Neptuns Sommerball

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Ciconia

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In Neptuns Reich ist heute Sommerball,
die Wogen schwappen hoch am Ostseestrand.
Buffets mit Plankton, Tang und Fischabfall
sind aufgehäuft im wellig weißen Sand.

Die scheue Muschel übt verschämt Letkiss,
ihr hilft der Krebsgalan aus Kühlungsborn.
Sehr eitel lächelnd zeigt mit Überbiss
ein zugereister Doktorfisch sein Horn.

Kamtschatka-Krabben, mürrisch, ungelenk,
gestresst und müde von der langen Tour,
vollführen jede Stunde einen Schwenk.
So meistern sie den Abend mit Bravour.

Es wird geschwoft, gesoffen, wild gerappt,
bei heißen Klängen ohne viel Radau
im Dunkeln manche Krabbe abgeschleppt.
Wer hier mit wem, weiß niemand mehr genau.

Zur Abschluss-Polonaise tobt das Meer,
der Mensch glaubt, Stürme hätten‘s aufgewühlt.
Das Küstenvolk beschließt Gefahrabwehr,
doch mancher Abschnitt ist schnell weggespült.

Frühmorgens herrscht dann Ruhe nach dem Sturm,
am Spülsaum ruhen Muscheln haufenweis.
Nur ein beschwingter fetter Ringelwurm
dreht sich – noch rundum zugedröhnt - im Kreis.
 

Tula

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Hallo Ciconia

Eine kreative Verarbeitung deines Strandurlaubs :D

Allein das 'ohne viel Radau' scheint mir fragwürdig, ich vermute hier mal das Gegenteil. Du hättest das unter Wasser besser gehört. Der Vergleich mit nächtlichen Strandfeiern deiner Artgenossen erübrigt sich ja.

LG
Tula
 

Ciconia

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Moin Tula,

danke für Kommentar und Wertung.

„Ohne viel Radau“ sollte sich hier nur auf das Abschleppen beziehen, das vollzieht sich ja oft lautlos, meine ich mich zu erinnern. ;)
Wer bitte sind denn meine Artgenossen?? :confused:

Gruß Ciconia
 

Tula

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Hallo
Hast recht, habe beim Radau eher auf die erste Zeile der Strophe geschaut.
Ansonsten meinte ich den Homo Sapiens, dessen Weisheit auf Strandpromenaden, in Karaoke-Bars und überhaupt im Urlaub in überfüllten Tourismus-Metropolen allerorts und stets gut unter Beweis gestellt wird.

LG
Tula
 

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