Montego Bay - All Inclusive

4,00 Stern(e) 3 Bewertungen

dongerardo

Mitglied
Das italienische Paar fiel uns auf. Sie waren etwa unseres Alters, so um die Fünfundvierzig, vielleicht etwas jünger. Die Frau, ungefähr 1,65 groß, wirkte mit ihrem kantigen, steinernen Gesicht ernst, fast verschlossen. Ihr Mann überragte sie um Kopfhöhe und strahlte eine überlegene Selbstsicherheit aus. Unübersehbar Intellektuelle mit einem komfortablen sozialen Hintergrund. Die Kleidung entsprechend, ohne übertrieben zu wirken. Sie neigte mehr zu klassischer Mode, er bevorzugte betont lässiges Outfit. Meiner Frau gefielen die Beiden nicht. Ich fand sie interessant. Die ausgeprägten Gesichtszüge des arroganten Typen faszinierten mich geradezu.

Der Aufenthalt in einem All-Inclusive-Ghetto bringt es mit sich, dass man sich mehrmals am Tag begegnet. Nun gibt es Leute, die man gerne so im Vorbeigehen grüßt oder von denen man begrüßt wird - egal in welcher Sprache. Nicht daran zu denken, dass sich unsere Italiener dazu herablassen würden. Dieses Verhalten passte mir nicht. Ich beschloss, dem entgegenzuwirken und Kontakt aufzunehmen. Dann wartete ich auf eine passende Gelegenheit.

Villebrequin stellt exclusive Bademode für Männer her. Eines Morgens trugen wir, der arrogante Typ und ich, die gleichen Shorts mit der aufgedruckten Strandszene von St. Tropez im Stil der 70er Jahre. Ich sprach den Typen auf Italienisch an: "Wie ist es möglich, dass wir dieselbe Bademode tgragen?" Das Lachen übernahm seine Frau. Es stand ihr gut. Er meinte lediglich cool: "Ich habe meine in Turin gekauft." und fragte gleich darauf: "Sind Sie Italiener?" Das passiert mir öfter. Als Einkäufer von italienischen Designermöbeln reise ich viel, meist in die nordöstlich von Mailand gelegene Brianza. Mein Italienisch ist recht gut. Ich beherrsche mehrere Dialekte und bringe es sogar fertig, falls gewünscht oder erforderlich, meine schwäbische Herkunft fremdsprachlich auszudrücken, sozusagen ein "Öttinger-Italienisch' zu artikulieren. "Nein," antwortete ich, "ich habe meine Hose online gekauft, und ich bin Deutscher." "Tedesco puro," fügte ich hinzu (in Anlehnung an einen italienischen Schlager). Die Kontaktaufnahme hatte funktioniert. Wir unterhielten uns noch über das schreckliche Corona-Vikrus, das aktuell besonders in der Lombardei und in Venetien wütete, dann zog sich das Paar zum Frühstück zurück, ein paar Tische weiter. Klar traf man sich am Abend wieder und plauderte. Der Typ war von Beruf Medico. Hätte ich mir denken können, alternativ vielleicht Museumsdirektor. Die Mimik der Signora wurde lebhaft und sie damit immer attraktiver. Die zuvor vermeintlich wahrgenommenen Kanten im Gesicht waren verschwunden. Ihr gelegentlich aufkommendes Lächeln zog mich an. Meine Frau beteiligte sich nur eingeschränkt an unserer Unterhaltung, da sie das Italienisch nur touristenmäßig beherrschte. Der Dottore gewann für mich nicht an Sympathie. Seine Sprache war kalt, emotionslos und wirkte so ein bisschen von oben herab. Ich sah ihn in einem schwarzen Porsche Cayenne. Nachdem wir uns voeinander verabschiedet hatten, winkte mir die Signora noch zu. Dottore sah nur nach vorne.

Nach dem obligaten Reservieren der Strandliegen ging ich wie an jedem Morgen in das Fitnessstudio im dritten Stock des Hotels, meine Frau startete zu ihren Walkingrunden am Strand rechts herum, an den Umkleidehäuschen vorbei. Erst danach trafen wir uns zum Frühstück auf der ebenerdigen Terrasse mit Blick auf den Strand und das Meer. Das war ein Ritual, das wir uns anerzogen hatten, damit wir beim Genuss aller All-In-Vorzüge nicht unkontrolliert zunehmen sollten. Unsere Italiener hatten ebenfalls eigene Frühstücksgewohnheiten, die etwa zur gleichen Zeit aber in unterschiedlicher Besetzung stattfanden. Mal war Er früher dran, mal Sie, mit relativ großem zeitlichen Abstand. Immer ein paar Tische von uns entfernt. Eine etwaige Begrüßun fiel nur äußerst zurückhaltend aus.

Dottore pflegte seine Spaziergänge vor dem Frühstück linkerhand am Strand zu beginnen. Kam er später dann an unseren Liegen vorbei, hob er mal so eben kurz die rechte Hand. In mir keimte ein Plan: Ich würde seine Frau vögeln! Diesem arroganten Arschloch wollte ich es zeigen. Er brauchte davon ja nichts erfahren, aber mir gäbe es eine innere Befriedigung.

Die Zeit drängte. Wir hatten nur noch wenige Tage bis zum Ende unseres Urlaubes, die Italiener noch zwei mehr. Zunächst stellte ich fest, in welchem Zimmer das Paar untergebracht war. Am nächsten Morgen brach meine Frau zu ihren Walking-Runden auf. Ich überprüfte vor meinem Sportprogramm, wer am gegnerischen Frühstückstisch saß. Er! Das war günstig. Ich pflückte eine Frangipaniblüte vom Baum im Garten und klopte an die Zimmertüre unserer Italiener. Signora öffnete und blickte mich überrascht an."Ich möchte ihnen nur einen schönen guten Morgen wünschen ," säuselte ich und streckte ihr die Blüte hin. Sie lachte auf, nahm die Blüte entgegen und ich verschwand. Am Abend winkte sie mir sehr, sehr freundlich zu, als wir paarweise aneinander vorbeigingen. Dottore blickte derweil stur nach vorn.

Kurze Kontrolle am nächsten Morgen. Wieder war er der erste Gast. Also pflückte ich zwei rote Hibiskusblüten und klopfte wieder an der italienischen Zimmertüre. Signora öffnete mit einem wissenden Lächeln. Ich trat auf sie zu, steckte ihr die Blüten ins Haar und küsste sie auf die Stirn. "Schöne Blüten bleiben nicht länger am Wegesrand," zitierte ich, weiß nicht von wem. Mein Gott, was für ein Schmalz! Ich nahm die Wirkung wahr und zog Signora an mich. Sie kam mir entgegen und drückte ihr Becken an mich. Ich verschwand. Wir sahen uns an diesem Tag nicht mehr.

Kontrollblick am nächsten Tag. Dottore war am Frühstückstisch. Meine Frau würde demnächst zu ihrer Runde starten. Ich ließ mir ein Glas Champagner einschenken, zwei wären zu auffällig gewesen und hätten möglicherweise zu Spekulationen geführt. Ja doch, den Champagner gab es dort schon zur Frühstückszeit. Ich nahm das Glas mit und klopfte an bewusste Zimmertüre. Sofort wurde mir geöffnet. Das Glas vor mich hin gestreckt meinte ich: "Das soll gut sein für den Kreislauf." Und nach einer kleinen Pause: "Außerdem haben wir etwas zu feiern." Signora kam auf mich zu, ergriff das Glas, trank einen kleinen Schluck und fragte: "Was denn, was haben wir zu feiern?" "Unsere Vereinigung," antwortete ich dreist, hielt den Atem an und zog sie an mich. Sie verhielt nur kurz und warf sich dann in meine Arme.

Wir rissen uns gegenseitig die wenigen Kleidungsstücke vom Leib und warfen uns aufs Bett. Einen Moment lang fürchtete ich, zu versagen. Aber Signora griff mutig in mein Gemächte, das sich umgehend dafür hochaufgerichtet bedankte. Ich fand mit meiner rechten Hand zwischen ihren Beinen die feuchte Bestätigung ihrer Bereitschaft. Für ein romantisches Vorspiel blieb leider keine Zeit, aber ich genoss diesen für mich neuen, straffen Körper. Der Busen erschien mit etwas zu perfekt modelliert. Vermutlich hatte ein Kollege von Dottore seine Fähigkeiten bewiesen. Ob ihr Stöhnen echt war oder nicht, es hörte sich gut an und beflügelte mich zu erstaunlichen Leistungen. Man kam mir sehr entgegen. Ob Missionarin, Doggy oder Reiterin, la Signora wand sich, bäumte sich auf, sie tobte. Und schließlich rief sie mit "Oh dio" auch noch Gott um Hilfe. Ich strich ihr zum Abschied mit dem Handrücken sanft über die Wange und hauchte ihr einen unschuldigen Kuss auf die Lippen. "Ciao amante, ci vediamo." Und ich versprach ihr, die erlebten Momente niemals zu vergessen.

Dann eilte ich in unser Zimmer und entledigte mich meiner Sportklamotten. Auf meine Übungen im Fitessstudio konnte ich heute getrost verzichten. In Strandkleidung begab ich mich zur Terrasse, wo meine Frau bereits mit dem Frühstück auf mich wartete. Kurz darauf kam Dottore an uns vorbei, wie immer kurz lässig die Rechte zum Gruß erhoben. Er sah mich nicht an. Offenbar hatte er mit seiner Gewohnheit gebrochen, seine Spaziergänge links am Strand zu unternehmen, er kam heute von rechts, von dort, wo die Umkleidehäuschen standen.
 
Jetzt weiß ich endlich, wie es bei solchen Designer-Mode-Porsche-Arschlöchern mit dem Sex zugeht. Druff und rin und Tschüss. Eigentlich so, wie ich's mir immer gedacht habe.

Lit. Anmerkung: Der schönste Satz: "Einen Moment lang fürchtete ich, zu versagen." Der lässt wenigstens einen Hauch Menschlichkeit aufscheinen. Fazit: Gelungene Rollenprosa!
 

dongerardo

Mitglied
Hallo Binsenbrecher,

du hast sicher Recht. Deshalb habe ich in meinem Leben auch nur zwei Mal gepoppt.
Das erste Mal, um zu sehen, wie das ist. Nachdem ich beim zweiten Mal feststellen musste,
dass es wieder das gleiche ist, habe ich es dann gelassen
 

Susi M. Paul

Mitglied
Lieber dongerardo, die ersten sätze hätten mich fast aus der geschichte rausgeschmissen: alter, grösse der frau, des mannes, beschreibung, zudem danach immer mal wieder erklärungen zu marken und labels. Alles ein bisschen schwerfällig, weil von aussen mitgeteilt, statt solche infos aus der geschichte heraus sich entwickeln zu lassen. Aber dann habe ich doch weitergelesen, und es ist sogar was dabei rumgekommen. Spannend wäre vielleicht zu viel gesagt, aber der zunehmende rhythmus, die drängende zeit und das andere drängen, die tatsache, dass der so kritische erzähler sich unter der hand auf eine stufe mit dem kritisierten stellt und als mindestens ebenso verdammungswürdiges soziales schwein outet (liegen reservieren, des anderen frau nicht nur zu begehren etc) und dabei womöglich ausgekontert wird, das hat schon was. Das nächste mal aber bitte doch ohne erklärungen zur bademode oder zu den körpermaßen, wenn die nicht für die geschichte notwendig sind.
 

dongerardo

Mitglied
Liebe Susi M.Paul. Es war völlige Absicht, die Typen (einschließlich mir :)) so zu schildern. Ein evt. nächstes Mal wird natürlich völlig anders.
 
Nunja, ich denke, bis zur Provokation ist's noch ein gutes Stückchen. Ich hatte ja oben etwas von Rollenprosa geschrieben, und wenn die Rolle, wie sie hier vom Icherzähler gegeben wird, bereits provoziert, dann sind drei Viertel der irgendwie in gehobenem Ambiente spielenden und mit einiger Borniertheit und diversen sexuellen Verirrungen ausgestatten Fernsehspiele provokant.

Es könnte die Rolle auch noch konsequenter, härter dargestellt werden. Beispielsweise würde die Charakterisierung "All-Inclusive-Ghetto" wohl kaum von einem Bewohner desselben genannt werden, weil Arschlöcher ihr Da- und Sosein nicht ironisieren, sonst wären sie ja keine.
 
G

Gelöschtes Mitglied 21286

Gast
Das italienische Paar fiel uns auf. Sie waren etwa unseres Alters, so um die Fünfundvierzig, vielleicht etwas jünger. Die Frau, ungefähr 1,65 groß, wirkte mit ihrem kantigen, steinernen Gesicht ernst, fast verschlossen. Ihr Mann überragte sie um Kopfhöhe und strahlte eine überlegene Selbstsicherheit aus. Unübersehbar Intellektuelle mit einem komfortablen sozialen Hintergrund. Die Kleidung entsprechend, ohne übertrieben zu wirken. Sie neigte mehr zu klassischer Mode, er bevorzugte betont lässiges Outfit. Meiner Frau gefielen die Beiden nicht. Ich fand sie interessant. Die ausgeprägten Gesichtszüge des arroganten Typen faszinierten mich geradezu.

Der Aufenthalt in einem All-Inclusive-Ghetto bringt es mit sich, dass man sich mehrmals am Tag begegnet. Nun gibt es Leute, die man gerne so im Vorbeigehen grüßt oder von denen man begrüßt wird - egal in welcher Sprache. Nicht daran zu denken, dass sich unsere Italiener dazu herablassen würden. Dieses Verhalten passte mir nicht. Ich beschloss, dem entgegenzuwirken und Kontakt aufzunehmen. Dann wartete ich auf eine passende Gelegenheit.

Villebrequin stellt exclusive Bademode für Männer her. Eines Morgens trugen wir, der arrogante Typ und ich, die gleichen Shorts mit der aufgedruckten Strandszene von St. Tropez im Stil der 70er Jahre. Ich sprach den Typen auf Italienisch an: "Wie ist es möglich, dass wir dieselbe Bademode tgragen?" Das Lachen übernahm seine Frau. Es stand ihr gut. Er meinte lediglich cool: "Ich habe meine in Turin gekauft." und fragte gleich darauf: "Sind Sie Italiener?" Das passiert mir öfter. Als Einkäufer von italienischen Designermöbeln reise ich viel, meist in die nordöstlich von Mailand gelegene Brianza. Mein Italienisch ist recht gut. Ich beherrsche mehrere Dialekte und bringe es sogar fertig, falls gewünscht oder erforderlich, meine schwäbische Herkunft fremdsprachlich auszudrücken, sozusagen ein "Öttinger-Italienisch' zu artikulieren. "Nein," antwortete ich, "ich habe meine Hose online gekauft, und ich bin Deutscher." "Tedesco puro," fügte ich hinzu (in Anlehnung an einen italienischen Schlager). Die Kontaktaufnahme hatte funktioniert. Wir unterhielten uns noch über das schreckliche Corona-Vikrus, das aktuell besonders in der Lombardei und in Venetien wütete, dann zog sich das Paar zum Frühstück zurück, ein paar Tische weiter. Klar traf man sich am Abend wieder und plauderte. Der Typ war von Beruf Medico. Hätte ich mir denken können, alternativ vielleicht Museumsdirektor. Die Mimik der Signora wurde lebhaft und sie damit immer attraktiver. Die zuvor vermeintlich wahrgenommenen Kanten im Gesicht waren verschwunden. Ihr gelegentlich aufkommendes Lächeln zog mich an. Meine Frau beteiligte sich nur eingeschränkt an unserer Unterhaltung, da sie das Italienisch nur touristenmäßig beherrschte. Der Dottore gewann für mich nicht an Sympathie. Seine Sprache war kalt, emotionslos und wirkte so ein bisschen von oben herab. Ich sah ihn in einem schwarzen Porsche Cayenne. Nachdem wir uns voeinander verabschiedet hatten, winkte mir die Signora noch zu. Dottore sah nur nach vorne.

Nach dem obligaten Reservieren der Strandliegen ging ich wie an jedem Morgen in das Fitnessstudio im dritten Stock des Hotels, meine Frau startete zu ihren Walkingrunden am Strand rechts herum, an den Umkleidehäuschen vorbei. Erst danach trafen wir uns zum Frühstück auf der ebenerdigen Terrasse mit Blick auf den Strand und das Meer. Das war ein Ritual, das wir uns anerzogen hatten, damit wir beim Genuss aller All-In-Vorzüge nicht unkontrolliert zunehmen sollten. Unsere Italiener hatten ebenfalls eigene Frühstücksgewohnheiten, die etwa zur gleichen Zeit aber in unterschiedlicher Besetzung stattfanden. Mal war Er früher dran, mal Sie, mit relativ großem zeitlichen Abstand. Immer ein paar Tische von uns entfernt. Eine etwaige Begrüßun fiel nur äußerst zurückhaltend aus.

Dottore pflegte seine Spaziergänge vor dem Frühstück linkerhand am Strand zu beginnen. Kam er später dann an unseren Liegen vorbei, hob er mal so eben kurz die rechte Hand. In mir keimte ein Plan: Ich würde seine Frau vögeln! Diesem arroganten Arschloch wollte ich es zeigen. Er brauchte davon ja nichts erfahren, aber mir gäbe es eine innere Befriedigung.

Die Zeit drängte. Wir hatten nur noch wenige Tage bis zum Ende unseres Urlaubes, die Italiener noch zwei mehr. Zunächst stellte ich fest, in welchem Zimmer das Paar untergebracht war. Am nächsten Morgen brach meine Frau zu ihren Walking-Runden auf. Ich überprüfte vor meinem Sportprogramm, wer am gegnerischen Frühstückstisch saß. Er! Das war günstig. Ich pflückte eine Frangipaniblüte vom Baum im Garten und klopte an die Zimmertüre unserer Italiener. Signora öffnete und blickte mich überrascht an."Ich möchte ihnen nur einen schönen guten Morgen wünschen ," säuselte ich und streckte ihr die Blüte hin. Sie lachte auf, nahm die Blüte entgegen und ich verschwand. Am Abend winkte sie mir sehr, sehr freundlich zu, als wir paarweise aneinander vorbeigingen. Dottore blickte derweil stur nach vorn.

Kurze Kontrolle am nächsten Morgen. Wieder war er der erste Gast. Also pflückte ich zwei rote Hibiskusblüten und klopfte wieder an der italienischen Zimmertüre. Signora öffnete mit einem wissenden Lächeln. Ich trat auf sie zu, steckte ihr die Blüten ins Haar und küsste sie auf die Stirn. "Schöne Blüten bleiben nicht länger am Wegesrand," zitierte ich, weiß nicht von wem. Mein Gott, was für ein Schmalz! Ich nahm die Wirkung wahr und zog Signora an mich. Sie kam mir entgegen und drückte ihr Becken an mich. Ich verschwand. Wir sahen uns an diesem Tag nicht mehr.

Kontrollblick am nächsten Tag. Dottore war am Frühstückstisch. Meine Frau würde demnächst zu ihrer Runde starten. Ich ließ mir ein Glas Champagner einschenken, zwei wären zu auffällig gewesen und hätten möglicherweise zu Spekulationen geführt. Ja doch, den Champagner gab es dort schon zur Frühstückszeit. Ich nahm das Glas mit und klopfte an bewusste Zimmertüre. Sofort wurde mir geöffnet. Das Glas vor mich hin gestreckt meinte ich: "Das soll gut sein für den Kreislauf." Und nach einer kleinen Pause: "Außerdem haben wir etwas zu feiern." Signora kam auf mich zu, ergriff das Glas, trank einen kleinen Schluck und fragte: "Was denn, was haben wir zu feiern?" "Unsere Vereinigung," antwortete ich dreist, hielt den Atem an und zog sie an mich. Sie verhielt nur kurz und warf sich dann in meine Arme.

Wir rissen uns gegenseitig die wenigen Kleidungsstücke vom Leib und warfen uns aufs Bett. Einen Moment lang fürchtete ich, zu versagen. Aber Signora griff mutig in mein Gemächte, das sich umgehend dafür hochaufgerichtet bedankte. Ich fand mit meiner rechten Hand zwischen ihren Beinen die feuchte Bestätigung ihrer Bereitschaft. Für ein romantisches Vorspiel blieb leider keine Zeit, aber ich genoss diesen für mich neuen, straffen Körper. Der Busen erschien mit etwas zu perfekt modelliert. Vermutlich hatte ein Kollege von Dottore seine Fähigkeiten bewiesen. Ob ihr Stöhnen echt war oder nicht, es hörte sich gut an und beflügelte mich zu erstaunlichen Leistungen. Man kam mir sehr entgegen. Ob Missionarin, Doggy oder Reiterin, la Signora wand sich, bäumte sich auf, sie tobte. Und schließlich rief sie mit "Oh dio" auch noch Gott um Hilfe. Ich strich ihr zum Abschied mit dem Handrücken sanft über die Wange und hauchte ihr einen unschuldigen Kuss auf die Lippen. "Ciao amante, ci vediamo." Und ich versprach ihr, die erlebten Momente niemals zu vergessen.

Dann eilte ich in unser Zimmer und entledigte mich meiner Sportklamotten. Auf meine Übungen im Fitessstudio konnte ich heute getrost verzichten. In Strandkleidung begab ich mich zur Terrasse, wo meine Frau bereits mit dem Frühstück auf mich wartete. Kurz darauf kam Dottore an uns vorbei, wie immer kurz lässig die Rechte zum Gruß erhoben. Er sah mich nicht an. Offenbar hatte er mit seiner Gewohnheit gebrochen, seine Spaziergänge links am Strand zu unternehmen, er kam heute von rechts, von dort, wo die Umkleidehäuschen standen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 21286

Gast
Hallo dongerardo,
Danke für Deine Geschichte. Die Ausgangssituation (Konkurrenz im All-inklusive-Hotel) finde ich ganz gut gewählt. Und durch die italienischen Vokabel-Einschübe gelingt es auch teilweise, eine Atmosphäre zu erzeugen. Die Kritik von Susi teile ich bzgl der ausufernden Beschreibungen. Darüber hinaus fände ich es - auch bei einer Satire - interessant, etwas von der Fallhöhe der Figuren zu erfahren. Hier lese ich, dass sich zwei sehr unsympathisch dargestellte Typen gegenseitig mit ihren Frauen betrogen haben und finde kaum Anhaltspunkte, weshalb ich mich für diese "Charaktere" interessieren und mich mit ihnen beschäftigen sollte. Aber einfach nur abzunicken ("jaja, die Männer sind Schweine"), ist mir zu wenig (und stimmt auch nicht).
Bei der Sex-Szene hätte ich mir inhaltlich und sprachlich mehr Witz und Originalität gewünscht.
Also, insgesamt lässt mich Deine Geschichte etwas unbefriedigt zurück.
Ich bin gespannt auf weitere Werke von Dir.
Grüße und gute Gesundheit.
 

dongerardo

Mitglied
Hallo Gelöschtes Mitglied 21286.
Du hast natürlich völlig Recht. Geht mir als Protagonist genauso: Oberflächlich, zuwenig Zeit, zuwenig Tiefe, insgesamt etwas unbefriedigend!
 

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