Neuruppin

4,00 Stern(e) 4 Bewertungen

Ciconia

Mitglied
Jo stand am Bahnsteig, sah den Lichtern hinterher,
er ahnte wohl, heut gab es keinen Anschluss mehr.
Der letzte Zug war abgefahren ohne ihn -
jetzt wurde nichts aus seinem Date in Neuruppin.

Die Bahnhofskneipe lag ums Eck, ein Katzensprung.
Er trank die ganze Nacht, fast bis zur Dämmerung.
Nach jedem seiner mindestens elf Gläser Bier
verschwamm es mehr, das Bild von Neuruppin und ihr.

Der Frühzug fuhr am nächsten Tag um fünf Uhr zehn.
Jo stieg erst gar nicht ein, wollt lieber heimwärts gehn.
Als dann am Nachmittag die Frühlingssonne schien,
verblasste bald der Traum vom Glück in Neuruppin.
 

Ralf Langer

Mitglied
Hallo,
das gefällt mir, schöner leicht melancholischer Duktus,
der aber nie ins gefährlich weinerliche driftet.

Flott erzählt, für mich als Gastronom von hinreichender Bekanntheit, ein Einzelfall, der das Gemeinsame solcher Erlebnisse
gekonnt einschliesst.

Gerne in Gedanken fast bis Neuruppin mitgewandert

Lg
Ralf
 

JoteS

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo,

Geschichten erzählen kannst du - und wie! Die Metrik leidet aber ein wenig bei Deiner kleinen Ballade, stört hier aber kaum.

Sehr gerne gelesen.

Gruss

Jürgen
 

Vagant

Mitglied
Hallo.
Was ist passiert? Cicona erzählt von Kneipe, Bier, einem 'Jo' und einer vepassten Gelegenheit; na ja, warum auch nicht.
Die erste Strophe finde ich schonmal klasse, bei der zweiten holperts bei mir ein bisschen. 'ein Katzensprung' würde ich da eventuell apostrophieren, und in der zweiten Zeile sagen: bis in die Dämmerung - spricht sich irgendwie besser, denke ich.
Ach so, was sind eigentlich 'mindestens elf Bier'? Dieses 'mindestens' ist wahrscheinlich dem Rhythmus geschuldet, gefällt mir aber an dieser Stelle so nicht.
Ansonsten; gern gelesen, genau das richtige zur Mittagspause, Vagant.
 

Ciconia

Mitglied
Jo stand am Bahnsteig, sah den Lichtern hinterher,
er ahnte wohl, heut gab es keinen Anschluss mehr.
Der letzte Zug war abgefahren ohne ihn -
jetzt wurde nichts aus seinem Date in Neuruppin.

Die Bahnhofskneipe lag ums Eck, ein Katzensprung.
Er trank die ganze Nacht, bis in die Dämmerung.
Nach jedem seiner ungezählten Gläser Bier
verschwamm es mehr, das Bild von Neuruppin und ihr.

Der Frühzug fuhr am nächsten Tag um fünf Uhr zehn.
Jo stieg erst gar nicht ein, wollt lieber heimwärts gehn.
Als dann am Nachmittag die Frühlingssonne schien,
verblasste bald der Traum vom Glück in Neuruppin.
 

Ciconia

Mitglied
Danke, Ralf, Jürgen und Vagant.

Die Biermenge und die Dämmerung habe ich leicht abgeändert, vielleicht hilft das der Metrik in S2 ein wenig.
Was ist passiert? Cicona erzählt von Kneipe, Bier, einem 'Jo' und einer vepassten Gelegenheit; na ja, warum auch nicht.
Aber, Vagant, was hast Du denn für eine Meinung von mir?! :D
Lies mal meine Erzählung „Nächte mit Lucy Bailey“.

Gruß Ciconia
 

Walther

Mitglied
sehr schön in der jetzt vorliegenden fassung,

lb. Ciconia,

davon hätte ich gerne mehr von dir gelesen.

lieber gruß W.

PS.: ich würde dich wegen meiner anthologie gerne ansprechen, weil mir das lapidare so gut gefällt. mehr zum projekt hier: http://www.zugetextet.com/?p=161
 

Ciconia

Mitglied
Danke für Deine Wertschätzung, lieber Walther!

Dein „Antrag“ :D ehrt mich zwar, aber ich fürchte, ich werde Dir einen Korb geben müssen. Wenn ich es richtig verstehe, müsste ich für die Aufnahme in die Anthologie meine Anonymität aufgeben – und das möchte ich auf keinen Fall tun.
Ich hoffe, Du hast Verständnis dafür.

Gruß Ciconia
 

Walther

Mitglied
Nein,

lb. Ciconia,

das müßtest du nicht. mir gegenüber schon, weil das urheberrechtlich nicht anders geht, aber nur mir als person, der öffentlichkeit gegenüber nicht. wenn du den aktuellen band vom inhalt her anschautest, würdest du bemerken, daß dort viele nicks verwendet sind, ungefähr ein drittel der autor/inn/en haben davon gebrauch gemacht.

wenn du mir als person nicht vertraust, daß ich die vertraulichkeit bewahre, dann muß ich damit leben. das ist zwar schade, aber wenn man solche sache solange macht, reagiert man auf so etwas nicht mehr verschnupft, denn das muß jeder für sich entscheiden, da kann man weder zuraten noch jemandem zu seinem glück zwingen.

also: es ist deine sache, wie du mit diesem angebot, das auch eine chance ist, umgehst. ich nehme die dinge in diesem fall, wie sie kommen - oder auch gehen.

an meiner wertschätzung wird sich dadurch nichts ändern.

lieber gruß W.
 

Ciconia

Mitglied
Danke für die Bewertung, Andreas!

Was ich witzig finde: Die Thematik scheint offenbar nur Männer anzusprechen. Warum nur? ;)

Gruß Ciconia
 

anbas

Mitglied
Was ich witzig finde: Die Thematik scheint offenbar nur Männer anzusprechen. Warum nur?
Keine Ahnung ... :D

... aber Du kannst ja noch ein Pendant über die Frau schreiben, die auf den Typen wartet. Wer weiß, was sich da so ergibt und wen das dann mehr anspricht ;) .

Gruß

Andreas
 

Oben Unten