Mehr Mikroerotika

3,60 Stern(e) 8 Bewertungen

Susi M. Paul

Mitglied
Mehr Mikroerotika


Bei der Wahl zum attraktivsten Mann der Antike lud die schöne Helena die drei Kandidaten zum alles entscheidenden Stechen ein. Der von Achilleus war ihr zu lang und zu mächtig. Der von Menelaos, wie sie aus lustloser Eheerfahrung ja bereits wusste, in jeder Hinsicht zu schmächtig. Blieb nur der von Paris, der sie passgenau stach. Sie stöhnte ihren Schiedsspruch so laut hinaus, dass sie damit den Trojanischen Krieg auslöste.

***

Am Tag nach der Schlacht befahl die Heerführerin, einen der frisch gefangenen Beschäler aus dem Lager zu holen. Er war der erste, der sich nicht weiter um ihre fehlende Brust kümmerte, sondern in vorauseilendem Gehorsam niederkniete und ihre vor sich hintröpfelnden Lippen anknabberte. Nachdem er sich dann auch noch wacker in ihr verausgabt hatte, wurde er belohnt. Sie übergab ihn ihrer Adjutantin, auf dass sie sich nach Herzenslust an ihm gütlich tue. „Doch diesmal, ohne ihn zu verstümmeln, denn vielleicht brauchen wir ihn noch. Wer weiß schon, ob die anderen es bringen.“

***

Pheidippides hätte die Premiere des Marathonlaufs locker überlebt, wenn er bei seiner Rast auf halber Strecke den Bauernsalat gegessen hätte, den seine Freundin für ihn vorbereitet hatte. Doch er musste ja stattdessen unbedingt seine verschwitzte Gurke in sie reinstecken. Immerhin besorgte er es ihr dabei so gut, dass sie ihn als begnadeten Liebhaber in Erinnerung behielt. Bis sie es mit seinem Bruder trieb (der kein Läufer war, aber das ist eine andere Geschichte).

***

Die Sache mit dem Gordischen Knoten lief natürlich ganz anders ab. Als Alexander anrückte, knoteten die edlen Damen ihren Töchtern Keuschheitsgürtel. Die allerschönste Jungfer bekam den kompliziertesten. Aber Alexander hatte so dicke Eier, dass es ihm schon vorne rauslief, während er eben jene in sein Bett zerrte. Kein Wunder, dass er nicht lange fackelte. Bei der etwas rabiaten Aktion ging die Jungfer nicht nur ihres Häutchens verlustig, sondern büßte auch fast alle Schamhaare ein. Eine neue Mode war etabliert.

***

Ein Forscher der Universität Oxford fand kürzlich in der British Library einen Hinweis darauf, warum die uralte englische Längeneinheit des Cock (ca. 4,6 Inches) um 1700 spurlos in der Versenkung verschwunden war. Es handelt sich um ein Flugblatt mit der Abbildung eines aus der Karibik importierten Sklaven. Darunter in fetten Lettern: „Frauen Londons, gebt euch nicht mit dem Cock eurer Männer zufrieden. Ihr habt mehr verdient. Kommt, seht und probiert diesen aus.“ Die folgenden Informationen, darunter mutmaßlich nicht nur der Preis für die wohlfeile Attraktion, waren fein säuberlich mit einem Messer herausgeschnitten.

***

John träumte gerne, ausgiebig, wenn möglich täglich und bis zum feuchten Erwachen von gewissen weichen Rundungen, die ihm den Weg zu schlüpfrigen Höhlen wiesen. Da er aus Prinzip nackt schlief, zugleich aber ein wenig pingelig in Bezug auf Hygiene war (der reale Austausch von Körperflüssigkeiten mit Frauen war ihm beispielsweise ein Gräuel, weswegen er sein Junggesellendasein noch nicht aufgegeben hatte), verdiente sich die Reinigung seines Vertrauens dumm und dusselig an seiner Bettwäsche.

***

„Da, nimm“, sprach er, spritzte ihr die ganze Sauerei ins Gesicht, verstaute seinen Pimmel und verschwand, um die Sportschau anzuschauen.
Sie beschloss, es ihm heimzuzahlen. „Da, nimm“, sprach sie und stellte ihm den samstäglichen Teller Gulasch hin. Es schmeckte viel sämiger als sonst.

***

Ein süffisantes Lächeln huschte über ihr Gesicht, als ihr Blick die Gegend um den Reißverschluss seiner Hose streifte. Eine halbe Stunde später, als sie ebendiesen Reißverschluss wieder hochzog, zeigte sie ein satt erfülltes Lächeln. Weil sie aber noch dem nachhing, was dazwischen über sie gekommen war, vergaß sie, dass seine Unterhose ihrer Ungeduld zum Opfer gefallen war. Da übernahm es die Ärztin in der Notaufnahme, die größeren Schaden von ihm und längeres Darben von ihr abwandte, süffisant zu lächeln.

***

Eigentlich der Klassiker: Sie macht in der Sauna einen auf breite Beine, schickt sogar ihren erfahrensten Finger auf Forschungsreise. Er erwischt sie dabei, hofft auf die schnelle Nummer und kriegt einen Ständer, der sich gewaschen hat. Aber dann läuft alles schief. Sie reagiert auf seinen Auswuchs hysterisch, rennt zum Bademeister. Ergebnis: keine heiße Nummer, sondern Hausverbot.

***

Er hätte nicht gedacht, dass es so einfach sein würde, über den WG-Router die Kamera ihres Laptops zu hacken. Allerdings hatte er nicht bedacht, dass seine Zimmernachbarin auch Informatik studierte. Während sie also für ihn ihr rosiges Knöpfchen freilegte, geilte sie sich selbst an seiner stämmigen Eichel auf.

***

„Jetzt geht’s los“, sprach der Kolben und fuhr wohlgemut ein. Nun waren aber sowohl er als auch der dazugehörige Zylinder fleischlicher Natur und bedurften einer besonderen Schmierung, für die er nicht Sorge getragen hatte. Folgerichtig kam es zu erheblichen Friktionen, bis er sich schließlich in einer für beide Seiten äußerst schmerzhaften Art und Weise festfraß.

***

Seinen Hochleistungsbohrer hatte er gerade einmal eine Eichellänge vorgetrieben, als sie sich an die ständigen Ermahnungen ihrer Mutter, Gott habe sie selig, erinnerte: „Nur kurz eintunken, das kann schon reichen!“
Wie recht Mütter doch manchmal haben! Ihr Rückzieher kam nämlich zu spät, der Bohrkopf hatte schon ganze Arbeit geleistet.

***

Meine Karriere als Schamlippenmaler begann beim Renovieren unserer Wohnung. Ich schmierte ihr Dispersionsfarbe zwischen die Beine, drückte ein Stück Tapete darauf, schon war das Kunstwerk fertig. Ihren Freundinnen machte ich es umsonst. Den Freundinnen der Freundinnen für kleine sexuelle Gegenleistungen. Heute arbeite ich mit unterschiedlichen Techniken, aber nie umsonst. 200 Mäuse unsigniert, 400 mit Signatur. 20% Rabatt, wenn ich sie lecken darf, 40% fürs Vögeln. Abdrücke mit meinem hinterher eingefärbten Sperma kosten allerdings 50% Zuschlag. Wer ko, der ko.

***

Nachts um drei, 20 Stockwerke. Sie beschließen, schon mal anzufangen. Höschen runter, Röckchen hoch, von hinten rein. Wie sich’s eben gehört. Plötzlich, im 13. Stock, hält der Aufzug. Hektik bricht aus. Sie richtet sich auf, er verhakt sich. Verzweiflung macht sich breit. Höschen am Boden, offener Hosenschlitz, nackter Hintern, irgendwie stecken sie zusammen: kein schöner Anblick. Die Tür geht auf.
 
Von der erotischen Umdeutung alter Mythen bis zum modernen Fahrstuhl-Quickie ist alles drin, was zählt - wirklich amüsant zu lesen. Chapeau!

Binsenbrecher
 

Oben Unten