Neues aus Opas Dichterschrein

blackout

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Des Dichters Leid, des Dichters Seelentrost,
des Dichters Spitzenthema kann nur sein,
was Herz und Unterleib noch heben kann.
Den Herren ist er geilster Supermann,
er stöhnt und tönt im stillen Kämmerlein,
gebiert ein Verslein, greinend und bemoost.

Dem armen Ding fehlt alle Kraft und Blut,
das schwache Herz, es hat's schon auf der Brust.
Der Dichter aber, kühn wie Dschingis Khan,
geht nimmermüd an seine Verse ran,
verpasst dem blassen Wesen seiner Schaffenslust
den Dichterkuss, in edler Feuersglut.

Und alle Herren kamen flugs herbei,
sie stolperten und keuchten herzerweichend.
Derweil der Pegasus im Himmel barmte:
Dass deutsche Dichtkunst so total verarmte!
Sich indigniert die Pferdemähne streichend,
entfernt er sich, nicht ohne Feixerei.
 
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