Möwenfrühstück

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Ciconia

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[ 4]Das Meer singt heut in leisen Tönen,
[ 4]ermattet nach dem letzten Sturm.
[ 4]Drei Möwen, die dem Nichtstun frönen,
[ 4]verzieren stumm den Aussichtsturm.
[ 4]Am Spülsaum kreiselt wild ein Ringelwurm.

[ 4]Der Hunger nagt. Die Möwen schweben
[ 4]hinüber in das Spiegelblau.
[ 4]Und während sie zum Sandstrand streben,
[ 4]treibt nah am Rand ein Kabeljau.
[ 4]Zum Möwenspeisenplan passt der genau.

[ 4]Den Ringelwurm und eine Scholle,
[ 4]den Kabeljau, ein Krabbentier,
[ 4]die Reste einer Brötchenrolle -
[ 4]sie fressen alles voller Gier.
[ 4]Im Hintergrund naht keifend Möwe vier.

[ 4]Es wird gezerrt, gehackt, gerissen,
[ 4]dazwischen zänkisches Geschrei,
[ 4]brutal gekämpft um jeden Bissen –
[ 4]die reinste Vogelkeilerei.
[ 4]Genervt vom Kampf entflattert Möwe drei.

[ 4]Die See erwacht nun, Wogen rollen,
[ 4]der Schauplatz ändert sich im Nu.
[ 4]Von ferne hört man Donnergrollen -
[ 4]das war’s wohl mit der Mittagsruh.
[ 4]Drei satte Möwen reiten Wellen zu.
 
Hallo Ciconia,
ich lese deine Gedichte sehr, sehr gerne.
Sie kommen aus ohne viel „Gedöns“, ohne überflüssige Metaphern.
Wieder einmal erinnert mich ein Gedicht von dir an einen Urlaub.
Das Wetter war nicht optimal. Wir saßen in unserem Strandkorb und beobachteten die Möwen, die sich genau wie in diesem Gedicht benahmen.

Viele Grüße,
Marie-Luise
 

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