Moor mit zwei “o”

onivido

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5:4 hatte Bayern Leipzig geschlagen, dank eines Tors Moorbauers in der Nachspielzeit.

Damit nicht genug, sogar auch nach dem Schlusspfiff sorgte Moorbauer für Schlagzeilen.

Während die gesamte Mannschaft Bayerns sich an der Südkurve der Allianz Arena versammelt hatte, um ihren Fans für die Unterstützung und den Beifall zu danken, kniete Bayerns Rekordvorlagengeber nieder, den Blick auf die Ränge gerichtet. Die Kameraleute beeilten sich diese ungewöhnliche Szene zu filmen. Machte Moorbauer etwa einen Heiratsantrag? Wem? Die Kameras suchten und fanden eine lachende Blondine, offenbar die Auserkorene. Jedoch erhob sich eine Frau an ihrer Seite und sprang, ehe die überrraschten Ordnungshüter sie daran hindern konnten, auf das Spielfeld, fiel vor Moorbauer zu ihm auf die Knie und küsste ihn auf den Mund.

Moorbauers Mannschaftskameraden klatschten. Die Zuschauer johlten. Den Kameras gelang es schliesslich das Gesicht der Frau einzufangen, Es war schwarz.

“Gott hat sie erschaffen und sie haben sich gefunden”, kommentierte der Berichterstatter. “Das ist eine kenianische Topathletin, eine 400m Rekordläuferin.”

“Der Moorbauer hat einen Mohren gebaut.”

Dieses geschmacklose Wortspiel des Kabarettisten Steiniger aus Tittenkofen zur Geburt des ersten Sohnes des Paares Moorbauer – Omondi, löste nicht nur einen Shitsturm in den Medien aus. Die Vereinigung schwarzer Menschen in Deutschland erstattete sogar Anzeige.

Eine noch höhere Woge des Zorns und Empörung erntete ein Kommentar Moorbauers selbst zu dieser schändlichen Plattheit.

Der Bayernstar fand die Aussage keineswegs beleidigend, sondern nur etwas niveaulos aber naheliegend und wahrscheinlich unvermeidbar. Er belehrte die Entrüsteten, dass die Mohren Spanien acht Jahrhunderte beherrscht hätten und er die Verunglimpfung und Verbannung dieses Wortes für unangebracht hielt, um es höflich auszudrücken, wie er sagte.

Diejenigen, die sich über das Wortspiel aufgeregt hätten, sollten sich fragen, ob es nicht angebrachter wäre sich über die geschmacklosen Karikaturen des Propheten Mohammed zu entrüsten. Von ihnen seien die religiösen Gefühle einer Milliarde von Muslimen unnötig gekränkt worden.
 

Ji Rina

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Hallo Onivido,

Mehr als eine Geschichte erscheint mir Dein Text ein Bericht.
Und ja... es sind komplizierte Themen.
Que tengas un Feliz Año Nuevo!
Ji
 

onivido

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Hola Ji,
ntut mir leid, dass ich Deine Nachricht erst heute gelesen habe und sogar sogar zu spaert dran bin Dir einen Feliz Día de Reyes zu wuenschen.
Zu Deiner Kritik kann ich nur sagen, dass mir nichts Vernuenftiges einfaellt, ich aber doch versuche erwas zu schreiben, damit ich meine aus der "Die Welt" gewonnenen Erkenntnisse irgendwo an den Mann bringen kann.
Gute Nacht y un muy Feliz Año Nuevo
Onivido
 

Ji Rina

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Hola Onivido,
Oh, ich glaub, da hab ich mich mal wieder viel zu trocken ausgedrückt. Richtig als Kritik war es eigentlich nicht gemeint, eher als Kommentar, da ich mich noch gut an deine früheren "Geschichten" erinnere. Was Vernünftiges fällt uns allen Zeitweise oft nicht ein. Wer kennt das nicht? Schön deshalb, am Ball zu bleiben..
Mit lieben Grüßen, Ji
 

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