Metaphysischer Irrtum

blackout

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Gott hat dem Menschen angetan
ein Ding, das trägt nun jeder Mann.
Und dieses Ding, so wird gesagt,
bescherte Gott ihm ungefragt.

Der schuf erst Adam. Dann sein Weib
zur Freude nur, zum Zeitvertreib.
Doch bald, ein wahrer Teufelszauber,
erschien die Sache ihm nicht sauber.

Gott kniff die Augen zu und zählte:
Vier Menschlein! Aus der Hölle gellte
des Satans hämisches Gebrüll,
und Gott erschrak, er wurde still:

Da war ein Lapsus ihm geschehen!
Er ließ die Viere fluchend gehen.
Seitdem bevölkert sich die Welt,
denn Adam war ein Weiberheld.

Als Gott sah, was er angerichtet,
verzweifelt‘ er, so wird berichtet,
an sich und seiner Gottesmacht.
Er sann auf eine Niedertracht.

Besah sich seine Kreatur,
erlaubt‘ sich eine Korrektur,
gab ihr ein kleines Hirn daneben.
So müssen wir seit damals leben.

Seit jener Zeit, die lang im Orkus,
vermehren wir uns nach dem Malthus
wie Legehühner und die Raben
in Sachsen und im Land der Schwaben.

Und Gott bereute ernst und lange,
am Ende wurd‘ ihm sichtlich bange,
erfand nach tausend Jahren dann
den halben, impotenten Mann.
 

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