Meine Beichte

blackout

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Das Gutsein sei die höchste Bürgerpflicht,
hat irgendwer mal feierlich gesagt,
der Mensch sei gut. Ich glaub es aber nicht.
Ich sehe es an mir. Der Zweifel nagt.

Ich wär so gern ein gutes Menschenkind,
so eins, das man bloß lieben kann und soll.
Doch sehe ich, die Lebenszeit verrinnt,
hab’s nicht geschafft. Da bin ich einsichtsvoll.

Und wenn ich stehe dann vor Gottes Thron,
bekennen muss, dass ich sehr oft gefehlt,
dann kriege ich den mir bestimmten Lohn,
(am Tor schon hat mich Petrus angezählt).

Er zählt mir meine Kommentare auf,
wo ich bloß einen Stern dem Dichter gab,
bedenkt genervt gleich meinen Lebenslauf,
notiert sich dann: Fürs Himmelreich zu knapp.

Der Mensch ist klein, die Größe geht mir ab.
Ich wär so gerne gut, doch ich bin schlecht.
Gewissenlos lieg ich dereinst im Grab,
bereue nichts und denk: Geschieht euch recht.
 

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