Marrakesch

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atira

Mitglied
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Du hast meinen Namen ausgesprochen
dich mit deinem Bass an ihm gerieben
als wäre es mein nackter Bauch
meine Wangen
leicht errötet

Ich schreibe in der U-Bahn
diesem Loch wo mir Beton
um die Ohren fetzt
über die Augen Neonlicht
bis mir schwindelig wird und
mein Herz schlägt
hier
immer zu langsam

An der roten Linie beginnt der Fluch
Treten Sie zurück der Zug
fährt ein!
Treten Sie zurück der Zug
fährt ab!
Wer soll wissen was tun?


Wieder höre ich meinen aufgerauten Namen
atira!?
wie auf feines Büttenpapier
die Feder vorsichtig ins Tintenfass getaucht abgestreift
klangvoll hingekratzt
Der Klang ist mehr Wunder als ich
mehr als du
Ich liebe dich

Als wir die Rolltreppe hinunterfuhren
legte sich gerade Nachtdunst über die blassen Stadtsterne
und die Mondsichel die auf dem Dachfirst lag -
mit gespreizten Beinen
Wir lachten
alles war voller Wunder

Unsere Schritte hallten
An der Wand (steht immer noch) Fick mich!
in eckenlosen verschlungenen Buchstaben
schwarz auf gelben Untergrund
eine Art Sonne wohl
Komm

Deine Wohnung weit draußen
Lichtreflexe von der Straße an den Wänden
über Schuhe stolpern und über knarrende
Böden küssen und auf eine Matratze fallen
zerwühltes Bettzeug keine Musik
kein Nespresso morgen
noch keine Perfektion
halt mich!

Dein Begehren wächst


Marrakesch staubige Hitze
sich windende Schlangen und eine Flöte
sie rasseln mit den Schwänzen
(Oder ist es doch deine Stimme?)
an ihrem Gift will ich eingehen
trotz der gezogenen Giftzähne
Marrakesch?


ein scheues Tier
in meiner Hand und drängt weiter
dringt tief in die Wärme ein
wie ein Obdachloser in der U-Bahn-Station

wir bewegen uns kaum
es trägt uns
ein Luftkissenboot auf stürmischer See
das Raumschiff Enterprise
auf der Suche nach unbekannten Welten
dem Ende entgegen

Wie fremd du mir warst
ein bloßes Glaubensbekenntnis
atira






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