Morgens

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Cellist

Mitglied
Sie wohnt drei Stockwerke unter mir. Im Erdgeschoss. Ich treffe sie regelmäßig morgens um sieben an der Bushaltestelle.
Manchmal begegnen wir uns auch schon im Treppenhaus: Wenn ich herunterkomme und sie just in diesem Moment ihre Wohnung verlässt. Wir nicken uns zu, gehen gemeinsam aus dem Haus, um ab sieben an der Haltestelle zu stehen.
Vor ein paar Tagen hat sie mich angeschaut. Der Bus war überfällig. Ich zuckte mit den Schultern und sie atmete tief durch. Ich kam zwanzig Minuten zu spät ins Büro. Ihr wird es ähnlich ergangen sein.
Ich würde sie gern mal fragen.
 

Ji Rina

Mitglied
Ich würds mir nochmal genau überlegen…;)

(Fünf Zeilen… beschreiben das grösste Problem unserer Zeit!)

Mit liebem Gruss,
Ji
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo Cellist,

hat jeder von uns schon erlebt, aber es bleibt leider meistens beim "würde".
Sehr gerne gelesen!

Liebe Grüße
Manfred
 

juliawa

Mitglied
Hey Cellist,

eine wunderbare, kurze Geschichte!
Du beschreibst ein sehr deutsches bzw. westeuropäisches Problem'. In den USA z.B. hätte er sie ruhig fragen können.
Andererseits sind manche Dinge vielleicht ja auch schöner wenn sie ihr Geheimnis bewahren und im Unkonkreten bleiben.

Viele Grüße,
juliawa
 

Oscarchen

Mitglied
Moin Cellist,
ja, ein Problem unserer Zeit.
Wunderbar vor Augen geführt.
Obwohl, ich quatsche da schon mal gerne
jemanden an. Und dann merke ich...
mein Gegenüber hat da nur drauf gewartet!
Lieben Gruß
Oscarchen
 
G

Gelöschtes Mitglied 21684

Gast
Bei mir hätte sie auch keine Chance, ungefragt am nächsten Tag in den Bus zu steigen. Ist aber wohl auch vom jeweiligen Charakter abhängig.
Andererseits, wenn man schon im selben Haus wohnt, gibt es genügend Möglichkeiten und Gründe, ein Gespräch unter Nachbarn anzufangen. Insofern für mich nicht ganz nachvollziehbar.
 

Cellist

Mitglied
Bei mir hätte sie auch keine Chance, ungefragt am nächsten Tag in den Bus zu steigen. Ist aber wohl auch vom jeweiligen Charakter abhängig.
Andererseits, wenn man schon im selben Haus wohnt, gibt es genügend Möglichkeiten und Gründe, ein Gespräch unter Nachbarn anzufangen. Insofern für mich nicht ganz nachvollziehbar.
Hi Ben,

nicht nachvollziehbar? Du erwähntest doch weiter oben selbst die Bedeutung des Charakters. Klar, auch ich würde vermutlich ein Gespräch beginnen, kann mir aber durchaus vorstellen und nachvollziehen, dass es Leute wie den Prot mit seinen Problemen gibt.
Gerade dieses Anderssein der Prots reizt mich immer wieder, sie in Kurzprosa festzuhalten. ;)

Danke dir für deine Ansicht.

LG
Cellist
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 21684

Gast
Hi Ben,

nicht nachvollziehbar? Du erwähntest doch weiter oben selbst die Bedeutung des Charakters. Klar, auch ich würde vermutlich ein Gespräch beginnen, kann mir aber durchaus vorstellen und nachvollziehen, dass es Leute wie den Prot mit seinen Problemen gibt.
Gerade dieses Anderssein der Prots reizt mich immer wieder, sie in Kurzprosa festzuhalten. ;)

Danke dir für deine Ansicht.

LG
Cellist
Darfst du als Autor ja auch machen. Ich als Nachbar würde sie dennoch ansprechen … :cool:
 

Ji Rina

Mitglied
Cellist, hat die Begabung, dunkle, verschlossene, rätselhafte, und sehr oft symphatische Gestalten unserer Gesellschaft zu beleuchten. Er hält die Lampe genau über diejenigen, die viele nicht beachten, nicht wahrnehmen, garnicht sehen. Und dies tut er in seinem wunderbaren stillen, lakonischen Stil. Mich erinnert er manchmal an Carver, mein absoluter Lieblingsautor.
Gruss,
Ji
 

Cellist

Mitglied
Cellist, hat die Begabung, dunkle, verschlossene, rätselhafte, und sehr oft symphatische Gestalten unserer Gesellschaft zu beleuchten. Er hält die Lampe genau über diejenigen, die viele nicht beachten, nicht wahrnehmen, garnicht sehen. Und dies tut er in seinem wunderbaren stillen, lakonischen Stil. Mich erinnert er manchmal an Carver, mein absoluter Lieblingsautor.
Gruss,
Ji
Carver? Gehört unbedingt auch meinen. Immer wieder lesenswert, seine Prosa ebenso wie seine Prosalyrik.

LG
Cellist
 

Etma

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ich empfinde diesen Text als sehr unangenehm. Das ist die Geschichte aus jedem zweiten Romance-Film so ungefähr.
 

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