momente

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Weißt du, was mir aufgefallen ist? Du hast es echt mit Kaffeetassen. :D

Gefallen mir aber gut, die Verse, hier werde ich noch öfter vorbeischauen.

L.G
Patrick
 

Cellist

Mitglied
wetterwechsel möglich

ich halte fest:

blauer himmel in azur
wolkenlos

die frauen
luftig gekleidet

in den straßen
das aroma von kaffee
und freundlichen worten

unbeachtet am kiosk
die zeitung von
heute
 

Cellist

Mitglied
irgendwo im süden

ein lufthauch zieht
über mich hinweg und
mit ihm sein fremder duft

am horizont schiebt ein jet sich
behäbig in den wolkenlosen himmel
und dieses weiße motorboot schaukelt
schon seit stunden geduldig an der bohle

vor meinen müden augen verschwimmt
die silhouette einer frau mit koffer

halbschlaf deckt mich endlich zu
 

Cellist

Mitglied
irgendwo im süden II

die sonne verbrannte
zwischen horizont und meer
und die luft lastete schwer auf mir
irgendwo plärrte ein radio
jemand prophezeite ein gewitter

ich traf sie auf dem weg zur bar
que tal meinte sie
ich schwieg und vielleicht
kam sie deshalb mit

auf einen drink oder zwei
und miles davis spielte
uns sein so what

am morgen war sie fort
die luft hatte sich abgekühlt
 

Cellist

Mitglied
aus dem café

am fenster
bleiben sie stehen

sein schirm geschlossen
sie bei ihm eingehakt

es beginnt zu regnen
und wir sitzen und warten
 

Cellist

Mitglied
insomnia

ich blicke
vom fenster
in den hinterhof

eine Katze huscht
von hier nach da
und gegenüber

schaut ein anderer
 

Cellist

Mitglied
jahreswechsel

du und ich
und unser auto

fährt uns vorbei
an den alten

unbewohnten häusern
in denen wir leben könnten

vielleicht schon
in diesem sommer
 

Cellist

Mitglied
winternacht

ich gehe
vorbei am friedhof

in der ferne schlägt
die turmuhr zwölf

erst leise und nebelhaft
dann immer deutlicher

diese stimme
fast sommerfrisch

als riefe mich
mein vater heim
 

Cellist

Mitglied
Nachbarn

Wir trafen uns immer im Hausflur, wünschten einen Guten Morgen und einen Guten Abend.
Bis zu jenem Morgen, und an jenem Abend erfuhr ich von seinem Tod.
Die Wohnung stand wochenlang leer. Jetzt erzählt man sich von einem neuen Mieter.
Ich warte mal ab.
 

Cellist

Mitglied
letzter versuch

so schnell
geben wir nicht auf

setzen uns
in den nächsten zug
das ticket ins paradies
in der tasche

wir fahren hinein
in den sonnenuntergang

der neue tag
beginnt mit meer
und weißem sand

du lächelst
aber ich traue
dem frieden nicht
 

Cellist

Mitglied
foto im park

wie du so dastehst
in diesem rot
deines kleides

die grüne wiese
hinter dir
wie gemalt

manchmal
schaue ich mir
die bilder noch an

und sehe
dass dein lächeln
knapp an mir vorbeigeht
 

Cellist

Mitglied
regennachmittag im november


sie schaut hinaus
auf die straße
regen peitscht
an die scheiben

die wanduhr schlägt fünf
er käme jetzt heim
im triefnassen mantel

von dem das wasser
auf den boden tropft
und sie würde fluchen …

… nein, sagt sie
ich würde nicht fluchen
und rückt sein bild auf dem
alten schwarzen klavier zurecht
 

Cellist

Mitglied
Ich habe das Senryu hier hin verschoben. Ich glaube, es passt hier besser.
Danke allen, die im Lyrikbereich für den Text gewertet haben. Und sorry dass durch die Verschiebung eure Kommentare verlorenging en.
 

Cellist

Mitglied
post ist pünktlich -
wir haben jetzt viel zeit
für ein dankeschön

(April 2020 - entschleunigte Zeit)
 
Zuletzt bearbeitet:

Cellist

Mitglied
zimmerdeckentheater

da war etwas
was nicht enden wollte
und sich anfühlte

als käme es näher
und es wuchs

wurde breiter
dicker und es kletterte
pulsierend an der zimmerdecke

lautlos
ohne farbe
grau auf deckenweiß

dann fiel ich in schlaf

als ich erwachte
war das fieber gesunken
 

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