Opi erzähle noch eine Geschichte

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1. Die Bananenschale
2. Der Eierdieb

Wie es begann

Opa Paul und Justus sitzen im Kinderzimmer auf dem Fußboden.Justus hört so gerne wenn sein Opi Geschichten erzählt. Geschichten, die der Opa selbst erfunden hat.
Opi“, sagt Justus, „erzähl mir doch eine Geschichte.“ Eng schmiegt er sich an Opa Paul.
„Du kannst doch immer so schöne Geschichten erfinden, bitte.“
„Mmh, nun ja, wovon soll ich dir denn etwas erzählen?“
Opa Paul hat keine Idee. Justus kann sich die Erzählungen gut merken und wenn Großvater Paul die Geschichte nicht genau so wie beim letzten Mal wiedergibt, dann wird er von Justus sofort unterbrochen.
„Nein Opi das war doch anders.“
„Also, was möchtest du gerne hören?“, fragt Opa Paul.
„Etwas mit Tieren und Detektiven und so,“ sprudelt es aus Justus heraus.
„Mit Tieren und Detektiven????“
„Ja mit Schweinchen zum Beispiel. Die können doch so gut schnüffeln.“
Justus überlegt einen Augenblick.
„Vielleicht 2 Schweinchen als Detektive oder Polizisten oder so? Ja Opi Polizisten, erzähle was von Schweinchen als Polizisten, bitte, bitte.“
Opa Paul legt seine Stirn in Falten und überlegt:
„Zwei Schweinchen als Polizeikommissare???“
Justus hat keine Geduld.
„Bitte Opi, bitte etwas mit Schweinchen bei der Polizei.“
Da fällt Opa Paul etwas ein: Im vergangenen Jahr waren Oma Magdalena und Opa Paul mit Justus und seinen Eltern auf der Insel Sylt in Urlaub.
Jeden zweiten Tag waren Opi und Justus eingeteilt zum Brötchen holen. Eines Morgens entdeckten sie mitten auf dem Bürgersteig in der Nähe des Bäckerladens eine Bananenschale.
„Opi wie defährlich, wenn auf der Bananenschale jemand ausrutscht, kann er sich doch das Bein übergeben.“
„Bein brechen meinst du, man sagt das Bein brechen.“
„Wenn mir übel ist, dann sagt Mami zu Papi, der Kleine muss brechen .......aber meine Beinchen sind dann noch ganz.“
Opa Paul gibt dazu keinen Kommentar, amüsiert sich aber köstlich.
Zu der Bananenschale fällt Opa Paul eine Geschichte ein.


Der Anruf
„Justus wie findest du es, wenn wir unsere beiden Schweinchen Grunzi und Schlunzi nennen?“
„Oh, ja Opi, Kommissar Grunzi und Inspektor Schlunzi, ist lustig.“

Der Großvater fängt an mit seiner Geschichte:
„Kommissar Grunzi und Inspektor Schlunzi sitzen in der Polizeiwache Keitum an ihrem Schreibtisch. Du erinnerst dich vielleicht noch Keitum heißt der Ort auf der Insel Sylt in dem wir im Urlaub gewohnt haben.“
„Ja klar, weiß ich doch,“ behauptet Justus.
„Also der Kommissar und der Inspektor haben es sich gerade gemütlich gemacht und kauen genüsslich an ihren dicken Butterbroten. Ausgerechnet jetzt läutet das Telefon:
Ring, Ring, Ring!
„Wer stört uns denn jetzt in unserer Pause,“ grunzt Grunzi während er den Telefonhörer abnimmt.
„Polizeiwache Keitum, Kommissar Grunzi am Apparat.“
„Guten Tag Kommissar Grunzi,“ meldet sich aufgeregt eine männliche Stimme.
„Guten Tag .........“ weiter kommt Grunzi nicht.
Die Stimme am anderen Ende der Leitung unterbricht ihn ganz aufgeregt.
„Moin Herr Kommissar hier spricht Fischkopp, Piet Fischkopp. Sie müssen unbedingt vorbei kommen."
Piet Fischkopp, das ist ein lustiger Name Opi,“ lacht Justus.
Aufmerksam hört er Opa Paul weiter zu:
„Was ist denn genau passiert, bleiben sie ganz ruhig und erzählen mal der Reihe nach", versucht ihn Grunzi zu beruhigen.
Piet Fischkopp fängt an zu berichten:
„Also, ich bin heute Morgen, wie jeden Morgen, müssen sie wissen Herr Kommissar......“
„Ja, was haben sie heute Morgen, wie jeden Morgen gemacht?“, unterbricht ihn Kommissar Grunzi.
„Ich gehe jeden Morgen müssen sie wissen,“ fängt er wieder an, „jeden Morgen gehe ich........“
Grunzi am anderen Ende der Leitung wird langsam nervös.
Dann endlich:
„Jeden Morgen gehe ich zu Bäcker Hansen, frische Brötchen holen. Also bin ich auch heute, wie jeden Morgen, zu Bäcker Hansen Brötchen holen....“
„Wie wir Opi, als wir auf Sylt waren, weißt du noch Opi?“ plappert Justus dazwischen.
Opa Paul erzählt weiter:

Grunzi wird ungeduldig:
„bitte kommen Sie zur Sache,“ ruft er dazwischen
„ Ja, sie lassen mich ja nicht ausreden, also, ich war bei Bäcker Hansen Brötchen holen. Als ich auf meinem Weg in die Westerhörner Straße einbog, traute ich meinen Augen nicht.“
Herr Fischkopp legt eine kurze Pause ein, dann fährt er fort:
„Also ich bog in die Westerhörner Straße ein.“
„Das haben sie mir doch schon gesagt, was ist denn in der Westerhörner Straße passiert?“
„Herr Kommissar ich traute meinen Augen nicht, da lag doch mitten auf dem Bürgersteig eine Bananenschale. Mitten auf dem Gehweg. Mein Gott was da alles passieren können tut.“
„Da haben sie aber recht, Herr Fischkopp, das ist unglaublich. Haben sie denn einen Verdacht, wer das gewesen sein könnte?“
„Nein, Herr Kommissar. Sie müssen den Täter ausfindig machen, der gehört doch bestraft - oder Herr Kommissar?“
„Vielen Dank Herr Fischkopp, wir nehmen ihre Anzeige auf und werden uns dann umgehend um den Vorgang kümmern,“ brummt Grunzi und legt den Hörer auf.
Was für ein Theater wegen einer Bananenschale, der Fischkopp hätte sie doch einfach aufheben und in einen Abfalleimer werfen können. Aber auf der anderen Seite, es hätte jemand darauf ausrutschen und sich ein Bein oder sonst etwas brechen können, denkt Grunzi und steht von seinem bequemen Bürostuhl auf.
„Genau, Opi stell dir mal vor, du wärst darauf ausgerutscht und auf deinen Popo gefallen. Das hätte aber wehgetan - oder Opi?“
Opa Paul grinst und erzählt weiter:

„Schlunzi, komm, unsere Pause ist beendet. Wir haben einen Fall zu klären. Lass uns zu dem Tatort fahren.“
Aber...aber... ich hab doch mein Butterbrot noch nicht aufgegessen und du weist, hungrig kann ich nicht denken.“
„Keine Widerrede, dein Brot läuft dir nicht weg, das kannst du auch später noch essen. Jetzt komm endlich, bewege deinen dicken Hintern.“
Mürrisch steht Schlunzi auf.
„Ach ja, vergiss das Pulver für die Fingerabdrücke nicht.“
„Jetzt bin ich gespannt wie es weitergeht, Opi“

Der Tatort
Knurrig schnickt Schlunzi sein Butterbrot in die Brotdose zurück und legt die Dose sorgfältig in seine rechte Schreibtischschublade. Aus dem Schrank, in dem die Utensilien für die Verbrecherjagd verschlossen sind, holt er das Pulver zur Ermittlung von Fingerabdrücken.
„Was ist das für ein Pulver,“ unterbricht Justus den Opa.
Rußpulver, aber wir können das auch mal selbst anfertigen zum Beispiel mit einer Bleistiftmine und einer Nagelfeile,“ erklärt ihm sein Opa.
„Ja machen wir,“ sagt Justus freudig, „wie geht es weiter Opi.“

Mit seinen Schweinebeinen wackelt Schlunzi seinem Freund Grunzi hinterher.
„Nicht so schnell“ schnauft Schlunzi „ mit leerem Bauch kann ich nicht so rennen.“
Grunzi lacht.
Beide laufen die Keitumer Süderstraße bis zur Ecke Westerhörner Straße entlang. Kaum waren sie um die Ecke gebogen, da sehen sie es auch schon. Tatsächlich - mitten auf dem Bürgersteig liegt eine Bananenschale.
Argwöhnisch schaut sich Kommissar Grunzi die Bananenschale an. Auf den ersten Blick kann er nichts auffälliges entdecken.
„Schlunzi.“
„Ja“
„Nimm das Pulver für die Fingerabdrücke und schaue ob du auf der Bananenschale einige Abdrücke finden und entnehmen kannst.“
„Na, hoffentlich findet er ein paar Spuren,“ unterbricht Justus den Opa.
Opa lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und erzählt weiter:

Eifrig macht sich Schlunzi an die Arbeit. Er streut etwas Pulver auf die Bananenschale. Mit einem Klebestreifen nimmt er sichtbar gemachte Fingerabdrücke auf.
„Grunzi, Grunzi schau mal wie gut der Abdruck sichtbar ist.“
„Gut gemacht! Pack die Bananenschale in eine Tüte. Auf der Polizeistelle werden wir in unserer Kartei suchen, ob der Besitzer des Fingerabdrucks bereits registriert ist.“
Justus meint: „hoffentlich finden sie den Übeltäter - oder Opi?“
Zufrieden laufen beide zurück auf die Wache.
Dort angekommen nehmen sie sofort die Prüfung der Abdrücke vor.
Grunzi schreit plötzlich „ich habe sie, ich habe sie“ und zeigt auf den Computerschirm.
Tatsächlich, die Person ist bereits erfasst.
„Das ist doch eindeutig der Affe Jonatan oder was meinst du Schlunzi?“
„Genau, den haben wir doch schon mehrfach in der Arrestzelle gehabt. Wo wohnt der noch mal gleich?“
„Der wohnt......“ einen Moment ich habe es gleich, „der wohnt Am Kliff 38 Z hier in Keitum.“
„Komm Grunzi wir fahren hin.“
In wenigen Minuten erreichen die beiden die Straße Am Kliff.
„Hast du das Haus mit der Nummer 38 Z bereits entdeckt?“ fragt Grunzi.
„Nein, hier ist die Nummer 12, es muss also noch weiter oben sein,“ gibt Schlunzi zur Antwort.
„36, dann 38 schau 38 Z steht hinter dem Haus mit der Nummer 38“
„Ja ich sehe es“ gibt Grunzi zur Antwort.
Sie gehen durch den Garten des Einfamilienhauses mit der Nr. 38, dahinter befindet sich nochmals ein kleiner Garten.
Schließlich stehen sie vor der Haustür des Hauses mit der Nummer 38 Z.
„Hier das sieht aus wie ein Klingelknopf.“
Grunzi drückt einmal darauf, es ertönt eine Glocke.
Er drückt zweimal, dreimal nichts rührt sich. Niemand öffnet die Tür. Vorsichtig geht Schlunzi um das Haus. Nichts zu sehen.
„Wir fahren morgen nochmals vorbei, der Affe Jonatan entkommt uns nicht“, entscheidet Grunzi.
„........und was passiert jetzt Opi?“ fragt Justus, „wie geht es weiter?“
„Lass mich mal überlegen.“
„Im Tierpark habe ich mal gesehen, wie ein Affe eine Banane gefuttert hat, die Bananenschale hat er einfach einem anderen Affen auf den Kopf geworfen und Opi der hat sogar auf dessen Kopf Pippi gemacht,“ kichert Justus.
„Na dass war ja nicht nett von dem Affen. Mal sehen, was der Jonatan noch so anstellt. „
„Oh ja, erzähle weiter, bitte Opi.“


Der Obst- und Gemüseladen
Kaum sind Grunzi und Schlunzi auf der Wache angekommen läutet erneut das Telefon.
Diesmal nimmt Inspektor Schlunzi der Hörer ab.
„Moin, Moin sie sprechen mit Inspektor Schlunzi, wer issen da am anderen Ende der Leitung?“
„Moin, Moin Herr Inspektor“ meldet sich ganz aufgeregt eine Stimme, „ich rufe aus Westerland an.“
„Kenn ich,“ quatscht Justus dazwischen „ dort sind wir doch mit dem Autozug angekommen.“
„Sehr richtig“ entgegnet Opa Paul.

Also Schlunzi fragt nach dem Namen des Anrufers und sagt „jetzt bleiben sie doch mal ganz ruhig, was ist denn passiert?“
„Ich habe in der Friedrichstraße ein Obst- und Gemüsegeschäft, mein Name ist Krautwurst, Theodor Krautwurst.“
„Herr Krautwurst nun erzählen sie einmal der Reihe nach was denn überhaupt passiert ist.“
„Also ich ich, mein Gott Herr Inspektor ich bin ja noch ganz aufgeregt, ich habe mit meinen eigenen Augen gesehen wie ein Dieb aus den Obstkisten vor meinem Laden ein oder zwei Bananen mitgenommen hat. Leider konnte ich den Dieb nicht erkennen. Ich sah nur noch einen Schatten und meine Bananen. Aber jetzt kommt das Ungeheuerliche, Herr Inspektor Strunzi.“
„Schlunzi, Herr Krautwurst, mein Name ist Inspektor Schlunzi!“
„Ich konnte nur noch erkennen, wie etwas durch die Luft flog und mitten auf der Friedrichstraße landete.“
„Und was war es?“
„Eine Bananenschale, Herr Inspektor, eine Bananenschale. Mein Gott, in der Friedrichstraße laufen doch so viele Menschen, was da alles passieren kann.“
„Bitte nichts berühren, versuchen sie den Tatort irgendwie abzusperren, damit niemand ausrutscht. Wir kommen sofort.“ sagt Schlunzi und legt den Hörer auf.
„Grunzi wir müssen schnellstens los, nach Westerland in die Friedrichstraße. Diebstahl und erneut eine Bananenschale auf dem Gehweg.“
Kaum hat Schlunzi das Wort Bananenschale ausgesprochen springt Grunzi auch schon auf.
„Pulver für die Abdrücke nicht vergessen und los geht es,“ ruft er.
Mit einem Satz, den man den beiden nicht zu getraut hätte, springen sie in ihren Polizeiwagen.
Doch halt nicht ganz mit einem Satz.....
Schlunzi bleibt mit seinem etwas dickeren Bauch zunächst in der Tür hängen. Mit erneutem Schwung schafft auch er es endlich auf den Beifahrersitz.
Mit Blaulicht fahren sie nun los nach Westerland in die Friedrichstraße. Herr Krautwurst erwartet sie bereits immer noch ganz aufgeregt. Er hat den Tatort mit Obstkisten abgesichert.
„Kommissar Grunzi, das ist mein Kollege Schlunzi, sind sie Herr Krautwurst?“
„Ja, Krautwurst mein Name.“
„Herr Krautwurst ist ihnen noch etwas zum Täter eingefallen?“
"Nein, das ging leider alles viel zu schnell.“
„Schlunzi schnüffle doch einmal am Tatort und suche mit unserem Pulver nach eventuellen Fingerabdrücken.“
Zunächst kann er nichts Verdächtiges erkennen, aber bei den Abdrücken auf der Bananenschale hat er Glück. Er kann mehrer gute Abdrücke sicherstellen.
„Wenn das mal nicht die gleichen Abdrücke wie auf der Bananenschale in Keitum sind,“ brummelt er vor sich hin.
Er zeigt sie seinem Kollegen Grunzi. Der schaut ebenfalls auf die sichtbar gewordenen Abdrücke.
„Sieht fast nach Jonatan aus - oder Schlunzi?“
„Ja, ich denke auch, wir werden das im Büro überprüfen, dann wissen wir es ganz genau. Pack die Bananenschale in eine Tüte, dann fahren wir zurück auf die Wache.“
Sie verabschieden sich von Herrn Krautwurst. Mit Blaulicht geht es zurück nach Keitum. Die Überprüfung der Abdrücke ergab: sie gehören eindeutig zu dem Affen Jonatan.
„Dann knöpfen wir uns den Burschen nun endlich vor, wie ist noch die Adresse Grunzi?“
„Am Kliff 38 Z“.

Kliff 38 Z
"Hoffentlich haben sie jetzt Glück und erwischen den Jonatan, Opi - oder.“
„Na, mal sehen was mir dazu einfällt.“
„Bitte erzähl weiter, ich bin schon ganz gespannt.“
Justus schmiegt sich noch enger an seinen Opa und hört ihm aufmerksam zu.

"Kurze Zeit später, " fährt Opa Paul fort, "kurze Zeit später stehen sie erneut vor dem Haus mit der Nummer 38 Z."
Erneut wird die Tür, auch nach mehrmaligem läuten nicht geöffnet.
„Diesmal geben wir nicht auf, Schlunzi wir gehen ganz vorsichtig um das Haus herum.“
Als sie an der Rückseite des Hauses ankommen, entdecken sie eine Treppe die vermutlich in einen Keller führt.
Leise, ganz leise, schleichen sie die Stufen nach unten. Sie stehen vor einer Tür. Sieht nach einer Stahltür aus.
„Schau“ flüstert Grunzi, „ die Tür ist nur angelehnt.“ Er deutet auf einen Türspalt.
Vorsichtig drücken sie gegen die Tür. Ein leises Quietschen ist zu vernehmen.
„Vorsicht Schlunzi, ganz langsam öffnen.“
Die Tür steht jetzt offen. Grunzi nimmt seine Taschenlampe vom Gürtel und leuchtet in den Raum. Nichts zu erkennen. Der Raum scheint leer zu sein. Schlunzi stößt ihn an und deutet auf eine weitere Tür. Sie schleichen darauf zu. Grunzi drückt ganz behutsam den Türgriff nach unten. Die Tür gibt nach.
Vorsichtig drücken sie die Tür ganz auf und durchleuchten den Raum. Ein alter Schrank, ein Regal können sie erkennen, ansonsten ist die Kammer leer.
Glauben sie zumindest.
Nochmals lassen sie den Lichtstrahl der Taschenlampe durch den Raum gleiten. Neben dem alten Schrank, was ist das? Da ist noch eine weitere Kellertür. Behutsam drücken sie den Türgriffe nach unten. Geräuschlos lässt sich dieTür öffnen.
Im Schein der an der Decke hängenden Lampe können sie viele auf dem Boden stehende Kisten erkennen. Auf einer dieser Holzkisten sitzt ganz gemütlich Jonatan der Affe.
Genüsslich beißt er in, na was wohl?
„Eine Banane,“ ruft Justus.
"Genau in eine Banane."

„Pfoten hoch Jonatan. Wir verhaften dich wegen Diebstahl und Gefährdung der Öffentlichkeit. Schlunzi leg ihm Handschellen an, damit er uns nicht entwischt.“
Jonatan bleibt seelenruhig auf seiner Kiste sitzen. Er gibt keinen Pieps von sich als ihm Schlunzi die Handschellen anlegt.
Mit ihrem Gefangenen fahren sie direkt zur Polizeistation zurück. Dort sperren sie ihn in eine Arrestzelle.
„Morgen werden wir ihn verhören und entscheiden, wie wir ihn bestrafen.“
„Ja Grunzi, das werden wir ... und jetzt kann ich endlich mein Butterbrot weiter essen. Nimmt es aus seiner Schublade und beißt kräftig zu und schmatzt genüsslich.
Grunzi muss lachen.
„Opi welche Bestrafung bekommt jetzt der Affe?"
„Nun, Justus, der Affe Jonatan muss zur Strafe ein ganzes Jahr die Bürgersteige in Keitum und Westerland sauber halten. Außerdem jeden der eine Bananenschale auf den Gehweg wirft auffordern die Bananenschale aufzuheben und in den nächsten Abfalleimer zu schmeißen.“
„Das ist gut so Opi. Erzählst du mir noch eine Geschichte - bitte?“
„Das nächste Mal, Justus, das nächste Mal.“
„Bitte Opi noch eine.“
„Demnächst erzähle ich dir wie Grunzi und Schlunzi in Mainz auf dem Wochenmarkt einen Eierdieb überführt haben. Für heute ist aber Schluss.“


2. Der Eierdieb
Einsatz in Mainz

Justus ist bei Oma Gretel und Opa Paul zu Besuch in Mainz am Rhein. Gemütlich sitzen sie in einem Cafe am Marktplatz. Justus isst hier so gerne die Pariser Sahnetorte. Sahne gehört überhaupt zu seinem Lieblingsnaschwerk.
Sie haben einen schönen Platz, mit Blick auf den Mainzer Wochenmarkt gefunden. Kaum ist das Sahnetörtchen aufgefuttert
„Opi du wolltest mir doch eine neue Geschichte von Grunzi und Schlunzi erzählen, die von dem Eierdieb in Mainz,“
„Jetzt lass doch den Opi mal seinen Kirschenmichel essen“, meldet sich Oma Gretel zu Wort.
Es half nichts:
„Bitte Opi! Bitte erzähl mir von dem Eierdieb“.
Schon klettert der kleine Mann von seinem Stuhl und schwingt sich auf Opas Schoß. Opi bekommt ein Küsschen begleitet mit den Worten „Bitte Opi“.
Da kann Opa Paul nicht widerstehen und fängt an zu erzählen.

„Stell dir vor, der Erfolg von Grunzi und Schlunzi bei der schnellen Aufklärung des Falles mit der Bananenschale hat sich bis hierher nach Mainz herumgesprochen.
Und hier in Mainz sind sie ratlos. Auf dem Mainzer Wochenmarkt, der hier dreimal in der Woche stattfindet“.
Opa Paul deutet mit seinem Zeigefinger auf den großen Platz vor dem Café.
Der Mainzer Polizeichef ruft also auf der Insel Sylt in Keitum an. Grunzi ist am Telefon.
Der Polizeichef schildert ihm den Fall und fragt, ob er und sein Kollege nicht nach Mainz kommen können? Es wäre toll, wenn sie bei der Aufklärung des Diebstahls der Eier mit helfen würden.
"Ja und Opi, sagen die zwei Detektive zu?"
"Was glaubst du wohl?" fragt Opa Paul.
"Na klar sind die gekommen."

"Auf geht es nach Mainz an den Rhein," sagt Schlunzi, " wir werden den Fall schon lösen - oder Grunzi?"
"Wir werden den Fall lösen, " gibt Grunzi zur Antwort.

Ankunft in Mainz
Als Grunzi und Schlunzi in Mainz am Hauptbahnhof ankommen, fällt ihnen etwas ein:
"Ach du meine Güte, wir haben den Polizeichef vergessen zu fragen, in welcher Straße das Polizeipräsidium ist," meint Grunzi.
Ratlos schauen sie sich um.
"Lass uns den älteren Herrn da vorne, an der Haltestelle fragen."
Sie tapsen auf den älteren Herrn zu.
"Guten Tag, entschuldigen sie bitte, können sie uns bitte sagen, in welcher Straße sich das Mainzer Polizeipräsidium befindet?", fragt Grunzi den Mann.
Der macht große Augen, sperrt den Mund weit auf und wieder zu "sehe ich richtig, zwei Schweinchen mit einer Polizeimütze auf dem Kopf??????"
"Dess (das) was?" fragt er, als er sich von seinem Schock erholt hat.
"Das Polizeipräsidium," gibt Grunzi zur Antwort.
"Dess (das) Meenzer (Mainzer) Präsidium?"
"Ja"
"Ei dess (das) is (ist) am Valenciaplatz."
"Wo bitte?"
"Am Valenciaplatz! Am beste ihr nemmt eich e Taxi (ihr nehmt euch ein Taxi), die Taxifahrer wisse schon wo´s is (wissen schon wo es ist)."
"Danke!" ruft Grunzi ihm zu.
Verstanden hat er nur "Taxi".
Schlunzi hat schon die Taxis entdeckt.
Der ältere Herr schaut den beiden immer noch verdutzt hinterher und schüttelt den Kopf.
"Das ist ja auch lustig Opi zwei Schweinchen mit Polizeimützen."
"Was glaubst du Justus wie verdutzt der Taxifahrer sein wird, wenn die beiden in sein Taxi einsteigen."

Aber der Taxifahrer war ein echter Mainzer und die nehmen es mit Humor.
"Na Jungs," sagt er zu Grunzi und Schlunzi "wo wolle mer dann hie (wo wollt ihr denn hin)".
"Bitte?", Grunzi hat kein Wort verstanden.
Jetzt gibt sich der Taxifahrer mühe "wo möchtet ihr denn hingefahren werden wollen?"
"Ach so, in das Polizeipräsidium am Apfelsinenplatz," gibt Schlunzi ihm zur Antwort.
Jetzt stutzt der Taxifahrer "Apfelsinenplatz?"
"Apfelsinenplatz? Ihr meint wohl den Valenciaplatz," fragt er nochmals nach.
"Ja, ja Valencia, dort wo die Apfelsinen wachsen. Wir haben da etwas verwechselt - nicht wahr Grunzi?"
Grunzi nickt mit seinem Kopf.
Die Fahrt dauert nur wenige Minuten, dann stehen sie auch schon vor dem Polizeipräsidium.
Einige Minuten später werden sie von dem Polizeichef begrüßt.
"Hallo Kollegen, mein Name ist Brandmeister, Erwin Brandmeister. Willkommen in Mainz. Ich hoffe, sie hatten eine gute Anreise?"
Grunzi denkt: okay, den versteht man wenigstens.
"Moin, Moin Herr Hauptkommissar, das ist mein Kollege Inspektor Schlunzi, ich bin Kommissar Grunzi. Wir sind schon ganz gespannt wie, wir ihnen helfen können. "
"Das wird ihnen Kommissar Ringelschwanz genau erläutern. Ich werde ihn rufen lassen."
Kurz darauf steht Kommissar Ringelschwanz im Zimmer und begrüßt Grunzi und Schlunzi.
Dann berichtet er:
"In Mainz auf dem großen Platz vor dem Dom...."
"Meint er hier den Platz Opi?" Justus zeigt aus dem Fenster auf den Marktplatz.
"Ja genau," gibt ihm sein Opa zur Antwort und erzählt weiter:

.....also auf dem Marktplatz in Mainz findet jeden Dienstag, Freitag und Samstag ein Wochenmarkt statt. An den verschiedenen Marktständen wird Kartoffeln, Salat, Gemüse, Obst, Blumen, Eier und vieles mehr angeboten.
An dem Eierstand passiert seit einigen Markttagen etwas Sonderbares. Am Ende des Tages rechnet der Besitzer einer Hühnerfarm mit seinem Verkäufer am Eierstand ab. Dabei stellt er jedes Mal fest, dass 30 Eier fehlen. Er hat Anzeige erstattet. Wir haben den Stand an verschiedenen Markttagen genau beobachtet und nichts bemerkt. Nichts Verdächtiges gesehen oder gehört. Aber immer fehlten genau 30 Eier. Für uns ist das ein Rätsel," Kommissar Ringelschwanz schüttelt den Kopf.
"Das ist ja wirklich sonderbar", grunzt Schlunzi und schaut Grunzi fragend an.
"Sagen Sie, Kommissar Ringelschwanz, morgen ist doch Dienstag?"
"Ja"
"Also, dann können wir doch morgen gleich mit den Ermittlungen beginnen. Wir könnten, gemeinsam mit ihnen, das Leben an dem Eierstand beobachten," wendet sich Grunzi an Kommissar Ringelschwanz.
"Gerne. Ich würde vorschlagen, wir nehmen uns noch Verstärkung mit. Wir haben 2 kluge Polizeianwärter Friedolin und Friederike. Die sind sehr clever und für einen solchen Einsatz gut geeignet."
"Abgemacht!" entgegnen Grunzi und Schlunzi im Chor.

Der Wochenmarkt
Die Glocken im Turm des Mainzer Domes schlagen gerade 7, da stehen die Polizisten schon auf dem Markt.
Grunzi und Schlunzi beobachten interessiert das Gewusel auf dem Markt.
Der Stand mit den Eiern befindet sich vor dem Café am Dom. Neben dem Café führt ein Weg zur Eingangstür in den Dom.
"Haha Opi, das ist doch hier gleich vor dem Fenster," ruft Justus.
"Ja, genau. Siehst du hier den Weg zum Dom Eingang?", Opi zeigt aus dem Fenster nach links.
"Klar, da war ich doch schon, Opi, an Weihnachten die Krippe im Dom anschauen."

Gegenüber dem Eierstand baut gerade eine ältere Frau ihren Stand mit Blumen auf.
Grunzi gibt Anweisungen an die Kollegen.
"Friedolin und Friederike ihr stellt euch in den Weg zum Dom Eingang und beobachtet von dort."
"Okay, Herr Kommissar."
Beide beziehen ihren Posten.
"Kollege Ringelschwanz würden sie sich dort drüben vor dem Bekleidungsgeschäft postieren? Von dort haben sie einen direkten Blick hierher."
Auch er marschiert zu dem angewiesenen Beobachtungsposten.
"Wir", sagt er zu Schlunzi," schlendern auf dem Markt einmal hin und her."
"So wird es gemacht."
Es kommt leben auf den Marktplatz. Viele Leute laufen von Stand zu Stand und kaufen die frischen Produkte ein. Es gibt aber auch viele Besucher, die interessiert das Geschehen beobachten. Lautes Stimmengewirr schallt über den Marktplatz.
"Kaaft Kardoffele , schene Kardoffele. Heit das Kilo nur 1 €." (Kauf Kartoffeln, schöne Kartoffeln. Heute das Kilo nur 1 €).
"Ihr Leit bei uns gibt´s heit frisch gepflückte Äppel." (Ihr Leute bei uns gibt es heute frisch gepflückte Äpfel).
"Wie wärs meun Herr, e paar scheene Blümcher fer die Fraa?" (Wie wäre es mein Herr, ein paar schöne Blümchen für die Frau?)
"Ist das Meenzerisch Opi?"
"Ja, Mainz und Umgebung, Justus. Du kannst dir vorstellen, dass Grunzi und Schlunzi kaum etwas verstanden haben."

An dem Stand mit den Eiern ist viel los. Grunzi und Schlunzi beobachten jeden Kunden ganz genau. Der Verkäufer ist sehr freundlich. Manche Kunden nennen ihn beim Vornamen.
"Ei Jakob, wie gehts?"
"Ei gut."
"Ei ja, dann geb mer mol 10 Eier." (gib mir mal)
"Ei ja, sofort."
Nichts Auffälliges.
Als es etwas ruhiger am Stand ist, holt der Eierverkäufer eine Brotdose unter dem Tisch hervor. Mit der Brotdose in der Hand dreht er sich herum. Grunzi und Schlunzi vermuten, dass sich in der Dose sein Frühstück befindet.
Schlunzi fällt auf, dass die Dose recht groß ist, er denkt:
"Vermutlich hat er großen Hunger und möchte ungestört in sein Brot beißen."
Grunzi schlendert zu Friederike und Friedolin.
"Na, habt ihr schon etwas Auffälliges gesehen?"
"Nein Herr Kommissar noch nichts", gibt Friederike zur Antwort.
"Schön die Augen offen halten".
"Ja Herr Kommissar".
Bis zum Ende des Markttages passiert nichts. Nichts, was auf ein Verbrechen hinweist.
Kurz vor Ende des Markttages kommt der Besitzer der Hühnerfarm. Er hilft Jakob den Stand abbauen. Die nicht verkauften Eier werden gezählt. Danach prüft er den Kassenbestand.
"Opi jetzt bin ich gespannt!"
"Zum Donnerwetter," schreit der Chef, " das stimmt schon wieder nicht. In der Kasse fehlt das Geld für 30 Eier. Das gibt es nicht. Irgendjemand hat dir die Eier gestohlen. Mann, Mann du hast wieder nicht aufgepasst".
"Chef ich habe gut aufgepasst, ich verstehe das nicht."
"Gut aufgepasst, gut aufgepasst! Tatsache ist aber, dass wieder 30 Eier fehlen. Also hast du nicht gut aufgepasst."
"Chef du weißt, mit der Kasse gehe ich sorgfältig um. Es kann kein Geld fehlen und Eier eigentlich......."
"Eigentlich auch nicht! Natürlich fehlen wieder 30 Eier. Das ist doch zum Haare ausreisen. du ruinierst mich, du ............." Herr Gockel verschluckt, was er gerade sagen wollte.
"Der Chef ist aber jetzt sehr böse. Das ist ja alles sehr sonderbar Opi. Bin gespannt wie es jetzt weitergeht, Opi."
Ja, Justus es ist tatsächlich so, dass unter den Augen der Polizei wieder 30 Eier verschwunden sind.

Die Polizisten begeben sich zu Herrn Gockel und seinem Verkäufer Jakob.
"Das ist ehrlich sonderbar. Wir haben den ganzen Morgen den Stand beobachtet. Es ist uns nichts aufgefallen," grunzt Schlunzi sehr unzufrieden.
Herr Gockel schaut die beiden Schweine mit der Polizeimütze erstaunt an. Sagt aber nichts.
Auch Grunzi schüttelt entrüstet seinen Schweinskopf und brummelt mehr zu sich selbst "Sonderbar, sonderbar. Das gibt es doch gar nicht."
Herr Gockel platzt fast vor Wut. Er hat ein hochrotes Gesicht.
"Herr Gockel jetzt beruhigen sich doch. Wir kommen am Freitag wieder. Es wäre gelacht, wenn wir den oder die Diebe nicht auf frischer Tat ertappen würden," versucht ihn Schlunzi zu beruhigen.
"Auf frischer Tat. Wie viel frische Taten werden denn schon beobachtet? Seit mindestens 4 Markttagen will die Mainzer Polizei den Dieb auf frischer Tat ertappen."
Der Verkäufer hört dem Gespräch nicht zu. Er ist damit beschäftigt den Stand abzubauen und die einzelnen Teile auf den Wagen seines Chefs zu räumen. Als alles fertig, ist nimmt er seine Jacke, legt sie über die große Brotdose und verabschiedet sich.
"Chef ich muss dringend weg. Am Freitag werde ich noch besser aufpassen. Ehrlich."
Der Chef verzieht keine Mine "Ich hoffe es sehr Jakob, ich hoffe es wirklich sehr."
Auch die Polizisten ziehen sich sichtlich enttäuscht vom Markt zurück.
"Und Opi wie geht es weiter, was passiert am Freitag, bitte erzähle weiter."
Der Großvater nimmt die Kaffeetasse in die Hand und einen kräftigen Schluck, seines inzwischen kalt gewordenen, Cappuccinos.
Die Bedienung schaut vorbei :
"Na, kann ich euch noch was bringen?"
"Eine Apfelschorle, bitte", meldet sich Justus.
"Justus du hast schon so viel getrunken, musst du nicht einmal Pipi machen," fragt Oma Gretel.
"Nein Omi, ich muss nicht. Opi erzähl doch bitte weiter."


Freitag
Pünktlich um 7 Uhr stehen Grunzi, Schlunzi, Kommissar Ringelschwanz und Friederike und Friedolin, heute nicht in Uniform, sondern in Zivil, auf dem Markt.
"Schlunzi und ich postieren uns direkt hinter dem Eierstand. Ringelschwanz sie beobachten den Stand von vorne und ihr beiden nehmt den Stand von links und rechts in Augenschein", gibt Grunzi die Anweisungen aus,"Augen auf, am heutigen Tag muss uns der Dieb in die Falle tappen. Beobachtet sehr unauffällig, aber sehr aufmerksam. Los geht es!"
Herr Gockel hat inzwischen mit seinem Mitarbeiter den Eierstand aufgebaut. Sie schauen sich um, können aber heute keine Polizei erkennen.
"Das ist ja mal wieder typisch Polizei, am Dienstag noch große Töne gespuckt und heute ........ nichts von ihnen zu sehen", gibt Herr Gockel empört von sich.
"Denkste," raunzt Grunzi zu Schlunzi.
Beim einsteigen in sein Auto ermahnt Herr Gockel seinen Mitarbeiter nochmals eindringlich. " Jakob pass heute besser auf, noch einen Diebstahl kann ich mir nicht leisten."
"Ja, ja Chef."
Das Treiben auf dem Markt beginnt. Auch am Eierstand herrscht wieder ein reger Kundenverkehr.
Als gerade keine Kundschaft am Stand ist, holt Jakob seine große Brotdose unter dem Verkaufsstand hervor. Bevor er sie öffnet dreht er sich nach allen Seiten um. So als prüfe er, ob ihm auch niemand beim essen zu schaut.
Jetzt öffnet er die Brotdose.
Grunzi, der ihn genau beobachtet, traut seinen Augen nicht.
"Warum Opi, was ist los? Es ist doch nicht schlimm, wenn der Verkäufer mal in sein Brot beißen möchte - oder?"
Grunzi raunzt Schlunzi zu "hast du das gesehen?"
"Was?"
"Die Brotdose ist leer!"
Inzwischen steht wieder eine Kundin am Eierstand.
"!0 Eier bitte," sagt die Dame.
"Ein Moment"
Hastig stellt Jakob die Dose wieder auf ihren Platz und bedient die Dame.
"10 Eier, bitte schön, macht 2,80 €."
Kaum ist die Frau verschwunden, da holt er die Brotdose wieder hervor.
"Achtung jetzt, aufgepasst" raunz Grunzi.
Jakob nimmt ein Ei und legt es in die Brotdose, dann ein zweites, ein drittes ..."
Schlunzi zählt mit: "4, 5, 6, 7, 8, 9 , 10".
In einer Seelenruhe stellt er die Dose ab, bevor erneut eine Kundin vor dem Stand steht.
"Wollen wir ihn gleich zur Rede stellen Grunzi?"
"Nein warte noch, der ist sich so sicher, dass er nicht beobachtet wird. Lassen wir ihn in dem Glauben und bespitzeln ihn bis zum Ende des Markttages."
Bis dahin hat Jakob noch dreimal die Brotdose hervorgeholt und jedesmal 10 Eier hineingetan.
Wie immer kommt Herr Gockel kurz vor Ende des Marktes mit seinem Auto an den Stand gefahren.
Wie immer prüft er den Eierbestand und die Kasse.
Plötzlich wird er feuerrot im Gesicht, er stößt einen lauten Schrei aus " J a k o b !!!!!, es fehlen schon wieder 30 Eier. Du Trottel, du ....... hast schon wieder nicht aufgepasst, du ......" was er jetzt sagen möchte schluckt er lieber.
"Ei Chef, natürlich habe ich aufgepasst. Ich kann mir das ganze nicht erklären. Stimmt denn etwas nicht mit ihrer Rechnung......"
"Was..., brüllt Herr Gockel, "du willst mir unterstellen ich könnte nicht rechnen."
"Nein Chef, so habe ich es nicht gemeint. Ich, ich kann mir das auch nicht erklären."
"Aber wir können es erklären," ertönt es aus dem Hintergrund.
Grunzi und Schlunzi treten in Erscheinung. Sie winken ihre Kollegen und umstellen den Eierstand.
"Öffnen sie ihre Brotdose, Jacob", sagt Grunzi in einem ruhigen Ton.
"Ei, warum, die ist doch leer. Ich habe mein Brot gegessen."
"Öffnen," schnauzt ihn Grunzi an, "aber sofort."
Mit zitternden Händen holt Jakob die Brotdose unter dem Stand hervor.
"Öffnen, habe ich gesagt."
Wie gebannt schauen alle auf die Brotdose.
Umständlich und mit immer noch zitternden Händen öffnet Jakob die Brotdose.
Als der Blick auf den Inhalt frei wird, rufen alle wie aus einem Munde: "die ist ja voll mit Eiern."
"Ja, genau mit 30 Eiern," verkündet Grunzi stolz.
Jakob ist blass im Gesicht geworden. Jetzt zittern nicht nur die Hände, jetzt bibbert sein ganzer Körper.
"Du, du, du Dieb," schreit Herr Gockel, "den Schaden zahlst du, Euro für Euro, dass sage ich dir. Außerdem bist du fristlos entlassen. Lass dich an diesem Stand nicht mehr blicken."
Jetzt wird Kommissar Ringelschwanz förmlich, er legte Dotterei Handschellen an und sagte:
"Herr Jakob Dotterei, ich verhafte sie wegen des Verdachtes des Diebstahls von Eiern."
Herr Gockel hat sich beruhigt und strahlt nun über das ganze Gesicht.
"Ich wusste doch gleich, auf die Polizei kann man sich verlassen. Vielen Dank."
Grunzi und Schlunzi schauen sich zufrieden an.
"Auch diesen Fall hätten wir geklärt!"
"Ja Schlunzi, wir erwischen jeden."
Und lächelnd verlassen sie den Mainzer Wochenmarkt.
"Das war eine spannende Geschichte Opi."
"Freud mich, wenn es dir gefallen hat, aber jetzt werden wir bezahlen und dann fahren wir nach Hause. Nicht wahr Omi."
Die Omi nickt " Ja, jetzt fahren wir nach Hause."
 
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Inge. B

Mitglied
Hallo Friedrich Reinhold,
ein kleiner Krimi für Kinder. Gefällt mir gut, wie es erzählt wird.
Gruß
Inge
 
Liebe Inge,
vielen Dank.
Ich habe noch ein paar Geschichten von den Detektiven. Die beiden Schweinchen sind in. verschiedenen Städten unterwegs.
Gruß
 

molly

Mitglied
Hallo FriedrichReinhold,

herzlich willkommen in der Leselupe. Dein kleiner Krimi gefällt mir gut. Dass er auch bei Justus gut angekommen ist, zeigen diese beiden Sätze:

Das ist gut so Opi. Erzählst du mir noch eine Geschichte - bitte?“
„Das nächste Mal, Justus, das nächste Mal.“
„Bitte Opi noch eine.“

Viele Grüße
molly
 

VeraL

Mitglied
Hallo FriedrichReinhold,
wirklich schöne Krimigeschichten für Kinder. Ich glaube, dein Humor wird bei Kindern super ankommen. Besonders die lustigen Namen und die Stelle mit der Bananenschale. So etwas habe ich früher geliebt.
Teilweise ist es mir zu viel Dialog, da wird das Lesen etwas anstregend. Aber wenn man die Geschichte mit verschiedenen Stimmen vorliest, ist es vielleicht etwas anderes.
Viele Grüße
Vera
 
Hallo Vera,
freut mich, dass Dir die Geschichten gefallen haben. Ich werde in kürze einen weiteren Kriminalfall hinzufügen.
Viele Grüße
FriedrichReinhold
 

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