Neue Liebe

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Teil 4 der Geschichte um Helena und Anton


Neue Liebe


Anton sah Helena mit den beiden Herren davonfahren. Werden ganz normale Fahrgäste sein, dachte er und versuchte damit seine Unruhe zu besänftigen. Doch im gleichen Moment erschienen für ihn geradezu scheußliche Bilder wie Blitze vor seinem geistigen Auge. Er hielt die Hände vor sein Gesicht, kniff die Augen zu, doch es kam immer wieder.
- blitz – Helena auf den Knien vor den beiden Männern, die sie zum Oralverkehr drängen – blitz – Helena nackt auf allen Vieren, der eine Mann vor ihr sitzend und ihren Kopf in seinen Schoß pressend, der andere Kerl nimmt sie von hinten – blitz – Helena wie im Sandwich zwischen den beiden Kerlen – blitz -
Panische Angst machte sich bei Anton breit, unvermittelt schrie er: „Nein!!!“
Er riss die Augen auf, und die Bilder waren weg.
Plötzlich ging die Tür auf. Die Kollegin aus dem Nachbarbüro kam herein. „Anton, ist alles in Ordnung mit Dir?“, zeigte sie offene Sorge um sein Wohlergehen und trat neben ihn, legte ihre Hand behutsam auf seine Schulter und fragte erneut: „Alles in Ordnung, Anton?“
Der junge Mann schreckte auf, hatte Tränen in den Augen, doch durch den feuchten Schleier erkannte er die Kollegin. „Oh, Celina, was... Entschuldige, was ist passiert?“
„Du hast ganz laut geschrien, als wenn etwas passiert wäre, was Dir als riesengroßes Unglück erschienen sein musste.“
„Oh, verdammt. Tut mir leid. Ich bin heute nicht gut drauf. Ich...“, hielt er inne, denn er wollte den Grund nicht näher ausführen.
„Komm, wir gehen in der Kantine einen Kaffee trinken, ja?“, schlug Celina vor und schüttelte ihre langen schwarzen Haare.
Anton schaute sie erstaunt an. Und nun sah er sie plötzlich mit ganz anderen Augen. Sie war eine sehr nette Kollegin, ja, das hatte er auch schon vorher nicht abstreiten können. Sie war immer hilfsbereit. Sie hatte eine sehr dunkle Hautfarbe, denn sie kam aus Antigua, lebte aber schon seit mehr als zwanzig Jahren hier. Und sie hatte vermutlich keinen festen Freund. Ihre Art zu reden ließ das zumindest vermuten. Und dann war sie, und das erkannte Anton jetzt umso deutlicher, bildhübsch, das Sinnbild einer Karibikschönheit.
„Oh, ja. Vielleicht werde ich dann mal richtig wach“, freute er sich über das Angebot.
Sie gingen in die Kantine und setzten sich an einen ruhigeren Tisch am Fenster.
„Hast Du schlecht geschlafen? Oder was war da vorhin in Dich gefahren?“
„Oh, ha... Ja, das ist...“, stammelte Anton verlegen. „Das ist schwierig zu... zu erklären, weißt Du?“
„Du hast wenig geschlafen“, vermute sie daher und betonte es wie eine Feststellung.
Anton grinste albern, doch er konnte sie damit nicht aus der Ruhe bringen.
Sie unterhielten sich über völlig belangloses Zeug, wie das Wetter und den öffentlichen Nahverkehr. Nach zwanzig Minuten gingen sie wieder an ihre Arbeit.

„Das war wieder ein Genuss, schöne Frau“, schmachtete der Mittdreißiger, der sich dann als Wolfgang vorstellte. „Siehst Du das nicht auch so?“, sprach er den anderen an, Dieter hieß er, mit dem er offenbar Freundschaft geschlossen hatte.
„Herzlichen Dank. Die Freude war ganz auf meiner Seite“, antwortete Helena, bemerkte aber, dass die Herren die Andeutung nicht verstanden hatten. „Haben Sie jetzt Termine?“, bohrte sie deshalb nach.
Beide verneinten.
„Dann mache ich doch jetzt eine Pause und komme mit Euch, wenn es recht ist“, wurde sie deutlicher, denn die Aktionen der Herren, die sie dank ihres neuen Halsbandes hatte erfahren können, trieben sie an.
Die Herren schauten sich verdutzt an. „Zu Dir oder zu mir?“, fragte Wolfgang den anderen.
„Mir egal. Diese reizende Gesellschaft haben wir uns jetzt verdient, denke ich“, ließ Dieter erkennen, dass er in Gedanken schon ein Stückchen weiter war.
Die drei stiegen aus, und Helena hakte sich zwischen den beiden Herren ein und stolzierte mit ihnen zielstrebig zum Aufzug des Gebäudes.
Oben auf dem Zimmer angekommen, fragte Wolfgang: „Was darf ich Dir zu trinken anbieten, schöne Helena?“, war seine Ansprache sofort vertraulicher.
„Champagner!“, rief sie. „Nein, Quatsch, ich muss ja nachher noch fahren“, lachte sie. „Wasser tut es auch.“
„Dieter? Was bekommst Du?“
„Also ich habe heute nichts mehr vor. Wir können es uns also ruhig gemütlich machen, wenn Du erlaubst.“
„Rum-Cola?“
„Klingt gut.“
Wolfgang schenkte zwei Gläser ein, nachdem er Helena das Wasser gereicht hatte. „Auf einen netten Vormittag“, erhob er sogleich sein Glas, um mit seinen Gästen anzustoßen.
„Wie habt Ihr zwei Süßen Euch denn diesen Vormittag vorgestellt?“, wurde Helena sehr direkt.
„Na, genau so, denke ich“, hatte Wolfgang verstanden, trat neben sie und legte einen Arm um ihre Schulter.
„Setzt Euch doch. Ich gehe mich noch ein bisschen frisch machen, ja?“, verabschiedete sie sich ins Bad.
Kaum war die Tür zu, tuschelte Dieter: „Ich glaube das nicht. Will die jetzt wirklich Sex?“
„Hast Du ein schlagendes Argument gegen diese unwiderstehliche Option?“
„Gewiss nicht“, jubelte Dieter.
Sie setzten sich auf das Sofa und ließen den Platz in der Mitte für Helena. Dann kam sie auch schon zurück.
„Oh, Ihr seid ja reizend“, kicherte sie, ging auf sie zu und blieb dort stehen.
„Setz Dich, Schätzchen“, flötete Wolfgang.
Doch Helena schritt sofort zur Tat. Sie ging auf die Knie, ergriff die Herren von den Seiten, um sie zusammenrücken zu lassen, und machte sich dann an Wolfgangs Hose zu schaffen. Die Herren wechselten einen erstaunten Blick. Dann beugte sich Dieter nach vorn und öffnete den Reißverschluß von Helenas Kleid, schob die Schulterschlaufen auch sofort zur Seite, sodass der Stoff bis zu ihrer Hüfte hinabrutschte.
„Wow!“, rief Dieter begeistert und führte seine Hände ans Ziel. „Das sind ja Traumtitten.“
Währenddessen bearbeitete Helena Wolfgang mit Hingabe. Er stöhnte ausgelassen. Mit einer Hand fingerte sie schließlich auch an Dieters Hose und ließ ihm kurz darauf das gleiche Vergnügen zuteil werden.
Die Zeit schritt voran, und es ergaben sich diverse lustvolle Positionen.

Anton saß wieder allein in seinem Büro. Er hatte gerade eine Akte erledigt und beiseite gelegt, entspannte sich nun kurz, bevor er sich den nächsten Fall nehmen würde. Und da kamen wieder diese gruselig anmutenden Blitze in seinem Hirn. Helena, dachte er, treibt sie es jetzt wirklich mit den beiden? Die Bilder kamen immer wieder und wieder, und erneut entrann ihm ein entsetzter Seufzer, dessen Schall auch ins Nachbarbüro drang.
Was ist denn mit ihm los?, fragte sich Celina auch diesmal. Dann ging sie an die Tür und lauschte zunächst. Sie hörte leises Wimmern. Oh, der Arme, dachte sie, er ist unglücklich, hat er vielleicht Liebeskummer? Doch sie wagte nicht, die Tür zu öffnen. Stattdessen rief sie ihn an, um ihn aus seiner Lethargie zu holen.
Nach dem dritten Klingeln ging er endlich dran. „Ja... Ja, wer ist da?“, schluchzte er undeutlich.
„Anton, ich bin es, Celina. Alles in Ordnung mit Dir?“
Plötzlich war er wieder hellwach. Verdammt, diese Frau interessiert sich für mich, ging ihm auf. „Ja, ach, nein, nicht so ganz. Entschuldige, ich bin heute echt mies drauf, dabei hätte es so schön...“, brach er ab. Wollte er Celina jetzt wirklich sein Dilemma erklären? Nein, war er sicher, das würde sie zu falschen Schlüssen veranlassen. Oh, nein, bloß nicht!
„Bist Du noch da?“, durchbrach sie die kurzzeitige Stille in der Leitung.
„Oh, oh, ja, entschuldige. Ich war...“, brach er wieder ab, um dann geradezu übermütig zu werden. „Darf ich Dich heute Abend zum Essen einladen?“
Stille. Habe ich jetzt richtig gehört? Celina war verwirrt. Er will mich zum Essen einladen, realisierte sie seine Worte. Anton war in ihren Augen ein liebenswerter und grundanständiger Kerl, obwohl 'Kerl' definitiv ein viel zu hartes Wort für einen derart sanftmütigen Mann war. Er ist so süß schüchtern, schmunzelte sie, aber ich hätte nicht gedacht, dass er... „Ja. Ja, gerne!“, platzte es aus ihr heraus.
Sie hat 'ja' gesagt, machte er sich klar, oh, mein Gott, dann habe ich ja heute Abend schon wieder ein Date. Spontan bekam er feuchte Hände, die Traurigkeit war mit einem Schlag verflogen. „Danke, Celina. Du bist ein Engel“, wurde er enthusiastisch.
„Oh...“, staunte sie und kicherte leise hinter vorgehaltener Hand, damit er es nicht hören mochte.
„Bis später dann“, beendete Anton das Gespräch, legte den Hörer einfach zur Seite und sprang von seinem Stuhl auf. Ich werd doch irre, dachte er. Und dann entrann ihm ein leises Juchzen.
Celina hatte ebenfalls noch nicht aufgelegt. Und so hörte sie dieses untrügliche Geräusch der Freude und lächelte vergnügt.

„Oh, meine Herren, Wolfgang, Dieter, Ihr seid wirklich zwei ganz Wilde. Das war eine herrliche kleine Orgie, die wir hier gefeiert haben. Aber jetzt muss ich wieder an die Arbeit. Ich darf doch nochmal die Dusche benutzen, ja?“, grinste sie und spazierte ins Bad.
„Du hast es aber auch faustdick hinter den Ohren, Süße. Kommt jeder Fahrgast in diesen Genuss, wenn es Deine Zeit erlaubt?“, forschte Wolfgang.
„Oh, das kommt ganz drauf an. Bei Dieter hatte ich ja ohnehin noch etwas gutzumachen, weil ich ihn gestern versetzt hatte. Und Du wolltest morgen um zwölf zum Flughafen, richtig?“
„Gut gemerkt. Aber da werden wir keine Zeit haben.“
„Dann komme ich eine halbe Stunde früher. Ein Quickie geht immer“, lachte Helena frivol.
„Das ist ein Wort, Engelchen. Also halb zwölf.“
Helena duschte, zog sich an und verschwand ohne weitere Worte.

Es ging auf vier Uhr zu. Anton war schon extrem unruhig. Gleich gehe ich zu ihr rüber, dachte er sich, und dann... Da ging die Tür auf.
„Feierabend!“, rief Celina fröhlich. „Wann wollen wir denn gehen?“
Du kannst es kaum erwarten, erschrak Anton, oh, Du bist zauberhaft, Celina. „Wenn Du magst, gehen wir jetzt gleich. Ist noch ein bisschen früh, aber wir können ja erstmal was trinken. Okay?“
„Hast Du ein bestimmtes Ziel?“
„Ach, den Mexikaner hier um die Ecke wollte ich mal ausprobieren. Oder ist Dir 'scharf' nicht so angenehm?“
„Das kommt ganz darauf an“, kicherte sie offensichtlich etwas zweideutig, denn sie fügte an: „Beim Essen ist es aber auch okay.“
Wow, dachte Anton, die geht aber ran. Aber das soll nicht wieder so enden, wie gestern, nahm er sich vor. Geduld, Junge, Geduld ist der Schlüssel zu einer ordentlichen Beziehung, das muss ich jetzt verinnerlichen, damit das endlich mal was wird. Nicht, dass er schon eine Reihe von gescheiterten Beziehungen bereits im Ansatz auf den falschen Weg gebracht hätte, ganz und gar nicht. Anton war ein schüchterner, aber immer netter Mensch, aber beim weiblichen Geschlecht hatte er bisher kein rechtes Glück gehabt.
Celina schaute Anton an und erkannte seine Freude über diese Verabredung. Du bist echt süß, dachte sie und freute sich ebenfalls auf die folgenden Stunden.

Gerade, als Celina und Anton auf die Straße traten, näherte sich Helena mit ihrem Wagen.
„Oh, sieh mal, Anton. Das ist doch ein tolles Auto, oder?“
Anton erschrak. „Oh, oh, ja. Aber die Farbe ist etwas grell. Was soll man da denken? Erst recht, entschuldige bitte die Formulierung, bei so einer heißen Braut am Steuer.“
„Anton, Du erstaunst mich. Kennst Du die Dame denn?“
Verdammt, erkannte Anton das Dilemma, voll in die Falle getappt.
Die DS hielt direkt gegenüber vor dem Rathaus. Eine eher unauffällig wirkende Frau um die Vierzig stieg aus, warf Helena einen anerkennenden Blick zu und sagte: „Das ist echt heiß. Hast Du nur das eine Programm, oder gibt es auch eins mit einem richtig heißen Kerl?“
„Ist in Arbeit, gute Frau.“
„Du bist auch ein Zuckerpüppchen. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.“
Der Wind stand günstig, und so hatten Celina und Anton dem Wortwechsel unbewusst folgen können.
„Das klingt aber echt aufregend“, flüsterte Celina.
„Das ist es auch“, wagte Anton zuzugeben.
Celina knuffte ihn gegen den Oberarm. „Stille Wasser sind tief, ja? Komm, lass uns zum Mexikaner gehen. Jetzt bekomme ich doch langsam Hunger.“

Anton wusste nicht, ob er nun doch von Helena erzählen sollte, insbesondere, weil Celina die vorangegangene Szene sehr belustigt kommentiert hatte. Er wollte sie nicht verschrecken, denn Celina war nun – auch wenn das moralisch der falsche Ansatz war – ein würdiger Ersatz für Helena. Das durfte er sie nun nicht spüren lassen.
Es entwickelte sich ein amüsantes, auch schon mal tiefgründiges Gespräch, der Wein lockerte gewiss die Zunge. Und Anton hatte das Gefühl, Celina wollte ihn mit der Sache mit Helena nicht bloßstellen, sondern vielmehr bekundete sie ihr Mitleid und auch Verständnis.
„Es ist doch ein aufrichtiger Wesenszug, wenn sie um ihre Schwächen weiß und Dir damit nicht wehtun möchte. Sie hat Dich als guten Jungen, sage ich mal so salopp, erkannt. Ich finde, das war wirklich fair Dir gegenüber. Auch wenn es Dich schmerzlich getroffen hat.“
„Ich danke Dir für die Fürsprache. Das ist ganz lieb von Dir. Es ist halt ein besonderes Taxi, und ich bin drauf reingefallen“, versuchte Anton sich von seinen verletzten Gefühlen zu befreien.
„Das passiert doch jedem mal. Du, es ist spät geworden. Ich habe noch einen weiten Weg nach Hause. Rufst Du mir bitte dieses besondere Taxi, Anton?“
„Ernsthaft?“
„Auf jeden Fall. Ich bin neugierig auf diese heiße Braut“, lachte sie fröhlich.
Anton holte die Visitenkarte hervor, dann sein Telefon.
Zehn Minuten später fuhr die purpurfarbene DS vor.
„Hallo, Anton“, begrüßte Helena den jungen Mann ganz geschäftsmäßig, lächelte ihn aber auch liebevoll an.
„Hallo, Helena. Fährst Du die junge Dame bitte sicher nach Hause. Da wäre ich Dir sehr verbunden.“
„Du fährst ein Stück mit, ja?“, hoffte sie.
„Na, gut. Kann ich machen. Komm, steig hinten ein, Celina“, bat Anton, als er die Tür für sie öffnete.
Celina nannte die Anschrift und Helena fuhr los.
„Geht es Dir gut, Anton?“, ließ Helena ehrliches Interesse erkennen.
„Ich komme klar“, blieb er kurz angebunden.
„Zeig Deiner Freundin die VR-Brille.“
Meiner Freundin? Naja, dachte Anton, so weit sind wir noch nicht, aber ich würde auch ungern widersprechen, schmunzelte er.
Helena bemerkte es. „Komm, Anton, zeig ihr, was Du kennst.“
„Ich weiß nicht“, war er unsicher.
„Doch, ich finde das spannend. Was muss ich machen“, war Celina neugierig.
Dann waren sie schon am ersten Ziel, Antons Wohnung.
„Steigst Du jetzt aus, oder fährst Du mit zu ihr?“, wollte Helena mit einem frechen Grinsen wissen.
„Geh nur, Anton. Du bist doch sicher müde. Du musst nicht mit mir fahren und dann wieder zurück“, steckte Celina klare Linien ab.
Anständiges Mädchen, dachte Helena, geht nicht gleich am ersten Abend mit ihm ins Bett. Allerdings glaube ich schon, dass sie neugierig ist, was die VR-Brille betrifft, war sie sicher.
Anton stimmte Celina zu, denn er hatte Angst, dass er, wenn er allein zurück führe, vielleicht wieder Helenas Gelüsten erliegen könnte. Das wäre Celina gegenüber nicht fair. Also musste er es ausschließen. „Ich steige aus.“
„Ok, ich guck mal weg. Gib Küsschen und dann raus mit Dir“, lachte Helena schelmisch.
Anton schaute Celina fragend an, doch er hatte nicht den Mut, ihr heute schon einen Kuss zu geben. Er nahm ihre Hand in seine beiden und verabschiedete sich mit einem süßen Lächeln. „Es war sehr schön.“
Als er sich löste, um auszusteigen, ergriff Celina noch einmal seine Hand, rückte dicht an ihn heran, warf ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange und rückte sofort wieder von ihm ab. „Danke für diesen wunderschönen Abend, Anton“, lächelte sie ihn an.
Anton war perplex, wusste nicht, was er nun tun sollte. Er schaute in den Spiegel und damit in Helenas Augen. Sie spitze frech die Lippen, um ihn zu animieren. Zunächst öffnete er die Tür, doch dann fand er den Mut, rückte an Celina heran und küsste sie ebenfalls auf die Wange. Dann schaute er erneut in den Spiegel und sah, dass Helena die Augen grinsend verdrehte. Nein, dachte er, mehr wage ich heute nicht. Dann stieg er aus. „Wir sehen uns morgen, Celina. Es war wirklich wundervoll heute mit Dir. Danke. Gute Nacht.“
„Gute Nacht, Anton.“
„Gute Nacht, Anton“, kam auch von Helena.
Er hatte es recht eilig, ins Haus zu kommen. Sein Kopf drohte zu explodieren, so fühlte es sich an. Celina mag mich, hoffte er, vielleicht sogar noch mehr, oh, mein Gott, ich werde wahnsinnig.

„So, jetzt zu Dir, Celina. Nimm die VR-Brille und schalte das Programm ein, okay?“
„Was erwartet mich da?“
„Mich wirst Du da sehen. Und dann lass Dich richtig fallen, tue, was Dir in den Sinn kommt, ja?“
„Ich habe keine Ahnung, was Du mir damit sagen willst, aber... Gut“, stimmte Celina zu, setzte die Brille auf, nahm auf Geheiß von Helena auch die Handschlaufen und verzurrte sie und startete das Programm.
Helena legte das Halsband an, schaltete es ebenfalls ein und wartete auf Jolenas Reaktion. Es dauerte einige Augenblicke, bis das zu erwartende Erlebnis Besitz von ihr ergriff, aber dann spürte auch Helena, dass Celina keine Scheu zeigte, weil sie glaubte, dass dies ihr ganz persönliches kleines Abenteuer sei.


Fortsetzung folgt...
 

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