Morgenstund

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Morgenstund

Schon am Morgen war ich gut gelaunt. Dies würde ein wundervoller Tag werden. Und es kamen die Erinnerungen an einen der schönsten Tage meines Lebens, der sich heute erneut jährte.

Unser dritter Hochzeitstag stand vor der Tür. Ausgerechnet an einem Freitag, dem dreizehnten, dem Vorabend zu diesem Feiertag, saßen wir gerade beim Abendessen, als es an der Tür klingelte. Ich stand auf und drückte auf den Knopf der Sprechanlage: „Wer ist denn da?“
„Sylvia“, antwortete die sehr vertraute Stimme meiner alten Schulfreundin. Sie klang allerdings sehr unglücklich.
Sofort betätigte ich den Türöffner, riss die Tür auf und schaute ins Treppenhaus. „Was ist los mit Dir?“
Mit traurigem Gesicht lief Sylvia mir in die Arme. „Oh, Tanja“, stöhnte sie. „Alles hat sich gerade gegen mich verschworen. Ich wusste nicht, wo ich hin sollte. Du warst immer für mich da, wenn es mir mies ging. Und jetzt geht es mir wirklich mies.“
„Komm doch herein, Liebes.“ Ich gab ihr einen Kuss auf die Wange.
Stefan wurde auch neugierig und kam auf uns zu. „Hallo, Sylvia“, begrüßte er sie mit Umarmung und Kuss.
Wir setzten uns auf das Sofa, nahmen unseren Gast bewusst in die Mitte, auch wenn es auf dem Zweisitzer etwas eng war.
"Wir sind doch alle rank und schlank, also ist es eher ein bisschen kuschelig", meinte ich.
Und genau das brauchte Sylvia offenbar gerade. Sie strich sich ihre üppigen Locken aus dem Gesicht, wischte die Tränen fort und begann zu erzählen.
Im letzten Monat war ihr der Job gekündigt worden, und heute Mittag hatte sie ihren Verlobten Dietmar mit einer anderen Frau im Bett erwischt, weil er nicht damit gerechnet hatte, dass sie so früh nach Hause kommen würde.
„Da es seine Wohnung ist, hat er mich kurzerhand rausgeschmissen. Stellt euch diese Grausamkeit mal vor.“ Sie begann wieder zu weinen.
Instinktiv legten wir beide einen Arm um ihre Schultern, um ihr Trost und Wärme zu geben.
„Kann ich ein paar Tage bei euch bleiben? Ich weiß nicht, wohin.“
„Sicher“, sagte ich.
Stefan nickte nun mit einem geradezu freudigen Strahlen in seinen Augen. „Platz ist in der kleinsten Hütte, meine Liebe.“

Wir wohnten schon seit vielen Jahren in dieser geräumigen Einzimmerwohnung, weil wir für ein eigenes Haus sparen wollten. Unser Ehebett stand zwar in einer Nische, aber Gäste hätten aus jeder Ecke des Raumes jederzeit freie Sicht gehabt, wenn sie interessiert gewesen wären. Für Sylvia hatten wir eine bequeme Faltmatratze in der gegenüber liegende Ecke des vierzig Quadratmeter großen Raumes aufgebaut.
„Es ist schon spät geworden. Und du bist sicher müde von den Strapazen. Schlafe die Nacht drüber. Und morgen sehen wir weiter, okay?“, schlug ich vor.
Doch an schlafen war kaum zu denken. Nur Stefan schien müde genug zu sein. Sylvia jedoch wälzte sich unruhig hin und her. Ich kroch aus dem Bett und ging zu ihr hinüber, legte mich zu ihr. Sanft küsste ich ihr die Tränen aus dem Gesicht und umarmte sie liebevoll. Dankbar erwiderte sie meine zärtliche Zuwendung. Und so kuschelten wir uns fester aneinander, küssten uns immer wieder. So war es auch früher schon oft genug, als sie mal wieder Trost brauchte. Worte waren da nicht nötig.
Irgendwann wurde Sylvia doch von Müdigkeit übermannt. Ich ging zurück ins Bett und schlief recht bald ebenfalls ein.

Mit den ersten Sonnenstrahlen wachte ich auf. Auch Sylvia schien schon wach zu sein, aber sie wirkte trotzdem abwesend. Die Decke war ein wenig zerwühlt, ihr rechtes Bein lag frei, das Nachthemd war bis zur Hüfte hinauf gerutscht. Und Sylvia ließ ihre Hand in diesem Augenblick eindeutig in ihren Schoß gleiten, um dort mit leicht kreisenden Bewegungen etwas in Gang zu bringen.
Sofort fühlte ich mich erregt. Stefan erwachte wohl von meinen sanften Bewegungen, die ich an mir vollführte, schaute mich an und sagte: „Ich muss aber erstmal sehr dringend auf die Toilette, okay?“
Stefan verschwand im Bad, bemerkte auf dem Weg dort hin auch Sylvias Aktivitäten. Und dann schaute Sylvia zu mir herüber, stand auf und kam zu mir. Sie zog ihr Nachthemd über den Kopf und kniete sich am Fußende auf die Bettkante, schaute mich lüstern an und senkte ihren Kopf tief in meinen Schoß. Sofort öffnete ich meine Schenkel, ergriff ihre rote Lockenpracht und drückte sie fester an meine glühende Muschi.
Stefan saß auf dem Klo und hörte Sekunden später gewiss meinen ersten Lustschrei, denn Sylvias Zunge startete ein wahres Trommelfeuer in meiner feuchten Spalte. Trotzdem ließ er sich offenbar ein wenig Zeit, um weitere spitze Töne aus meiner Kehle und ein dumpfes, gieriges Stöhnen von Sylvia zu vernehmen.
Im Rausch der Sinne bemerkten wir nicht sofort, dass Stefan schließlich zurück kam. Doch dann nahm ich ihn wahr. Und er war wohl wild entschlossen, zog seinen Schlafanzug aus und starrte auf Sylvias prächtig knackiges Hinterteil, das erregt hin und her wogte, weil sie eine Hand auch in ihrer Spalte arbeiten ließ. Zwangsläufig trieb ihm dieser Anblick das Blut in die Schwellkörper.
Einige Augenblicke schaute er sich das lustschwangere Bild noch an, doch dann trat er leise hinter Sylvia, peilte sein Ziel an und drang, ohne vorher höflich anzuklopfen, mit aller Macht tief in sie ein.
Ein jäher Aufschrei löste ihre Zunge von mir, sie warf den Kopf nach hinten und schrie: „Oh, jaa!! Fick mich!! Fick mich richtig hart! Oh, jaa!!!“
Ich ergriff erneut ihren Kopf und presste ihn wieder in meinen Schoß und spürte auch im nächsten Augenblick wieder das wilde Treiben ihrer gierigen Zunge, was mich wiederum zu einem deutlichen Lustschrei veranlasste, der Stefan anzutreiben schien. Seine harten Stöße, mit denen er Sylvias Körper durchschüttelte, übertrugen sich auf mich, weil ich damit ihre Zunge nur noch tiefer in mir spürte.
Und dann hatte Sylvia mich fast am Ziel. „Oh, jaa!!!“, schrie ich meine Erlösung schließlich hinaus. Sylvias Kopf schüttelte ich mit beiden Händen noch einmal hin und her, bevor ich losließ.
Stefan hämmerte weiter seinen mächtigen Kolben in Sylvias brennende Vulva. Sie schrie nun immer lauter.
Ich richtete mich auf, um sie zu halten, doch sie bäumte sich ebenfalls auf, setzte ihre Hände auf meine Schultern und trieb Stefan weiter an: „Jetzt gib es mir richtig. So kommst du noch tiefer rein. Na, los!“
Es dauerte nicht lange, da zappelte Sylvia unruhig, tief aus ihrem Innern bahnte sich ein Laut den Weg nach oben, um als ohrenbetäubender Lustschrei aus ihrer Kehle zu entrinnen. „Jaa!! Jaa!!“ Sie keuchte. „Oh, jaaa!!!“, verkündete sie das Erreichen eines gewaltigen Höhepunktes.
Sie geriet ins Taumeln, warf mich damit zurück auf den Rücken und stürzte völlig erschöpft auf mich. Zwangsläufig entglitt sie Stefan dabei. Er konnte gerade noch innehalten, um nicht auf uns zu stürzen.

Nach einer kurzen Besinnung lachten wir beide los, Sylvia rollte sich auf den Rücken neben mich. Und dann starrten wir Stefan an, lachten immer lauter und fielen uns in die Arme, um ein fröhliches Lied anzustimmen: „Oh, wie schön, wie wild, wie hemmungslos liebe ich die Liebe ...“
„Hey, ihr süßen Goldkehlchen“, sagte Stefan und schmunzelte. „Morgenstund hat Gold im Mund, was?“
Ich schaute Sylvia an, wieder lachten wir los, sprangen auf und rückten bis zur Bettkante vor.
„Gold?“, fragte Sylvia spöttisch.
„Also ich bevorzuge einen prächtigen Schwanz, der mir nach einer liebevollen Behandlung die verdiente saftige Belohnung schenkt, die meinen Durst stillt!“, rief ich.
Und wieder grölten wir ausgelassen los.
Stefan wagte schüchtern zu bemerken, dass er noch nicht beglückt worden war. „Also, ich hätte da noch was anzubieten.“
Sylvia sprang zuerst darauf an und griff sich seinen Schwanz. Ich hielt sie und schlug vor: „Wenn wir schwesterlich teilen, darfst du gerne bleiben, solange du magst.“
Stefan bestimmte an meiner Stelle mit großer Freude: „Einverstanden!“
Ich schaute zu ihm auf, setzte meine Zähne an seine Latte und übte sanften Druck aus, bevor wir es ihm gemeinsam ordentlich besorgten.

Stefan war über alle Maßen glücklich, lobte unsere Fähigkeiten in den höchsten Tönen. Doch ich wusste, dass er nicht abgeneigt sein würde. Damals, etwa fünf Jahre zuvor, als wir uns kennengelernt hatten, war Sylvia schon seit gut zehn Jahren meine beste Freundin.
Auf einer Tanzveranstaltung trafen wir zuerst auf Stefan, und wir waren sofort von ihm hingerissen. Wir machten ein kleines Spiel daraus, wer ihn wohl besser um den Finger wickeln könne. Und so konnte es nicht ausbleiben, dass er von uns beiden so sehr fasziniert war, dass er uns auch beide mächtig anbaggerte.
Wir wollten ihn beide, er wollte uns beide, wenn es sich einrichten ließe. Aber am Ende des Abends wollte ich ihn wohl ein bisschen mehr. Eher zufällig hatten wir kurz zuvor auch Dietmar kennengelernt. Und der war ganz wild auf Sylvia. 'Beim Anblick dieser roten Mähne kriege ich direkt einen Ständer', hatte er mir verraten. Also habe ich ihn auf sie angesetzt, damit ich Stefan für mich hatte.
So sind wir vier dann in meine Wohnung, nämlich diese große Einzimmerwohnung, in der ich schon damals lebte. Mit unseren neunzehn Jahren waren wir noch nicht übermäßig erfahren mit Männern, aber die beiden schienen es auch mit Frauen nicht zu sein. Trotzdem gab es eine wilde Orgie, bei der sich die zwei Paare herausbildeten, die in der Folgezeit miteinander lebten.

Nun, da Dietmar Sylvia aus unerfindlichen Gründen abserviert hatte, eröffnete sich für Stefan wieder das Tor zur Glückseligkeit, uns beide haben zu können. Was soll es? Jeder hatte nun etwas am jeweils anderen, was unübertroffen gut war. Ich sagte, Sylvia leckt, wie der Teufel, Stefan sagte von mir, ich blase, wie der Teufel, und Sylvia lobte Stefan, dass er wie der Teufel fickt. Was ich übrigens bestätigen konnte. Also waren wir doch ein teuflisch gutes Gespann.

Das sind wir auch heute noch, nach beinahe zwanzig Jahren. Inzwischen haben wir ein wunderschönes Haus - und das ungehemmte Liebesglück haben wir offenbar gepachtet, so unglaublich das auch klingen mag.
 
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G

Gelöschtes Mitglied 21758

Gast
Schön geschrieben und daher gut zu lesen, sodass dabei Spaß aufkommt – also Spaß am Lesen der kleinen Geschichte natürlich (aber pst, auch beim bzw. durch das Lesen).
Also kurzum – eine schöne Geschichte für die Kurzweil.
Ach ja, und nach meinem ganz persönlichen Dafürhalten völlig unabhängig vom Geschlecht der jeweils lesenden Person ;-)
 

Susi M. Paul

Mitglied
Nun ja, da wird viel gelutscht und gestoßen, was ja ganz anregend ist, und dass die arme Sylvia in all ihrem Unglück so getröstet wird, sei ihr vergönnt, aber sehr viel mehr passiert dann auch nicht mehr, was mich dann so insgesamt nicht gerade vom Hocker gerissen hat.
 
Hallo Susi M. Paul,
tja, die Geschmäcker sind halt verschieden, wie Du am Wo11lings Kommentar siehst. Hier und da hätte es vielleicht weniger deutlich sein können, aber jetzt ist es halt so.
Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 
Hallo Rainer Zufall,

du hast deinen Schreibstil sagenhaft verbessert! Keine unpassenden und übertriebenen Inquit-Formeln mehr und flüssig erzählt. Toll!

Einzig finde ich das hier

Im letzten Monat war ihr der Job gekündigt worden, vor zwei Wochen waren ihre Eltern bei einem schlimmen Unfall ums Leben gekommen, und heute Mittag hatte sie ihren Verlobten Dietmar mit einer anderen Frau im Bett erwischt,
ein wenig zu dick aufgetragen. Für die Geschichte hätte doch völlig gereicht, dass sie Dietmar mit der anderen Frau erwischt hat.

LG SilberneDelfine
 
Hallo SilberneDelfine,
ich fühle mich gebauchpinselt. Danke für das Lob.
Naja, ist ein bisschen viel Leid, aber das unterstreicht ihre schiere Verzweiflung, dass sie sich von der besten Freundin trösten lassen muss. Aber ich gebe Dir trotzdem recht, es ist ein bisschen viel.
Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 
G

Gelöschtes Mitglied 21758

Gast
Hallo Rainer Zufall,

nachdem ich mir Deine Geschichte noch einmal durchgelesen habe, hätte ich in Sachen konstruktiver Kritik mal ein paar Vorschläge für eine eventuelle Überarbeitung. Ist nichts Schlimmes, doch sind mir hier und da ein paar Kleinigkeiten aufgefallen, die man vielleicht ändern sollte:

Wir sind alle rank und schlank, also ist es eher ein bisschen kuschelig, dachte ich mir
Diesen Satz würde ich in einer neuen Zeile und mit direkter Rede beginnen, also: „Wir sind alle rank und schlank, also ist es eher ein bisschen kuschelig“, dachte ich mir.
Jedenfalls lässt mich die Satzkonstruktion vermuten, dass Du Deine Leser/-innen an einem Gedanken von Tanja teilhaben lassen möchtest. Andernfalls würde die Präsensform stören, denn wie spätestens am Ende der Geschichte klar wird, geschah das Ereignis nicht gerade erst gestern oder letzte Woche, sondern bereits vor zwanzig Jahren. Ob da die Protagonisten immer noch so rank und schlank sind? ;-)

Und dann begann die junge Frau mit den üppigen roten Locken einfach zu erzählen.
Hier stört mich ein wenig die Erzählperspektive. Rückblickend wird beim Lesen ja schnell klar, dass Tanja bereits seit dem ersten Satz die Geschichte erzählt. Daher ist Dein Satz, der den zweiten Absatz einläutet, eindeutig zu distanziert. So würde vermutlich ein objektiver Erzähler berichten, nicht aber Tanja, die mit Sylvia überaus vertraut umgeht. Daher mein Vorschlag: Nachdem Tanja sich die üppigen roten Locken aus dem (verheulten) Gesicht gestrichen hatte, begann sie einfach zu erzählen.

Unser Ehebett stand zwar in einer Nische, aber Gäste hätten aus jeder Ecke des Raumes jederzeit freie Sicht, wenn sie interessiert sein würden. Für Sylvia hatten wir eine bequeme Faltmatratze, die wir ihr in der gegenüber liegende Ecke des vierzig Quadratmeter großen Raumes aufbauten.
In diesen zwei Sätzen hakt es gleich an mehreren Stellen (Zeitform/Grammatik). Mein Vorschlag: Unser Ehebett stand in einer Nische, aber Gäste hätten aus jeder Ecke des Raumes jederzeit freie Sicht gehabt, wenn sie interessiert gewesen wären. Für Sylvia hatten wir eine bequeme Faltmatratze, die wir ihr in der gegenüberliegenden Ecke des vierzig Quadratmeter großen Raumes aufbauten.

Was geht denn da ab?, dachte er bestimmt. ... Im Rausch der Sinne bemerkten wir nicht sofort, als Stefan schließlich zurück kam.
Auch bei diesem Satz schlage ich direkte Rede in einer neuen Zeile vor, also: „Was geht denn da ab?“, dachte er bestimmt.
Im zweiten Teil muss es korrekt heißen: „Im Rausch der Sinne bemerkten wir nicht sofort, als Stefan schließlich zurückkam.
Noch besser: „Im Rausch der Sinne bemerkten wir nicht sofort, dass Stefan schließlich zurückkam.

„Hey, Ihr süßen Goldkehlchen“, sagte Stefan und schmunzelte.
Die höfliche Anrede dürfte sich hier wohl aufgrund der Vertrautheit erübrigen, also: „Hey, ihr süßen Goldkehlchen“, sagte Stefan und schmunzelte.

Bis hierhin erst einmal. Tatsächlich gibt es noch ein paar andere Details an denen ich mich störe, doch wenn ich die jetzt auch noch bringe, magst Du mich anschließend ganz bestimmt nicht mehr leiden. Und das wäre sehr schade. :-(

Liebe Grüße und nichts für ungut.
 
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Hallo Wo11ling,
Textarbeit ist das A und O. Danke für die kleinen Hinweise. Habe die Textstellen ein wenig angepasst.
Wenn Du noch was hast, dann sag es ruhig. Irgendwer sagte kürzlich, dass man bei eigenen Sachen oft betriebsblind sei, die Fehler einfach nicht sieht. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sein mögen. Also nur Mut.
Schöne Grüße,
Rainer Zufall
 
G

Gelöschtes Mitglied 21758

Gast
Hallo Rainer Zufall,

das macht ja zum Glück ganz den Anschein, als konnte ich Dich mit meinen gestrigen fünf Kritikpunkten so leicht nicht verärgern. Vielmehr hattest Du gleich den Ehrgeiz, darauf einzugehen und aktiv zu werden. Das ist schön.

Und weil nun einmal aufgefordert, widme ich mich im Folgenden einer Sache, bei der ich mir jedoch selbst nicht ganz so sicher bin, denn treffen für mich diesbezüglich Theorie und Praxis aufeinander. Vielleicht liest hier ja noch die eine oder andere erfahrene Person mit, die sich dazu kompetent äußern kann.

Worum es geht, ist der Absatz ziemlich zum Schluss Deiner Geschichte, in der Du das Kennenlernen Deiner vier Protagonisten beschreibst.

Damals, etwa fünf Jahre zuvor, als wir uns kennengelernt hatten, war Sylvia schon seit gut zehn Jahren meine beste Freundin.
Auf einer Tanzveranstaltung trafen wir zuerst auf Stefan, und wir waren sofort von ihm hingerissen. Wir machten ein kleines Spiel daraus, wer ihn wohl besser um den Finger wickeln könne. Und so konnte es nicht ausbleiben, dass er von uns beiden so sehr fasziniert war, dass er uns auch beide mächtig anbaggerte.
...

Weil Du die Geschichte – wie durchaus üblich – im Präteritum schreibst und in diesem Teil der Geschichte in die Vorvergangenheit wechselst, müsste die Passage nach meinem Verständnis komplett in der Zeitform „Plusquamperfekt“ geschrieben werden. Also:

Damals, etwa fünf Jahre zuvor, als wir uns kennengelernt hatten, war Sylvia schon seit gut zehn Jahren meine beste Freundin gewesen.
Auf einer Tanzveranstaltung waren wir zuerst auf Stefan getroffen und sofort von ihm hingerissen gewesen. Wir hatten ein kleines Spiel daraus gemacht, wer ihn wohl besser um den Finger wickeln könnte. Und so hatte es nicht ausbleiben können, dass er von uns beiden so sehr fasziniert gewesen war, dass er uns auch beide mächtig angebaggert hatte. [usw.]


Dies aber nur als Anregung oder Diskussionsgrundlage mit anderen versierteren Mitgliedern in dieser Sache, denn man sagt oder schreibt ja auch nicht „gestern fiel mir auf, dass ich das bereits letzte Woche machte“, sondern „gestern fiel mir auf, dass ich das bereits letzte Woche gemacht hatte“.

Liebe Grüße und nochmals nichts für ungut.
 
Hallo Wo11ling,
in der Tat könntest Du da recht haben. Ich bin vorhin beim Korrekturlesen auch dran hängengeblieben und fragte mich, ob Du das denn meinen könntest. Ich habe es aber dann doch gelassen. Statt dessen habe ich am Ende den Satz, der ja wieder die Sicht aus der jüngsten Zeitphase, der Quasi-Gegenwart wiedergibt, mit einem Absatz getrennt. Logisch wäre dann aber auch, dass ich an den Anfang der Geschichte noch einen Satz aus exakt der gleichen Zeit setze. Wie klingt das jetzt?
Schöne Grüße,
Rainer Zufall
 
G

Gelöschtes Mitglied 21758

Gast
Hallo Rainer Zufall,

grundsätzlich gefiel mir der ursprüngliche Start in Deine Geschichte gut, so wie er war. Aber es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, die zwei neuen Sätze als Einstieg in die Erzählung vorzuschalten. Allerdings muss es im zweiten Satz richtigerweise heißen: „… kamen die Erinnerungen an einen der schönsten Tage …“

Die Idee, die Passage mit der Vorvergangenheit durch Absätze vom Rest der Geschichte abzusetzen, finde ich unabhängig von der von mir angesprochenen Thematik gut. Die damit aufgeworfene Frage bleibt jedoch vorerst unbeantwortet, was nicht weiter schlimm ist, denn sollte es weniger eine Kritik als ein Denkanstoß sein. Vielleicht findet sich ja noch jemand Kompetentes zur Klärung des Sachverhalts bzw. des Umgangs mit solchen Passagen.

Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß beim Schreiben.
 

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