Mit besonderer Vorliebe

Ich hatte eine Annonce in die Tageszeitung setzen lassen, und hoffte, dass sich jemand bald darauf melden würde. Für das freigewordene Zimmer in der WG suchte ich einen neuen Mieter. Der Ansturm blieb aus, doch als du dich bei mir meldetest, stand fest, wer der neue Mieter war. Wir hatten gleich den richtigen Draht zueinander und nach und nach entwickelte sich eine lockere Beziehung. Jeder ging seiner Wege, doch wenn uns danach war, schliefen wir auch miteinander, das war eine praktische und bequeme Einrichtung, denn wir hatten es ja nicht weit.
Eines Abends gestandest du mir deine besondere Vorliebe, und fragtest mich, ob ich sie dir erfüllen könnte. Ich fand die Idee reizvoll und willigte ein.
Seit langem besuchte ich mal wieder das Lotus. Früher verkehrte ich öfter hier, doch das Publikum langweilte mich und so kehrte ich ihm den Rücken zu, doch für die heutige Nacht war es genau das Richtige.
Als ich meinen Mantel der Garderobiere übergab, starrte sie mich mit großen Augen an. Das war ich gewohnt, doch die mich kannten wussten, dass ich gern provozierte. Ich stieg selbstbewusst die Stufen in die dunkle aber gemütliche Bar. Die Musik heizte den Gästen gehörig ein, denn die Tanzfläche war überfüllt mit sinnlichen Körpern, die sich dicht an dicht drängten und sichtlich den Rhythmus der Musik genossen. An der Bar entdeckte ich eine alte Freundin und versuchte mich zu ihr durchzuschlängeln, denn auch hier war es voll. Als sie mich sah, setzte sie ein breites Grinsen auf und musterte mich wie ein Mann. „Sarah, du siehst atemberaubend aus. Woher hast du nur diesen Hauch von Nichts?. Ich hoffe du bist dir bewusst, was du damit hier anrichten kannst“ „Vielleicht ist das der Sinn meines Besuches, wer weiß“ sagte ich schnippisch. „Cordula, es ist schön dich wieder zusehen, wie ist es dir ergangen, steckst du immer noch in einer Beziehungskrise? Als ich dich das letzte mal sah, warst du ganz schön verzweifelt.“ „Das stimmt, aber das ist längst vorbei, jetzt habe ich jemanden kennen gelernt und ganz andere Seiten an mir entdeckt.“ „Das freut mich für dich. Komm lass uns auf die alten Zeiten anstoßen“. Wir erhoben unsere Gläser und prosteten uns zu. Eine Weile unterhielten wir uns, doch Cordula war noch anderweitig verabredet. Allein an der Bar ließ ich meinen Blick schweifen und entdeckte dich. Du bewegtest dich sehr schwungvoll mit den Hüften und deine Bewegungen schienen deine Stimmung wiederzuspiegeln. So weit ich erkennen konnte, hattest du rote Haare, die du zu einen frechen Bob gestylt hattest. Die Musik schien dir ins Blut übergegangen zu sein, denn du hattest deine Augen geschlossen und nach deiner Mimik zu urteilen, warst du vollkommen versunken in den Tiefen deiner Fantasie. Eine Weile beobachtete ich dich und ich hatte Lust dir näher zu kommen. Ich betrat die Tanzfläche und stellte mich hinter dich. Im Rhythmus der Klänge bewegte auch ich mich und ich fasste nach deiner Taille, ganz vorsichtig berührte ich den glänzenden Stoff, der deine nackte Haut verhüllte und dirigierte dich naher an mich heran, bis ich deinen ausgeprägten Po an meinem Venushügel zu spüren bekam. Ich schloss die Augen, um deine Leidenschaft auf mich überspringen zu lassen. Ich merkte, dass du keine Berührungsängste hattest und du dich immer enger an mich drängtest. Du machtest dir einen Spaß daraus. Die Musik wurde leiser und da drehtest du dich zu mir um. Ich schaute jetzt in deine Augen und wow.... So klar und rein, wie ein Gebirgssee. Fast verschlug es mir die Sprache, doch langsam fasste ich mich wieder. „Darf ich dich zu irgendetwas einladen“? „Zu irgendetwas nicht, aber zu einer Bloody Mary“. Wir gingen an die Bar und hatten Glück, denn es waren gerade zwei Plätze frei geworden. Ich war irgendwie immer noch irritiert. In so klare Augen hatte ich noch nie gesehen. Der Barkeeper nahm meine Bestellung auf und wir prosteten uns zu. Es blieb nicht nur bei einer Bloody Mary und so löste der Alkohol unsere Zungen und kamen auch auf intimere Themen zu sprechen.
„Tanzt du immer so, du wirkst auf mich wie ein Aphrodisiakum“. „Wenn mir danach ist, schon. Heute hast du mich in Hochform erlebt. Du siehst aber auch nicht gerade aus wie ein schnödes Mauerblümchen, dein Kleid lässt tief blicken und verhüllt wirklich nur die nötigsten Stellen. Ich mag Frauen, die wissen was sie wollen und mit ihren weiblichen Reizen spielen, da weiß man doch gleich was man bekommt“.
„An Direktheit fehlt es dir ja nicht gerade, aber ich will es dir mal verzeihen“. Sie war mir näher gerückt und schaute mich auffordernd an. Ich lächelte und wartete ab. Im Lotus wurde inzwischen ruhigere Musik gespielt und viele Pärchen hatten sich in die Separées zurück gezogen. In ihren Augen loderte unbändiges Feuer und das bekam ich jetzt zu spüren. Sanft streichelte sie mein Gesicht und zeichnete alle Konturen nach, die es ausmachten und verharrte für einen kurzen Moment auf meinen Mund. Ich schloss meine Augen und spürte ihre Lippen auf den meinen. Erst zart, dann fordernd, bat sie mich ihr nachzugeben, was ich dann auch tat. Es war schon lange her, dass ich von einer Frau geküsst wurde, ich hatte schon fast vergessen, wie wundervoll es war. Wir küssten und schmusten noch ein wenig, dann machte ich ihr den Vorschlag mit zu mir zugehen und sie zeigte mir ihre Zustimmung mit einem lodernden Blick. Ich zahlte und wir verließen das Lotus. Das Taxi, was ich bestellt hatte brachte uns schnell zu mir. Unterwegs konnten wir nicht voneinander lassen und so wurde mein Schoss bereits von Leidenschaft durchflutet. Der Taxifahrer sagte nichts, doch als ich ihm ein großzügiges Trinkgeld gab, wünschte er uns eine bewegte Nacht.
Ich suchte nach dem Haustürschlüssel, fand ihn und schloss die Tür auf. Angeregt von ihren wilden Küssen, ließ ich mein Abendkleid im Flur vom Körper gleiten, ich war so angeheizt, dass ich es nicht abwarten konnte mit ihr zu schlafen. Ich führte sie an der Hand in mein Zimmer. Sie streifte ihr Top und Hose ab und ich zündete in der Zwischenzeit ein paar Kerzen an. Als sie nackt vor mir stand, bewunderte ich ihren Körper, so was von vollkommen. Ihre schweren Brüste sahen zum Anbeißen aus und ihr rotes Bermudadreieck hob sich keck zwischen ihren Schenkeln hervor. Ich warf mich auf das französische Bett und sagte: „Komm lass mich dein Bermudadreieck erforschen, vielleicht finde ich noch einen verborgenen Schatz“. Das ließ sie sich nicht zweimal sagen. Dieses mal ergriff ich die Initiative und ich küsste ihre samtweiche Haut. Ich konnte gar nicht genug bekommen, denn sie duftete so gut und ihre aufrechten Brustwarzen luden mich ein, sie mit Küssen zu überdecken. Vorsichtig spielte ich mit meiner Zungenspitze an einer von ihnen und hielt sie fest mit meinen Lippen umklammert. Ich peitschte ihre Lust immer mehr auf. Mit meinen Fingern spielte ich an der anderen und gab sie erst wieder frei, als sie mich mit einem Stöhnen belohnte. Im Kerzenschein konnte ich ihre Halsschlagader pulsieren sehen und ihr Mund war leicht geöffnet. Ihr Atem roch nach Wodka. Ich küsste ihren Hals und leckte an ihren Ohrläppchen und hinterließ einen seidenen Faden, der im Kerzenschein glänzte. Ihre Lippen forderten mich auf sie zu küssen und ich erforschte mit meiner Zunge die Mundhöhle. Wie zwei Schlangen tanzten unsere Zungen miteinander, die vom Rhythmus der Leidenschaft gepackt wurden.. Ich löste mich von ihr und tauchte erwartungsvoll in das rote Bermudadreieck ein. Es war wunderschön, geheimnisvoll und bezaubernd. Mit flinker Zunge suchte ich nach dem Schatz, welcher ausgehoben werden wollte. Ich fuhr mit der Zunge über ihn und schmeckte die leicht salzige See. Ich spürte, dass es ihr gefiel, denn sie wurde unruhiger und ihre kehligen Laute sagten mir, dass der Schatz bald an den Strand gespült wurde. Ich streichelte zusätzlich zärtlich ihren Po und tauchte mit den Finger ein, in das dunkle Ungewisse. Immer schneller und begieriger ließ ich sie teilhaben an meiner Leidenschaft, bis ich merkte, wie sie sich aufbäumte und mich überflutete. Sie schaute mich mit verklärten Blick an und ich wusste, dass ich es nicht bereut hatte.
Ich legte mich neben sie und sie kuschelte sich in meinen Arm und schlief wie ein kleines Mädchen, ganz unschuldig, ein.
Leise schlich ich mich aus dem Zimmer und klopfte im Nebenzimmer an die Tür. Es wurde geöffnet und du zogst mich hinein. „Was für eine scharfe Nummer, ich wusste doch gleich, dass du die Richtige für meine Vorliebe bist. Für deinen Einsatz werde ich dich jetzt belohnen“. Er fasste zwischen meine Schenkel und grunzte zufrieden. Mit einem heftigen Stoß drangst du in mir ein und wir wiegten uns in gesteigerter Leidenschaft, bis wir beide das Ziel erreicht hatten. „Wie gut, dass ich den Spiegel in deinem Zimmer einbauen ließ, so sitze ich immer in der ersten Reihe“. Ein breites Grinsen zierte dein Gesicht und ich wusste, dass es mir gefiel.
 

Elli K.

Mitglied
Hallo Lady!

Eigentlich ist dir hier eine ganz hervorragende erotische Geschichte gelungen: sinnlich, berauschend, mitreißend. Ich finde, du hast eine sehr schöne, ausdrucksstarke Sprache gefunden für das, wofür sonst oft Plattidüden und Pornographisches herhalten müssen.

Ich sage trotzdem „eigentlich“, denn mit dem Showdown der Story kann ich mich nicht anfreunden. Sex und Erotik sind für mich mit Hingabe verbunden, und Hingabe setzt Vertrauen voraus. Wenigstens ein Mindestmaß an Vertrauen, und das selbst dann, wenn es bloß für eine Nacht ist. In der Geschichte wird das Vertrauen der rothaarigen Tänzerin auf infame Weise mißbraucht. Sie wird, ohne ihr Wissen und ohne ihr Einverständnis, für den Lustgewinn eines ihr wildfremden Mannes benutzt. Damit geht für mich beim Lesen die ganze, vorher so meisterlich aufgebaute Erotik wieder flöten.

Was mich auch stört ist der für mich nicht nachvollziehbare Wechsel von weiblicher und männlicher Sexualität. Die beiden Frauen tauchen ein in überwältigende Sinnlichkeit. Ich habe nicht gemerkt, daß die Protagonistin während des Liebesspiels daran denkt, dass sie beobachtet wird und dass dieser Gedanke sie zusätzlich erregen würde. Letztlich ist das ganze also nur Show für den insgesamt recht konturlos bleibenden Mitbewohner. Zwar hat sie dann noch einmal ihren Spaß mit ihm, aber weshalb sie sich auf die Erfüllung seiner Phantasien eingelassen hat, wird für mich nicht wirklich deutlich. Jedenfalls werden über den zweiten erotischen Akt des Abends längst nicht so viele und vor allem nicht so mitreißend-sinnliche Worte verloren, da geht es dann nur noch einmal kurz und knallhart zur Sache.

Diese beiden Punkte, die der Geschichte ja wohl eigentlich den ganz besonderen „Kick“ verleihen sollten, sind - wenigstens in meinen Augen - absolut kontraproduktiv. Ohne diese Rahmenhandlung wäre es ein kleines Meisterwerk geworden.
Kannst du mein Unbehagen nachvollziehen?

Beste Grüße,
Elli
 
Hallo Elli,

jetzt wo du es sagst, kann ich dich verstehen, ich war auch im argen mit dem Schluss, wollte ihn erst weglassen, doch fand ich die Idee mit dem Spiegel gut. Der knallharte Schluss, wie du ihn nennst, hätte natürlich auch netter und einfühlsamer verfasst werden können, wie geasgt, ich wusste nicht genau wie ich es halten sollte. Vielleicht solltest du dir "Mit süßer Erinnerung durchlesen, die Geschichte wäre sicher in deinem Sinne.
Danke für deine Kritik.

Liebe Grüße Lady Darkover
 

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