momente

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tagebuch -
zwischen den deckeln
höre ich flüstern ....

der vergangenheit ...


Wirklich interesant wie du es immer wieder schaffst, den Leser aufzuforden, deine Gedichte zuende zu denken. :)

L.G
Patrick
 

Cellist

Mitglied
ausstieg

wir nahmen ihren wagen
und fuhren fort in
richtung freiheit

teilten zimmer
essen und hoffnung

irgendwann erreichten wir
das ende unserer
straßenkarte

mit nichts außer
schmutziger wäsche
 

Cellist

Mitglied
Irgendwo dazwischen

An anderen Tagen
geht es dir besser
erwachst nicht am Morgen
mit solchem Schädel
grübelst nicht vergebens
nach der vergangenen Nacht
und wer die Rote neben dir ist

An anderen Tagen
gehst du geradeaus
mit der Tasche unterm Arm
an deinen Schreibtisch
wirst eins mit den Kollegen
und dem Mief der Leute
in der U-Bahn nach Hause

An anderen Tagen
gehst du dir fremd
aber auch heute
musst du dich suchen
irgendwo zwischen dem Kater
und dieser Roten
die immer noch schläft

Heute kochst du Kaffee
schaust hinaus auf die Straße
und das Leben zeigt dir dort unten
dass es weitergeht
 

Cellist

Mitglied
Blickkontakt

Die Frau mir gegenüber nippt seit einer Stunde an einem Espresso. Wenn der Kellner in die Nähe ihres Tisches kommt, liest sie in einem Buch.
Sie ist schön. Hat das blonde Haar nach oben gesteckt. Ihre blauen Augen schauen immer mal wieder zu mir herüber.
Auf meiner Rechnung stehen bereits ein Milchkaffee, ein Cappuccino und mehrere grüne Tees.
Jetzt, da der Kellner gerade abdreht, steht sie auf, zwinkert mir zu und verlässt das Café.
Ihren Espresso zahle ich selbstverständlich mit.
 

Cellist

Mitglied
zimmerdeckentheater

da war etwas
was nicht enden wollte
und sich anfühlte

als käme es näher
und es wuchs

wurde breiter
dicker und es kletterte
raupengleich an der zimmerdecke

lautlos
ohne farbe
grau auf deckenweiß

dann fiel ich in schlaf

als ich erwachte
war das fieber gesunken
 

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