Neue Studienergebnisse aus Rübenholz-Nord zur Abstammung des Affen

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blackout

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Neue Studienergebnisse aus Rübenholz-Nord zur Abstammung des Affen

Der Affe hat sich aus dem Menschen entwickelt. Die Anthropologie dagegen glaubt seit mehr als einhundert Jahren unter Bezug auf Darwins Forschungsergebnisse, dass sich der Mensch aus dem Affen entwickelt habe. Dieser wissenschaftliche Irrtum wird nun korrigiert, denn die weltweit, mit Ausnahme von nordamerikanischen Sekten, anerkannte Erkenntnis glaubt nun Dirk P. aus Rübenholz-Nord nach mehrjährigen Studien zumindest bezweifeln zu können. Seiner bisher unbewiesenen Ansicht nach entwickelte sich umgekehrt der Affe aus dem Menschen. Als Beweis führt Herr P. seinen Gartennachbarn Alfons R. an, der besonders im Herbst mit Hilfe einer Leiter, da er das freihändige Klettern noch zu üben scheint, Apfelbäume erklimmt, Äpfel grob herunterreißt und sofort in die Früchte beißt, die er gierig schmatzend verspeist und die Apfelgriebsche bedenkenlos, ähnlich wie es Schimpansen tun, über den Zaun weit in den Nachbargarten wirft und dabei affenähnliche Geräusche von sich gibt. Herr P. versichert glaubhaft, dass Alfons R. gewöhnlich hochgeschlossene Kleidung trägt, um das auf seinem Körper sprießende Fell vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Seine Artikulation ähnele von Herbst zu Herbst seit Jahren immer mehr den Geräuschen, die Herr P. aus Dokumentarfilmen zur Schimpansenforschung kennt. Auf Nachfragen teilte Herr P. mit, dass er sich diesbezüglich an das Anthropologische Institut der Universität von Pennsylvania (USA) gewandt habe, wo die Wissenschaftler bereits eine neue anthropologische Sektion eröffnet haben. Wie wir erst kürzlich erfuhren, stürzte sich der bekannte Berliner Anthropologe Prof. Dr. Kahlschmied auf diese Nachricht hin in die reißenden Fluten der Dahme im Osten Berlins. In seinem Abschiedsbrief bedauert er zutiefst, sein ganzes berufliches Leben lang umsonst am falschen Ort und zur falschen Zeit mit anthropologischen Studien verbracht zu haben.
 
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Mit Verlaub, blackout,
du verschenkst hier den Einstieg in eine ausufernd anzulegende Groteske. Ich erinnere an Orwells «Farm der Tiere». Da entwickelt sich das Schwein aus dem Menschen. Aber mit dem Affen geht das natürlich auch. Allerdings müsstest du es, meine ich, als langsam sich vollziehenden Evolutionsprozess rückwärts darstellen (du sprichst ja «von Herbst zu Herbst seit Jahren»). Beispielsweise fängst du mit der «hochgeschlossenen Kleidung» an, unter der du verschwörungstheoretisch mutmaßend Fellstrukturen sich bilden siehst, gehst zu der Trainingseinheit «freihändiges Klettern» über … aber ich will dir nicht ins Handwerk pfuschen. In deinem Einfall steckt ein dickes Buch.

Gruß JF
 
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blackout

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Nein, das ist hier kein großes literarisches Projekt, ein Missverständnis von dir, Joe. Der Text geht auf den Vorschlag von Anbas zurück, wir sollten ähnlich wie der Postillon "Nachrichten" schreiben. Ich habe es mal probiert, einfach mal den Anfang gemacht. Mit großer Literatur hat das überhaupt nichts zu tun. Hübsch doof, das ist das einzige Ziel. Kennst du den Postillon?

Ich habe versucht, das Ganze im Stil einer Nachricht aufzubauen: Das Wichtigste zuerst - der Fakt. Dann folgend die Begründung. Das habe ich erst einmal hingekriegt. Womit ich noch nicht so richtig zufrieden bin, ist der viel zu lange, verschachtelte Satz, in dem ich versuche, alles Mögliche unterzubringen. Den muss ich noch "nachrichtengerecht" auseinanderfitzeln. Alles knochentrocken, Übertreibung auf die Spitze getrieben, das Unwahrscheinliche mit dem Anschein von Wirklichkeit, indem hier (nach Brecht) der Fall einfach umgedreht wird, und das alles "ausgeschmückt", aber mit einem durchaus realistischen Bezug auf ein Zentralthema christlicher Sekten in den USA. Aber das ist erst der Anfang, ich würde mich freuen, wenn ein paar Leute mitmachen würden. Etwas habe ich unterschlagen, es fehlt die Spitzmarke, woran man natürlich eindeutig die Nachrichtenform erkennen würde.

Übrigens, "Farm der Tiere" habe ich nicht gelesen, die Idee ist auf meinem eigenen Mist gewachsen. Klar, man könnte daraus natürlich eine saftige Satire hinbauen, die sich gewaschen hat. Ist aber nicht mein Ziel gewesen, nur eine schlichte "Nachricht". Wenn du sie willst, schenke ich dir die Idee.

Gruß, blackout
 
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Es könnte mit großer Litratur zu tun haben, blackout – könnte! Botho Strauß hat die Kurz-Form vorgemacht mit "Mikado". Der Klappentext deutet die erste von rund vierzig Geschichten an: "Zu einem Fabrikanten, dessen Gattin ihm während eines Messebesuchs entführt worden war, kehrte nach Zahlung eines hohen Lösegelds eine Frau zurück, die er nicht kannte und die ihm nicht entführt worden war." Umgedrehte Wirklichkeit im Zeitungskurzstil erzählt. Aus jeder der nur angerissenen Geschichten könnte man ein dickes Buch machen. Muss ja nicht. Grüße.
 
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Maribu

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Hallo 'blackout',
Einstein wollte man auch schon oft widerlegen. Er zeigt aber allen die Zunge!

Prof. Dr. Kahlschmied hat sich nach Recherchen der "Bild"-Zeitung aus Liebeskummer
ertränkt.
Da man dieser Boulevardzeitung nicht alles glauben soll, ist es bedauerlich, dass sich
dieser kluge Herr P. aus Rübenholz im Internet ein Samurai-Schwert bestellt hat.
"Harakiri" ist sehr schmerzhaft und für die Angehörigen ein schauerlicher Anblick,
der Albträume verursacht.
Vielleicht kann man ihn ja noch aufklären. Er kann dann noch warten, bis der Corona-Virus
Rübenholz erreicht hat.
Im Nachbarort wurde ja schon jemand mit diesen Symptomen isoliert. Aber man veranlasste vorsichtshalber
eine zweite Untersuchung und gab Entwarnung, da es sich um eine harmlose Infektion mit der
Schweinepest gehandelt hat..

Freundliche Grüße
Maribu
 

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