Mit allen Sinnen

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Ciconia

Mitglied
Hörst du die Brandung so ungestüm toben?
Sie weckt dich aus Träumen, lockt dich zum Strand.
Riechst du den Tang, den die Flut aufgeschoben?
Er spielt mit der Gischt gelöst auf dem Sand.

Fühlst du die rissigen Schalen der Muscheln?
Sie schimmern zerbrechlich wie junges Eis.
Ahnst du der Wellen vertrauliches Tuscheln?
Sie flüstern Geschichten, wispern ganz leis.

Schmeckst du das prickelnde Salz auf den Lippen?
Der Seewind hat Fracht vom Meer mitgebracht.
Siehst du das Licht in dem Haus auf den Klippen?
Es führt dich zu mir in sternloser Nacht.
 

anbas

Mitglied
Hallo Ciconia,

sehr schön! Einziges Manko, zumindest für mich gewöhnungsbedürftig, ist der Metrik-Wechsel jeweils in der 2. und 4. Zeile. Für mein Empfinden zerreißt dies den Text.

Liebe Grüße

Andreas
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Andreas,

danke für Deinen Kommentar. Was den Metrik-Wechsel anbelangt: Nach meinem Gefühl muss er unbedingt so bleiben. Ich denke, dies ist durchaus vertretbar, da er konsequent durchgehalten wird.
Schön, dass Dir das Gedicht trotzdem gefällt.

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Mara,

schön, dass es auch Dir gefällt.
Seemannslieder? Ich hoffe, Du meinst das nicht ironisch. Vielleicht hab ich mich in letzter Zeit einfach zu viel mit dem Meer beschäftigt ... ;)

Gruß Ciconia
 

Ciconia

Mitglied
Hörst du die Brandung so ungestüm toben?
Sie weckt dich aus Träumen, lockt dich zum Strand.
Riechst du den Tang, den die Flut aufgeschoben?
Er spielt mit der Gischt gelöst auf dem Sand.

Fühlst du die rissigen Schalen der Muscheln?
Sie schimmern zerbrechlich wie junges Eis.
Ahnst du der Wellen vertrauliches Tuscheln?
Sie flüstern Geschichten, wispern ganz leis.

Schmeckst du das prickelnde Salz auf den Lippen?
Der Seewind hat Fracht vom Meer mitgebracht.
Siehst du das Licht in dem Haus auf den Klippen?
Es führt dich zu mir in sternloser Nacht.
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Andreas,

ich muss doch noch einmal auf Deinen Hinweis auf den Metrikwechsel zurückkommen, weil ich jetzt sehr lange darüber nachgedacht habe, aber zu keinem Ergebnis gekommen bin.
Wie ich schon schrieb, ist er nach meinem Gefühl absolut notwendig, denn die Zeilen sind ja gewissermaßen als Frage und Antwort zu verstehen.

Was mich interessiert: Warum stört Dich der Wechsel in diesem Gedicht, nicht jedoch bei „Abschied vom Fluss“, der doch auch einen Metrikwechsel aufweist und von Dir und anderen gut bewertet wurde. Oder habe ich etwas falsch verstanden?

Ich würde mich freuen, wenn Du (gern auch Andere) mir auf die Sprünge helfen könntest.

Danke und schöne Pfingsten
Ciconia
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Ciconia,

die Metrik stört mich nicht, damit komm ich gut klar.

Was anderes ist mir aber aufgefallen:
Du hast ja die ganzen Sinneswahrnehmungen kursiv geschrieben. Allerdings ist "ahnen" keine Sinneswahrnehmung, deshalb passt sie nicht so wirklich dazu.
Ich hätte "ahnen" in einem Gedicht von mir deshalb als Schluss eingebaut, sozusagen als Konsequenz aus den Sinneswahrnehmungen.
Muss aber nicht sein, das Gedicht gefällt mir auch so und ich kann die Gischt riechen.

Liebe Grüße
Manfred
 

Ciconia

Mitglied
Hallo Manfred,

vielen Dank für Kommentar und Bewertung! Da bin ich wieder ein wenig beruhigt wegen des Metrikwechsels.
Allerdings ist "ahnen" keine Sinneswahrnehmung
Das war mir schon klar, aber wegen der beabsichtigten Strophenform brauchte ich unbedingt einen „6. Sinn“ – ist ja auch nicht ganz verkehrt, oder? Das „Ahnen“ an den Schluss zu stellen, kommt wegen des zeitlichen Ablaufes im Text für mich nicht in Frage. Ich werde es deshalb wohl so stehen lassen und freue mich, dass es Dir trotzdem gefällt.

Liebe Grüße
Cionia
 

anbas

Mitglied
Hallo Ciconia,

als ich damals meinen Kommentar schrieb, hatte ich das Gedicht mehrfach und mit Pausen zwischendurch gelesen. Ich kam regelmäßig beim Lesen ins Stolpern.

Heute, mit größerem zeitlichem Abstand, habe ich es noch mal gelesen und stolperte nicht mehr. Bin ich jetzt sicherer beim Gehen? :D - Keine Ahnung. Ich werde wohl noch mal abwarten und dann noch mal lesen. Vielleicht hängt es bei mir von der Tagesform ab.

Tut mir leid, dass ich Dich so in (unnötige?) Grübeleien gestürzt habe. Ich selber finde es für mich hoch interessant, wie unterschiedlich der selbe Text auf mich wirkt. - Aber damals sagte ich ja schon, dass er mir insgesamt gut gefällt. Daran hat sich bis heute nichts geändert :).

Liebe Grüße

Andreas
 

anbas

Mitglied
Gern geschehen - jetzt muss ich nur noch mit dem mich etwas beunruhigenden "Sachverhalt" zurecht kommen, dass ich in meiner Einschätzung so weit auseinander liegen kann :D.

Schönen Rest-Sonntag und liebe Grüße

Andreas
 

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