sie wurde Eins mit ihrem Instrument. Es war ein unbeschreiblicher Genuss, Maniola zuzuhören, sie zu sehen, sie zu bewundern. Das Publikum verehrte, ja, vergötterte sie regelrecht. Männer wie Frauen waren von ihr angetan, denn diese Ausstrahlung, diese Grazie, die Maniola verkörperte, war wie ein heller Stern aus einer anderen Galaxie, nicht von dieser Welt ...

Maniolas Bandbreite erfasste nicht nur die klassischen Meister, sondern reichte bis zu den aktuellen, eingängigen Melodien fast aller Genres. Aber sie hatte auch unzählige, selbst komponierte Stücke, die sie vortrug. So war für jeden Geschmack etwas dabei, und deshalb waren ihre Konzerte immer sehr schnell ausverkauft. Kaum zu glauben, dass eine Geige allein diese wahnsinnige Atmosphäre schaffte, die ihren Konzerten zu eigen war.
Dennoch war bei diesem Konzert etwas anders als sonst. Sie hatte sich für die Vorbereitung dieser kurzen Tour, die heute startete, ein wenig mehr Zeit gelassen. Es war vorher absolut nichts bekannt geworden, wie das neue Programm hatte aussehen sollen.
Nach einer halben Stunde trat Maniola ans Mikrofon: „Guten Abend, meine lieben Freunde. Ich bin immer wieder begeistert, wie ich hier in meiner Heimatstadt empfangen werde. Es ist traumhaft. Vielen, lieben Dank euch allen.“
Tosender Applaus war ihr Lohn.
„Leider kann Rosanna heute nicht mit auf der Bühne stehen, denn sie muss sich um ihren erkrankten Bruder kümmern. Aber ich habe auch heute einige neue Stücke dabei. Und ich bin stolz darauf, dass Ihr sie wirklich als Allererste hören werdet, denn ich habe in den letzten Wochen und Monaten ein gut behütetes Geheimnis daraus gemacht.“
Maniola hielt ein kleines Gerät in der Hand, auf dem sie einen Knopf drückte und sagte: „Darf ich euch Margaritta vorstellen? Sie ist, man glaubt es kaum, denn auch das war bisher ein gut gehütetes Geheimnis, meine kleine Schwester.“
Margaritta war dreizehn Jahre jünger. Die junge Frau saß an einem roten Flügel.
Dann schaltete Maniola einen weiteren Scheinwerfer ein. Ein jungen Mann an den Percussions wurde sichtbar. Er war Margarittas Ehemann Sergej.
Und wieder ließ Maniola ihre Geige erklingen, nach einer Minute setzte auch das Klavier ein und nach einigen weiteren Akkorden auch die Percussions.
Drei Stücke hatten sie inzwischen gespielt, die mit großem Applaus bedacht worden waren. Als das vierte Stück startete, Maniola nach dem Intro die Geige zur Seite hing und als Mikrofon trat, explodierte die Begeisterung der Zuhörer regelrecht, denn Maniola begann zu singen. Das erste Mal präsentierte sie ein Stück mit Gesang.
Und was war das für eine grandiose Stimme, denn der Jubel des Publikums kannte keine Grenzen.
Maniolas Gesicht erstrahlte vor Freude, sie genoss diesen Jubel, er elektrisierte sie geradezu.
Auch in den folgenden Stücken erklang immer wieder ihre sanfte Stimme. Sogar älteren Kompositionen hatte sie einige Textpassagen gegeben, was das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss.
Nach mehr als eineinhalb Stunden beendete Maniola das Programm mit dem Titelstück ihrer allerersten Veröffentlichung, mit dem sie, gerade achtzehn geworden, im Sommer 2056 schlagartig bekannt geworden war.
Natürlich gab es eine Zugabe, die etwa eine halbe Stunde dauerte, aber das Publikum war noch lange nicht satt.
„Maniola, sing!“, intonierten die Massen immer und immer wieder, bis sie nach fast zehn Minuten endlich wieder auf die Bühne kam.
„Ihr habt es euch verdient, meine lieben Freunde. Ihr habt es euch redlich verdient. Ihr bekommt nun noch ein ganz neues Stück zu hören. Und ich bin sicher, Ihr werdet es lieben.“
Die Anspannung im Publikum war zu spüren, die Luft knisterte vor Erregung. Zaghafte Trommelschläge leiteten das Stück ein. Sie wurden immer intensiver. Das Klavier kam dazu, dann die Geige.
Dann, nach fast drei Minuten, kam auch die Stimme. Es war ein Liebeslied, eine Ballade für die Ewigkeit. Unfassbar schön, romantisch, ja, erregend und zu Tränen rührend. Das Finale dieses Stückes bildete ein imposanter Klangteppich aller drei Instrumente mit einem explosiven Schlussakkord.
Das Publikum feierte die Musiker minutenlang, die Ovationen wollten gar kein Ende nehmen.

Unzählige Besucher drängten sich nach dem Konzert in das angrenzende Restaurant. Es war riesig groß, doch die verfügbaren Plätze waren schnell besetzt. Wer keinen bekommen hatte, musste wieder gehen. Ein Vierpersonentisch in der Mitte war reserviert, aber auch nach fast einer Stunde noch nicht besetzt.
Die meisten hatten aufgegeben, aber zwei junge Männer kamen nun an dem reservierten Tisch vorbei und fragten sich, wer denn hier würde Platz nehmen wollen. Vielleicht kam auch niemand mehr, spekulierten sie.
Dann hallte ein Raunen durch den Saal. Unverzüglich war es absolut still, denn jeder der Anwesenden erwartete, dass sie etwas sagen würde. Sie!
„Einen wunderschönen guten Abend. Ich hoffe, Ihr hattet Spaß. Ich hatte ihn auf jeden Fall.“
Sofort war der Applaus da.
Maniola, die jetzt ein recht weites dunkelblaues Shirt und eine rote Jeans trug, erreichte mit Margaritta und Sergej den reservierten Tisch. Die beiden jungen Männer standen noch immer daneben und bestaunten die Frau des Abends.
„Einen schönen guten Abend wünsche ich den beiden Herren“, begrüßte Maniola sie und reichte ihnen die Hand.
Völlig fassungslos starrten sie die schöne Frau an.
„Wir sind heute nur zu dritt, also werden wir euch zwei auch noch an diesen Tisch bekommen, wenn wir uns ein bisschen schlank machen“, tirilierte sie vergnügt.
„Das ... das glaube ich jetzt nicht“, stammelte der Blonde.
„Wie heißt du?“, wollte Maniola von ihm wissen.
„Lach jetzt bitte nicht, ja?“
Maniola schüttelte vehement den Kopf, dass ihre goldroten Locken, die sie, wie zuvor auf der Bühne, weiterhin zu einem herrlichen Strauß nach oben toupiert hatte, wild hin und her wehten.
„Fridolin heiße ich.“
„Mein Name ist Waldemar“, offenbarte der Schwarzhaarige, als Maniola ihn fragend ansah.
„Das sind beides sehr seltene Namen. Aber ich finde sie süß. Fridolin und Waldemar. Schön. Setzt euch bitte.“
Dann schaute Maniola nach dem Kellner. Der brachte sogleich einen weiteren Stuhl zum Tisch.
„Oh, vielen lieben Dank“, sagte Maniola, umarmte den Mann und gab ihm einen Kuss auf die Wange.
Ergeben verbeugte er sich und ging von dannen.
Inzwischen hatten Fridolin und Waldemar auch Margaritta und Sergej die Hand gereicht. Sie konnten ihr Glück noch gar nicht fassen, dass sie mit den Stars des Abends an einem Tisch saßen.
„Wie hat euch das Konzert gefallen?“, fragte Maniola.
„Oh, es war einfach großartig. Wir waren zum ersten Mal dabei, aber gewiss nicht zum letzten Mal. Einfach unbeschreiblich.“
„Danke, Fridolin. Waldemar? Deine Meinung?“
„Um Himmels Willen, Maniola. Ich finde kaum Worte, die es angemessen beschreiben können. Ich bin überwältigt. Eine gute Freundin hatte uns erst darauf aufmerksam gemacht. Ich gebe zu, es wäre schade gewesen, wenn wir nicht auf sie gehört hätten.“
„Okay, das waren die richtigen Antworten.“ Sie lachte vergnügt. „Ihr seid eingeladen. Was wollt ihr trinken?“
Da beide zu lange nachdachten, schlug sie vor: „Wir machen jetzt eine Flasche Champagner auf. Wenn ihr nicht mehr fahren müsst, dann dürft ihr gerne mittrinken. Ist das okay?“
„Das ist der helle Wahnsinn. Das glaubt uns doch kein Mensch“, stotterte Fridolin.
„Dann werden wir das jetzt mal klar machen, Jungs. Da drüben ist der nette Mann von der Lokalpresse.“
Kaum hatte sie den Arm gehoben, kam dieser herbeigeeilt.
„Komm, mach ein paar schöne Fotos. Und dass das morgen ja auf Seite Eins ist. Die beiden Jungs müssen gut zu sehen sein, okay?“
„Ich werd echt irre“, stammelte Waldemar.
Der Kellner brachte unterdessen den Champagner und ein weiteres Glas. Er schenkte ein und reichte jedem sein Getränk.
„Fridolin, Waldemar, auf diesen Abend.“ Maniola prostete ihnen zu und stieß dann mit Margaritta und Sergej an.
„Auf ... auf die hinreißendste Frau in diesem Universum“, hob Fridolin Maniola in den Himmel.
„Dem Ausspruch entnehme ich, dass du zumindest nicht verheiratet bist“, scherzte Maniola.
„Oh, ja, das ist richtig. Und wenn ich mich jetzt auf der Stelle entscheiden müsste, dann könnte es nur eine Wahl geben. Das glaube mir. Aber ...“
„Ich will dir nicht die Laune verderben, aber deine Wahl müsste ich leider ausschlagen, Fridolin. So leid mir das auch tut“, bat sie mit einem liebevollen Lächeln um Vergebung.
„Man darf doch träumen, oder?“
„Genießt diesen Abend, wir genießen eure Gesellschaft, denn ihr seid zwei ganz liebe Jungs. Prost!“
„Wir sind heute wohl die größten Glückspilze der Welt, liebe Maniola. Wir danken dir, wir danken euch von ganzem Herzen“, jubelte Waldemar und schaute dabei Margaritta und Sergej dankbar an.
„Oh, da kommt das Essen. Greift bitte zu“, forderte Maniola auf.
„Das ist wirklich Wahnsinn!“ Fridolin war völlig aus dem Häuschen.
Der Kellner brachte eine große, warme Platte mit allerlei Fleisch, Gemüse und Beilagen, stellte sie in die Mitte des Tisches.
Fridolin und Waldemar ernteten durchaus neidvolle Blicke von den anderen Gästen im Restaurant, doch niemand wagte sich zu beklagen.

Nach zwei Stunden waren alle gesättigt, die Champagnerflasche geleert, und alle erfreuten sich an der heiteren Stimmung. Die meisten Tische waren inzwischen verlassen. Schließlich saßen nur noch die fünf Personen an diesem Tisch zusammen und unterhielten sich sehr angeregt.
„Meine lieben Freunde“, Maniola erhob ein letztes Mal das Glas, „es hat mich sehr gefreut, euch heute so verwöhnen zu dürfen. Aber nun ist der Zeitpunkt gekommen, um Adieu zu sagen.“
„Wir haben zu danken, verehrte Maniola“, äußerte sich Fridolin voll des Lobes.
„Das werden wir unser Leben lang nicht vergessen“, stimmte Waldemar zu.
„Dann wollen wir jetzt auseinandergehen“, sagte Maniola.
Margaritta und Sergej verabschiedeten sich von Fridolin und Waldemar. Sie beließen es jedoch bei Händeschütteln und Schulterklopfen. Anders Maniola. Sie nahm zuerst Fridolin in beide Arme und gab ihm Küsse auf die Wangen, und dann ließ sie Waldemar die gleiche Freude zuteil werden. Beide strahlten die Frau mit geröteten Wangen an, doch sie brachten kein Wort heraus. Erst als sie am Ausgang standen, reichte Maniola den jungen Männern noch einmal ihre Hände, die beide dankbar ergriffen, Fridolin die rechte, Waldemar die linke.
„Wir danken dir für dieses grandiose Erlebnis an diesem heutigen Abend, Maniola. Danke“, betonte Fridolin erneut und hob ihre Hand, um sie zu küssen.
Waldemar wollte dem nicht nachstehen und schenkte Maniola ebenfalls einen Handkuss.
Dann endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit in schwärmerischer Glückseligkeit, ließen die Männer die zarten Hände der Frau los und gingen durch die geöffnete Tür auf die Straße, den Blick ständig zurück zu ihr gewandt. Zu ihr, deren glühende Verehrer sie heute geworden waren. Oh, Maniola, dachten sie, so schön, so wunderbar, doch auch so unerreichbar.
Neben der Schönheit und der Liebenswürdigkeit dieser Frau blieb den beiden Männern eines im Gedächtnis: auf so ziemlich jede Frage nach dem 'Warum' gab sie die selbe Antwort, garniert mit einem fröhlichen Lachen.
Warum hatte sie die beiden an den Tisch gebeten? Warum hatte sie erstmals auch gesungen? Warum dies, warum das? Immer war die Antwort: „Warum? Na, die Außerirdischen haben es mir wohl befohlen ...“


Kapitel 2

Fridolin und Waldemar waren froh, dass das Konzert an einem Samstagabend stattgefunden hatte. So konnten sie am nächsten Morgen wenigstens ausschlafen. Sie wohnten Tür an Tür im selben Haus.
Erst gegen eins erwachten die beiden. Waldemar kam auf die Idee, Fridolin anzurufen, um zu hören, ob er wach sei. Der Freund bat ihn sofort herüber.
„Setz dich. Du hattest doch sicher auch noch kein Frühstück, oder? Aber sag mal, warum hast du angerufen, anstatt einfach rüber zu kommen?“
„Warum? Ach, die Außerirdischen ...“, scherzte Waldemar, und beide verfielen in einen wahren Lachkrampf.
„Oh, Waldi, diese Frau hat es uns wirklich angetan, kann das sein? Mein Adrenalinpegel hängt immer noch irgendwo da oben an der Decke“, sagte Fridolin, richtete dabei seinen Blick nach oben.
„Ja, sie ist ein Traum, ein wahrer Traum ...“
„Ich hatte mir ja gestern am Fanshop dieses Buch gekauft. Du wirst im Leben nicht erraten, wie alt diese Traumfrau ist. Na?“
„Die Schwester ist so Mitte bis Ende zwanzig, schätze ich. Also wird Maniola kaum älter als dreißig sein, oder?“
„Das hätte ich auch vermutet. Nein, sie ist zweiundvierzig! Wahnsinn, oder?“
„Du machst Witze“, konterte Waldemar fassungslos.
„Echt! Seit sie siebzehn war, stand sie solo auf der Bühne. Das ist fünfundzwanzig Jahre her. Das ist einfach unfassbar.“
Sie hatten alles für ein ausgedehntes Frühstück auf dem Tisch zusammengetragen.

Fridolin holte das Buch auf den Tisch, damit sie beide darin lesen konnten. Sie studierten gemeinsam Maniolas Lebenslauf.
Schon mit vier Jahren hatte Maniola Interesse für die Musik entwickelt. Ihr Vater war Dirigent an der Staatsoper, ihre Mutter spielte neben Klarinette und Oboe auch Geige.
Der Geigenkoffer übte einen besonderen Reiz aus. Das kleine Mädchen fingerte daran herum, sobald die Mutter ihn hervorholte, um zu spielen. Maniola war neugierig. Und so unterrichtete die Mutter das Kind, bis es sieben war. Maniola lernte rasch. Bereits mit acht Jahren spielte sie die ersten Stücke ganz ohne Notenblatt. Mit neun durfte sie das erste Mal im Orchester ihres Vaters spielen. Ihre Intuition war beeindruckend. Sie brauchte weder nach Notenblatt noch Dirigentenstab zu schauen, sondern schloss einfach die Augen und spielte, spielte und spielte wie von einem anderen Stern.
Ihre Eltern waren begeisterte Science-Fiction-Fans. Auch Maniola hatte Gefallen daran gefunden. Als der Vater seine Tochter einmal gefragt hatte, warum sie die Augen schloss, während sie spielte, antwortete das kluge Kind, dabei fröhlich lachend: „Warum? Weiß nicht, vielleicht haben es mir die Außerirdischen befohlen.“
Dieser Ausspruch war in der Folgezeit zu einem geflügelten Wort geworden, das sie aussprach, wenn Dinge hinterfragt wurden, für die es entweder keine plausible oder eine viel zu einfache Antwort geben mochte. Es war schlicht als Scherz zu verstehen.
Mit vierzehn begann sie, eigene Stücke zu komponieren. Solostücke für Geige, keine Begleitung.
Ein Leben für die Musik - es war bislang auch ein einsames Leben. Maniola hatte wenig Zeit für Freunde, erst recht keine für Beziehungen. Nie hatte es einen Mann an ihrer Seite gegeben. Aber trotzdem war Maniola immer ein sehr lebensfroher Mensch, der mit offenen Armen auf andere zuging, immer lächelte, immer ein nettes Wort für ihren Gegenüber übrig hatte, egal ob Mann oder Frau, ob jung, ob alt.
Es gab nicht viele Menschen in Maniolas Leben, die ihr wirklich wichtig waren. Dafür war sie viel zu viel unterwegs. Aber die Familie, also Mutter, Vater und Schwester waren ihr heilig. Dann gab es ihre Managerin Rosanna und eine Handvoll echte Freunde. Genauer gesagt waren dies zwei Paare, die ihren Weg seit vielen, vielen Jahren schon begleiteten.
Der Erfolg war ihr nie zu Kopf gestiegen. Sie war heute noch dieselbe kluge und liebenswerte Frau, die sie schon immer gewesen war.

„Ein Leben wie ein Märchen. Fehlt nur noch der Märchenprinz, was?“, stellte Fridolin nach der Lektüre beeindruckt fest.
„Meinst du, sie hält ihn versteckt, damit er nicht angefeindet wird von irgendwelchen Irren?“
„Ach, das glaube ich gar nicht. Ich denke, es gibt einfach gar keinen. Sollten wir uns jetzt Hoffnungen machen wollen?“ Er lachte.
„Du bist wohl völlig übergeschnappt. Daran würde ich vielleicht im Traum denken, aber gewiss nicht im realen Leben. Das wäre reine Utopie.“
„Ja, ja ... Geträumt habe ich heute Nacht von ihr. Ich gebe es zu. Es war ein himmlischer Traum, mein Freund.“
Waldemar schaute Fridolin kritisch an.
Der reagierte sofort: „Glaube mal nicht, ich hätte geträumt, mit ihr im Bett gewesen zu sein. Das brauchen wir wohl nicht mal träumen, aber eine schöne Zeit gemeinsam zu verbringen ist schon ein erfüllender Traum, der glücklich macht. Denk nur an gestern Abend.“
„Was machen wir heute den lieben langen Tag?“
„Schau aus dem Fenster. Es ist herrliches Wetter. Da können wir doch das machen, was wir jeden Sonntag machen, oder?“
„Stundenlang mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren und nach hübschen Mädchen Ausschau halten?“
„Irgendwann müssen auch wir doch mal Glück haben“, sagte Waldemar, lachte.
In der Tat war es so, dass Fridolin und Waldemar es sich sonntags, sofern das Wetter es zuließ, zum Spaß machten, im Vorbeifahren oder an einer roten Ampel mit jedem weiblichen Wesen zu flirten. Obwohl sich die beiden vierundzwanzigjährigen Studenten, die sich schon über zehn Jahre kannten, redlich bemühten, hatte es bislang nie eine echte Partnerschaft mit einer jungen Frau gegeben. Immer endete es nach recht kurzer Zeit im emotionalen Desaster. Die Gründe für die Trennung hatten sich den beiden nie erschließen können. Doch das konnte sie nie entmutigen, es stets erneut zu versuchen.
Fridolin und Waldemar waren in optischer Hinsicht nicht gerade Prachtexemplare ihrer Spezies Mann. Zwar waren sie nicht wesentlich zu dick oder dünn, nicht zu groß oder klein, aber sie waren nicht diejenigen, denen die hübschen Damen oder jene, die sich dafür hielten, zuriefen: „Komm her zu mir, schöner Mann!“

Es war ein wirklich schöner Tag an diesem 26. Oktober 2081. Um zwei Uhr nachmittags machten sich die beiden auf den Weg. Am Rande der Fußgängerzone fanden sie sogar ein Eiscafe, das noch geöffnet hatte. Die Leute hatten zumeist dicke Jacken an, aber sie saßen zumindest draußen. Fridolin und Waldemar wollten sich dazu gesellen, um das recht rege Treiben rund um den kleinen Marktplatz zu beobachten.
Fridolin entdeckte den letzten freien Tisch. „Da drüben auf der anderen Seite ist noch ein Tisch.“
Sie waren noch wenige Meter von diesem Tisch entfernt, als ihnen von der anderen Seite zwei Damen in Daunenjacke, Pudelmütze auf dem Kopf und Sonnenbrille auf der Nase entgegenkamen. Sie schienen ebenfalls auf diesen Tisch zuzusteuern.
Und nun standen sie zu viert um den Tisch herum und schauten sich verdutzt an.
„Ach, Rosanna, sollen wir es wagen, uns mit den beiden Jungs an einen Tisch zu setzen?“
„Aber klar doch. Setzt euch zu uns, Jungs.“
„Wirklich? Wir wollen nicht stören“, antwortete Fridolin unsicher.
„Setzt euch bitte“, forderten die hübschen Damen unisono.
„Wenn das so ist. Was dürfen wir euch spendieren?“, verkündete Fridolin edelmütig.
„Kakao mit Sahne wäre sicher das Richtige“, schlug die eine vor.
„Wie lange muss dein Bruder jetzt im Krankenhaus bleiben, Rosanna?“, eröffnete die andere das Gespräch mit ihrer Begleitung.
„Sie haben ihn gestern Abend erstmal komplett durchgecheckt. Eine Woche werden sie ihn sicher dabehalten.“
„Oh, entschuldigt, Jungs. Das interessiert euch sicher gar nicht. Arbeitet ihr noch an der Lösung des Rätsels?“
„Welches Rätsel?“, entgegnete Fridolin irritiert.
Dann nahm die Dame die Sonnenbrille und die Pudelmütze ab und gab damit den entscheidenden Hinweis.
„Maniola!“, rief Waldemar. „Wie konnten wir das nicht erkennen? Wie peinlich.“
„Hallo Waldemar, hallo Fridolin.“
„Mein Gott. Wir haben seit gestern Abend über nichts anderes gesprochen als über dich und dieses grandiose Konzert“, gestand Fridolin.
„Dann darf ich euch Rosanna vorstellen. Sie ist meine Managerin. Sie war gestern leider verhindert, weil ihr Bruder einen Kreislaufkollaps bekommen hatte.“
„Wir durften gestern einen unvergesslichen Abend mit Maniola verbringen“, ließ Waldemar freudig verlauten.
„Das hat sie mir schon berichtet. Maniola war auch voll des Lobes über euch.“
Dann kam der Kellner mit vier großen Tassen Kakao mit Sahne. Maniola schenkte ihm ein liebevolles Lächeln. Und da erkannte er sie – und bekam rote Wangen. „Ich war auf Ihrem Konzert am gestrigen Abend. Und ich werde im Dezember ebenfalls da sein. Ich werde in der ersten Reihe sitzen“, verkündete er voller Stolz.
„Ich fürchte, da werden wir jetzt keine Karten mehr bekommen, oder?“, äußerte Fridolin sein Bedauern.
„Das ist leider richtig, junger Mann“, entgegnete Rosanna.
„Zu schade“, meinte auch Waldemar traurig.
In der Folgezeit entspann sich eine zwanglose Unterhaltung. Fridolin und Waldemar legten ihre Schüchternheit ab, hielten sich aber mit ihrer grenzenlosen Bewunderung trotzdem höflich zurück.
„Unverhofft kommt manchmal oft“, orakelte Maniola bei der Verabschiedung.
„Oh, das wäre uns eine sehr große Freude, aber wir wollen uns gewiss nicht aufdrängen. Auch du brauchst und schätzt sicher deine Privatsphäre“, meinte Fridolin.
Auch heute wurde den beiden Männern die liebevolle Geste zuteil, die sie schon am Vorabend so genossen hatten. Maniola umarmte zuerst Fridolin und dann Waldemar und gab ihnen einen Wangenkuss.
Als die beiden dann Rosanna die Hand zum Abschied reichten, meinte sie nur: „Was sie kann, das kann ich auch, oder?“
Dann nahm auch Rosanna beide nacheinander in die Arme und küsste sie.
„Fahrt bitte vorsichtig. Seid nicht vor lauter Träumerei unaufmerksam. Vielleicht bis zum nächsten Mal“, rief Maniola ihnen fröhlich nach, als sich Fridolin und Waldemar auf ihre Räder schwangen.

Die Frauen gingen zum Auto.
„Was hältst du von den beiden, Rosanna?“
„Wirklich nette Jungs, doch. Absolut nett und höflich, kein bisschen aufdringlich, obwohl man ihnen ansehen konnte, dass sie, na ja ...“
„Nicht, dass ich jetzt plötzlich auf Jungs stehen würde, aber ich finde sie trotzdem süß. Und lass sie doch ruhig ein bisschen träumen. Sie werden wissen, dass es immer Träume bleiben werden. Komm in meine Arme, Rosanna“, forderte Maniola und gab der Freundin sofort einen innigen Kuss auf den Mund.
Dann lass uns schnell nach Hause fahren, mein Schatz, dachte Rosanna.


Kapitel 3

Am Montag Morgen standen Fridolin und Waldemar bereits um halb sieben ganz ungeduldig vor dem Plattenladen. Das neueste Werk, das am Samstag Premiere gehabt hatte, gab es ab heute zu kaufen.
Fridolin und Waldemar waren tatsächlich die ersten an der Tür. Schnell wuchs die Schlange hinter ihnen. Und dann wurde es acht Uhr. Die Verkäuferin, die die Tür aufschloss, strahlte Fridolin und Waldemar schon an, denn sie waren ihr sehr gut bekannt.
„Ihr zwei seid die ersten“, stellte sie vergnügt fest, „also geht bitte direkt an die Kassentheke.“
Ungläubig schauten sie die junge Frau an.
„Na los, nun geht schon“, forderte sie erneut und grinste.
Dann strömten all die anderen Leute in den Laden, alle mit dem gleichen Ziel, das von der Kasse weg in der anderen Ecke des Ladens aufgebaut war.
Auf der Kassentheke war jedoch ebenfalls etwas aufgebaut. Und das beäugten Fridolin und Waldemar nun sehr interessiert.
„Hey, Carmela, was ist das hier?“, erkundigte sich Fridolin daher bei der Verkäuferin.
Carmela kam von hinten zwischen die beiden, nahm sie in die Arme und sagte dann: „Schaut mal, wer da kommt.“
In diesem Augenblick trat Maniola hinter dem Vorhang, der den Blick in den Nebenraum hinter der Theke verwehrte, hervor.
„Ich werde bekloppt!“, rief Fridolin.
„Guten Morgen, Fridolin, guten Morgen, Waldemar. Ihr seid ja wirklich zwei Glückspilze. Und das ist mir eine ausgesprochen große Freude.“
Fridolin und Waldemar, die noch immer von Carmela in den Armen gehalten wurden, knuddelten und küssten die junge Frau nun, die gar nicht wusste, wie ihr geschah.
„Sie kennt sogar eure Namen?“
„Die Geschichte erzählen wir dir später mal“, vertröstete Waldemar die Verkäuferin.
„Ich glaube, heute haben uns die Außerirdischen mal geflüstert, dass wir jetzt hier sein sollten“, scherzte Fridolin.
Carmela schaute ihn fragend an.
„Das gehört auch zu dieser unglaublichen Geschichte“, versicherte er.
„So, ihr Lieben“, begann Maniola mit zeremonieller Stimme.
Die drei Freunde, die noch immer Arm in Arm vor der Theke standen, schauten Maniola ganz gebannt an.
„Fridolin, Waldemar. Ihr bekommt die ersten beiden Exemplare, das dritte Präsent bekommt die liebe Carmela, weil das gerade auch ganz gut passt, denn ihr seid euch offenbar gut bekannt. Und allen drei Geschenken ist eines gemeinsam. Sie enthalten als Bonus eine VIP-Eintrittskarte für das Konzert im Dezember.“
„Nein!!!“, schrie Fridolin den ganzen Laden zusammen, dass sich die umstehenden Menschen die Ohren zuhalten mussten.
„Das glaube ich einfach nicht“, äußerte sich auch Waldemar völlig verzückt.
„Ich sag doch, ich werd bekloppt!“, stammelte Fridolin. „Oh, Maniola, das ist der absolute Wahnsinn. Ich würde dich dafür am liebsten jetzt küssen, echt.“
Stattdessen überfiel er noch einmal Carmela, denn das konnte er ohne Hemmungen tun, obwohl sie sich, wenn auch nicht ganz ernsthaft, ein wenig wehrte.
„Entschuldige, Ela. Das musste sein.“
„Schon gut, ich nehm es mit Humor. Ich bin ja auch wahnsinnig glücklich“, gestand sie und gab ihm noch einen Kuss.
„Und ich?“, kokettierte Waldemar und hielt Carmela die rechte Wange hin.
„Oh, entschuldige, Waldi.“ Sie kicherte und küsste ihn.
„Ihr seid wirklich goldig“, freute sich Maniola und fügte hinzu: „Die Tickets sind natürlich handsigniert.“
Carmela begab sich nun hinter die Kasse, denn die ersten Kunden wollten bezahlen. Maniola hatte sich wieder hinter den Vorhang zurückgezogen und Fridolin und Waldemar zu sich gebeten.
„Ihr seid zwei ganz besondere Jungs, wisst ihr das? Ich freue mich riesig, dass ich euch dieses Geschenk machen konnte. Es hat auf jeden Fall die richtigen Fans getroffen. Und die liebe Carmela ist eine Freundin?“
„Nun, wir sind häufiger hier. Sie kennt uns sehr gut, hatte uns auf dieses Konzert hingewiesen. Mehr nicht, wenn du das meinst“, antwortete Fridolin.
„Okay ... Kommt mal zu mir. Einer rechts und einer links, ja? Dann schließe ich die Augen, und dann dürft ihr mich küssen.“
„Dann werd ich wirklich bekloppt“, stammelte Fridolin.
„Das Risiko ist es doch wohl wert, oder?“, lockte Maniola und schloss die Augen.
Unsagbar sanft erfüllten die jungen Männer nicht nur sich selbst einen Traum, sondern damit auch Maniolas Wunsch und küssten ihre Wangen.
Nun war dies schon der dritte Tag in Folge, den Fridolin und Waldemar wie auf Wolken glückselig nach Hause schwebten. Dort angekommen, lasen sie weiter in dem Buch zu Maniolas Bühnenjubiläum.

Es war noch nie leicht, ein gefeierter Star zu sein, denn oft genug litt das eigene Leben abseits der Bühne ganz gewaltig. Das war bei Maniola nicht wesentlich anders. Aber Maniola war eine Frohnatur, die sich niemals unterkriegen ließ.
Schon in der Schule war sie bei allen Mitschülern sehr beliebt. Auch bei den Mädchen, denn jede wollte ihre beste Freundin sein, weil sie glaubten, über ein so hübsches Mädchen auch den Kontakt zu den begehrtesten Jungs knüpfen zu können. Das war gewiss auch so, aber nicht, weil Maniola eigene Ambitionen hegte, sondern weil die Jungs ihr in Scharen hinterher liefen.
Für Maniola gab es auch in jungen Jahren immer an erster Stelle die Familie und an zweiter Stelle die Musik. Danach kam lange, lange nichts, denn die Zeit ließ es einfach nicht zu. Wenn Maniola von einem Dutzend Jungs umringt war, konnte sie sicher sein, dass ebenso viele Mädchen zugegen waren, die sich Hoffnungen machten, von den Jungs bemerkt zu werden. Und so hatte Maniola allein durch die eigene Anziehungskraft so manche Beziehung auf den Weg gebracht, denn selbst hegte sie nie das große Verlangen danach.
Niemals hatte es ihr auch nur einer der abgewiesenen Verehrer jedoch übel genommen, denn sie gab ihnen immer den weisen Spruch, mit dem sie sie zu den anderen Mädchen schickte, mit auf den Weg: „Sie ist gewiss die Richtige für dich, denn wenn du mich nimmst, dann hast du nichts mehr, wovon du noch träumen kannst. Und wer keine Träume mehr hat, der kann nicht glücklich sein. Und sage es ihr ruhig so. Wenn sie Verstand hat, dann wird sie dich aufrichtig lieben.“
Nicht alle Jungs befolgten diesen Rat, aber diejenigen, die es taten, wurden mit einer langjährigen Partnerschaft mit ihren Mädchen belohnt. Und jene Mädchen, die nicht den Verstand besaßen, die Botschaft in Maniolas Aussage zu erkennen, waren auch jene, denen man schon immer nachgesagt hatte, dass sie sich einen Jungen nur angeln wollten, um ihr eigenes Ego zur Schau zu tragen. Da waren keine aufrichtigen Gefühle im Spiel.
Diese Mädchen waren es auch, die Maniola dann nicht mehr ganz so freundlich begegneten und sie regelmäßig fragten: „Warum hast du ihm das gesagt? Ein einfaches Nein hätte doch wohl gereicht!“
Und Maniola hatte sogleich deren Kleingeistigkeit erkannt und antwortete fröhlich vergnügt: „Warum? Na, die Außerirdischen haben es mir wohl befohlen.“

Als Maniola mit siebzehn ihre Solokarriere startete, stand sie kurz vor dem Abitur, das sie trotz der zusätzlichen Belastung mit Bravour bestand. Auch das anschließende Studium der Musik erfüllte sie mit Auszeichung.
Natürlich blieb auch in diesen ersten fünf Jahren keine Zeit für die sie nach wie vor umwerbenden Verehrer. Aber sie hatte auch da noch keinerlei Ambitionen, sich eine Beziehung zu gönnen. Sie lebte all die Jahre weiterhin bei den Eltern und sah ihre kleine Schwester heranwachsen. Auch Margaritta war der Musik sehr zugetan. Das mussten die starken Gene der Familie sein.
Nach dem Studium lernte Maniola bei einem Konzert Rosanna kennen. Sie war zwei Jahre älter und spielte Saxophon. Nach der Show hatte Maniola die dunkelhäutige Frau angesprochen.
„Wie sind Sie dazu gekommen, dieses Instrument zu spielen?“, fragte Maniola neugierig.
„Oh, ich glaube, eine ferne Stimme sagte es mir ...“
„Okay, die Außerirdischen ...“, antwortete Maniola, lachte ausgelassen.
Rosanna lachte sofort mit, und so entstand sehr schnell eine innige Freundschaft. Rosanna wurde nur einen Monat später Maniolas Managerin.
Da auch diese Frau aus Südafrika eine äußerst attraktive Erscheinung war, blieb es natürlich nicht aus, dass sie von vielen Männern umworben wurde. Rosanna hatte jedoch im Gegensatz zu Maniola schon einige eher unangenehme Erfahrungen mit dem männlichen Geschlecht gemacht und hatte es daher vorgezogen, sich darauf nicht mehr einzulassen. Stattdessen offenbarte sie Maniola, dass Rosanna bis vor einiger Zeit eine sehr intime Beziehung zu einer Frau gepflegt hatte.
„Warum habt ihr euch getrennt?“, fragte Maniola völlig arglos.
„Nein, diesmal waren es nicht die Außerirdischen“, meinte sie, fügte dann jedoch mit Wehmut hinzu: „Nein, sie ist vor einem halben Jahr gestorben.“
„Oh, nein. Oh, das tut mir leid, entschuldige bitte“, tröstete Maniola sie mit einer Umarmung und verdrückte ein paar Tränen.
„Ist schon okay, Liebes. Wir hatten es schon lange gewusst, dass es geschehen würde. Die bösartigen Geschwüre waren schon zu weit. Du brauchst doch nicht zu weinen.“ Rosanna war gerührt und küsste Maniola die Tränen von den Wangen.
Das war schon eine sehr intime Geste, dachte Maniola, doch sie spürte keine Abneigung gegen diese unverhofften Zärtlichkeiten.
„Ach, Rosanna, komm her, lass dich knuddeln.“
Rosanna belohnte dieses Entgegenkommen erneut mit Zärtlichkeiten, indem sie Maniola sanft den Rücken und den Nacken kraulte. Das erste Mal in ihrem Leben glaubte Maniola, so etwas wie wahrhaftige Erregung zu spüren und zu empfinden, denn sie bemerkte, dass sie eine Gänsehaut bekam. Ein wohlig heißer Schauer schoss ihr durch die Glieder.

Rosanna besaß schon damals eine sehr gemütliches, historisches Haus am Rande des Stadtzentrums, gar nicht weit von Maniolas Elternhaus entfernt. Und so kam es natürlich sehr oft vor, dass sie bei der einen oder der anderen abends zusammensaßen und entspannt plauderten.
„Ich komme wirklich gerne hierher zu dir, Rosanna. Dieses Haus hat eine unglaubliche Atmosphäre.“
„Ja, ich liebe dieses gute Gefühl, das man hier bekommt. Es inspiriert, manchmal erregt es sogar. Mich zumindest. Darf ich dich etwas fragen, Maniola?“
„Aber sicher doch. Alles, was du willst.“
„Warum hat eine so wundervolle Frau wie du noch keinen Mann?“
„Oh, das ist gar nicht so einfach zu erklären. Meine Familie und die Musik sind mein Lebensinhalt, weißt du? Da bleibt nicht so viel Zeit für sowas.“
„Sag nicht, die Außerirdischen hätten dir empfohlen, keine feste Beziehung einzugehen“, flachste Rosanna und knuffte Maniola in die Seite.
Beide lachten herzhaft.
„Es hatte sich bisher noch nicht ergeben. Vielleicht habe ich auch Angst davor.“
„Du könntest jeden haben. Jeden, Engelchen! Wirklich jeden.“
„Das ist es ja, was mir Angst macht. Das würde ich gar nicht wollen. Damit wäre ich nicht glücklich.“
„Die Männer lieben dich, sie bewundern dich, sie vergöttern dich. Du bist erst vierundzwanzig. Du hast das ganze Leben noch vor dir.“
„Irgendwann kommt vielleicht der Eine, der dann auch der Richtige ist. Vielleicht ...“
„Einerseits finde ich es bewundernswert, so leben zu können. Andererseits würde ich wohl glauben, etwas zu verpassen, wenn ich es täte. Aber ich warte nicht mehr auf den Mann für's Leben. Der Zug ist abgefahren.“
„Was redest du? Du bist auch noch jung.“
„Ich will dich nicht beeinflussen, Liebes. Du musst deinen eigenen Weg finden, was das angeht, aber ich lasse mich mit keinem Mann mehr ein.“
Das klang sehr endgültig. Maniola schaute Rosanna fragend an. Die Südafrikanerin wich dem Blick nicht aus, sondern ganz im Gegenteil. Sie schaute Maniola fast durchdringend tief in die Augen. Und so langsam schien diese zu begreifen, was die Freundin ihr sagen wollte. Rosanna wünschte sich eine neue Beziehung zu einer Frau. Zu Maniola!
Nach weniger als drei Monaten, die sich die beiden nun kannten, war Maniola gewiss nicht in der Lage, sich dafür oder dagegen zu entscheiden. Sie fühlte sich nicht bedrängt, aber sie spürte trotzdem die Liebe, die Rosanna ihr mit Worten und gelegentlichen Zärtlichkeiten versuchte, näher zu bringen. Sie verbrachten ohnehin eine Menge Zeit miteinander, schließlich war Rosanna Maniolas Managerin.

Das erste Jahr mit einer richtig großen Tournee stand bevor. Es wurden Hallen gewählt, die maximal fünftausend Zuschauer fassen konnten. Obwohl Maniola schon nach sieben Jahren, die sie jetzt im Geschäft war, einen gewissen Kultstatus genoss, war sie noch immer ein Geheimtipp.
Da sie aber Kompositionen aller Genres spielte, gab es kaum eine Zielgruppe, die sie nicht begeistern konnte. Ganz besonders ihre selbst komponierten Stücke schienen absolut zeitlos, waren also beliebt bei Jung und Alt. Und Rosannas Saxophon verlieh den Stücken, in denen sie zum Einsatz kam, noch eine besondere Note.


Kapitel 4

Fast ein ganzes Jahr waren sie unterwegs gewesen, alle drei Tage ein Konzert, einhundertundelf Termine auf der ganzen Welt, davon die ersten drei und die letzten drei in ihrer Heimatstadt Köln.
Nach dieser Tour war Maniola natürlich überall in Europa, aber nun auch in Asien, Amerika, Australien und auch in Afrika so bekannt, dass sie sich vor Anfragen renommierter Künstler, aber auch weniger bekannter Musiker gar nicht mehr retten konnte, die um einen Gastauftritt in ihrer eigenen Show baten, ja, beinahe flehten.

Nach dem Ende der ersten Welttournee im Jahre 2063 war erst einmal einige Monate absolute Funkstille. Man sah und hörte nichts von Maniola. Ihr Postfach füllte sich schon während der Tour, aber nun quoll es über von Fanpost und Anfragen. All das hatte sie zusammen mit Rosanna nun zu bearbeiten.
„Das ist der helle Wahnsinn, Rosi. Die Leute sind völlig aus dem Häuschen. Ich fasse es nicht.“
„Maniola, mein Schatz, du bist einfach genial. Du hast es verdient. Du bist ein Superstar“, zollte Rosanna der Freundin höchsten Respekt.
„Glaube mal nicht, dass ich jetzt abhebe. Das ist nicht meine Natur. Wenn mich meine Eltern eines im Showbusiness gelehrt hatten, dann das: Bleibe mit beiden Füßen auf dem Boden der Realität. Kein Ruhm ist es wert, dafür sich selbst aufzugeben, um ein Leben in Saus und Braus zu leben. Das kann nämlich ganz, ganz schnell wieder vorbei sein. Und dann bist du ein Wrack!“
„Du bist so weise, Maniola. Deine Eltern sind es ebenso. Ich werde ihnen bei nächster Gelegenheit dafür danken müssen.“
„Aber ich brauche jetzt wirklich mal ein paar Monate Ruhe, um mich neu zu inspirieren. Ich habe noch viele Träume.“
„Erwecke sie zum Leben, aber immer mit Bedacht. Einen nach dem anderen“, riet Rosanna.
„Ich bin glücklich, Rosanna. Ich freue mich für uns beide, denn du hast mir ebenso Kraft gegeben, immer an mich zu glauben. Komm her, lass dich knuddeln.“
Hingebungsvoll breitete Maniola ihre Arme aus, um Rosanna sanft darin einzuhüllen. Sie drückten einander so fest, wie es zwei Menschen tun, die sich über alles lieben. Rosanna hatte große Sehnsucht, doch auch nach über einem Jahr hatte sie Maniola niemals bedrängt. Sie wusste, irgendwann würde sich dieses Glück erfüllen.

Sie hatten die Zuschriften in mehrere Stapel unterteilt.
Der mit Abstand größte Stapel war zweifellos der mit den Heiratsanträgen, die an Maniola gerichtet waren. Er machte etwa fünfzig Prozent aller Zuschriften aus.
Mindestens zehn Prozent der zumeist von weiblichen Fans geschriebenen Briefe offenbarte, dass sich zwei Menschen auf den Konzerten, die sie gemeinsam besucht hatten, nicht nur kennen, sondern auch lieben gelernt hatten. Ein Paar aus Norwegen hatte nach sechs Monaten sogar noch einen zweiten Brief geschrieben, mit dem sie Maniola nun zu deren Hochzeit einluden.
„Da werden wir hinfahren, oder?“
„Im Mai nach Oslo? Das klingt traumhaft“, bekundete Rosanna Interesse.
Auch Rosanna hatte ihre Fangemeinde, denn sie erhielt ebenfalls viele hundert Heiratsanträge. Leider waren darunter auch einige sehr obszöne Angebote, die sich auf die besondere Fähigkeit bezogen, ein so schwieriges Blasinstrument, wie es das Saxophon war, spielen zu können. Entsprechend verärgert war Rosanna, denn Maniola hatte derart zweifelhafte Angebote nicht bekommen.
Sie erhielt jedoch genau einhundertundelf Aufforderungen, sich demnächst einmal in einem Männermagazin hüllenlos zu zeigen. Rosanna erhielt erstaunlicherweise exakt die gleiche Anzahl solcher Ansinnen. Und was noch erstaunlicher war, war die Tatsache, dass sie alle vom selben Absender gekommen waren. Von jedem Spielort gab es eine Ansichtskarte mit dem entsprechenden Text.
„Was ist das für ein verrückter Kerl?“ Maniola amüsierte sich.
„Wer heißt denn schon so? Das ist doch ein Scherzbold, oder?“
„Sicher, aber der war offenbar auf jedem Konzert, auf jedem!“
„Reiner Zufall ... Glaubst du, das ist sein richtiger Name?“
„Nein. Aber wie kommt der auf diese Idee?“ Maniola kicherte, fand das Ganze offenbar witzig.
„Wer hat dich denn jetzt gepiekst?“, fragte Rosanna irritiert, weil Maniola sich plötzlich gar nicht mehr beruhigen konnte.
„Ach, Rosi ... Die Außerirdischen ...“ Sie lachte immer weiter.
Dann lachte auch Rosanna. Die Außerirdischen, dachte sie, die müssen für allen Blödsinn herhalten.
Tausende Briefe und Karten waren jedoch recht neutral gehalten und dokumentierten einfach nur die Begeisterung der Menschen, die Konzerte genossen zu haben.
Die beiden Frauen saßen auf dem dicken Teppich in Rosannas Wohnzimmer und sortierten die letzten Sendungen. Und wieder begann Maniola zu kichern.
„Die einzigen Menschen, die mich bisher nackt gesehen haben, sind meine Eltern und meine Schwester, weißt du das? Und dieser komische Vogel meint jetzt, ich sollte mich allen Menschen so zeigen, wie die Natur mich erschaffen hat?“
„Was ist daran denn so komisch, Maniola. Ich verstehe gerade nicht, was mit dir los ist.“ Rosanna wirkte beinahe verstört.
„Ich weiß es doch selber nicht.“ Sie kicherte unaufhörlich weiter und kippte plötzlich zur Seite und Rosanna in den Schoß.
Rosanna war sofort hellwach, die Verärgerung, die sie gerade noch ergriffen hatte, war verflogen. Zärtlich legte sie einen Arm auf Maniolas Schulter und strich sanft darüber auf und ab.
Dann rollte sich Maniola auf den Rücken, den Kopf auf Rosannas Oberschenkel liegend und an den Bauch gelehnt, und schaute die Südafrikanerin mit sanften Augen an, die von den Freudentränen glänzten.
„Entschuldige. Ich bin wohl wieder mal von den Außerirdischen gezwickt worden“, mutmaßte Maniola grinsend.
„Wenn die wüssten, was sie alles schuld sein sollen“, alberte nun Rosanna herum.
„Vielleicht ist der Kerl ja ein Alien“, machte sich Maniola weiter lustig über den Unbekannten, „denn wer kann sich schon über hundert Konzerte leisten?“
„Oh, liebste Maniola, du hast eine blühende Fantasie. Ich glaube nicht an Außerirdische. Ich glaube nur an das, was ich sehen, greifen und begreifen kann. Und im Augenblick ist das nur diese himmlische Gestalt, die hier auf meinem Schoß liegt und mich mit ihrer ständigen Anwesenheit beglückt.“
„Oh, Rosanna“, schmachtete Maniola und richtete sich auf, lehnte sich dann an Rosannas Schulter und umarmte die Freundin.
Oh, mein Gott, dachte Maniola, sie liebt mich, sie liebt mich so sehr. Dann hob sie den Kopf und küsste Rosanna auf die Wange. Und als diese den Blick zu ihr wandte, küsste sie Rosanna auch noch liebevoll auf den Mund.
Rosanna schloss die Augen. Sie konnte noch gar nicht glauben, was gerade geschehen war. Möge sie mein stummes Flehen endlich erwidern wollen, hoffte sie voller Zuversicht.

Schon lange vor der Tournee war Maniola immer häufiger bei Rosanna über Nacht geblieben. Das riesige Doppelbett war die gemeinsame Schlafstätte, aber überdeutliche Liebesbekundungen hatte es bislang nie gegeben. Es gab zwar immer ein Gute-Nacht-Küsschen auf die Wangen, aber mehr nicht. Rosanna war sicher, dass das heute anders sein würde, wenn Maniola sich entschließen sollte, hier zu nächtigen.
Im Elternhaus würde Maniola heute allein sein, wurde ihr bewusst. Denn die Eltern waren mit Margaritta in Urlaub.
Auch heute wollte Rosanna auf keinen Fall drängen, denn sie spürte, dass Maniola sich öffnete. Sie zeigte keine Scheu, aber würde sie bereit sein?

Was höchst erstaunlich war, war die Tatsache, dass Maniola ein Leben ohne die ständigen Belästigungen durch irgendwelche Reporter oder andere aufdringliche Menschen führen konnte. Niemand nahm ernsthaft Notiz davon, dass sie faktisch mit ihrer Managerin in einem Haus lebte. Über die näheren Umstände war indes auch nichts bekannt.
Das war wohl auch die einzige, wirklich große Angst, die Maniola umtrieb. Sie wollte ihr Privatleben unter Ausschluss der Öffentlichkeit führen. Allzu oft hatte sie es bei anderen Stars und Sternchen beobachten können, dass der ganze Rummel diese Menschen krank machte, sie langsam, aber sicher zu zerstören begann. Das wollte sie sich nicht antun lassen. Und da war sie mit Rosanna absolut auf einer Linie. Niemals würden sie sich zum unfreiwilligen Spielball der Medien machen lassen. Niemals!
Immer wählten sie ihre Kleidung mit Bedacht aus, wenn sie in der Öffentlichkeit waren, egal ob Konzert oder Freizeit. Eine ungewollte Sexualisierung ihres Auftritts war fast ausgeschlossen. Dazu hätte schon eine Menge Arbeit investiert werden müssen.

Rosanna war glücklich und ein wenig unglücklich zugleich. Maniola hatte sich zwar für die Zärtlichkeiten, die Rosanna ihr entgegenbrachte, ein wenig geöffnet, aber sie blieb trotzdem noch immer sehr schüchtern. Den Gute-Nacht-Kuss gaben sie sich jedoch inzwischen auf den Mund.



Fortsetzung folgt ...
 
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ahorn

Mitglied
Hallo Rainer Zufall,

Musik, Sehnsucht und Außerirdische, mehr kann man wohl nicht erwarten. :)
Dann werde ich mal schauen, ob du die Physik nicht auf den Kopf stellst. :cool:
Jedenfalls, sofern ich dafür Zeit habe. ;)

Liebe Grüße
Ahorn
 
Hallo Ahorn,

das ist nur ein geflügeltes Wort. Diesen Spruch mit den Außerirdischen sagt meine Frau alle Nase lang, wenn ich sie frage, warum sie Dieses oder Jenes getan hat. Als wir mal darüber sprachen, meinte sie: dann schreib doch ein Buch darüber ... Voila! Ich habe zumindest einen Anfang gestartet.

Die Sache mit der Physik. Ja, eine Frage hätte ich: ein Roboter oder ein roboterähnliches Wesen benötigt keine Atmung. Könnte es dann zum Beispiel auf dem Mond leben?

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 

ahorn

Mitglied
Hallo Rainer Zufall,

runde Geschichte. Chapeau. Die Erzählweise ist zwar nicht die meine, dennoch gefällig und stimmig.

Allerdings war deine Und-Noch-Doch-Auch-Maschine sehr fleißig und der eine oder andere Ton eine halbe Note daneben.


Der Vorhang öffnete sich schwang auf, Nebelschwaden verhüllten die waberten über Bühne, bunte Lichter durchkreuzten ihn sie (Plural) , fixierten bündelten (Ichh glaube nicht, dass Lichstrahlen dazu in der Lage sind sich zu fixieren. ) sich immer mehr auf ] in einen Punkt in der Mitte, und dann kam der gleißend helle Strahl von der Decke.
Wie? Was für ein gleißend heller Strahl?

Ihr Kleid, das mit tausenden von Pailletten besetzt war, leuchtete angestrahlt (Selbst können sie es nicht) in allen Farben, bis die vielen, bunten Lichtstrahlen schließlich erloschen. Nun konnte man erkennen, dass ihr Kleid rubinrot war.
Wer ist ‚man‘ ?

Ein wahrer Traum von einem Kleid, der den Atem rauben konnte.
Wem konnte es den Atem rauben?

Erneut wurde die Dame in Nebel gehüllt, sodass sie unsichtbar wurde.
Wer hüllte sie in Nebel? Warum wird sie unsichtbar? Ist sie Magierin? Erneut hüllten sie die Nebelschwaden ein, schlangen sie, sodass …

Sekunden später erklangen die ersten Töne ihrer Geige.
Oh, sie hat eine Geige. Wo kommt diese den her? Hat der Nebel sie gebracht?

Maniola trat zwei Schritte nach vorn, heraus aus dem Nebel und spielte, nein, sie zelebrierte die Ouvertüre.
Maniola trat aus dem Nebel heraus / hervor und spielte, zelebrierte die Ouvertüre.

Sie gab der Musik Leben, sie wurde Eins mit ihrem Instrument.
Ursache - Wirkung
Sie verschmolz mit ihrem Instrument, hauchte der Musik Leben ein.

Es war ein unbeschreiblicher Genuss, Maniola zuzuhören, sie zu sehen, sie zu bewundern. Das Publikum verehrte, ja, vergötterte sie regelrecht.
Woher weiß er/sie/es das?

Und nicht Nicht nur die Männer, auch die Frauen waren von ihr angetan, denn diese Ausstrahlung, diese Grazie, die Maniola verkörperte, war wie ein heller Stern aus einer anderen Galaxie, nicht von dieser Welt ...
Weshalb sollten Frauen nicht von ihr angetan sein?

Maniolas Bandbreite erfasste nicht nur die klassischen alten Meister, sondern reichte auch bis zu den aktuellen, eingängigen Melodien fast aller Genres. Aber sie hatte auch unzählige, selbst komponierte Stücke, die sie vortrug. So war für jeden Geschmack etwas dabei, und deshalb waren ihre Konzerte auch immer sehr schnell zügig (umgehend) ausverkauft. Kaum zu glauben, dass eine Geige allein diese wahnsinnige Atmosphäre schaffen konnte schaffte , die ihren Konzerten zu eigen war.

Und doch Dennoch war heute (bei diesem Konzert) etwas anders als sonst. Sie hatte sich für die Vorbereitung dieser kurzen Tour, die heute (mit diesem) startete, ein wenig mehr Zeit gelassen. Und es Es war auch vorher absolut nichts bekannt geworden, wie das neue Programm hatte aussehen sollen.

Nach dreißig Minuten einer halben Stunde (Es ist ein Konzert keine Busfahrt. ) trat Maniola ans Mikrofon: …

…, auf dem sie nun (Wann sonst.) einen Knopf drückte und sagte: „Darf ich euch Margaritta vorstellen? Sie ist, man glaubt es kaum, denn auch das war bisher ein gut gehütetes Geheimnis, meine kleine Schwester.“
Margaritta war deutlich jünger.
Da ich davon ausgehe, dass du bei ‚klein‘ nicht ihre Körperlänge meinst, verwundert mich der Satz, denn woran erkennt der Gast das ‚deutlich‘?

Der Scheinwerfer, den Maniola mit dem Knopfdruck erstrahlen ließ, zeigte die junge Frau an einem roten Flügel.
Drückte sie ein weiteres Mal?

Dann betätigte Maniola einen weiteren Knopf und schon präsentierte ein anderer Scheinwerfer einen jungen Mann an den Percussions.
Wie präsentiert ein Scheinwerfer einen jungen Mann – und nebenbei: was ist ‚jung‘?

Er war Margarittas Ehemann Sergej.
Er trug ein Schild.

Und wieder Wieder ließ Maniola ihre Geige erklingen, nach PUNKT Nach einer Minute (einigen Takten) setzte auch das Klavier ein (Obwohl eher ihre Schwester einsetzt.) und nach einigen weiteren Akkorden auch die Percussions.

Drei Stücke hatten sie inzwischen gespielt, die mit großem Applaus bedacht worden waren, aber als das vierte Stück startete, Maniola nach dem Intro die Geige zur Seite hing und als Mikrofon trat, explodierte die Begeisterung der Zuhörer regelrecht, denn Maniola begann zu singen.
Was für ein Satz. Geht es einfacher?

Das erste Mal präsentierte sie ein Stück mit Gesang.
Und was Was war das für eine grandiose Stimme, musste das Publikum denken, denn der Jubel kannte keine Grenzen.
Unterstellung. Entmündigung. ;)

Maniola strahlte, sie genoss diesen Jubel, er elektrisierte sie geradezu.
Weil sie strahlt, genoss sie den Jubel?

Auch in In den folgenden Stücken erklang immer wieder oft ihre sanfte Stimme, denn PUNKT Sogar , denn sie hatte auch älteren Kompositionen hatte sie einige Textpassagen gegeben, was das Publikum dann zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Nach fast einhundert Minuten (Eineinhalb Stunden) beendete Maniola das Programm mit dem Titelstück ihrer allerersten Veröffentlichung, …

Natürlich gab es eine Zugabe, die etwa fünfundzwanzig Minuten (eine halbe Stunde) andauerte, aber das Publikum war noch lange nicht satt.

„Maniola, sing!“, intonierten die Massen immer und immer wieder, bis sie nach fast zehn Minuten endlich wieder auf die Bühne kam.

Und dann Dann , nach fast drei Minuten, kam auch die Stimme. Es war ein Liebeslied, eine Ballade für die Ewigkeit. Unfassbar schön, romantisch, ja, erregend und zu Tränen rührend. Und das Das Finale dieses Stückes bildete ein imposanter Klangteppich aller drei Instrumente mit einem explosiven Schlussakkord.

Unzählige Besucher drängten sich nach dem Konzert noch in das angrenzende Restaurant. Es war riesig groß, aber alle konnten natürlich keinen Platz finden.
Logik. Es war riesengroß, aber alle fanden kein Platz?

Ein Vierpersonentisch in der Mitte war sogar reserviert, aber auch nach fast einer Stunde noch nicht besetzt.
Wieso sogar reserviert? Was hat das mit dem Saal zu schaffen.

Die meisten hatten aufgegeben, aber zwei junge Männer kamen nun an dem reservierten Tisch vorbei und fragten sich, wer denn hier würde Platz nehmen wollen Hört sich an wie im Märchen. . Vielleicht kam auch niemand mehr, spekulierten sie.

Doch dann Dann (Oder hat das Raunen etwas mit dem Tisch zu schaffen. Wie geht ein Raunene? ) ging ein Raunen durch den Saal. Unverzüglich war es absolute Stille, denn jeder der Anwesenden erwartete, dass sie etwas sagen würde. Sie!

…, die sie, wie zuvor auf der Bühne, auch jetzt noch weiterhin zu einem herrlichen Strauß nach oben toupiert hatte, wild hin und her wehten.

„Mein Name ist Waldemar“, offenbarte der Schwarzhaarige, als Maniola ihn fragend angesehen hatte ansah .

„Das sind beides sehr seltene Namen (Wenn das Fridolin hört. ) . Aber ich finde sie süß. Fridolin und Waldemar. Schön. Setzt euch bitte.“

Dann schaute Maniola nach dem Kellner, doch der hatte schon erkannt, dass noch ein Stuhl fehlen würde und brachte ihn zum Tisch. Ohne Schachtel. Mache mehrere Sätze daraus.

„Oh, vielen lieben Dank“, sagte Maniola, (Umarmte ) nahm den Mann in den Arm und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

„Wir machen jetzt eine Flasche Champagner auf. Wenn ihr nicht mehr fahren müsst, dann dürft ihr gerne mittrinken. Ist das okay?“

Kaum hatte sie den Arm gehoben, kam dieser auch schon bereits angeflogen (Angeflogen ist mir irgendwie zu salopp.) .

Der Kellner brachte unterdessen den Champagner und zwei weitere Gläser für die unverhofften Gäste am Tisch.
Er brachte einen Stuhl, aber zwei Gläser.

Er schenkte ein und reichte jedem sein Glas.

„Fridolin, Waldemar, auf diesen Abend.“ Maniola prostete ihnen zu und stieß dann auch mit Margaritta und Sergej an.

Wir danken dir, wir danken euch von ganzem Herzen“, jubelte Waldemar und schauten auch dabei Margaritta und Sergej dankbar an.

„Oh, da kommt das Essen. Greift bitte zu“, forderte Maniola auf.

Es wurde eine große, warme Platte in die Mitte des Tisches gestellt, auf der verschiedenes Gemüse und Fleisch angeboten wurde.
Wer stellt was hin? Nenne Ross und Reiter.

Dazu gab es Reis, Nudeln und Bratkartoffeln.
Was für eine wichtige Aussage.

Nach zwei Stunden war die Tafel (Die Tafel !!!!) verspeist, der Champagner leer (Du meinst sicher die Flaschen) , und alle erfreuten sich an der heiteren Stimmung. Die meisten Tische waren inzwischen ebenfalls leer (Verlassen) . Schließlich saßen nur noch die fünf Personen an diesem Tisch zusammen und unterhielten sich sehr angeregt.

„Meine lieben Freunde“, erhob Maniola erhob ein letztes Mal das Glas, „es hat uns (‚Mir‘ oder ist sie eingebildet) sehr gefreut, euch heute so verwöhnen zu dürfen. Aber nun ist der Zeitpunkt gekommen, um Adieu zu sagen.“

Zu ihr, deren glühende Verehrer sie heute geworden waren.
Hatten die beiden sie nicht bereits zuvor verehrt?

Liebe Grüße
Ahorn
 
Hallo Ahorn,

Du meinst also, dass Androiden wie Data oder die Kaylon aus "The Orville" keine Lebewesen im eigentlichen Sinne sind. Stimmt wohl.

Okay, vielen Dank für die vielen kleinen Anmerkungen. Ich werde mich demnächst damit beschäftigen.
An einigen Stellen präsentiert der allwissende Erzähler einfach nur Fakten. Okay, die könnte ich etwas geschickter formulieren.
Hört sich an wie im Märchen. So fühlt sich das für die Jungs auch an ...
Er brachte einen Stuhl, aber zwei Gläser. Oh! Stimmt. Der Tisch war für vier gedeckt, es bedarf also auch nur eines weiteren Glases.

(Die Tafel !!!!) :DKlar, sie haben alles aufgegessen, sogar die Deko und das Geschirr ... ;)
Hatten die beiden sie nicht bereits zuvor verehrt? Es ist nicht ihr üblicher Musikgeschmack, sie waren das erste Mal auf einem solchen Konzert. Es war ein Experiment aus Neugierde, eine Empfehlung einer Freundin. Das sollte ich vielleicht noch irgendwo erwähnen ...

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 

ahorn

Mitglied
Hallo Rainer Zufall,

Du meinst also, dass Androiden wie Data oder die Kaylon aus "The Orville" keine Lebewesen im eigentlichen Sinne sind. Stimmt wohl.
Nö, ich meine gar nichts :). Definition ;). Obwohl eher von ‚Systemen‘ als von ‚Lebewesen‘ ausgegangen wird.
Kann sich eine Arbeiterin bei den Bienen fortpflanzen? Weniger. Somit kein Lebewesen. Dieses gilt gleichfalls bei Menschen, aber das Thema hoffe ich, haben die meisten begraben.
Dagegen lebt das System ‚Arbeiterin‘ – Zellteilung.
Jedoch würden die meisten einem Androiden, wenn sie existieren würden, die Existenz absprechen und damit rechtliche Folgen in einem Staat.

Liebe Grüße
Ahorn

Mensch, heute ist ja Mittwoch ;) Die Macht ist mit dir. :cool:
 

ahorn

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Hallo Rainer Zufall,

und ich bin noch in zwei. Dann muss ich mich mal sputen. ;)

Liebe Grüße
Ahorn
 

ahorn

Mitglied
Hallo Rainer Zufall,

scheint da ein wenig Benny durch. :cool:

Kurz zur Erzählersprache. Ich finde sie teilweise zu schmalzig, dann kippt sie und ist eher salopp. Entweder-oder, oder am besten neutral.

…, dass das Konzert an einem Samstagabend stattgefunden hatte. So konnten sie am heutigen Sonntag nächsten Morgen wenigstens ausschlafen.

…, ob er schon wach sei. Der Freund bat ihn sofort herüber.
„Setz dich. Du hattest doch sicher auch noch kein Frühstück, oder? Aber sag mal, warum hast du angerufen, anstatt einfach rüber zu kommen?“

Dann hatten sie Sie hatten (Das ‚dann‘ macht keinen Sinn.) alles für ein ausgedehntes Frühstück auf dem Tisch zusammengetragen.
Nach dem Frühstück setzten sie sich auf das Sofa und studierten Maniolas Lebenslauf.
Da fehlt was. Tischdecken – nach dem Frühstück. Dazwischen? ;)

Schon mit Mit vier Jahren hatte Maniola Interesse für die Musik entwickelt. Ihr Vater war Dirigent an der Staatsoper, ihre Mutter spielte dort neben Klarinette und Oboe auch Geige.
Ist wohl ein kleines Orchester. :) Dass die Mutter die Klarinette bläst, okay, vielleicht als Vertretung mal die Oboe, aber auch Geige? Dass sie diese spielen kann, möchte ich nicht ableugnen.

Der Geigenkoffer schien einen besonderen Reiz auf Maniola auszuüben. Immer wieder fingerte das kleine Mädchen daran herum Sie fingerte daran herum (Es geht auch ohne ‚immer‘), wenn die Mutter ihn hervorholte, um zu spielen.
Klaro. Wenn die Mutter daran spielte, weshalb nicht sie.

Maniola war neugierig, sie wollte es selbst versuchen.
Ich dachte, sie tat es. Oder muss man fingern lernen?

Und so Deshalb / daher unterrichtete die Mutter das Kind, bis es sieben war. Maniola lernte schnell (Rasch). Bereits mit acht Jahren spielte sie die ersten Stücke ganz ohne Notenblatt. Sie spielte es einfach so aus dem Gedächtnis (Der Satz erübrigt sich.). Eine entsprechende Förderung (Amtsdeutsch!), die die Eltern begleiteten, führte das Mädchen an weitaus größere Aufgaben heran. Mit zwölf durfte sie das erste Mal im Orchester spielen.
Kannst schön spät. Oder durfte sie nicht eher, wollte kein Kinderorchester sie haben?

Ihre Intuition war beeindruckend. Sie brauchte weder nach Notenblatt noch Dirigentenstab zu schauen, sondern schloss einfach die Augen und spielte, spielte und spielte wie von einem anderen Stern.
Die Stücke lernte sie durch Zuhören und den Einsatz roch sie bereits bei der ersten Probe. ;) Du meinst sicher bei einer Aufführung.

Ihre Eltern waren große (Beide über 2 Meter) Science-Fiction-Fans. Auch Maniola hatte Gefallen daran gefunden. Als der Vater die Tochter sie einmal gefragt hatte, warum sie die Augen schloss, während sie spielte, antwortete das kluge Kind (dabei) fröhlich lachend: „Warum? Weiß nicht, vielleicht haben es mir die Außerirdischen befohlen.“
Dieser Ausspruch war in der Folgezeit zu einem geflügelten Wort geworden, das immer dann Anwendung gefunden hatte stets Anwendung fand (Obwohl das ‚Anwendung‘ mir irgendwie missfällt), wenn Dinge hinterfragt wurden, für die es entweder keine plausible oder eine viel zu einfache Antwort geben mochte primitive Antwort gab (Der Zusammenhang, die Logik entsagt mir zwar, aber …). Es war einfach schlicht als Scherz zu verstehen.
Maniolas Karriere als Orchestermusikerin war vorgezeichnet. Sie erhielt Offerten von allen großen renommierten Häusern, doch sie blieb ihrem Vater treu. Lediglich für Gastauftritte hatte sie auch woanders gespielt.

Mit fünfzehn begann sie, eigene Stücke zu komponieren. Solostücke für Geige, keine Begleitung, nur sie verkörperte das Leben ihrer Musik. Verkörperte das Leben ihrer Musik ?
Ein Leben für die Musik - es war bislang auch ein einsames Leben. Es war ein einsames Leben. Maniola hatte wenig Zeit für Freunde, erst recht keine für Beziehungen. Nie hatte es einen Mann an ihrer Seite gegeben. Aber trotzdem war Maniola immer ein sehr lebensfroher Mensch, der mit offenen Armen auf andere zuging, immer lächelte, immer ein nettes Wort für ihren Gegenüber übrig hatte, egal ob Mann oder Frau, ob jung, ob alt.
Es gab nicht viele Menschen in Maniolas Leben, die ihr wirklich wichtig waren. Dafür war sie viel zu viel unterwegs. Aber die Familie, also Mutter, Vater und Schwester waren ihr heilig. Dann gab es ihre Managerin Rosanna und eine Handvoll echte Freunde. Genauer gesagt waren dies zwei Paare, die ihren Weg seit vielen, vielen Jahren schon begleiteten.
Der Erfolg war ihr nie zu Kopf gestiegen. Sie war heute noch dieselbe kluge und liebenswerte Frau, die sie schon immer gewesen war.

Puh, geschafft. Jetzt erst mal die Kelle befeuchten. Tipp: Lass einfach Fridolin quatschen. Er hat es gelesen und textet Waldemar ohne Punkt und Komma zu. Dann kommt Leben in die Bude.

„Meinst du, sie hält ihn versteckt, damit er nicht angefeindet wird von irgendwelchen Irren?“
Wen? Habe ich irgendetwas überlesen?
Waldemar schaute Fridolin kritisch an.
Doch der reagierte sofort:
Das ‚doch‘ verstehe ich nicht.

Doch das konnte sie nie entmutigen, es immer wieder (erneut) zu versuchen.
Nun waren Fridolin und Waldemar in optischer Hinsicht In optischer Hinsicht waren Fridolin und Waldemar (Nun, nee, es sei denn du willst plaudern.) nicht gerade Prachtexemplare ihrer Spezies Mann.

…, die sich dafür hielten , zuriefen: „Komm her zu mir, schöner Mann!“

Am Rande der Fußgängerzone fanden sie sogar noch ein Eiscafé , das noch geöffnet hatte. Die Leute hatten zumeist zwar samt dicke Jacken an, aber sie saßen zumindest (Dann klappt’s auch mit dem aber. ) draußen. Fridolin und Waldemar wollten sich dazu gesellen, um das recht rege Treiben rund um den kleinen Marktplatz zu beobachten. Wille versetzt Berge. Nicht wollen, sondern machen.

Fridolin entdeckte den letzten freien Tisch. (Das sagt er.) „Da drüben auf der anderen Seite ist noch ein Tisch.“
Sie waren noch wenige Meter von diesem Tisch entfernt, als ihnen von der anderen Seite zwei Damen mit Sonnenbrillen entgegenkamen .
‘Mit Hunden entgegenkamen‘! Klickerst.

…, aber keineswegs dick, hatte schwarze Locken und eine dunklere Hautfarbe.
Spielt die Farbe der Haut eine gesellschaftspolitische Rolle? Wenn, ja dann würde ich sie genauer klassifizieren: kalkig, krebsrot, nussbraun …
Und nun standen sie Sie standen (Siehe oben) zu viert um den Tisch herum und schauten sich verdutzt an.

„Sie haben ihn gestern Abend erstmal komplett durchgecheckt. Eine Woche werden sie ihn sicher dabehalten.“

Dann nahm die Dame die Sonnenbrille ab und gab damit den entscheidenden Hinweis.
Erstens welche der beiden und zweitens nein, bitte, kann eine Sonnenbrille einen Menschen derart verunstalten?

„Mein Gott. Wir haben seit gestern Abend über nichts anderes gesprochen KEIN KOMMA als über dich und dieses grandiose Konzert“, gestand Fridolin.

Und da erkannte er sie – und bekam rote Wangen.
Wer er? Waldemar?

In der Folgezeit entspann sich eine gemütliche und zwanglose Unterhaltung. Fridolin und Waldemar legten ihre Schüchternheit ab, unterhielten sich zwanglos , hielten sich aber mit ihrer grenzenlosen Bewunderung trotzdem höflich zurück.
„Unverhofft kommt manchmal oft“, orakelte Maniola bei der Verabschiedung.
„Oh, das wäre uns eine sehr große Freude, aber wir wollen uns gewiss nicht aufdrängen. Auch du brauchst und schätzt sicher deine Privatsphäre“, meinte Fridolin galant.[ í] Wie meint man etwas galant? [/i]
Auch heute wurde den beiden Männern die liebevolle Geste zuteil, die sie schon am Vorabend so genossen hatten. Maniola umarmte zuerst Fridolin und dann Waldemar und gab ihnen einen Wangenkuss. Sie schenkte ihnen die gleiche liebe Geste wie am Vorabend.
Als die beiden dann Rosanna die Hand zum Abschied reichten, meinte sie nur: Sie meint nicht, sondern sagt. „Was sie kann, das kann ich auch, oder?“
Dann nahm sie … (Du wirst schmalzig. ) Und so nahm auch Rosanna beide nacheinander in die Arme und küsste sie.

Liebe Grüße
Ahorn
 
Hallo Ahorn,

okay, ein paar Dinge muss ich mir mal abgewöhnen. Andererseits ist es halt mein eigener Stil. Hier und da muss es daher erkennbar bleiben. :):cool:
Deine Inspiration ist mir dennoch sehr wichtig.

(Der Zusammenhang, die Logik entsagt mir zwar, aber …) Das hat auch gar nichts mit Logik zu tun. Ich erwähnte schon, dass meine Frau diesen Spruch ebenfalls ständig raushaut, wenn ich sie frage, warum sie Dieses oder Jenes getan hat, wenn ihr ein Missgeschick passiert ist oder so.
Puh, geschafft. Jetzt übertreibst Du aber ... ;) Jetzt habe ich mal eine durchaus noch überschaubare Passage ohne wörtliche Rede ...
Wen? Habe ich irgendetwas überlesen? Na, den mutmaßlichen Märchenprinzen, den Fridolin zuvor erwähnte.
Erstens welche der beiden und zweitens nein, bitte, kann eine Sonnenbrille einen Menschen derart verunstalten? Welche? Das geht aus dem vorangegangenen Dialog hervor - und dem anschließenden Aufschrei der Gefoppten. Aber die Sonnenbrille allein kann es nicht verbergen. Da hast Du recht. Sie tragen jetzt auch Daunenjacke und Pudelmütze.
Wer er? Waldemar? Der Kellner. Ist aber, wie ich finde, auch klar erkennbar ...
(Du wirst schmalzig. ) Das soll eine romantische Liebesgeschichte werden, da passiert das schon mal ... :rolleyes:

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 



 
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